Etwa 70% der Deutschen leiden zumindest zeitweise in ihrem Leben unter Kopfschmerzen. Die Magnetfeldtherapie bietet eine natürliche, wissenschaftlich untersuchte Methode, um Migräne und Kopfschmerzen nachhaltig zu lindern - ohne Medikamente.
Einführung in die Magnetfeldtherapie
Die Magnetfeldtherapie ist eine alternative Behandlungsmethode, die auf die Anwendung von Magnetfeldern zur Linderung verschiedener Beschwerden abzielt. Bereits Aristoteles beschrieb im 4. Jahrhundert v. Chr., wie durch das Auflegen von Magneten oder magnethaltigen Steinen Wunden geheilt und Schmerzen gelindert wurden. Im 18. Jahrhundert erregte der Arzt Franz Anton Mesmer Aufsehen mit seiner Idee des animalischen Magnetismus.
Grundlagen der Magnetfeldtherapie
Die moderne Magnetfeldtherapie verwendet meist pulsierende elektromagnetische Felder (PEMF). Im Gegensatz zu Dauermagneten wird das Gewebe nicht einer gleichbleibenden magnetischen Intensität ausgesetzt. Stattdessen schwankt die Feldstärke regelmäßig zwischen null und einem angegebenen Maximalwert in einem bestimmten Zeitabstand, der Frequenz. Sowohl Frequenz als auch Feldstärke sind je nach zu behandelndem Krankheitsbild unterschiedlich und können individuell angepasst werden.
Durchführung der Magnetfeldtherapie
Die Behandlung wird meist auf einer Matte oder einer Art Tisch durchgeführt, wobei das schmerzende Körperteil von einer ringförmigen Apparatur umschlossen wird. Die Behandlungen dauern durchschnittlich 15 bis 20 Minuten, manchmal auch eine ganze Stunde. Die Patienten spüren in der Regel nichts, manche empfinden ein leichtes Kribbeln. Die Frequenz liegt meist im Bereich von 20 bis 100 Schwingungen pro Minute (Hertz), die Feldstärke meist bei circa 20 bis 80 Gauss.
Magnetfeldtherapie bei Migräne: Aktuelle Studienlage
Studie aus Berlin bestätigt Wirksamkeit
Eine placebokontrollierte Studie aus Berlin belegt die Wirksamkeit der pulsierenden Magnetfeldtherapie bei Migräne und anderen Kopfschmerzarten. In der aktiven Behandlungsgruppe haben sich am Ende der Studie alle ausgewerteten Kriterien signifikant verbessert (p < 0,0001 vs. Basis und Placebo). 76% der Patienten mit der aktiven Behandlung haben von Linderung oder vollständigen Befreiung von ihren Symptomen berichtet. Nur ein Patient mit Placebo (2,5%) fühlte eine gewisse Erleichterung.
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Transkranielle Magnetstimulation (TMS)
Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA kündigte am 13.12.2013 die Zulassung einer neuen Migräneakuttherapie mittels Magnetstimulation an. Das Verfahren ist als “Cerena transkranielle Magnetstimulation (TMS)” bekannt. Bei der TMS wird eine Magnetspule am Hinterkopf des Patienten angelegt und kurzzeitig ein Magnetfeld erzeugt. Dieses soll die häufig beobachtete erhöhte Erregbarkeit der Hirnrinde herunterregulieren und dadurch die Symptome ausschalten.
In einer Studie mit 201 Patienten, die an einer mittelstarken bis starken Migräne mit Aura litten, berichteten 38% derjenigen, die den Magnetstimulator einsetzten, dass der Schmerz nach 2 Stunden bedeutsam reduziert worden sei. In einer Kontrollgruppe ohne entsprechende Stimulation berichteten nur 17% der Patienten von einer Besserung. 34% der Anwender berichteten nach 24 Stunden von Schmerzfreiheit.
Magnetfeldtherapie gegen Migräne ohne Aura
Neue Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass auf Therapien mit magnetischen Feldern nicht nur die Migräne mit Aura, sondern auch die Migräne ohne Aura ansprechen könnte. Eine aktuelle Studie deutet darauf hin, dass Magnetfelder, die Kopfhaut, Schädeldach und Hirnhaut durchdringen, auch in das Zwischenhirn vordringen und dort mit bestimmten Gehirnzellen in den Schaltstellen der Schmerzleitung interagieren könnten.
Vorteile der Magnetfeldtherapie bei Migräne
- Migräne behandeln - sanft, effektiv und ohne Medikamente
- Verringerung von Schmerzintensität und Häufigkeit
- Verbesserung von Konzentration und Lebensqualität
- Wissenschaftlich untersucht - sicher und nebenwirkungsfrei
- Einfach in den Alltag zu integrieren
Wirkprinzip der Magnetfeldtherapie
Bei einer Reihe von experimentellen Untersuchungen wurden unter anderem eine verbesserte Durchblutung und Sauerstoffversorgung im Gewebe, eine Verbesserung des Energiestoffwechsels und eine Normalisierung der natürlichen elektrischen Potenziale innerhalb der Körperzellen nachgewiesen. Unter pulsierender Magnetfeldbehandlung wird das Wachstum der Knochen-, Knorpel- und Bindegewebszellen angeregt.
Anwendungsgebiete der Magnetfeldtherapie
Die Magnetfeldtherapie wird häufig zur Behandlung von muskuloskelettalen Erkrankungen, chronischen Schmerzen, Entzündungen, Arthrose und anderen Beschwerden eingesetzt. Sie kann auch bei neurologischen Erkrankungen, Kreislaufstörungen und psychischen Störungen hilfreich sein.
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Kontraindikationen der Magnetfeldtherapie
Das Verfahren sollte nicht angewandt werden, wenn die Patienten an Epilepsien, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktionen sowie frischen Infekten und Venenentzündungen leiden. Auch Menschen, die einen Herzschrittmacher tragen, sollten sich nicht der Magnetstrahlung aussetzen, ebenso wenig Krebspatienten und Schwangere.
Nebenwirkungen der Magnetfeldtherapie
Bislang sind keine besonderen Nebenwirkungen der PEMF bekannt. Die Therapie gilt als sicher, und ernsthafte Nebenwirkungen sind selten.
Alternativen zur Magnetfeldtherapie
Es gibt mehrere Alternativen zur Magnetfeldtherapie, die zur Behandlung verschiedener gesundheitlicher Beschwerden eingesetzt werden können. Diese Alternativen sollten mit einem Facharzt besprochen werden, um die beste Behandlungsoption zu finden.
Die Rolle der Elektrozeutika
Elektrozeutika sind therapeutische Steuerungstechniken, die auf der Anwendung von elektrischen oder magnetischen Feldern basieren. Ein Beispiel ist die transkranielle Gleichstromstimulation (tRNS), die als Elektrozeutikum vorgeschlagen wurde, um die Lebenszeit eines Keims zu reduzieren und damit die Symptome einer Migräneattacke mit Aura zu lindern.
Messen und Steuern: Der Schlüssel zur digitalen Therapie
Das Grundprinzip der Elektrozeutika besteht im Messen und (Gegen)Steuern. Dieses Prinzip begegnet uns auch beim Biofeedback gegen Migräne. Langfristig geht es darum, das Migränegehirn umzuprogrammieren - ohne dabei größeren Schaden anzurichten.
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