Prominente Persönlichkeiten und ihr Kampf gegen Alzheimer und Demenz

Alzheimer und Demenz sind Begriffe, die in der heutigen Gesellschaft immer häufiger vorkommen. Weltweit sind schätzungsweise 47 Millionen Menschen von Alzheimer betroffen, der häufigsten Form der Demenz. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jährlich fast 10 Millionen neue Fälle hinzukommen. Diese Erkrankungen sind nicht nur für die Betroffenen selbst eine Herausforderung, sondern auch für ihre Familien und Angehörigen, die oft die Hauptlast der Pflege tragen.

Das Thema Demenz rückt besonders dann ins öffentliche Bewusstsein, wenn bekannte Persönlichkeiten betroffen sind. Ihre Geschichten tragen dazu bei, das Verständnis für diese Krankheiten zu vertiefen und die Notwendigkeit von Forschung, Prävention und Unterstützung hervorzuheben. Der Welt-Alzheimertag am 21. September dient dazu, die Öffentlichkeit auf diese Problematik aufmerksam zu machen.

Was ist Alzheimer und Demenz?

Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem fortschreitenden Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergehen. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und macht etwa 60 bis 70 % aller Fälle aus. Die Erkrankung betrifft das Gedächtnis, die Denkfähigkeit und oft auch die Persönlichkeit der Betroffenen.

Prominente Persönlichkeiten und ihr Kampf gegen die Krankheit

Im Laufe der Jahre haben viele prominente Persönlichkeiten offen über ihre Demenz- oder Alzheimer-Diagnose gesprochen. Ihr Mut, sich öffentlich zu ihrer Erkrankung zu bekennen, hat dazu beigetragen, das Stigma zu reduzieren und das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Forschung und Unterstützung zu schärfen.

Ronald Reagan

Der 40. Präsident der Vereinigten Staaten, Ronald Reagan (1911-2004), litt ebenfalls an Alzheimer. Fünf Jahre nach dem Ende seiner Präsidentschaft, im November 1994, machte er seine Erkrankung in einem persönlichen Brief an die US-Bevölkerung öffentlich. Sein offenes Bekenntnis trug dazu bei, die öffentliche Aufmerksamkeit und die Forschung an der Krankheit zu fördern.

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Margaret Thatcher

Auch die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher (1925-2013) war von Demenz betroffen. Im Jahr 2008 wurde bekannt, dass sie an fortgeschrittener Demenz litt. Ihre Tochter thematisierte die Krankheit in einem Buch, das im selben Jahr erschien.

Gunter Sachs

Der Playboy Gunter Sachs (1932-2011) nahm sich im Alter von 78 Jahren das Leben, aus Angst vor der "ausweglosen Krankheit" Alzheimer, wie er in seinem Abschiedsbrief schrieb. Für ihn wäre "der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben" ein unwürdiger Zustand gewesen.

Rudi Assauer

Der langjährige Manager des Bundesliga-Kultklubs FC Schalke 04, Rudi Assauer, machte seine Alzheimer-Erkrankung im Jahr 2012 öffentlich. In seiner Biografie "Wie ausgewechselt" sprach er offen über sein Leben mit der Krankheit.

Peter Falk

Der Schauspieler Peter Falk (1927-2011), bekannt als "Columbo", musste seine Erfolgsserie aufgrund seiner Alzheimer-Erkrankung aufgeben. Seine Serie wurde 2003 eingestellt, und vier Jahre später wurde die Erkrankung öffentlich bekannt.

Harald Juhnke

Der Entertainer Harald Juhnke (1929-2005) litt zwar nicht an Alzheimer, verbrachte aber seinen Lebensabend wegen einer Demenzerkrankung in einem Berliner Pflegeheim. Bei ihm wurde das Korsakow-Syndrom diagnostiziert, das ähnliche Symptome wie Alzheimer zeigt und häufig bei Alkoholikern auftritt.

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Helmut Schön

Helmut Schön (1915-1996), der erfolgreichste Bundestrainer der deutschen DFB-Elf, erkrankte in den 1990er Jahren an Alzheimer und verbrachte seine letzten Lebensjahre in einem Pflegeheim.

Karlheinz Böhm

Der Schauspieler Karlheinz Böhm (1928-2014), bekannt aus den "Sissi"-Filmen, engagierte sich nach seiner Filmkarriere in der Entwicklungshilfe. Im Jahr 2014 wurde bekannt, dass auch er an Alzheimer erkrankt war.

Weitere bemerkenswerte Fälle

  • Bruce Willis: Im Jahr 2022 wurde bekannt, dass der Schauspieler Bruce Willis an Aphasie leidet. Später bestätigte seine Familie, dass er eine frontotemporale Demenz (FTD) entwickelt hat.
  • Joe E. Tata: Der Schauspieler Joe E. Tata, bekannt aus der Serie "Beverly Hills, 90210", verstarb im August 2022 nach einem langen Kampf mit Alzheimer.
  • Gerd Müller: Der legendäre Torjäger Gerd Müller verstarb im August 2021. Bereits in den letzten Lebensjahren lebte er in einer Pflegeeinrichtung für Alzheimer-Patienten.
  • Tony Bennett: Im Februar 2021 machte die Familie des Sängers Tony Bennett öffentlich, dass bei ihm Alzheimer diagnostiziert worden war.
  • Charlton Heston: Der Schauspieler Charlton Heston gab 2003 bekannt, dass er an Alzheimer erkrankt sei, und zog sich daraufhin vollständig aus dem Filmgeschäft zurück.
  • Rosa Parks: Bei Rosa Parks, der Ikone der Bürgerrechtsbewegung, wurde 2004 Alzheimer diagnostiziert.

Herausforderungen für Betroffene und Angehörige

Demenz ist eine Erkrankung, die nie nur die Betroffenen selbst betrifft. Familienmitglieder und enge Bezugspersonen übernehmen meist die Pflege - emotional, organisatorisch und oft auch finanziell. Besonders schwierig ist für Angehörige der "lange Abschied". Während der Körper des Patienten oft noch über Jahre funktioniert, verändert sich die Persönlichkeit schrittweise. Erinnerungen, gemeinsame Erlebnisse und vertraute Kommunikationsformen gehen verloren.

Hinzu kommt eine enorme organisatorische Herausforderung. Termine bei Fachärzten, das Management von Medikamenten, Anträge bei Pflegekassen oder die Organisation von Unterstützung durch Pflegedienste verlangen viel Zeit und Energie. Viele Angehörige geraten dadurch an ihre körperlichen und psychischen Grenzen.

Prävention und Lebensstil

Obwohl Alzheimer derzeit nicht heilbar ist, gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Lebensstilfaktoren das Risiko einer Erkrankung beeinflussen können. Dazu gehören:

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  • Kognitive Aktivität und lebenslanges Lernen: Geistige Herausforderungen (Lesen, Puzzles, neue Sprachen, Instrumente) stimulieren das Gehirn und können neuronale Reserve fördern.
  • Bewegung und körperliche Aktivität: Regelmäßige körperliche Bewegung (z. B. Ausdauertraining, Spaziergänge) verbessert die Durchblutung und den Stoffwechsel im Gehirn.
  • Gesunde Ernährung: Eine pflanzenbetonte, antioxidanzienreiche Ernährung kann das Gehirn schützen.

Es ist wichtig zu betonen, dass Einzelmaßnahmen meist weniger wirksam sind als ein integrierter Lebensstil, der Bewegung, Ernährung, geistige Aktivität und soziale Teilhabe verbindet.

Forschung und Therapieansätze

Die Alzheimer-Forschung hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Es gibt eine Reihe von vielversprechenden Therapieansätzen, die darauf abzielen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder die Symptome zu lindern. Dazu gehören Medikamente, die die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn reduzieren, sowie nicht-medikamentöse Therapien, die die kognitiven Fähigkeiten und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern sollen.

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