Magnesium Phosphoricum bei Migräne: Dosierung und Anwendung

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen können. Viele Betroffene suchen nach alternativen oder ergänzenden Behandlungsmethoden, um ihre Symptome zu lindern. Schüßler-Salze, insbesondere Magnesium phosphoricum (Nr. 7), werden oft als eine solche Option in Betracht gezogen. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung und Dosierung von Magnesium phosphoricum bei Migräne, basierend auf verschiedenen Quellen und Erfahrungen.

Was sind Schüßler-Salze?

Schüßler-Salze sind eine Form der alternativmedizinischen Behandlung, die auf den Erkenntnissen des deutschen Arztes Wilhelm Schüßler basiert. Er ging davon aus, dass viele Krankheiten auf einem Ungleichgewicht im Mineralstoffhaushalt der Körperzellen beruhen. Durch die Zufuhr von speziell aufbereiteten Mineralstoffen in homöopathischer Dosierung sollen die Zellen wieder in ihr natürliches Gleichgewicht gebracht werden.

Magnesium Phosphoricum (Nr. 7): Das "heiße" Schüßler-Salz

Magnesium phosphoricum, auch bekannt als das "heiße" Schüßler-Salz, spielt eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne. Es wird traditionell zur Förderung von Entspannung und Entkrampfung eingesetzt.

Anwendung und Dosierung

Die gängigste Anwendung von Magnesium phosphoricum bei Kopfschmerzen ist die "Heiße 7":

  • Zubereitung: Sieben bis zehn Tabletten Magnesium phosphoricum (Nr. 7) werden in einer Tasse mit heißem, abgekochtem Wasser aufgelöst.
  • Einnahme: Die Lösung wird so heiß wie möglich in kleinen Schlucken getrunken, wobei jeder Schluck kurz im Mund behalten werden sollte, um die Aufnahme der Mineralstoffe über die Mundschleimhaut zu fördern.

Diese Methode eignet sich besonders zur Behandlung von Kopfschmerzen, die blitzartig einschießen oder vom Nacken aufsteigen. Auch in der Schwangerschaft kann Magnesium phosphoricum auf diese Weise angewendet werden.

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Weitere Anwendungsgebiete von Magnesium Phosphoricum

Neben Kopfschmerzen wird Magnesium phosphoricum auch bei anderen Beschwerden eingesetzt, darunter:

  • Muskelkrämpfe
  • Menstruationsbeschwerden
  • Bauchkrämpfe
  • Nervosität und innere Unruhe
  • Schlafstörungen

Weitere Schüßler-Salze bei Kopfschmerzen und Migräne

Neben Magnesium phosphoricum gibt es noch weitere Schüßler-Salze, die je nach Art der Kopfschmerzen oder Migräne hilfreich sein können:

  • Nr. 2 Calcium phosphoricum D6: Bei Kopfschmerzen mit Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen. Auch bei Kopfschmerzen bei Kindern nach der Schule oder anstrengendem Lernen.
  • Nr. 3 Ferrum phosphoricum D6 oder D12: Bei Kopfschmerzen mit Druckgefühl, Klopfen und rotem Kopf, oft begleitet von dunklen Augenschatten. Bei Migräne mit Druckgefühl im Kopf.
  • Nr. 4 Kalium chloratum D6: Bei Migräne mit Übelkeit, Schwindel und Erbrechen von weißem Schleim.
  • Nr. 5 Kalium phosphoricum D6: Bei Kopfschmerzen infolge seelischer, geistiger oder körperlicher Belastung und verbunden mit großer Schwäche.
  • Nr. 6 Kalium sulfuricum D6: Bei Kopfschmerzen, die sich in warmen Räumen verschlimmern.
  • Nr. 8 Natrium chloratum D6: Bei dumpfen Kopfschmerzen, die die Folge von Flüssigkeitsmangel sind. Bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden, kombiniert mit Nr. 7 und Nr. 11. Bei Migräne und Erbrechen von klarem Schleim.
  • Nr. 10 Natrium sulfuricum D6: Bei Katerkopfschmerzen und Kopfschmerzen als Spätfolgen einer Gehirnerschütterung.
  • Nr. 11 Silicea D6: Bei Kopfschmerzen durch Zugluft, Witterungswechsel oder Voll- oder Neumond. Bei Migräne, kombiniert mit Nr. 7 und Nr. 8.
  • Nr. 14 Kalium bromatum D6: Wenn die Kopfschmerzen vorwiegend Stirn und Schläfen betreffen.
  • Nr. 17 Manganum sulfuricum D6: Bei drückenden Kopfschmerzen, die das Gefühl vermitteln, der Kopf sei angeschwollen.
  • Nr. 19 Cuprum arsenicosum D6: Bei pulsierenden, zuckenden Krämpfen im Kopf bei Migräne.
  • Nr. 21 Zincum chloratum D6: Bei nervös bedingten Kopfschmerzen, verbunden mit Aufregung oder Anspannung.
  • Nr. 22 Calcium carbonicum D6: Bei hartnäckigen Kopfschmerzen, hauptsächlich bei aufgedunsen wirkenden Menschen und Allergikern. Bei hartnäckiger Migräne, kombiniert mit Nr. 5, Nr. 7, Nr. 8 und Nr. 11.

Kombination von Schüßler-Salzen bei Migräne

Für die Behandlung von Migräne gibt es auch kombinierte Mineralstoff-Schemata:

  • Bei Migräne mit Sehstörungen, Übelkeit und heftigen Beschwerden:
    • Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6
    • Nr. 8 Natrium chloratum D6
    • Nr. 11 Silicea D12Von jedem Salz über den Tag verteilt jeweils drei bis sechs Tabletten einnehmen.
  • Bei hartnäckiger und schwer zu beeinflussender Migräne:
    • Nr. 5 Kalium phosphoricum D6
    • Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6
    • Nr. 8 Natrium chloratum D6
    • Nr. 22 Calcium carbonicum D6
    • Nr. 11 Silicea D12Von jedem Salz jeweils zwei bis vier Tabletten einnehmen.

Äußerliche Anwendung von Schüßler-Salzen

Schüßler-Salze können auch in Salbenform zur Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt werden:

  • Nr. 2 Calcium phosphoricum: Zum Einreiben zwischen den Schulterblättern, auch für Kinder geeignet.
  • Nr. 7 Magnesium phosphoricum: Zum Einreiben auf Nacken und Stirn bei Kopfschmerzen, die vom Nacken aufsteigen, sowie bei Migräne. Besonders geeignet bei halbseitigen, plötzlich einschießenden Kopfschmerzen.

Was man sonst noch beachten sollte

Kopfschmerztagebuch

Therapeuten empfehlen oft, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Darin sollten die Art der Kopfschmerzen (wo genau, Schmerzqualität), mögliche Auslöser (Stress, Nahrungsmittel, Alkohol), erfolgreiche Interventionen (was half?) und die Einnahme spezieller Medikamente (wann?) notiert werden.

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Stressbewältigung

Stress ist ein häufiger Auslöser für Kopfschmerzen und Migräne. Daher ist es wichtig, Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln. Dazu gehören:

  • Veränderung der Umwelt, um Stressoren auszuschalten.
  • Aufbau persönlicher Strategien für einen effektiveren Umgang mit Stress.
  • Entspannungstechniken wie Atemtherapie, autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga oder Meditation.

Ernährung

Auch die Ernährung kann eine Rolle bei Kopfschmerzen und Migräne spielen. Es ist ratsam, Alkohol und Nikotin zu meiden und auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Rohkost und Magnesium zu achten. Koffeinhaltige Getränke und Lebensmittel können sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben.

Weitere naturheilkundliche Behandlungen

Neben Schüßler-Salzen gibt es noch weitere naturheilkundliche Behandlungsmöglichkeiten bei Kopfschmerzen und Migräne, darunter:

  • Atlastherapie: Eine Behandlungsmethode, die sich auf die Korrektur von Fehlstellungen des Atlaswirbels konzentriert.
  • Homöopathie: Eine alternative Heilmethode, bei der ähnliche Symptome mit ähnlichen Substanzen behandelt werden.
  • Pfefferminzöl: Kann auf Stirn und Schläfen aufgetragen werden, um Spannungskopfschmerzen zu lindern.
  • Akupressur: Gezielte Stimulation bestimmter Punkte mit Fingerdruck.

Schulmedizinische Behandlung

Patienten mit chronischen Kopfschmerzen oder wiederkehrenden Migräneattacken sollten sich in medizinische Behandlung begeben. Eine gründliche neurologische und internistische Untersuchung ist wichtig, um organische Ursachen auszuschließen. In der Regel werden Medikamente verschrieben, die den Schmerz unterdrücken sollen.

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