Das neurologische Team in Innsbruck zeichnet sich durch sein Engagement in der Patientenversorgung, Forschung und Ausbildung aus. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung und Etablierung innovativer Behandlungsmethoden und die Förderung des Nachwuchses leistet das Team einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von PatientInnen mit neurologischen Erkrankungen.
Umfassende Patientenversorgung und Spezialisierung
Die Universitätsklinik für Neurologie in Innsbruck bietet eine hochspezialisierte pflegerische und medizinische Versorgung für PatientInnen mit akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen. Die Klinik ist auf die Akutversorgung und Frührehabilitation spezialisiert und legt Wert auf eine professionelle und an die Bedürfnisse der PatientInnen ausgerichtete Pflege und Betreuung.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Klinik ist die Behandlung von Schlaganfällen. Dank der Etablierung und stetigen Weiterentwicklung des internationalen Vorzeigemodells „Tiroler Schlaganfallpfad“ konnte die Versorgung von PatientInnen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert werden. Die Radiologie spielt dabei eine zentrale Rolle, von der Diagnostik mit Computertomographie und Angiographie bis zur Akutbehandlung mittels Thrombektomie.
Die TENSION-Studie, an der die Innsbrucker Universitätskliniken maßgeblich beteiligt waren, untersuchte die Effektivität der Thrombektomie bei Schlaganfall-PatientInnen, deren Gehirn bereits schwer geschädigt war. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass auch in diesen Fällen durch die Thrombektomie noch Gewebe gerettet und vielen PatientInnen ein eigenständiges Leben ermöglicht werden kann.
Neben der Schlaganfallversorgung kommt an den Innsbrucker Universitätskliniken eine große Bandbreite weiterer interventioneller radiologischer Verfahren zum Einsatz.
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Fortschritte in der MS-Forschung
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt des Innsbrucker Neurologie-Teams liegt im Bereich der Multiplen Sklerose (MS). Die MS ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann. Für die Wahl der individuell passenden Therapie ist vor allem die treffsichere Vorhersage des weiteren Krankheitsverlaufs essentiell.
In einer Beobachtungsstudie konnte das Team um Harald Hegen von der Innsbrucker Univ.-Klinik für Neurologie ein im Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) nachweisbares Protein, die sog. κ-freien Leichtketten (κ-FLC), als unabhängigen Biomarker für die frühe Prognose der MS identifizieren. PatientInnen mit einem hohen κ-FLC Index hatten ein vierfach erhöhtes Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf. Der κ-FLC Index erlaubt somit eine weitere Stratifizierung und kann bei der Therapieentscheidung helfen.
Ausbildung und Nachwuchsförderung
Das Innsbrucker Neurologie-Team engagiert sich auch in der Ausbildung von Studierenden und jungen ÄrztInnen. Im Rahmen des KPJ (Klinisch-Praktisches Jahr) erhalten Studierende einen Einblick in den klinischen Alltag und können ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in der Neurologie vertiefen.
Ein KPJ-Absolvent berichtet von seinen Erfahrungen auf der Neuro III in Innsbruck:
"Ein Monat auf der Neuro III in Innsbruck war für mich ein super Einstieg ins KPJ. Bis 12:00 Uhr - Visite, zuerst im Ärztezimmer mit der Stationsleitung der Pflege, dann Runde durch die Zimmer. Bis 16:00 Uhr - je nachdem was ansteht.. Aufnahmen, Venflon legen, Aufklärungen machen, Schellong-Tests, Assistieren/Zuschauen bei Lumbalpunktionen etc. Insgesamt waren die Aufgaben etwas repetitiv, aber nach einem Monat sitzt der Neurostatus sehr gut. Je nachdem wie sehr man sich einbringt und Interesse zeigt, sind die AssistentInnen sehr motiviert zu lehren. Zweimal wöchentlich sind klinikübergreifende Fortbildungen für alle KPJler, Basis- und TurnusärztInnen. Wichtigster Tipp: Mit der Pflege gutes Verhältnis aufbauen! Das Team ist mega lieb und lässt einen vieles machen, wenn man vorher freundlich fragt (Blut abnehmen, Leitungen legen, …). Insgesamt sehr lehrreiche Zeit. Vor allem in den letzten zwei Wochen hatte ich Glück, denn da kamen eine Vielzahl von Krankheitsbildern zum Teil auch neu diagnostiziert (GBS, Myasthenia gravis, MS, Parkinson, …)."
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Das Team legt großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit der Pflege und ermöglicht den Studierenden und jungen ÄrztInnen, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich in verschiedenen Bereichen der Neurologie zu engagieren.
Innovative Architektur für die neurologische Rehabilitation
Die Tirol Kliniken haben beim Zubau der Neurologie im Landeskrankenhaus Hochzirl - Natters den Einfluss der Architektur auf die Genesung neurologisch schwer beeinträchtigter Patienten berücksichtigt. In der Station mit acht Betten werden sogenannte Phase-B-Patienten behandelt, die sich zur Behandlung in der Postakut-Phase mit Fokus auf Frühmobilisation befinden.
Die Betten sind so angeordnet, dass die Patienten sowohl Ausblick auf die umliegenden Wälder haben als auch auf den Stationsstützpunkt und damit die Arbeit des Behandlungsteams. So können vor allem „Verlassensängste“ sehr gut aufgefangen werden.
Wichtiger Bestandteil der Innenraumgestaltung ist der Boden. Der mit dem österreichischen Umweltzeichen (UZ 42) zertifizierte Kautschukbelag noraplan sentica fügt sich mit seinem harmonischen Design perfekt in das Farb- und Gestaltungskonzept ein. Neben den Bettenzimmern verfügt die Station über Therapieflächen, hochmoderne Überwachungseinheiten sowie modernste Hygiene- und Sanitäreinrichtungen. Die Bettenzimmer können im Bedarfsfall auch als Intensivbett-Einheiten genutzt werden, deshalb wurde hier der designgleiche Kautschukboden in einer elektrostatisch ableitfähigen Variante verlegt.
Der Zubau in Hochzirl wurde mit dem klimaaktiv Gold Standard - der höchsten Qualitätsstufe des Gebäudestandards - ausgezeichnet. Neben der Energieeffizienz des Gebäudes wird insbesondere die Nachhaltigkeit der verbauten Materialien überprüft. Es ist außerdem das erste Bauprojekt der Tirol Kliniken, das mittels Building Information Modeling (BIM) erstellt wurde.
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Das Team
Das Innsbrucker Neurologie-Team besteht aus erfahrenen ÄrztInnen, Pflegekräften und anderen Fachkräften, die sich der bestmöglichen Versorgung ihrer PatientInnen verschrieben haben. Zu den Mitgliedern des Teams gehören unter anderem:
- Elke Gizewski: Direktorin des Departments für Radiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck und interimistische Leiterin der Univ.-Klinik für Radiologie.
- Stefan Kiechl: Direktor der Innsbrucker Univ.-Klinik für Neurologie.
- Michael Knoflach: Ärztlicher Leiter der Innsbrucker Schlaganfall-Einheit.
- Harald Hegen: Neuroimmunologe an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Neurologie.
- Janka Jordt: Fachärztin für Neurologie.
- Niclas Wedemeyer: Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie.
Das Team arbeitet eng zusammen, um eine umfassende und individuelle Betreuung der PatientInnen zu gewährleisten.
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