Was tun, wenn Menschen nerven: Strategien für einen gelassenen Umgang

Jeder kennt es: Im Alltag begegnen uns Menschen, die uns auf die Nerven gehen. Ob es der besserwisserische Kollege, die nörgelnde Nachbarin oder der aufdringliche Verkäufer ist - der Umgang mit solchen Personen kann sehr belastend sein. Doch wie kann man damit umgehen, ohne selbst darunter zu leiden? Dieser Artikel gibt Ihnen verschiedene Strategien an die Hand, um gelassener und selbstbewusster mit nervigen Menschen umzugehen.

Warum uns manche Menschen nerven

Es gibt verschiedene Gründe, warum uns bestimmte Menschen oder Verhaltensweisen stören. Oftmals liegt es an den folgenden Faktoren:

  • Minderwertigkeitsgefühle: Menschen, die andere abwerten, fühlen sich oft selbst minderwertig und versuchen, ihr Selbstwertgefühl durch das Herabsetzen anderer zu steigern. Dieses Minderwertigkeitsgefühl basiert häufig auf mangelndem Selbstbewusstsein und geringer Selbstsicherheit.
  • Neid: Neid ist ein weit verbreitetes Gefühl, das dazu führen kann, dass Menschen andere schlechtmachen, um sich selbst besser zu fühlen.
  • Negative Gefühle: Frust, Ärger, Wut und Enttäuschung können dazu führen, dass Menschen ihre negativen Emotionen an anderen auslassen. Dies geschieht oft gezielt an bestimmten Personen, beispielsweise Kollegen oder Familienmitgliedern.
  • Unzufriedenheit: Das eigene Unvermögen und die daraus resultierende Unzufriedenheit werden auf andere projiziert, um die Eigenverantwortung zu vermeiden. Es wird ein Schuldiger gesucht, der die negativen Gefühle spüren soll.
  • Gruppendruck: In Gruppen kann Gruppendruck entstehen, der dazu führt, dass Einzelne ausgegrenzt und schlechtgemacht werden.
  • Erwartungen: Runtermacher erhoffen sich eine bestimmte Reaktion auf ihr abwertendes Verhalten.

Strategien für den Umgang mit nervigen Menschen

1. Innere Haltung und Perspektivenwechsel

  • Verständnis-Vorschuss: Versuchen Sie, nervigen Menschen einen Verständnis-Vorschuss zu gewähren. Oftmals steckt hinter dem Verhalten eine schwierige Situation oder ein persönliches Problem. Dies hilft, das Verhalten nicht persönlich zu nehmen und den Stress zu mindern.
  • Emotionale Distanz: Bringen Sie eine größtmögliche emotionale Distanz zwischen sich und die Nervensäge. Lenken Sie die Perspektive von sich auf das Gegenüber und fragen Sie sich, was wohl der Grund für das Verhalten sein könnte.
  • Gemeinsamkeiten suchen: Suchen Sie bewusst nach einer Gemeinsamkeit mit der Person. Vielleicht teilen Sie den Lieblingsfußballverein oder die Begeisterung fürs Reisen.
  • Unterschiede akzeptieren: Machen Sie sich Unterschiede in den Persönlichkeiten klar. Nicht jeder, der neugierig oder geschwätzig ist, möchte Sie ärgern. Oftmals ist es einfach eine Frage der Persönlichkeit.
  • Humor: Sehen Sie die Situation als einen Sketch von Loriot. Dies hilft, Distanz zu gewinnen, gelassener mit der Situation umzugehen und sich eine angemessene Reaktion zu überlegen.
  • Selbstreflexion: Fragen Sie sich, ob Sie selbst Anteile an der Situation haben. Sind Sie vielleicht zu ungeduldig oder reizbar?
  • Bedürfnisse erkennen: Versuchen Sie zu erkennen, welche Bedürfnisse der andere mit seinem Verhalten befriedigen will. Möchte er Aufmerksamkeit, Anerkennung oder einfach nur Kontakt?

2. Grenzen setzen und kommunizieren

  • Klare Grenzen setzen: Machen Sie deutlich, welche Verhaltensweisen für Sie nicht akzeptabel sind. Das ist leichter gesagt als getan, aber es ist wichtig, dass Sie Ihre Grenzen kennen und verteidigen.
  • Gleichgültigkeit zeigen: Reagieren Sie nicht oder gleichgültig auf persönliche verbale Angriffe. Je öfter Sie die Attacken ignorieren, desto weniger interessant wird es für den Runtermacher.
  • Konfrontation suchen: Wenn jemand abwertend nur in Abwesenheit der jeweiligen Person redet, suchen Sie bewusst die Konfrontation. Aber werden Sie dabei nicht emotional oder laut, denn das kann als Zeichen von Schwäche ausgelegt werden.
  • Ich-Botschaften senden: Formulieren Sie Ich-Botschaften, um Ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken, ohne den anderen zu beschuldigen. Zum Beispiel: "Ich fühle mich unwohl, wenn du mich unterbrichst."
  • Freundliche Hinweise geben: Eine Person, die sich oft beschwert, merkt unter Umständen gar nicht, dass er oder sie es tut. Weise dein Gegenüberfreundlich darauf hin, was er:sie tut. Unterbrich das Meckern, indem du eine andere Perspektive einnimmst. Du kannst auch Ideen oder Denkanstöße mit in die Konversation bringen, welche die positiven Seiten einer Situation beleuchten.
  • Gegenfragen stellen: Stellen Sie Gegenfragen, um unsachliche Äußerungen zu entlarven und den Gesprächspartner festzunageln. Zum Beispiel: "Was genau meinen Sie damit?"
  • Kurz und prägnant antworten: Vermeiden Sie lange Erklärungen oder Rechtfertigungen. Bleiben Sie kurz und prägnant in Ihren Antworten.

3. Verhaltenstechniken

  • Ausweichen: Ähnlich wie Ihnen jemand den Ball zuwirft, und Sie weichen einfach aus, lassen ihn davonrollen, ohne sich weiter darum zu kümmern.
  • Mini-Auszeit nehmen: Schaffen Sie sich eine Mini-Auszeit, wenn Sie merken, dass Sie am liebsten platzen möchten. Gehen Sie kurz an die frische Luft oder machen Sie eine kurze Entspannungsübung.
  • Spiegeln: Tun Sie der Person einfach nach, was sie tut. Verschränkt die Arme und lächelt süffisant? Ist unverschämt oder übergriffig? Sobald du eine Irritation bei der Nervensäge bemerkst, kannst du dein Verhalten erklären.
  • So-So-Technik: In dem Moment die Person angucken und sagen: 'So, so.' Und dann wirklich den Augenkontakt halten. Wenn die andere Person nicht darauf reagiert, ist die so ignorant und am sozialen Leben so desinteressiert, dass auch ein harscher Hinweis sie nicht gebremst hätte.
  • Die Mini-Strategie gegen Ärger: Der Zauberspruch: Mache dir bewusst: Wenn es in einem Jahr nicht mehr wichtig ist - warum ärgerst du dich dann so darüber?
  • Die Midi-Strategie gegen Ärger: Nie wieder sprachlos!: Schüttle die Sticheleien oder Beleidigungen souverän ab.

4. Abgrenzung und Selbstschutz

  • Kontakt einschränken oder abbrechen: Gehen Sie auf Distanz - auch wenn das nur innerlich möglich ist. Wenn eine Situation zu belastend ist, kann es notwendig sein, den Kontakt einzuschränken oder abzubrechen.
  • Eigene BedürfnissePriorisieren: Achten Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse und geben Sie sich selbst die Erlaubnis, sich abzugrenzen.
  • Veränderungsmöglichkeiten erkennen: Wer sich beschwert, ist unzufrieden. Aus dieser Situation oder Gefühlslage können in einem nächsten Schritt Lösungsansätze entwickelt werden, um ein bestimmtes Problem zu bewältigen.
  • Abgrenzen, wenn nötig: Auch wenn es hart klingt - wenn andere ständig Dampf bei dir ablassen und dich als “Mülleimer” benutzen, um ihre Probleme und Beschwerden abzuladen, dann grenze dich ab.

5. Professionelle Hilfe

  • Training: Trainieren Sie Ihr Verhalten und Auftreten gegenüber Runtermachern. Solche Situationen können Sie z. B. mit ChatGPT simulieren.
  • Psychologische Beratung: Wenn Sie unter dem Verhalten anderer Menschen stark leiden, kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Therapeut kann Ihnen helfen, Ihre eigenen Muster zu erkennen und neue Strategien zu entwickeln.

Umgang mit Dauernörglern

Dauernörgler sind Menschen, die ständig etwas zu bemängeln haben. Der Sommer ist zu heiß, der Winter zu kalt, das Essen lauwarm und die Musik zu laut. Der Umgang mit solchen Menschen kann sehr anstrengend sein. Hier sind einige Tipps, wie Sie damit umgehen können:

  • Liebevolle Aufmerksamkeit: Jemand, der sich ständig beschwert, sich reibt, der gegen etwas ist und dabei noch die eine oder andere Emotion hochkochen lässt, möchte nicht nur meckern sondern auch auf sich aufmerksam machen.
  • Gesprächsangebote machen: Wann es sich lohnt, anstrengenden Menschen Gesprächsangebote zu machen und wo Sie sich besser abgrenzen und den Kontakt abbrechen in Mit schwierigen Menschen leichter leben.
  • Mitgefühl und Empathie zeigen: Auch wenn es dir wahrscheinlich schwerfällt, versuche, dich in dein kompliziertes Gegenüber hineinzuversetzen.
  • Veränderungsmöglichkeiten erkennen: Biete deine Hilfe an, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
  • Abgrenzen, wenn nötig: Zieh in diesem Fall deine Grenze.Auch wenn es sich um enge Angehörige oder sogar den:die Partner:in handelt - im Endeffekt ist jeder für sich selbst verantwortlich.
  • Umarmung: Wenn dir eine meckernde Person am Herzen liegt, kann eine Umarmung Wunder bewirken!

Die Macht der Perspektive

Es ist wichtig zu verstehen, dass das Verhalten anderer Menschen oft wenig mit uns selbst zu tun hat. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Erfahrungen und seine eigenen Bedürfnisse. Wenn wir uns das bewusst machen, können wir gelassener mit nervigen Menschen umgehen und uns von ihrem Verhalten weniger beeinflussen lassen.

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