LinkedIn ist ein mächtiges Werkzeug für berufliches Networking. Doch wie in jedem sozialen Netzwerk gibt es auch hier Schattenseiten: nervige Kontaktanfragen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Typen unerwünschter Anfragen und gibt Tipps, wie man damit umgeht und wie man selbst bessere Anfragen verfasst.
Die verschiedenen Typen nerviger LinkedIn-Anfragen
Es gibt verschiedene Arten von LinkedIn-Anfragen, die als störend empfunden werden können. Hier sind einige der häufigsten:
1. Der Phrasen-Klopfer
Diese Person ist ein Meister der abgedroschenen Vertriebsfloskeln. Sätze wie "Kontakte schaden nur dem, der keine hat!" sind ihr Markenzeichen. Solche Phrasen wirken unpersönlich und wenig originell.
2. Der Pseudo-Interessierte
Dieser Typ gibt vor, sich für dein Profil zu interessieren, hat aber in Wirklichkeit keine Zeit oder Lust für eine echte Recherche investiert. Stattdessen kommen allgemeine Fragen wie "Seit wann sind Sie schon in [Gebiet, in dem ich Ihnen was verkaufen will] tätig?". Die Information ist meist leicht im Profil zu finden. Eine authentische Kontaktaufnahme sieht anders aus.
3. Bots
Viele Vertriebler setzen Bots ein, um automatisiert Kontaktanfragen zu versenden. Das Problem: Sie geben vor, echte Menschen zu sein, die sich für dich interessieren. Dies ist nicht nur unehrlich, sondern auch ineffektiv. Ehrlichkeit und Transparenz sind gerade im Networking wichtig.
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4. Der Hardseller
Der Hardseller kommt direkt zur Sache und versucht, dir etwas zu verkaufen, ohne vorher eine Beziehung aufgebaut zu haben. Er ignoriert, dass Social Selling Zeit braucht und auf Vertrauen basiert. Ein Pitch ohne vorherige Interaktion wirkt aufdringlich.
5. Der schlüpfrige Schmierlapp
Dieser Typ versucht, mit übertrieben individuellen, aber oft unangemessenen Komplimenten aufzufallen. Solche Anfragen sind nicht nur unprofessionell, sondern können auch abschreckend wirken.
6. Der offensichtliche Spammer
Diese Person versendet Massennachrichten mit wenig Bezug zum Empfänger. Oftmals wird nicht einmal der Name richtig geschrieben.
7. Der Schleimer
Dieser Typ überschüttet dich mit unaufrichtigen Komplimenten, ohne einen konkreten Grund für die Kontaktaufnahme zu nennen.
Tipps für den Umgang mit nervigen Anfragen
Was tun, wenn man mit solchen Anfragen konfrontiert wird? Hier sind einige Tipps:
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1. Ignorieren
Die einfachste Option ist, die Anfrage zu ignorieren. Du bist nicht verpflichtet, jede Anfrage anzunehmen oder zu beantworten.
2. Stumm schalten
Wenn dich die Person nicht loslässt, kannst du sie stumm schalten. So erhältst du keine Benachrichtigungen mehr von ihr.
3. Nachfragen
Wenn du unentschlossen bist, ob ein Kontakt interessant sein könnte, frage nach. Was hat die Person zu dir geführt? Was hat sie an deinem Profil angesprochen?
4. Ablehnen
Du hast jederzeit die Möglichkeit, eine Anfrage abzulehnen.
5. Melden
Bei besonders unseriösen oder belästigenden Anfragen kannst du die Person bei LinkedIn melden.
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Wie man selbst bessere Kontaktanfragen schreibt
Um nicht selbst als "nervig" wahrgenommen zu werden, solltest du folgende Tipps beachten:
1. Sei ein Mensch, keine Maschine
Verzichte auf Bots und automatisierte Nachrichten. Menschen sprechen lieber mit Menschen.
2. Individualität ist Trumpf
Vergiss platte Floskeln. Schreibe Kontakte individuell an. Beziehe dich auf von ihnen gepostete Inhalte oder relevante Punkte in ihrem Profil.
3. Erzeuge Sog, nicht Druck
Social Selling bedeutet, Content zu erzeugen, der überzeugt und Leute dazu bringt, von sich aus Kontakt aufzunehmen.
4. Gut Ding will Weile haben
Social Selling und Networking sind keine Quick Fix-Lösung. Ein gutes Netzwerk braucht Pflege und Zeit.
5. Optimiere dein Profil
Bevor du loslegst, optimiere dein Profil: Profilbild, Slogan, Titelbild, Info, Berufserfahrung sowie Kenntnisse und Fähigkeiten.
6. Definiere deine Zielgruppe
Nimm dir Zeit, um herauszufinden, mit wem du dich überhaupt vernetzen willst. Je konkreter du wirst, desto einfacher wird es.
7. Schreibe eine persönliche Nachricht
Warum schreibst du? Wer bist du - in einem Satz?
8. Gib Mehrwert
Ich will helfen, Mehrwert liefern, Menschen weiterbringen.
9. Baue Beziehungen auf
Schaffe Vertrauen. Kein Sprint.
10. Sei aktiv und tausche dich aus
Like Postings anderer Mitglieder, hinterlasse einen Kommentar unter dem Beitrag eines Kontakts, beteilige dich an Diskussionen, werden Sie in Gruppen aktiv.
11. Werde sichtbar in Gruppen
Trete relevanten Gruppen bei, in denen sich deine Zielgruppe tummelt.
12. Sei geduldig
Beziehungen brauchen Zeit.
Detaillierte Tipps für die Formulierung von Anfragen
Hier sind einige konkrete Beispiele, wie man bessere Kontaktanfragen formuliert:
- Beziehe dich auf ein gemeinsames Interesse: "Hallo [Name], ich habe gesehen, dass wir beide an der gleichen Uni waren. Ich würde mich freuen, mich mit Ihnen über [Thema] auszutauschen."
- Lobe einen Beitrag: "Hallo [Name], ich habe Ihren Beitrag zum Thema [Thema] gelesen - spannend, wie klar du deine Gedanken formulierst!"
- Biete Hilfe an: "Hallo [Name], ich habe gesehen, dass Sie [Problem] haben. Ich habe Erfahrung in diesem Bereich und würde mich freuen, Ihnen weiterzuhelfen."
Die Rolle des Profils
Dein LinkedIn-Profil ist deine Visitenkarte. Es sollte professionell und aussagekräftig sein. Achte auf folgende Punkte:
- Profilbild: Verwende ein aktuelles und professionelles Profilbild.
- Slogan: Wähle einen aussagekräftigen Profilslogan, der deine Kernkompetenzen hervorhebt.
- Beschreibung: Schreibe eine Beschreibung, die deine Expertise und deine Ziele klar darstellt.
- Berufserfahrung: Liste die wichtigsten Stationen deiner Berufslaufbahn auf.
- Kenntnisse und Fähigkeiten: Füge relevante Keywords hinzu, damit du von Recruitern und potenziellen Geschäftspartnern gefunden wirst.
Privatsphäre-Einstellungen
LinkedIn bietet verschiedene Privatsphäre-Einstellungen, mit denen du steuern kannst, wer dein Profil sehen und dich kontaktieren kann.
- Öffentliches Profil: Du kannst festlegen, welche Informationen öffentlich angezeigt werden und somit in der Google-Suche sichtbar sind.
- Sichtbarkeit des Profils: Du kannst dein Profil komplett unsichtbar machen.
- "Folgen"-Button: Du kannst den "Vernetzen"-Button in einen "Folgen"-Button umwandeln, um die Anzahl der direkten Kontaktanfragen zu reduzieren.
Netzwerken mit System
Erfolgreiches Networking auf LinkedIn erfordert System und Strategie. Hier sind einige Tipps:
- Regelmäßigkeit: Nimm dir regelmäßig Zeit, um dein Netzwerk zu pflegen und zu erweitern.
- Qualität vor Quantität: Konzentriere dich auf den Aufbau von Beziehungen zu relevanten Kontakten.
- Dialog: Netzwerke leben vom Dialog. Beteilige dich an Diskussionen und tausche dich mit anderen Mitgliedern aus.
- Mehrwert: Bringe Nutzen für andere, baue echte Beziehungen auf und gehe dort nicht auf die Jagd nach Kunden.
LinkedIn Gruppen
LinkedIn-Gruppen sind eine gute Möglichkeit, um mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten und sich über bestimmte Themen auszutauschen.
- Relevante Gruppen: Trete relevanten Gruppen bei, in denen sich deine Zielgruppe tummelt.
- Beteiligung: Beteilige dich an Diskussionen, teile nützliche Beiträge und baue Vertrauen zu deiner Zielgruppe auf.