LNB Schmerztherapie bei Migräne: Erfahrungen, Wirksamkeit und alternative Ansätze

Kopfschmerzen und insbesondere Migräne sind weit verbreitete Leiden, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. Die Suche nach wirksamen Therapien gestaltet sich oft schwierig und langwierig. In diesem Artikel werden die LNB Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht, ihre Anwendung bei Migräne, sowie andere alternative und schulmedizinische Behandlungsansätze beleuchtet.

Die LNB Schmerztherapie nach Liebscher und Bracht

Die LNB Schmerztherapie wurde von Dr. Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht über einen Zeitraum von rund 20 Jahren entwickelt. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass viele Schmerzen im Bewegungssystem durch muskulär-fasziale Ungleichgewichte entstehen, die vom Gehirn als Warnschmerz signalisiert werden, um den Körper vor Schädigungen zu schützen.

Das Konzept der Warnschmerzen

Liebscher und Bracht fanden heraus, dass das Gehirn bereits bei falschen Gelenkbelastungen einen Warnschmerz sendet - noch bevor überhaupt Schäden an Gelenken und Wirbeln entstehen. So ist es die Aufgabe einer wirksamen Behandlung nach Liebescher und Bracht, diesen Schmerz „abzuschalten“ noch bevor er entsteht.

Die LNB Schmerzpunktakupressur

Die sogenannte „LnB Schmerzpunktakupressur“ kann nahezu unabhängig vom Alter und der aktuellen Beweglichkeit eingesetzt werden. Dabei kann mit dieser Methode in rund 95 Prozent der Fälle geholfen werden. „Selbst Menschen, die nicht mehr an Linderung glaubten, können heute ein schmerzfreies Leben führen“, freut sich Heide Brose.

Heilpraktikerin Heide Brose bietet die Schmerzpunktpressur nach Liebscher und Bracht an. „Das kann ganz unblutig ohne Medikamente und Skalpell funktionieren, denn die Wirkungsweise dieser Schmerzakupressur entsteht durch eine sogenannte ‚Umprogrammierung‘ der Muskulatur-Fehlstellung. Dabei behandle ich bestimmte Zonen an den Muskelansätzen und führe so eine Entspannung in der Schmerzregion herbei“, erläutert Heilpraktikerin Heide Brose ihre Vorgehensweise. Die Folge: die Fehlbelastung wird reduziert und der Schmerz nimmt ab. „Der Patient merkt schnell, ob die Therapie bei ihm anschlägt und das ist in den meisten Fällen so“, berichtet sie von ihren langjährigen Praxis-Erfahrungen.

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Die Wirkungsweise der Schmerzpunktpressur beruht auf der Aktivierung von Schmerzpunkten, die sich in den Golgi-Sehnenapparaten an den Übergängen von Muskeln zu Sehnen befinden. Durch manuellen Druck auf diese Punkte wird ein Signal an das zentrale Nervensystem gesendet, das eine Entspannung der Muskulatur bewirkt und somit den Warnschmerz reduziert.

Die vier Bausteine der LNB Schmerztherapie

Das Behandlungskonzept der Schmerztherapie besteht aus 4 Bausteinen:

  1. Analyse der Ursachen, die das muskeldynamische Gleichgewicht gestört haben.
  2. Schmerzpunktpressur zur Schmerzreduzierung als Akutmaßnahme.
  3. Auswahl und Anleitung zu Engpassdehnungen für den Patienten.
  4. Bei Bedarf Wiederholung der Schmerzpunktpressur und Anpassung der Engpassdehnungen.

Engpassdehnungen als wichtiger Bestandteil

Um eine langfristige Heilung zu erzielen, müssen die Patienten aber weiterhin regelmäßig spezielle Dehnübungen machen. Falls es notwendig ist, Wiederholung der Schmerzpunktpressur und Gabe von weiteren Engpassdehnungen für zu Hause. In einfachen Fällen reicht eine einmalige Behandlung, im Durchschnitt werden 2-4 Behandlungen nötig sein. Je länger der Schmerz und die muskulären Fehlstellungen vorhanden waren, desto mühsamer ist es, sie langfristig loszuwerden.

Die Engpassdehnungen sind ein wesentlicher Bestandteil der LNB Schmerztherapie. Da viele Muskeln über zwei oder mehr Gelenke ziehen und deshalb auch mehrere Bewegungsfunktionen haben, werden sie meist nie ausreichend gedehnt, da man immer in einem anderen Gelenk ausweichen kann. In unserem heutigen bewegungsarmen Alltag werden die Bewegungsmöglichkeiten vom Gelenk oft nur zu ungefähr 15% genutzt. Auch die Muskeln und die Bindegewebefasern werden vom Körper ständig ab- und aufgebaut, der Körper passt sich also ständig seiner Funktion an. Die BGW Fasern werden dann nur zu der Länge angelegt, wie sie bei unserem heutigen bewegungsarmen Alltag genutzt werden. Wir könnten z.B. alle noch den Spagat, oder den Fuß zum Mund bringen, was von der Gelenkbeweglichkeit möglich wäre, aber durch die verkürzte Muskulatur verhindert wird.

Anwendungsbereiche der LNB Schmerztherapie

Die LNB Schmerztherapie kann bei einer Vielzahl von Schmerzzuständen eingesetzt werden, insbesondere bei Schmerzen im Bewegungssystem. Dazu gehören unter anderem:

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  • Rückenschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Gelenkschmerzen (Hüfte, Knie, Schulter, etc.)
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Tennisarm
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Fibromyalgie

Es ist wichtig zu beachten, dass die LNB Schmerztherapie nicht bei Tumorschmerzen oder Schmerzen, die durch Verletzungen verursacht werden, wie zum Beispiel Schnittwunden, wirkt.

Erfahrungen mit der LNB Schmerztherapie bei Migräne

Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit der LNB Schmerztherapie bei Migräne. So schreibt eine Betroffene in einem Forum: "Nun habe ich in meiner Verzweiflung und bei aktuell 10 - 14 Migränetagen im Monat eine Behandlung nach Liebscher und Bracht angefangen. Ich war bisher 5 mal bei der Therapeutin, bis jetzt ist keinerlei Besserung spürbar, obwohl ich auch jeden Tag meine Dehnungsübungen mache."

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit der LNB Schmerztherapie bei Migräne nicht durch groß angelegte Studien belegt ist. Die Erfahrungen der Patienten können unterschiedlich sein und hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Ursache der Migräne, der individuellen Reaktion auf die Therapie und der konsequenten Durchführung der Engpassdehnungen.

Ursachen von Kopfschmerzen und Migräne

Die Ursachen von Kopfschmerzen und Migräne sind äußerst vielfältig. Sehr oft sind auch psychologische Faktoren zu berücksichtigen. Stress, Flüssigkeitsmangel, zu wenig Schlaf oder nicht ausreichende Bewegung oder Konsum von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen können Ursache von primären Kopfschmerzen sein. Eine gesunde Lebensweise führt also zu einer geringeren Anfälligkeit für primäre Kopfschmerzen. Treten unangenehm ziehende, pochende und dumpf drückende Kopfschmerzen hauptsächlich am Hinterkopf auf, sind diese selten ein Zeichen einer ernsten Erkrankung.

In etwa 10% der Fälle haben Kopfschmerzen eine körperliche Ursache. Bei schlechten Zähnen, vereiterten Nasennebenhöhlen oder einer Mittelohrentzündung erstrecken sich die Schmerzen bis in den Kopf. Auch Herz-, Schilddrüsen-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie Bluthochdruck werden oft von Kopfweh begleitet. Weitere Ursachen sind z. B. abgenutzte Halswirbel, eine Gehirnerschütterung oder einer Hirnhautentzündung. Hirntumore rufen erst dann Schmerzen im Kopf hervor, wenn sie direkt oder indirekt auf die Hirnhäute drücken.

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Migräne und Schlafstörungen

Viele kennen das: Wenn es im Kopf hämmert oder sticht, sehnt man sich nach erholsamem Schlaf. Doch gerade damit klappt es oft nicht. Wie eine aktuelle Untersuchung zeigt, treten bei Patienten mit Spannungskopfschmerzen besonders oft Schlafstörungen auf. Demnach sind 75 Prozent davon betroffen, bei Migräne sind es 50 Prozent, während nur 37 Prozent derjenigen,die nicht an Kopfschmerzen litten,schlecht schlummerten. Hinzu kommt: Leidet der Schlaf, ist das Kopfweh stärker. Fragt man Personen mit Spannungskopfschmerzen, worauf sie ihre Beschwerden zurückführen, so werden schlechte, zu kurze oder zu lange Nachtruhe als häufige Trigger genannt. Schichtarbeit oder zu früher Schulbeginn sind typisch dafür.

Ähnlich ist es in Bezug auf Migräne: Es gibt Hinweise darauf, dass schlechter Schlaf eine Attacke auslösen kann. Auch dabei spielen bestimmte Schlafzeiten eine Rolle. Prof. Dagny Holle-Lee, Neurologin und Leiter des Westdeutschen Kopfschmerzzentrums am Universitätsklinikum Essen, erklärt: „Frühes Zubettgehen und langes Schlafen sind nicht grundsätzlich schlecht oder fördern Migräne, es geht vielmehr um die Änderung des Schlafrhythmus, die problematisch ist.“ Beispielsweise schläft man unter der Woche nur kurz und spät, weil man zumeist arbeiten muss, und am Wochenende schläft man dann zum Ausgleich aus.„Deswegen kennen wir so etwas wie die Wochenendmigräne oder die Migräne, die am ersten Urlaubstag auftritt. Das ist dann aber eher so zu deuten, dass der Stress vorher zu groß war und damit auch der Stressabfall.“Wichtig ist daher, grundsätzlich einen Rhythmus zu finden, den man regelmäßig beibehalten kann.

Ernährung und Kopfschmerzen

In seltenen Fällen können Kopfschmerzen ernährungsbedingt sein. Bei einer Glutamatunverträglichkeit leiden Betroffene unter Kopfschmerzen nach dem Verzehr des Geschmacksverstärkers Glutamat. Die Beschwerden beginnen 10 bis 30 Minuten nach dem Essen und äußern sich durch Schläfendruck, Engegefühl im Brustkorb und Stresssymptome (Magenschmerzen, Bluthochdruck, Herzklopfen). Die Kopfschmerzen können mehrere Stunden anhalten. Glutamat ist in Fertigprodukten, Chips oder Sojasaucen enthalten. In der Zutatenliste ist Glutamat als Mononatriumglutamat oder E621 beschrieben.

Kopfschmerzen können auch durch eine aspartamreiche Ernährung ausgelöst werden. Der künstliche Süßstoff Aspartam steckt vor allem in Light- und Diätprodukten, Softdrinks und Kaugummis.Histamin ist in Hartkäse, Wein, Gepökeltem, Nüssen sowie Thunfisch enthalten und kann ebenfalls derartige Schmerzen auslösen. Zusätzlich kommt es oft zu Hautrötungen, Ausschlag, Müdigkeit, Schwindel, Kreislauf- oder Verdauungsproblemen.

Was kann man bei Kopfschmerzen essen?

Kaffee regt die Durchblutung an. Datteln, Rosinen und getrocknete Aprikosen haben einen hohen Anteil an natürlicher Salicylsäure, dem Inhaltsstoff von Aspirin & Co. Sie wirken schmerzlindernd. Natur-Joghurt und Kefir ohne Zusatzstoffe verbessern die Aufnahme von Magnesium. Vollkorn in Form von Weizen, Gerste, Hirse, Roggen, Hafer oder Reis sind Energiequellen für das Gehirn. Kartoffeln sorgen für einen ausgeglichenen Energiehaushalt und beugen einem Blutzuckerabfall vor.Oregano enthält das schmerzlindernde ätherische Öl Carvacrol. Viel Wasser trinken hilft besonders gut bei einem Kater, denn Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe. Beides ist im Mineralwasser enthalten.

Alternative und schulmedizinische Behandlungsmethoden bei Kopfschmerzen und Migräne

Neben der LNB Schmerztherapie gibt es eine Vielzahl von alternativen und schulmedizinischen Behandlungsmethoden bei Kopfschmerzen und Migräne.

Akupunktur

Nach Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) fließt die menschliche Lebensenergie durch sogenannte Meridiane (Leitbahnen) im Körper. Gerät dieser Fluss ins Stocken, treten entsprechende Symptome wie z. B. Schmerzen im Kopf auf. Die Stimulation bestimmter Meridiane soll die Blockade lösen und Beschwerden lindern.Zur Vorbeugung von Migräne und Kopfschmerzen kann Akupunktur die schulmedizinische Behandlung sinnvoll ergänzen. Sie ist in der Wirkung vergleichbar mit entsprechenden vorbeugenden Medikamenten.

Homöopathie

Bei Kopfschmerzen und Migräne können homöopathische Mittel helfen. Dabei kann man sich an den Symptomen orientieren. Die Zahl der empfohlenen Mittel ist groß. Bei Entstehung durch geistige Anstrengung eignet sich Acidum phosphoricum in der Potenz D6, alle vier bis sechs Stunden. Bei heftigen, plötzlich auftretenden Kopfschmerzen, die klopfend und vor allem rechts über dem Auge lokalisiert sind, wird alle 30 Minuten bis vier Stunden Belladonna D12 empfohlen.

Schmerzen, die von der Stirn zum Nacken ziehen, an den Schläfen und hinter den Augen, wenn Patienten reizbar sind und ihre Ruhe haben wollen, weil kleinste Bewegungen die Schmerzen verschlimmern, hilft Bryonia D12 - jede Stunde bis alle vier Stunden. Bei Schmerzen durch Wetterwechsel, die sich bei Bewegung und Bücken verschlechtern, ist Calcium phosphoricum D6, dreimal täglich, geeignet.

Die Liste geeigneter Globuli ist lang. Sprechen Sie am besten mit einem erfahrenen Homöopathen, um das für Sie geeignete Mittel zu finden.

Medikamente

Bei der Behandlung von Spannungskopfschmerzen und leichter Migräne mit Schmerzmitteln gibt es unter anderem:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Ibuprofen
  • Paracetamol

Allerdings sollten solche Medikamente mit Bedacht genommen werden. Für schwere Migräne-Attacken gibt es Triptanen und bei Cluster-Kopfschmerzen verschiedene Möglichkeiten wie Triptane, Sauerstoffinhalation oder eine örtliche Betäubung in das Nasenloch der schmerzenden Seite. Medikamenteninduzierter Schmerz lässt sich in der Regel nur über den Entzug der entsprechenden Substanz stoppen.

Konservative Therapien

Orthopädische Spannungskopfschmerzen werden mittels konservativer Therapie behandelt.Dabei werden folgende Methoden angewendet:

  • Wärme- oder Kälteanwendungen
  • Training der Halswirbelsäulen- und Schultermuskulatur
  • Stretching und Massagen
  • Stressbewältigung und Entspannungstherapien
  • Spineliner Therapie

Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit des Bewegungsapparates zu verbessern, Verspannungen zu lösen und Fehlstellungen, insbesondere der Halswirbelsäule, auszubalancieren.

Operative Therapien

In sehr seltenen Fällen wird bei Migräne-Patienten ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen. Bei dem Verfahren wird ein Stirnmuskel durchtrennt. Zwischen den Augenbrauen, an der Nasenwurzel, liegt der Muskel „Corrugator“. Zieht man diesen zusammen, entstehen die typischen Zornesfalten auf der Stirn. Bei manchen Menschen quetscht dieser Muskel die kleinen Äste des Gesichtsnervs, des Trigeminusnervs, zusammen. Die starke Stimulierung des Nervengeflechts kann theoretisch eine Migräneattacke auslösen. Bei einigen Menschen, die sich den Muskel durchtrennen ließen, minderten sich danach auch die Migränebeschwerden.

Vor der Operation testet der Arzt den möglichen Erfolg. Zu diesem Zweck lähmt er den Zornesmuskel vorübergehend mit dem Nervengift Botulinumtoxin. Sollte die Anzahl der Migräneanfälle in den folgenden Wochen um mehr als die Hälfte sinken, wird der Patient zur Operation zugelassen.

Wann sollte man bei Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen?

Die meisten Kopfschmerzen können selbst behandelt werden. Wenn sie jedoch öfter auftreten und schlimmer werden, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bei weniger komplizierten Erkrankungen kann der Hausarzt meistens weiterhelfen. Ein Spezialist für Kopfschmerzen ist der Neurologe. Menschen mit chronischen Kopfschmerzen sollten spezielle (Kopf-)Schmerztherapeutische Einrichtungen aufsuchen. Dort werden Behandlungen interdisziplinär, unter Beteiligung von Neurologen, Psychologen und anderen Therapeuten, durchgeführt.

Diagnose bei Kopfschmerzen

Der Arzt befragt Betroffene zu Häufigkeit, Art und Dauer der Schmerzen sowie dem betroffenen Kopfbereich und Begleiterscheinungen wie Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel. Danach geht er verschiedene Ursachen wie Verletzungen, Medikamente oder aktuelle Lebensumstände durch, um die Ursache weiter einzugrenzen.

Der behandelnde Arzt überprüft die Gesichts- und Halsmuskulatur, denn Kopfschmerzen sind nicht selten Folge von Verspannungen. Um Defekte der Nerven ausschließen zu können, untersucht er Augenbewegungen, das Gefühl im Gesicht sowie Hör- und Sehvermögen. Es folgen evtl. Tests des Gleichgewichtssystems, der Bewegungskoordination und der Arm- und Beinkraft. In entspannter Rückenlage können zudem die Reflexe von Armen und Beinen geprüft werden.

Apparative Untersuchungen wie Computer- (CT) oder Magnetresonanz- bzw. Kernspintomografie (MRT) des Kopfes werden nur in seltenen Fällen vorgenommen, bspw. wenn Verdacht auf eine behandlungsbedürftige Grunderkrankung besteht und der Kopfschmerz nur Begleiterscheinung sein könnte. Mit den apparativen Untersuchungen lassen sich Veränderungen im Gehirn feststellen. Um auszuschließen, dass das Nervensystem entzündet ist, kann eine Untersuchung des Nervenwassers (Lumbalpunktion) erfolgen. Abnutzungserscheinungen der Halswirbelsäule, z. B. bei einer Arthrose, werden mittels Röntgen sichtbar. Ob die Blutgefäße im Kopf verengt oder auffällig sind, erkennt der Arzt anhand einer Doppler-Sonografie oder einer speziellen Röntgenaufnahme (Angiografie).

Bei Patienten mit anhaltenden und wiederkehrenden Beschwerden empfiehlt es sich, ein Schmerztagebuch zu führen. Dieses Protokol…

Die Bedeutung der Schmerzforschung und -therapie

Die Lebenserwartung der Weltbevölkerung allgemein, speziell in der Westlichen Welt, wuchs nach multinationalen Erhebungen seit den 1950-er Jahren zunächst stetig, sodaß sich utopische Vorstellungen über die Zukunft der Gesundheitslage entwickelten. Auf diese Problematik wurde in den 1970-er Jahren mit Gründung von Schmerzgesellschaften und in Stuttgart mit der Meissner Schmerzhilfe geantwortet. 1996 beschloss der Bundesärztetag die Einführung der Zusatzbezeichnung ,,Spezielle Schmerztherapie“, nicht jedoch einer Facharztdisziplin Schmerzmedizin, wie z.B.in Irland. Weltweit gewann das Schmerzproblems aber an Aufmerksamkeit. Nachgewiesen wurde, daß lumbale Rückenschmerzen die häufigste und Kopfschmerzen zweithäufigste Ursache von Beeinträchtigungen in Alltag und Beruf, von Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung sind. Allzu einfache, von monetären Motiven mitbestimmte Herangehensweisen der Art: bei starkem Schmerz jeweils Opioidanalgetika trugen in den USA zu hunderttausenden Todesfällen bei, sodaß dort 2016 erstmals die durchschnittliche Lebenserwartung zurückging. Hinzu kam dann die Covid-19-Pandemie, welche in den Jahren 2020 bis 2022 in den allermeisten Ländern Übersterblichkeit verursachte, zahlreiche Krankheitsäußerungen, über 200 Symptome in über 10 Organsystemen, speziell auch vielfältige Schmerzzustände. Erfreulich war bei uns die in bemerkenswertem politischen Konsens beschlossene Einführung der ambulanten Palliativdienste und der Hospize. Allerdings weist die geforderte systematische Versorgung von Schmerzpatienten noch vielerorts Defizite quantitativer und qualitativer Art auf.

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