Migräne ist neben Spannungskopfschmerzen eine der häufigsten Kopfschmerzarten und kann den Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Viele suchen nach alternativen oder ergänzenden Behandlungsmethoden, und die Einnahme von Magnesium hat sich als vielversprechende Option herauskristallisiert. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle von Magnesium, insbesondere Magnesiummalat, bei der Migränebehandlung, basierend auf Erfahrungen, Studienergebnissen und Expertenmeinungen.
Die Rolle von Magnesium bei Migräne
Bluttests bei Migränepatienten zeigen häufig einen deutlichen Magnesiummangel. Es wird vermutet, dass dieser Mangel zur Entstehung von Kopfschmerzen und Migräne beiträgt. Ein Magnesiummangel kann die Nerven- und Muskelfasern übererregbar machen, was zu Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich führen und Spannungskopfschmerzen auslösen kann. Zusätzlich kann ein Magnesiummangel eine Verengung der Blutgefäße im Gehirn verursachen, was wiederum Migräneattacken begünstigt.
Magnesium ist ein stiller Held im Körper, der im Hintergrund arbeitet und dafür sorgt, dass Muskeln sich bewegen, das Herz gleichmäßig schlägt, das Gehirn klar denkt und der Stoffwechsel Energie liefert. Es ist an über 600 enzymatischen Reaktionen beteiligt und spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel. Magnesium trägt dazu bei, dass ATP effizient in den Mitochondrien, den "Energiezentralen" der Zellen, hergestellt wird. Vor allem Sportler wissen den Mineralstoff zu schätzen, der zusammen mit Calcium für die Muskelkontraktion benötigt wird. Magnesium übt eine Kernfunktion für die Steuerung des Nervensystems aus, indem es das elektrische Potenzial der Neuronen moduliert.
Magnesiummangel und seine Auswirkungen
Ein Magnesiummangel macht sich nicht mit einem großen Knall bemerkbar, sondern schleicht sich leise ein. Stress, zu viel Kaffee, Alkohol oder starkes Schwitzen können den Magnesiumspiegel zusätzlich senken. Zu den typischen Symptomen eines Magnesiummangels gehören Migräne.
Ein Defizit an Magnesium kann unter Umständen zu Muskelkrämpfen und -verspannungen oder Kopfschmerzen verursachen. Magnesium ist das natürliche Gegengewicht zu Kalzium. Während Kalzium die Muskeln anspannt, hilft Magnesium, sie wieder zu lockern.
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Magnesiummalat: Eine spezielle Form von Magnesium
Magnesium ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Magnesiumcitrat, Magnesiumoxid und Magnesiummalat. Viele Hersteller setzen auf Magnesiumcitrat, da es besonders gut verträglich sein soll. Magnesiummalat ist eine Verbindung aus Magnesium und Äpfelsäure (Malat). Diese Form wird oft bevorzugt, da sie als besonders gut bioverfügbar gilt und somit vom Körper leicht aufgenommen werden kann.
Welche Magnesiumformen gibt es?
Nahrungsergänzungsmittel, die Patienten bei Migräne einnehmen können, um sich das benötigte Magnesium zuzuführen, enthalten entweder Magnesiumoxid und Magnesiumcarbonat oder Magnesiumcitrat. Welches Magnesium du nun genau bei Migräne anwenden kannst, hängt von deiner individuellen Situation und Verträglichkeit ab: Bei Magnesiumoxid erfolgt der Einsatz meist zur Prävention von Migräne-Attacken, Magnesiumcitrat findet Verwendung bei akuten Beschwerden. Möglicherweise speichert der Körper Magnesiumoxid besser im Körper - Citrat nimmt er hingegen schneller auf. Die Magnesium-Art nimmt keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von Präparaten - Unterschiede gibt es nur in der Zeit, die der Körper benötigt, um es aufzunehmen.
Erfahrungen mit Magnesiummalat bei Migräne
Viele Migränepatienten berichten von positiven Erfahrungen mit der Einnahme von Magnesium zur Vorbeugung von Migräneattacken. Eine Zufuhr von 300 - 600 mg zusätzlichem Magnesium kann eine vorbeugende Maßnahme bei einer Migräneerkrankung sein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Wirkung von Magnesium individuell unterschiedlich sein kann und nicht bei jedem Patienten die gleiche Linderung bringt.
Studienlage zur Wirksamkeit von Magnesium bei Migräne
Die Forschung zur Wirksamkeit von Magnesium bei Migräne ist gemischt. Einige Studien zeigen positive Ergebnisse, während andere keine signifikanten Unterschiede feststellen konnten. Eine Studie, die in Deutschland durchgeführt wurde, konnte die Wirksamkeit einer 3er Kombination aus hochdosiertem Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10 bei Migräne nachweisen. Die Studie zeigte, dass die einzigartige Mikronährstoff-Kombination die Migränesymptome deutlich und signifikant reduziert, bei signifikanter Verbesserung der Lebensqualität.
An der placebo-kontrollierten Doppelblindstudie nahmen 130 Patienten im Alter zwischen 18 bis 65 Jahren teil. Sie erhielten täglich über drei Monate entweder ein Scheinpräparat (Placebo) oder 2×2 Kapseln des Wirkstoffs. Die Ergebnisse zeigten, dass die Lebensqualität der Patienten in der Wirkstoffgruppe klinisch relevant um 4,8 Punkte zurückging. Die Wirksamkeit wurde von den Patienten gegenüber Placebo signifikant besser bewertet, und es gab weniger Migränetage sowie eine signifikante Abnahme der Schmerzintensität.
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Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine Behandlung mit hochdosiertem Magnesium, Riboflavin und Coenzym Q10 die Ausprägung von Migränesymptomen gegenüber Placebo deutlich und signifikant senkt und damit die Lebensqualität erhöht. Der Vorteil dieser Kombination ist neben der natürlichen Zusammensetzung die gute Verträglichkeit, Gegenanzeigen bestehen nicht. Somit ist die Wirkstoffkombination eine interessante Therapiemöglichkeit für Patienten, die primär eine natürliche Migräneprophylaxe einsetzen möchten.
Magnesium und der NMDA-Rezeptor
Die genauen Mechanismen zur Entstehung von Migräne sind komplex und noch nicht vollständig verstanden. Ein zentraler Ansatzpunkt ist hier der NMDA-Rezeptor, eine Art Schaltstelle für die Signalübertragung im Gehirn, an der der Neurotransmitter Glutamat andockt. Eine der wichtigsten Funktionen des Magnesiums im Nervensystem ist nämlich seine Interaktion mit dem NMDA-Rezeptor, an den der aktivierende Neurotransmitter Glutamat andocken kann. Das Magnesium-Ion blockiert den NMDA-Rezeptor (genauer gesagt dessen Calciumkanal) und schützt die Zelle so vor einer Überregung. Ein Mangel an Magnesium kann dazu führen, dass dieser Schutzmechanismus ausfällt. Die Folge davon können dann oxidativer Stress oder eine Streudepolarisation sein. Beides trägt vermutlich zur Entstehung von Migräne bei.
Anwendung und Dosierung von Magnesium bei Migräne
Um eine wirksame Migräneprophylaxe zu erreichen, liegt die Verzehrsempfehlung meist bei 2 mal täglich 300 mg Magnesium. Das Magnesiumpräparat soll etwa 6 Monate lang eingenommen werden. Erste Effekte können erst nach etwa drei Monaten beurteilt werden.
Laut dem National Institute of Health liegen die allgemeinen täglichen Empfehlungen für Erwachsene je nach Alter und Geschlecht zwischen 310 und 420 mg. Diese Dosierungsempfehlungen orientieren sich auch an den Leitlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft.
Darreichungsformen von Magnesium
Für die Einnahme von Magnesium bei Migräne kann man auf verschiedene Darreichungsformen zurückgreifen: Tabletten, Granulate, Kapseln oder Kaudragees. Bei edubily erhält man beispielsweise einen einzigartigen 2:1:1-Komplex aus Magnesiumglycinat, Trimagnesiumdicitrat & Magnesiumcarbonat. Dabei handelt es sich um spezielle Magnesiumvarianten, die vom Körper schnell resorbiert werden. Weiterhin hat man die Wahl zwischen Magnesium-Pulver und Magnesium-Kapseln.
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Mögliche Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Wenn eine zu hohe Dosis Magnesium eingenommen wird, kann es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Krämpfen und Durchfall kommen. Meist wird die überschüssige Menge aber ohne Probleme wieder ausgeschieden. Vorsicht gilt bei der Dosierung: Durchfall, Schläfrigkeit und Teilnahmslosigkeit können mögliche Folgen einer Überversorgung sein.
Während einer Schwangerschaft kann man bei Migräne auf Magnesium zur Prophylaxe zurückgreifen. Hierzu wird empfohlen, Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten.
Weitere Tipps zur Migräneprophylaxe
Neben der Einnahme von Magnesium können auch eine gesunde Lebensweise und Ernährung hilfreich sein, um Migräneattacken vorzubeugen. Schlafmangel, Stress, hormonelle Veränderungen sowie stark histamin- oder tyraminhaltige Lebensmittel (Käse, Sauerkraut, Wein) zählen ebenfalls zu den Auslösern von Kopfschmerzen und Migräne. Ähnlich wie bei einem Puzzle gilt es für migränekranke Personen herauszufinden, durch welche Nahrungsmittel und Getränke sie ihre individuelle Toleranzschwelle überschreiten.
Magnesiumreiche Ernährung
Ein gesunder Mensch kann in der Regel seinen Tagesbedarf mit einer ausgewogenen Ernährung decken. Magnesium steckt in vielen alltäglichen Lebensmitteln. Beim Kochen von Gemüse geht etwas Magnesium ins Wasser über - das Kochwasser kann einfach weiterverwendet werden, z. B. für Suppen oder Soßen.
Migränetagebuch führen
Es kann hilfreich sein, ein Migränetagebuch zu führen. Hier können die Betroffenen festhalten, wann die Migräneanfälle auftreten.