Magnesium bei Nervenentzündung: Ein umfassender Überblick

Magnesium ist ein essentieller Mineralstoff, der eine Schlüsselrolle in zahlreichen physiologischen Prozessen des menschlichen Körpers spielt. Da der Körper Magnesium nicht selbst produzieren kann, ist eine tägliche Zufuhr über die Nahrung notwendig. Ein Magnesiummangel ist weit verbreitet und kann sich durch Symptome wie Wadenkrämpfe und Müdigkeit äußern. Magnesium kann auch bei Rückenschmerzen helfen. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung von Magnesium bei Nervenentzündungen, seine Wirkungsweise, empfohlene Tagesdosen und wie man einen Mangel beheben kann.

Magnesium: Ein lebensnotwendiger Mineralstoff

Magnesium ist ein überlebenswichtiger Mineralstoff, der an vielen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt ist. Da es täglich von außen zugeführt werden muss, ist ein Mangel keine Seltenheit. Die optimale Tagesdosis an Magnesium für weibliche Teenager im Alter von 15 bis 18 Jahren beträgt zirka 350 Milligramm laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung e.V.

Magnesiummangel: Ursachen und Auswirkungen

Ein Magnesiummangel kann verschiedene Ursachen haben, darunter eine unzureichende Zufuhr über die Nahrung, erhöhter Bedarf (z.B. bei Sportlern, Schwangeren oder Stillenden) oder Erkrankungen, die die Aufnahme beeinträchtigen (z.B. entzündliche Darmerkrankungen). Auch übermäßiger Stress oder physische Anstrengung können zu einem erhöhten Magnesiumbedarf führen. Ein Mangel kann sich in vielfältigen Symptomen äußern, darunter:

  • Muskelkrämpfe (z.B. Wadenkrämpfe)
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Nervosität und Reizbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • Herzrhythmusstörungen

In schwereren Fällen kann ein Magnesiummangel zu Zittern, Koordinationsstörungen, Appetitlosigkeit, Persönlichkeitsveränderungen und Nystagmus führen. Es ist wichtig zu beachten, dass ein niedriger Magnesiumspiegel (Hypomagnesiämie) häufig mit Hypokalzämie und Hypokaliämie verbunden ist.

Magnesium und Entzündungen

Das Department of Epidemiology der School of Public Health an der Universität von Kalifornien (UCLA, Los Angeles) entdeckte bei einer Studie mit 3713 in der Menopause befindlichen Frauen, dass die Konzentration bekannter Entzündungsindikatoren im Körper - wie zum Beispiel CRP (C-reaktives Protein), TNF (Tumornekrosefaktor) und IL6 (Interleukin-6) - umso niedriger ist, je mehr Magnesium die Ernährung der jeweiligen Personen enthielt. Ablagerungen (Plaque), die sich an den Arterienwänden niederlassen und das Risiko für Herzerkrankungen und kardiovaskuläre Probleme erhöhen können, bilden sich aufgrund von arteriellen Entzündungen.

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Ein Magnesiummangel führt dazu, dass Vitamin D nicht richtig wirken kann - auch dann nicht, wenn man genügend Vitamin D einnimmt. Und ein Vitamin-D-Mangel (insbesondere in Kombination mit zu wenig Vitamin K) wiederum führt zu Störungen im Calciumstoffwechsel, so dass sich Kalk auch in Körperbereichen einlagern kann, wo man ihn nicht benötigt, z. B. Die Kalkeinlagerungen im Ansatzbereich der Schultersehnen beispielsweise bei der Kalkschulter schmerzhafte Entzündungen. Umgekehrt fördern Entzündungen (z. B. durch Überlastung) Kalkeinlagerungen, so dass Magnesium hier gleich mehrfach helfen kann.

Magnesium bei Nervenentzündungen

Nervenentzündungen können eine Vielzahl von Ursachen haben, darunter Verletzungen, Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Stoffwechselstörungen. Sie äußern sich häufig durch Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche in den betroffenen Bereichen. Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Funktion des Nervensystems und kann bei der Behandlung von Nervenentzündungen unterstützend wirken.

Wirkungsweise von Magnesium auf das Nervensystem

Magnesium beeinflusst die Nervenfunktion auf verschiedene Weisen:

  • Stabilisierung der Zellmembran: Magnesium stabilisiert die Zellmembranen der Nervenzellen und reguliert ihre Durchlässigkeit. Dadurch trägt es zum Elektrolytgleichgewicht bei und sorgt für eine normale Erregungsleitung.
  • Krampflösende Wirkung: Als Gegenspieler von Kalzium wirkt Magnesium krampflösend und entspannend auf die Muskulatur. Dies kann bei Nervenentzündungen helfen, die mit Muskelverspannungen einhergehen.
  • Entzündungshemmende Wirkung: Studien deuten darauf hin, dass Magnesium entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und die Konzentration von Entzündungsindikatoren im Körper senken kann.
  • Bessere Wirkung von Vitamin D: Magnesium ist notwendig, damit Vitamin D richtig wirken kann. Ein Vitamin-D-Mangel kann wiederum Entzündungen fördern und Nervenschmerzen verstärken.

Magnesium bei Rückenschmerzen

Besonders häufig liegt der Grund bei muskulären Verspannungen. Die Folge ist, dass auch im Ruhezustand die Muskulatur, meist im Bereich des Nackens, der Schultern und des Rückens, angespannt und dadurch die Durchblutung und Sauerstoffversorgung der entsprechenden Partien unzureichend ist. Die Muskeln verhärten sich und typischerweise folgt ein ziehender und dumpfer Schmerz. Dies kann teilweise akut oder langsam entstehen, aber auch eine chronische Form annehmen. Umso wichtiger ist es, einen solchen Zustand ernst zu nehmen und entsprechend zu behandeln. Eine Möglichkeit ist, den Körper bei Rückenschmerzen durch Verspannungen mit ausreichend Magnesium zu versorgen. Oft hilft bei Rückenschmerzen schon die vermehrte Zufuhr von Magnesium. Er stabilisiert die Zellmembran und reguliert so ihre Durchlässigkeit. Dadurch sorgt Magnesium für das Elektrolytgleichgewicht in der Muskulatur. So wirkt es zum Beispiel krampflösend und entspannend als Gegenspieler zum Kalzium, das wiederum für die Anspannung der Muskeln zuständig ist. Deshalb ist eine ausgeglichene Konzentration dieser beiden Stoffe für eine normale Funktion der Muskeln unerlässlich.

Magnesium bei Muskelkrämpfen

Muskelkrämpfe können vielfältige Ursachen haben. Beispielsweise steckt hinter Muskelkrämpfen bei sportlicher Betätigung oft ein Elektrolytmangel. Auch in fortgeschrittenem Alter kommt es immer wieder zu Muskelkrämpfen, typischerweise kommt es in der Nacht zu einer schmerzhaften Verkrampfung von Waden- und Fußmuskeln. Oft wird ein Mineralienmangel vermutet. Nicht immer hilft aber die Einnahme von Elektrolytgetränken beim Sport oder auch die regelmäßige Einnahme von Magnesium. Die Ursachen von Muskelkrämpfen wie gesagt vielfältig. Krämpfe gehen meist gar nicht vom Muskel selbst aus, sondern vielmehr von den Nerven, die den Muskel ansteuern. Es sind dies die gleichen Nerven, die auch die normalen Muskelbewegungen steuern. Auch dann werden Muskeln angespannt, der Impuls kommt von dem verantwortlichen Nerven. Wenn ein Nerv nun unkontrollierte ständige Signale an den Muskel sendet, sich zu kontrahieren, resultiert das in einem Muskelkrampf. Ein Muskelkrampf wird also hervorgerufen durch eine Überaktivität der verantwortlichen Nerven - dies wiederum ist Folge einer Nervenüberreizung (Hyperexzitabilität). Eine Überregbarkeit des Nerven kann durch Probleme an verschiedenen Stellen hervorgerufen werden: prinzipiell im Verlauf der gesamten Nervenbahnen vom Kopf durch das Rückenmark, an der Bandscheibe vorbei aus der Wirbelsäule austretendend, sowie im weiteren Verlauf von Armen und Beinen bis zu den entsprechenden Muskeln.

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Weitere Behandlungen bei Nervenschmerzen

Insbesondere folgende Therapien bringen bei Nervenschmerzen Linderung:

  • Medikamentöse Behandlung: Die Behandlung von Nervenschmerzen mit Medikamenten ist sehr anspruchsvoll, da klassische Schmerzmittel häufig wenig gegen die Nervenschmerzen ausrichten können. Es gibt aber Substanzklassen, deren Medikamente auch starke Nervenschmerzen lindern können.
  • Kausale Therapie: Bei der kausalen Therapie geht es in erster Linie darum einen konkreten Auslöser für die Nervenschmerzen herauszufinden, um diesen dann gezielt zu bekämpfen.
  • Invasive Therapie: Die Invasive Therapie hingegen ist nur dann empfehlenswert, wenn andere Therapien gegen Nervenschmerzen nicht erfolgreich waren. Denn bei dieser Behandlung werden die Nervenschmerzen durch elektrische Impulse verringert.
  • Eine Physiotherapie kann bei akuten Nervenschmerzen eine positive Wirkung haben und dazu beitragen Nervenschmerzen nachhaltig zu lindern. Dies gilt auch für eine Ergotherapie. Des Weiteren kann einigen Patienten mit Nervenschmerzen auch durch psychologische Unterstützung geholfen werden. Insbesondere wenn diese darauf abzielt die Schmerzakzeptanz zu verbessern.

Empfohlene Tagesdosis und Magnesiumreiche Ernährung

Die individuell erforderliche Menge Magnesium unterscheidet sich, jedoch gelten laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung e.V. Die optimale Tagesdosis an Magnesium für weibliche Teenager im Alter von 15 bis 18 Jahren beträgt zirka 350 Milligramm. Tatsächlich unterscheidet sich der Bedarf an Magnesium anhand unterschiedlicher Lebenssituationen. So brauchen vor allem Sportler eine größere Menge des Mineralstoffs, da sie ihn vermehrt über den Schweiß ausscheiden. Aufgrund seiner Aufnahme über den Darm benötigen aber auch Menschen, die unter entzündlichen Erkrankungen des Darms leiden, mehr Magnesium. Gleichermaßen ist der Körper bei übermäßigem Stress oder physischer Anstrengung sowie während der Schwangerschaft oder Stillzeit auf eine höhere Dosis angewiesen. Durchschnittlich benötigt der Mensch rund 350 Milligramm Magnesium pro Tag.

Da der Körper Magnesium nicht eigenständig bildet, muss es folglich über die Nahrung zugeführt werden. Dennoch kann eine bewusste Ernährung aus qualitativ hochwertigen Lebensmitteln aus biologischem Anbau mit ausreichend Magnesium versorgen. Ausserdem ist Magnesium in Hafer, Dinkel, Hirse und Vollkornreis enthalten. Ausserdem Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Linsen und Sojabohnen sowie reiner Kakao und Ingwer.

Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel

Da es oftmals schwierig ist, die benötigte Menge an Magnesium durch Lebensmittel komplett zu decken, sind Nahrungsergänzungsmittel oder entsprechende Präparate eine weitere Möglichkeit, um dem Bedarf gerecht zu werden. Am leichtesten durch Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel ( als Trinkampullen, Granulat, Tabletten, Brausetabletten). Sollte das nicht ausreichen, kann man Magnesium auch als Infusion über eine Vene verabreichen.

Wenn keine Vorekrankungen an Herz oder Nieren bestehen, kann man als Orientierungspunkt soviel Magnesium einnehmen, bis der Körper mit Durchfall reagiert. Meist sind 600mg Magnesium pro Tag für ca. 6 Wochen ausreichend. Sollten die Symptome sich darunter nicht bessern und eine höhere Dosis für die Behebung Ihres Magnesiummangels benötigen, fragen Sie zuvor Ihren Arzt / Ärztin. Häufig ist es so, daß der Kniescheibenreflex bei einem Magnesiummangel gesteigert ist und nach erfolgreichem Auffüllen der Magnesiumspeicher sich diese Muskeleigenreflexe normalisieren.

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Sicherheitshinweise bei der Einnahme von Magnesium

Generell ist Magnesium ein notwendiges Kation im Körper. Seine Serumkonzentration liegt bei gesunden Erwachsenen in einem Bereich von etwa 0,75-0,96 mmol/L (Arnaud, 2008). Magnesiumsulfat ist ein preiswertes, sicheres und leicht verfügbares Medikament für die Behandlung verschiedener Krankheiten, und sein Sicherheitsfenster ist groß genug. Seine Megadosis-Therapie ist jedoch umstritten.

Die häufigsten Symptome eines Magnesiumüberschusses sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, andere sind Hypotonie, Verwirrung, verlangsamte Herz- und Atemfrequenz, Koma, Herzrhythmusstörungen, Mangel an anderen Mineralien sowie Tod durch Herzstillstand (McGuire et al., 2000; Kontani et al., 2005; Kutsal et al., 2007; Ajib und Childress, 2020). Die erste Warnung vor einer drohenden Toxizität ist der Verlust des Kniesehnenreflexes, wenn die Magnesiumkonzentration zwischen 3,5 und 5 mmol/L liegt (Sibai, 1990). Atemlähmung tritt zwischen 5 und 6,5 mmol/L auf (Winkler et al., 1942). Bei einer Magnesiumkonzentration von mehr als 12,5 mmol/L ist mit einem Herzstillstand zu rechnen (McCubbin et al., 1981).

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