Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Neben der Akutbehandlung von Migräneattacken spielt die Prophylaxe eine wichtige Rolle, um die Häufigkeit und Intensität der Anfälle zu reduzieren. In diesem Zusammenhang hat sich Magnesium als eine vielversprechende und gut verträgliche Option erwiesen. Dieser Artikel beleuchtet die Rolle von Magnesium bei Migräne, die empfohlene Dosierung, verschiedene Magnesiumformen und weitere Aspekte der Migräneprophylaxe.
Migräne: Eine komplexe neurologische Erkrankung
Migräne ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, die nicht durch eine strukturelle Läsion im Gehirn verursacht wird, sondern als eine funktionelle Störung der neuronalen Aktivierung verstanden werden muss. Sie betrifft Frauen dreimal häufiger als Männer und manifestiert sich typischerweise im jungen Erwachsenenalter, oft zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr. Die Kopfschmerzattacken dauern zwischen vier und 72 Stunden, können mehrmals pro Monat auftreten und sind durch einen pulsierenden, halbseitigen Schmerzcharakter gekennzeichnet. Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit sowie Phono- und Photophobie sind häufig. Bis zu 30 % der Betroffenen erleben eine Aura, die der Kopfschmerzphase vorausgeht. Diese Aura umfasst neurologische Symptome wie visuelle Störungen (z. B. Flimmerlichter, Lichtblitze), sensorische Missempfindungen (Kribbeln, Taubheitsgefühle) oder transiente Sprachstörungen. Die Dauer der Aura beträgt typischerweise zwischen 30 und 60 Minuten.
Die Migräneattacke wird oft durch Ruhe oder Schlaf beendet, wobei viele Betroffene erst nach einem Nachtschlaf von einer vollständigen Erholung berichten. Die Betroffenen können eine Prodromalphase erleben, die bis zu zwei Tage vor der Attacke auftreten kann und sich durch unspezifische Symptome wie Heißhunger, Müdigkeit, gastrointestinale Beschwerden oder kognitive Dysfunktionen auszeichnet.
Die Pathophysiologie der Migräne umfasst eine komplexe Interaktion von neuronalen und vaskulären Mechanismen. Eine zentrale Rolle spielt die „cortical spreading depression” (CSD), eine sich ausbreitende kortikale Erregungswelle, die mit einer vorübergehenden Dysfunktion neuronaler Netzwerke einhergeht. Zudem sind eine Dysregulation des trigeminovaskulären Systems und neurovaskuläre Entzündungsmechanismen an der Pathogenese beteiligt. Als Triggerfaktoren gelten unter anderem Wetterumschwung, bestimmte Genussmittel (u. a. Alkohol, Schokolade, histaminhaltige Lebensmittel wie z. B. Käse oder Rotwein), körperlicher oder emotionaler Stress sowie hormonelle Schwankungen, insbesondere im Rahmen des Menstruationszyklus.
Kinder mit Migräne zeigen oft eine atypische Präsentation: Die Kopfschmerzen sind nicht immer eindeutig halbseitig lokalisiert und Begleitsymptome wie Licht- und Lärmempfindlichkeit können subtiler sein. Zudem sind die Attacken oft kürzer und können unspezifische Beschwerden wie eine Nahrungsaversion oder Verhaltensänderungen mit sich bringen. Dies führt in der Praxis häufig zu Fehldiagnosen oder einer späten Erkennung der Erkrankung.
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Migräne hat erhebliche individuelle und gesellschaftliche Auswirkungen. Sie tritt besonders häufig in der „Rushhour des Lebens” auf, in der Phase zwischen Ausbildung, beruflicher Etablierung und Familiengründung. Frauen im Alter zwischen 18 und 50 Jahren sind besonders betroffen, was zu hohen krankheitsbedingten Ausfallzeiten und Einbußen der Lebensqualität führt. Trotz der hohen Prävalenz bleibt die Migräne häufig unerkannt oder wird erst verspätet diagnostiziert. Eine Studie mit 56.597 Jugendlichen zeigte, dass eine unbehandelte Migräne langfristig mit mehreren Gesundheitsrisiken verbunden ist. So besteht ein 2,1-fach höheres Risiko, in den nächsten zehn Jahren eine zusätzliche affektive Störung zu entwickeln, ein 1,8-fach höheres Risiko für neurotische, stressbedingte und somatoforme Störungen sowie ein 1,6-fach höheres Risiko für Rückenschmerzen. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer adäquaten Therapie für Migränepatienten, um langfristige Gesundheitsrisiken zu minimieren.
Diagnose und Differenzialdiagnostik der Migräne
Migräne wird oft nicht erkannt oder sie wird unterschätzt, sei es aus Unwissenheit oder aufgrund fehlender Kenntnisse über Behandlungsstrategien. Eine korrekte Diagnose ist jedoch essenziell, um eine adäquate Versorgung zu gewährleisten.
Aura-Symptome: Mindestens eines der folgenden Symptome: visuelle Phänomene (z. B. Flimmerskotom, kaleidoskopartige Lichterscheinungen), sensible Störungen (z. B. Missempfindungen, Taubheitsgefühle), Sprach- oder Sprechstörungen (Aphasie), Hirnstammsymptome (z. B. Tinnitus, Schwindel, plötzliche Tonusverluste), motorische Defizite (v. a. Zusätzliche Kriterien: Mindestens drei der folgenden Merkmale: allmähliche Entwicklung der Aura-Symptome, sukzessive Abfolge verschiedener Aura-Symptome, Dauer der Aura zwischen fünf und 60 Minuten, einseitige Aura-Symptome, mindestens ein positives Aura-Symptom (z. B.
Die Differenzierung zwischen primären und sekundären Kopfschmerzerkrankungen ist essenziell. Sekundäre Ursachen wie intrakranielle Raumforderungen oder Entzündungen müssen ausgeschlossen werden. Eine Bildgebung ist nicht zwingend erforderlich, sofern die Anamnese und neurologische Untersuchung keine Hinweise auf eine strukturelle Ursache geben. Eine besondere diagnostische Herausforderung stellen zufällige Befunde in der Bildgebung dar, etwa unspezifische weiße Substanzläsionen, die differenzialdiagnostisch von Läsionen bei Multipler Sklerose abgegrenzt werden müssen. Dies sollte vorab mit den Patienten kommuniziert werden. Eine strukturierte Anamnese und klinische Untersuchung stehen im Vordergrund. In welcher Frequenz und in welcher Ausprägung treten die Schmerzen auf? Wie reagieren Sie auf Bewegung? Migräne: Besserung in dunkler Umgebung, Bewegung verstärkt den Schmerz. Spannungskopfschmerz: Bewegung oft hilfreich.
Akuttherapie und Prophylaxe der Migräne
Die Akuttherapie der Migräne umfasst v. a. nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), wie Ibuprofen oder Diclofenac, sowie spezifische Migränemedikamente aus der Gruppe der Triptane (z. B. Sumatriptan oral oder subkutan). Begleitend kann die Behandlung von Übelkeit und Erbrechen mit Antiemetika wie Metoclopramid erforderlich sein. Eine problematische Nebenwirkung der wiederholten Analgetikatherapie ist der medikamentenassoziierte Kopfschmerz, weshalb Aufklärung und ein strukturiertes Vorgehen mit einem möglichst sparsamen Analgetikaeinsatz essenziell ist. Generell wird empfohlen, Akutanalgetika wie Ibuprofen nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat einzunehmen, Triptane noch seltener.
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Neben der Akuttherapie spielen prophylaktische Maßnahmen eine entscheidende Rolle, insbesondere bei häufigen oder schweren Verläufen. Hierzu zählen nicht pharmakologische Ansätze wie eine Lebensstilmodifikation sowie die medikamentöse Prophylaxe mit Betablockern, Antikonvulsiva, Antidepressiva, Calciumkanalantagonisten oder mit monoklonalen Antikörpern gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP). Bei chronischer Verlaufsform ist auch eine Behandlung mit Botulinumtoxin möglich.
Indikation für die Prophylaxe
Eine erfolgreiche Prophylaxe sollte zu einer mindestens 50%igen Reduktion der Kopfschmerztage führen. Dies lässt sich anhand validierter Instrumente wie dem „Migraine Disability Assessment”-(MIDAS-)Fragebogen der eine Verbesserung von mindestens 30 % erfordert, oder dem Headache Impact Test (HIT-6), der eine Reduktion um mindestens fünf Punkte als klinisch relevant definiert, objektivieren. Die Indikation für eine Migräneprophylaxe ergibt sich insbesondere bei Patienten mit hohem Leidensdruck, selbst wenn die Attackenfrequenz niedrig ist. Bereits eine Migräneattacke einmal pro Monat kann ausreichen, wenn die individuelle Belastung erheblich ist. Darüber hinaus ist eine Prophylaxe zu erwägen, wenn die Attackenfrequenz drei bis fünf pro Monat übersteigt, ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz droht oder die Wirksamkeit der Akuttherapie unzureichend ist.
Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen treten typischerweise auf, wenn Analgetika wie z. B. NSAR an mehr als zehn Tagen pro Monat oder Triptane an mehr als fünf Tagen eingenommen werden. Die pathophysiologischen Mechanismen sind noch nicht abschließend geklärt, jedoch scheint eine Entzugssymptomatik durch wiederholte Medikamenteneinnahme eine Rolle zu spielen. In schweren Fällen kann ein stationärer Entzug erforderlich sein. Weitere Indikationen für eine Prophylaxe sind Migräneattacken, die >72 Stunden andauern, ein mangelndes Ansprechen auf empfohlene Akuttherapeutika oder eine schlechte Verträglichkeit dieser Medikamente, etwa gastrointestinale Nebenwirkungen bei NSAR oder starke Sedierung bei Triptanen. Ebenso ist eine Prophylaxe angezeigt, wenn die Attacken mit belastenden Aura-Symptomen wie bei der hemiplegischen Migräne oder mit erhöhter Schlaganfallgefahr, etwa nach einem migränösen Infarkt, einhergehen.
Die leitlinienkonforme pharmakologische Prophylaxe umfasst Antikonvulsiva, Antidepressiva, Calciumkanalantagonisten oder Betablocker. Im gegebenen Kontext liegt der Fokus jedoch auf alternativen, nicht pharmakologischen Präventionsstrategien, insbesondere auf orthomolekularen Ansätzen. Deren potenzielle Wirksamkeit und Implementierung werden im Folgenden diskutiert.
Orthomolekulare Prophylaxe: Mikronährstoffe gegen Migräne
Die Migräne wird unter anderem mit einer beeinträchtigten mitochondrialen Funktion im Gehirn in Verbindung gebracht. Im Rahmen der orthomolekularen Prophylaxe werden Mikronährstoffe gezielt eingesetzt, um die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegenüber Migräneattacken zu erhöhen. Besonders relevant sind hierbei Magnesium, Riboflavin (Vitamin B2) und Coenzym Q10, die jeweils essenzielle Aufgaben in der mitochondrialen Energieproduktion erfüllen.
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Magnesium: Schlüsselrolle bei der Migräneprophylaxe
Magnesium nimmt eine Schlüsselrolle ein, da es als direkter Stabilisator verschiedener Prozesse der Atmungskette fungiert. Studien mit dem Einsatz von Magnetresonanzspektroskopie zeigten, dass die Magnesiumkonzentration in bestimmten Hirnregionen bei Patienten mit Migräne variiert. Magnesiumionen (Mg2+) spielen eine zentrale Rolle in der zellulären Energiehomöostase und sind essenziell für zahlreiche enzymatische Prozesse, insbesondere im Kontext der mitochondrialen Funktion. In Geweben mit mitochondrialer Dysfunktion ist eine Verringerung des zytosolischen freien Mg²⁺ eine unmittelbare Folge des bioenergetischen Defizits, da die Homöostase dieses Kations eng mit der Verfügbarkeit von Adenosintriphosphat (ATP) verknüpft ist.
In der Pathophysiologie primärer Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne und Clusterkopfschmerz wurde eine Reduktion sowohl des zytosolischen freien Mg²⁺ als auch der durch ATP-Hydrolyse freigesetzten Energie beobachtet. Diese Befunde deuten auf eine gestörte zelluläre Energieversorgung in betroffenen neuronalen Netzwerken hin, was mit bekannten Störungen des mitochondrialen Metabolismus bei diesen Erkrankungen übereinstimmt. Die Dysregulation von Mg²⁺ könnte daher nicht nur eine Konsequenz des bioenergetischen Defizits darstellen, sondern auch pathophysiologisch zur Sensibilisierung neuronaler Strukturen und somit zur Schmerzentstehung beitragen. Insbesondere bei Migräne mit Aura und hemiplegischer Migräne konnte eine signifikant verringerte Magnesiumkonzentration festgestellt werden. Die prophylaktische Gabe von oralem Magnesium sowie die Akuttherapie mit hochdosiertem intravenösen Magnesium sind wirksam. Aufgrund seiner zentralen Rolle in der Pathophysiologie der Migräne stellt Magnesium eine einfache, kostengünstige, sichere und gut verträgliche Behandlungsoption dar.
In einer prospektiven, multizentrischen, placebokontrollierten und doppelblinden randomisierten Studie mit 81 Patienten wurde über einen Zeitraum von 16 Wochen der Effekt von Magnesium auf die Migränehäufigkeit untersucht. Nach einer vierwöchigen Baseline-Phase folgte eine zwölfwöchige Interventionsphase, in der die Teilnehmer täglich 600 mg (24 mmol) Trimagnesiumdicitrat oder Placebo erhielten. In der Magnesiumgruppe nahm die Anfallshäufigkeit signifikant um 41,6 % ab, während die Reduktion unter Placebo 15,8 % betrug. Zudem verringerte sich die Anzahl der Tage, an denen eine Akutmedikation erforderlich war, deutlich. Vergleichsstudien zeigten zudem, dass Magnesium eine eigenständige therapeutische Wirkung hat, ein additiver Effekt auf Valproat konnte nicht nachgewiesen werden.
Magnesium Dosierung bei Migräne
Häufig eingesetzt sind 400 bis 600 mg elementares Magnesium pro Tag über 8 bis 12 Wochen. Es empfiehlt sich, mit 200 mg abends zu beginnen und die Dosis dann langsam zu steigern. Citrat oder Glycinat sind oft gut verträglich. Weicher Stuhl ist eine häufige Nebenwirkung. Zu Tetracyclinen, Fluorchinolonen, Bisphosphonaten und Levothyroxin sollte ein Abstand von 2 bis 4 Stunden eingehalten werden. Die tägliche Magnesium-Zufuhr insgesamt soll gemäß Deutscher Gesellschaft für Ernährung 300 mg für Frauen und 350 mg für Männer betragen.
In der von »EviNews« zitierten Studie aus dem Jahr 2021 nahmen die Teilnehmenden im Magnesium-Arm zweimal täglich 250 mg Magnesiumoxid pro Tag über zwölf Wochen ein. Verglichen wurde mit Natriumvalproat mit und ohne Magnesium. Eine reine Placebogruppe gab es nicht. Auch in anderen Studien betrug die Dosierung zwischen 500 und 600 mg Magnesium täglich.
Welches Magnesium bei Migräne?
Nahrungsergänzungsmittel, die Patienten bei Migräne einnehmen können, um sich das benötigte Magnesium zuzuführen, enthalten entweder Magnesiumoxid und Magnesiumcarbonat oder Magnesiumcitrat. Die Wahl des Magnesiums hängt von der individuellen Situation und Verträglichkeit ab: Bei Magnesiumoxid erfolgt der Einsatz meist zur Prävention von Migräne-Attacken, Magnesiumcitrat findet Verwendung bei akuten Beschwerden. Möglicherweise speichert der Körper Magnesiumoxid besser im Körper - Citrat nimmt er hingegen schneller auf. Die Magnesium-Art nimmt keinen Einfluss auf die Wirksamkeit von Präparaten - Unterschiede gibt es nur in der Zeit, die der Körper benötigt, um es aufzunehmen.
Organische Salze wie Magnesiumcitrat oder Magnesiumglycinat gelten als gut bioverfügbar und oft magenfreundlicher als z. B. Magnesiumoxid. Wichtig ist, auf die Angabe des elementaren Magnesiums pro Kapsel zu achten.
Wer profitiert von Magnesium bei Migräne?
Personen mit menstruell getriggerter Migräne, mit niedriger Magnesiumzufuhr, hoher Stressbelastung oder Muskelkrämpfen berichten überdurchschnittlich häufig von Nutzen. Für menstruell getriggerte Migräne gibt es kleine, positive Studien.
Riboflavin (Vitamin B2): Unterstützung der mitochondrialen Funktion
Ein weiterer wichtiger Faktor für die mitochondriale Funktion ist Riboflavin, das für die Stabilisierung der Atmungskette notwendig ist. Retrospektive Studien haben gezeigt, dass niedrige Riboflavinspiegel mit einer höheren Migräneausprägung assoziiert sind. In einer retrospektiven Studie mit 154 Kindern wurden über einen Zeitraum von drei Jahren die Merkmale und das Therapieansprechen bei chronischen täglichen Kopfschmerzen untersucht. Bei den 19 Patienten mit Migräne lag der durchschnittliche Riboflavinspiegel bei 8,1 nM/l wobei davon zehn Patienten Werte <6,2 nM/l aufwiesen. Ein signifikanter Anteil der untersuchten Kinder zeigte somit erniedrigte Riboflavinwerte, was auf einen möglichen kausalen Zusammenhang zwischen Riboflavinmangel und Migräne hinweist.
In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 55 Patienten wurde über drei Monate die Wirkung von täglich 400 mg Riboflavin auf Migräne untersucht. Im Vergleich zur Kontrollgruppe führte die Riboflavinbehandlung zu einer signifikanten Reduktion der Anfallshäufigkeit und einer Verringerung der Schwere der Attacken.
Coenzym Q10: Essentieller Bestandteil der mitochondrialen Atmungskette
Coenzym Q10, ein essenzieller Bestandteil der mitochondrialen Atmungskette, hat in klinischen Studien ebenfalls vielversprechende Ergebnisse gezeigt. In einer randomisierten, kontrollierten Studie mit 42 Patienten wurde über drei Monate die Wirkung von 300 mg Coenzym Q10 täglich auf die Migräne untersucht. Im Vergleich zur Placebogruppe führte die Behandlung zu einer signifikanten Reduktion der Anfallshäufigkeit, zu einer Verkürzung der Migränedauer sowie zu einer Verringerung der Intensität der Migräneanfälle. Zudem zeigte sich eine Verbesserung der Lebensqualität. Coenzym Q10 wurde gut vertragen - ohne schwerwiegende Nebenwirkungen.
In einer offenen, nicht randomisierten Beobachtungsstudie mit 155 pädiatrischen Patienten und jungen Erwachsenen (drei bis 22 Jahre) wurde über drei Monate der Zusammenhang zwischen Coenzym-Q10-Mangel und Migräne sowie die Wirkung einer gezielten Supplementierung untersucht. Die Patienten erhielten 1 bis 3 mg/kg Coenzym Q10 täglich. Bei 32,9 % der Teilnehmer lagen die Coenzym-Q10-Werte unterhalb des Referenzbereiches. Unter der Supplementierung zeigte sich eine Reduktion der Frequenz, Dauer und Intensität der Attacken.
Kombinationstherapie mit Magnesium, Riboflavin und Coenzym Q10
Die kombinierte Anwendung von Magnesium (600 mg), Riboflavin (400 mg) und Coenzym Q10 (150 mg) wurde ebenfalls untersucht. In einer randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden Studie mit 130 Teilnehmenden zeigte sich eine signifikante Reduktion der Schmerzintensität und der Zahl schwerer Migräneattacken. Die Mikronährstoffkombination war gut verträglich und zeigte keine gravierenden Unverträglichkeiten.
Weitere nicht-pharmakologische Maßnahmen zur Migräneprophylaxe
Zu den etablierten nicht medikamentösen Maßnahmen in der Migräneprophylaxe gehören Beratungsgespräche, Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, regelmäßiges aerobes Ausdauertraining sowie kognitive Verhaltenstherapie und Biofeedbacktherapie.