Die lymphozytäre Choriomeningitis (LCM) ist eine Infektionskrankheit, die durch das lymphozytäre Choriomeningitis-Virus (LCMV), ein Arenavirus, verursacht wird. Sie gehört zu den viralen Zoonosen (Tierseuchen) und äußert sich durch eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) und des Gehirns (Enzephalitis).
Was ist lymphozytäre Choriomeningitis?
Die lymphozytäre Choriomeningitis ist eine Viruserkrankung, die durch das LCM-Virus ausgelöst wird. Dieses Virus gehört zur Familie der Arenaviren. Das Virus wird hauptsächlich durch Kontakt mit infizierten Nagern, insbesondere Mäusen, übertragen. Auch Haustiere wie Hamster und Meerschweinchen können das Virus tragen.
Erreger und Übertragung
Das LCM-Virus ist der Erreger der lymphozytären Choriomeningitis. Hauptsächlich wild lebende Mäuse dienen als Erregerreservoir, aber auch Haustiere wie Hamster und Meerschweinchen können das Virus tragen. Das Vorkommen ist weltweit verbreitet, vor allem in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien.
Die Übertragung auf den Menschen erfolgt hauptsächlich durch Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist sehr selten; eine Übertragung durch Organtransplantation oder intrauterin ist jedoch möglich.
Symptome der lymphozytären Meningitis
Die Symptome der lymphozytären Choriomeningitis können vielfältig sein und variieren je nach Schweregrad der Infektion.
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Akute Symptome
Akut beginnen die Symptome meist mit:
- Fieber
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
- Allgemeinem Unwohlsein
Grippesymptome wie Fieber, Schnupfen, Hals- und Rachenschmerzen können die ersten Anzeichen einer Meningitis sein. Folgen diesen weitere Symptome wie Sprachstörungen, Durchfall oder Lähmungen, sollte man schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.
Weitere mögliche Symptome sind:
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit (Erschöpfung/allgemeines Krankheitsgefühl)
- Myalgie (Muskelschmerzen)
- Nausea (Übelkeit), Emesis (Erbrechen)
- Gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden) - unspezifisch
- Leicht erhöhte Leberwerte (ALT, AST)
- Leukopenie oder Lymphozytose im Blutbild (erniedrigte weiße Blutkörperchen oder vermehrte Lymphozyten)
- Meningismus (Nackensteifigkeit)
- Photophobie (Lichtscheu)
Schwere Verlaufsformen
In schweren Fällen kann es zu einer Beteiligung des zentralen Nervensystems kommen, mit:
- Meningitis (Hirnhautentzündung)
- Enzephalitis (Gehirnentzündung)
- Meningoenzephalitis (gleichzeitige Entzündung von Hirnhäuten und Gehirn)
Chronische Symptome
Chronische Verläufe sind selten, aber bei immungeschwächten Personen möglich.
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Diagnose der lymphozytären Meningitis
Die Diagnose der lymphozytären Choriomeningitis basiert auf den klinischen Symptomen und dem Nachweis von LCMV-spezifischen Antikörpern im Blut oder Liquor.
Liquoruntersuchung
Eine Liquoruntersuchung kann durchgeführt werden, um eine Entzündung der Hirnhäute festzustellen und andere Ursachen für die Symptome auszuschließen. Typischerweise zeigt der Liquorbefund eine lymphozytäre Pleozytose (erhöhte Anzahl von Lymphozyten) mit 20-1500 Zellen/µl. Der Liquor ist klar, höchstens leicht trüb, nie eitrig. Gegebenenfalls kann eine leichte Eiweßerhöhung vorliegen (meist <150mg/dl, selten bis 500mg/dl). Die Glukose ist meist >50 der Serumglukose. Niedrigere Glukosewerte können bei Infektionen durch HSV, LCMV, Enteroviren und Mumps auftreten.
Virus-PCR
Bei entsprechendem klinischen Verdacht kann eine Virus-PCR (u.a. HSV) durchgeführt werden.
Bildgebung
Cerebrale Computertomographie: Bei blandem Verlauf nur zum Ausschluss einer anderen Ursache (kein spezifischer Befund)
Differentialdiagnose
Allgemein gilt, dass bei Krankheitssymptomen nach Zeckenstich differenzialdiagnostisch auch an andere zeckenübertragene Erreger zu denken ist.
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Behandlung der lymphozytären Meningitis
Es gibt keine spezifische antivirale Therapie für die lymphozytäre Choriomeningitis. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern.
Symptomatische Behandlung
Die symptomatische Behandlung umfasst:
- Schmerzlinderung mit Analgetika
- Fiebersenkende Maßnahmen
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Bettruhe
Behandlung schwerer Verläufe
Bei schweren Verlaufsformen mit Beteiligung des zentralen Nervensystems kann eine stationäre Aufnahme und intensivmedizinische Betreuung erforderlich sein.
Prävention der lymphozytären Meningitis
Da es keine Schutzimpfung gegen die lymphozytäre Choriomeningitis gibt, besteht die wichtigste Präventionsmaßnahme darin, den Kontakt mit infizierten Nagetieren zu vermeiden.
Vermeidung von Nagetierkontakt
- Lebensmittel und Abfälle in verschlossenen Behältern aufbewahren
- Nahrungsmittelreste beseitigen
- Haus und Garten nagetiersicher machen
- Bei der Reinigung von Bereichen, in denen sich Nagetiere aufgehalten haben könnten, Handschuhe tragen und eine Atemschutzmaske verwenden
Besondere Vorsicht für Schwangere
Schwangere sollten besonders vorsichtig sein, um eine Infektion mit dem LCMV zu vermeiden, da diese zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes führen kann.
- Kontakt mit Hamstern und anderen Nagetieren vermeiden
- Bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen
- Häufiges Händewaschen
Lymphozytäre Choriomeningitis und Lyme-Borreliose
Es ist wichtig zu beachten, dass die Lyme-Borreliose, eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion, ähnliche Symptome wie die lymphozytäre Choriomeningitis verursachen kann.
Lyme-Borreliose: Überblick
Die Lyme-Borreliose wird durch verschiedene Spezies von Bakterien des Genus Borrelia verursacht, die zum sogenannten Borrelia burgdorferi sensu lato (Bbsl) Komplex gehören. Die Übertragung erfolgt in Mitteleuropa durch den Stich der Schildzecke I. ricinus.
Symptome der Lyme-Borreliose
Die Symptome der Lyme-Borreliose können vielfältig sein und verschiedene Organsysteme betreffen:
- Haut (Erythema migrans, Borrelien-Lymphozytom, Acrodermatitis chronica athrophicans)
- Nervengewebe (frühe und späte Neuroborreliose)
- Gelenke (Lyme-Arthritis)
- Herz (Lyme-Karditis)
Diagnose und Behandlung der Lyme-Borreliose
Die Lyme-Borreliose ist primär eine klinische Verdachtsdiagnose, die durch die Ergebnisse der Labordiagnostik gestützt wird. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.
Enzephalitis: Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns, die in den meisten Fällen durch Viren verursacht wird.
Ursachen der Enzephalitis
Die häufigsten auslösenden Krankheitserreger sind Viren, insbesondere Herpesviren (HSV), Varicella-Zoster-Viren (VZV) oder Zytomegalieviren (ZV). Eine Enzephalitis kann aber auch bakteriell, mykotisch oder parasitär verursacht werden oder im Rahmen von Autoimmunerkrankungen entstehen.
Symptome der Enzephalitis
Leitsymptome sind allgemeines Krankheitsgefühl mit Schwäche und Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen und Bewusstseinseinschränkungen. Häufig kommt es zu Krampfanfällen und diversen neurologischen Defiziten.
Behandlung der Enzephalitis
Eine Enzephalitis sollte grundsätzlich stationär behandelt und intensivmedizinisch betreut werden. Je nach Erreger werden beispielsweise Virustatika, Antibiotika oder Antihelminthika gegeben.
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