Das Razer Manowar ist ein kabelloses Gaming-Headset, das mit seinem großen Funktionsumfang, der praktischen und intuitiven Bedienung sowie der einfachen Konnektivität beeindruckt. Trotz seiner beachtlichen Größe bietet es einen hohen Tragekomfort, der auch nach stundenlangen Gaming-Sessions erhalten bleibt. Dieser Artikel beleuchtet die Einrichtung und die vielfältigen Funktionen des Razer Manowar im Detail.
Design, Verarbeitung und Komfort
Alles an dem Razer-Headset wirkt großzügig dimensioniert. Die riesigen, üppig mit weichem Memory-Foam gefütterten Ohrpolster aus Kunstleder lassen sich dank eines cleveren Befestigungssystems einfach abnehmen und geben den Blick auf die großen 50-mm-Neodym-Treiber frei. Die runden Hörmuscheln im halboffenen Design, die jeweils mit einem farbig beleuchteten Razer-Logo versehen sind, bieten auch Nutzern mit größeren Ohren reichlich Platz.
Der breite Kopfbügel ist segmentiert, wodurch er eine gewisse Flexibilität erhält. Allerdings wirkt das Headset an Bügel und Höreraufhängung trotz des großzügigen Materialeinsatzes filigran und könnte bei unsachgemäßer Behandlung bruchgefährdet sein.
Dank der üppigen Dimensionierung des Bügels, der Ohrpolster und der Hörermuscheln sitzt das Razer Manowar trotz des Gewichts von 375 Gramm sehr bequem auf dem Kopf. Das Gewicht verteilt sich gut, das Headset schließt die Ohren des Nutzers mit sanftem Druck ein und wird selbst bei längerem Tragen nicht störend. Auch Brillenträger können das Razer Manowar in Betracht ziehen, da die sehr weichen Ohrpolster und der geringe Anpressdruck trotz der oft problematischen Brillenbügel einen hohen Komfort ermöglichen.
Das halboffene Design der Hörmuscheln lässt zudem etwas Luftzirkulation zu, wodurch einige gedämpfte Außengeräusche ins Innere dringen. Ganz abgeschottet ist man beim Tragen des Headsets also nicht. Zudem erlaubt die halboffene Bauweise einen Temperaturaustausch, sodass allzu heiße Ohren trotz der üppigen Kunstlederpolster nicht zu erwarten sind.
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An der rechten Hörmuschel befindet sich der kleine 2,4-GHz-USB-Funkdongle in einer Aussparung. Dies mag für den Transport des Headsets praktisch sein, erscheint aber für alle anderen Umstände etwas befremdlich, da der Dongle im Normalfall wohl eher im USB-Anschluss des PCs bzw. in der beiliegenden USB-Verlängerung steckt. Der Steckplatz bleibt somit frei und dient am ehesten als Sammelplatz für Schmutz.
Das Setup des Razer Manowar ist erfreulich unkompliziert, und die Bedienelemente, die sich ebenfalls an den Hörermuscheln befinden, machen die Handhabung des Geräts spielend einfach. Für den einfachen Stereo-Betrieb an PC oder Playstation 4 genügt es, den Dongle in einen freien USB-Steckplatz zu platzieren und dann in den Windows Audioeigenschaften die Wiedergabe auf das Headset zu legen.
An der linken Hörmuschel des Headsets befindet sich der Ein-/Ausschalter. Hier kann man mit einem Drehregler die Lautstärke des versenkbaren Mikrofons steuern oder es mit einem Klick auf den Drehschieber stummschalten. Hier ist außerdem ein Mini-USB-Anschluss zum Laden des integrierten Akkus angebracht, wobei ein Betrieb mit Kabel nicht vorgesehen ist, da sich das Headset beim Laden abschaltet. An der rechten Hörmuschel befindet sich ein weiterer Drehregler für die Wiedergabelautstärke. Die Kontrollelemente sind intuitiv zu bedienen und im alltäglichen Gebrauch sehr praktisch.
Razer Synapse Software
Die Razer-Software vereint neben der ordentlich funktionierenden und auch für herstellerfremde Geräte nutzbaren, virtuellen 7.1-Simulation via Razer Surround auch eine Bassverstärkung, eine Normalisierung, die auf Wunsch den Dynamikumfang und damit starke Lautstärkeschwankungen reduziert, eine Sprachverbesserung sowie eine Lautstärkeanpassung für den eingehenden Chat-Verkehr und diverse Mikrofoneinstellungen.
Diese beinhalten eine praktische Monitorfunktion, mit der sich die eigene Stimme abhören lässt und so das Aufspüren der passenden Einstellungen bei Lautstärke, Empfindlichkeit sowie der Rauschunterdrückung vereinfacht wird. Im Lautstärke-Mixer kann jede laufende Anwendung, welche Ton ausgibt, für sich gesondert gepegelt werden. Zudem kann hier zwischen der Stereo-Ausgabe und dem virtuellen 7.1-Surround-Sound gewechselt werden, ebenfalls für jede Anwendung separat. Somit kann man beispielsweise ein Spiel für Surround-Sound und den Medienplayer für die Stereoausgabe konfigurieren.
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Ein ordentlich funktionierender Equalizer samt einiger gut konfigurierter Voreinstellungen ist ebenfalls vorhanden. Außerdem kann man die Beleuchtung der Razer-Logos seinen Wünschen anpassen (oder diese auch abschalten) und eine zusätzliche Bildschirmanzeige für Lautstärke und Mikrofon per OSD einblenden lassen.
Klangqualität bei Spiel und Musik
Klanglich kann sich Razers Manowar hören lassen. Zwar ist das Headset kein echter Feingeist und spielt eher etwas gemütlich, dennoch wirkt das Klangbild angenehm voll. Der Bassbereich ist etwas hervorgehoben und lässt bei tiefen Frequenzen ein wenig Präzision vermissen, jedoch ist der Kickbass ausreichend knackig. Die Mitten gefallen durch eine natürliche Stimmwiedergabe und eine gute Räumlichkeit, allerdings mangelt es dem Manowar ein wenig an Spritzigkeit und Auflösung.
Bei der Musikwiedergabe wirkt das Headset daher ein wenig zu zurückhaltend und verschlafen, um wirklich mitreißen zu können. Wenn man aber hauptsächlich Populärmusik mit relativ geringem Dynamikumfang hört, sind die musikalischen Fähigkeiten des Razer Manowar zufriedenstellend. Die namensverwandte Metalband hingegen klingt aufgrund der Bassbetonung und der zurückhaltenden Höhen im Bassbereich überfettet und träge, Becken und Snaredrums gehen im Klangbild etwas unter und die Gitarren lassen ein Quäntchen ihres rauen Charmes vermissen.
Beim Spielen kann das Manowar dank der recht hohen Räumlichkeit, dem voluminösen Tiefton sowie den leicht zurückgenommenen Höhen punkten. Letzterer Punkt kommt zwar der Ortung nicht entgegen, aber ein wenig mehr Lebendigkeit und Detail wäre durchaus nützlich, um Geräusche präziser zu orten. Dafür werden scharfen Zischlaute, lästig näselnde Mitspieler oder in Spielen nicht selten überbetonte Höhen entschärft. Der Surround-Sound via Razer Surround funktioniert zudem gut, wenngleich für ein überzeugendes Mittendrin-Gefühl ein wenig an der Abstimmung herumgespielt werden muss. Generell überzeugt das Razer Manowar aber.
Installation und Einrichtung
Die Inbetriebnahme des Razer Manowar ist denkbar einfach. Der mitgelieferte Sender im USB-Nano-Format muss in einen USB-Port gesteckt werden (Stromversorgung; Soundwiedergabe PC/PS4). Im Lieferumfang ist eine USB-Dockingstation mit einem zwei Meter stoffummantelten Kabel enthalten, falls man den USB-Sender nicht direkt am PC/an die PS4 anschließen möchte. Das Manowar kann übrigens auch an der PS4 betrieben werden, dort allerdings mangels Software nur im Stereomodus. Als Analog-Headset funktioniert das Manowar nicht.
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Die verwendete 2.4-GHz-Wireless-Technik funktioniert auch auf einer Reichweite von bis zu 12 Metern verzögerungsfrei. Die maximale Akkulaufzeit beträgt knapp 20 Stunden (mit RGB-Beleuchtung nur 14 Stunden).
Bedienelemente
Bei der Bedienung verzichtet Hersteller Razer auf eine Kabelfernbedienung. Sämtliche Bedienelemente befinden sich direkt am Kopfhörer. An der linken Seite findet man den An-Aus-Schalter, den Anschluss für das Ladekabel und ein Drehrad für die Mikrofonlautstärke. Drückt man das Rad, wird das Mikrofon stumm geschaltet, was durch eine rote Leuchte am Mikrofonarm angezeigt wird. Die Lautsprecher befinden sich in geschlossenen Gehäusen, welche gut isoliert sind, um Außengeräusche in einem hohen Maß zu dämpfen.
Razer Synapse im Detail
Wer die zusätzlichen Features nutzen möchte, muss auf Razers Synapse-Software zurückgreifen, die der amerikanische Hersteller als Schnittstelle für all seine Peripherie nutzt. Vorteilhaft ist das vor allem, wenn mehrere Razer-Produkte genutzt werden sollen. Der Nachteil ist hinlänglich bekannt und wurde bereits mehrfach kritisiert: Razer setzt auf eine Cloud-Lösung, sodass für die Konfiguration des Headsets zwangsläufig ein Account bei Razer angelegt werden muss.
Sieht man vom Registrierungszwang einmal ab, kann Synapse auf der ganzen Linie überzeugen. Direkt nach dem ersten Start wird das ManO’War erst einmal aktualisiert. Neben der bereits erwähnten Möglichkeit gleich mehrere Geräte des Herstellers zu konfigurieren, bietet Synapse eine aufgeräumte und intuitive Oberfläche. Ein Part ist natürlich dem bei Razer „Chroma“ genannten Beleuchtungskonzept zugeteilt. An dieser Stelle lassen sich nicht nur die Farben der Razer-Logos auf den Ohrmuscheln, sondern auch diverse Effekte konfigurieren. Ob es solche Farb-Gimmicks wirklich braucht, sei einmal dahingestellt, zumal praktische Komfortfeatures, wie sie Corsair beispielsweise bei seiner Void-Reihe bietet, nicht angeboten werden.
Von der Effekthascherei einmal abgesehen, bietet Razer die Möglichkeit die virtuellen Surround-Fähigkeiten des Headsets zu kalibrieren. Nach erfolgreicher Kalibrierung hat der Nutzer die Möglichkeit sowohl die Audio-Eigenschaften, also beispielsweise den Bass-Boost zu aktivieren. Ebenso kann das Mikrofon hinsichtlich Pegel und Empfindlichkeit angepasst werden. Mit von der Partie ist natürlich auch ein Equalizer mit acht Bändern, der zahlreiche Presets bietet und darüber hinaus individuell angepasst werden kann. Hier hat der Nutzer die Wahl zwischen vorgefertigten Presets. Die bestmögliche Wahl hängt an dieser Stelle natürlich von den eigenen Präferenzen, aber auch vom genutzten Audiomaterial ab.
Mikrofon
Das Mikrofon bietet auch bei diesem Headset eine gute Qualität. Der Nutzer ist gut zu verstehen, während die Stimme recht natürlich wiedergegeben wird. Die Sprachübertragung ist überaus klar und deutlich, ohne Nebengeräusche in der Umgebung störend aufzufangen.
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Hoher Tragekomfort
- Kabellose Freiheit
- Einfache Einrichtung
- Intuitive Bedienung
- Gute Klangqualität für Spiele
- Anpassbare RGB-Beleuchtung
- Gute Mikrofonqualität
- Virtueller 7.1 Surround Sound
Nachteile:
- Filigranes Design könnte bruchgefährdet sein
- Bassbereich könnte präziser sein
- Klangqualität für Musik könnte besser sein
- Kein analoger Anschluss (Klinkenkabel)
- Cloud-basierte Software erfordert Account