Manuka Honig: Wirkung auf das Nervensystem und mehr

Die Manuka-Pflanze (Leptospermum scoparium), auch bekannt als Neuseelandmyrte oder Südseemyrte, ist im südöstlichen Australien und in den Bergregionen Neuseelands beheimatet. Dieses Mitglied der Familie der Myrtengewächse kann bis zu acht Meter hoch werden und hat eine lange Geschichte der traditionellen Verwendung.

Historische Verwendung und Entdeckung

Schon der englische Botaniker Joseph Banks beobachtete im 18. Jahrhundert, dass die Maori verschiedene Teile der Manuka-Pflanze gegen Magen-Darm-Beschwerden, Erkältungen, Hautkrankheiten und Blasenentzündungen einsetzten. Für die Maori galt der Strauch sogar als heiliger Baum, und sie bereiteten aus den Pflanzenteilen einen Sud zu, was zur Bezeichnung "tea tree" führte.

Nach dieser frühen Entdeckung geriet die Manuka jedoch in Vergessenheit, bis sie 1925 durch den australischen Chemiker Penfold wiederentdeckt wurde. Penfold fand heraus, dass das Öl der Manuka eine etwa zehnmal stärkere Wirkung gegen Bakterien hat als die bis dahin übliche Karbolsäure.

Gewinnung und Inhaltsstoffe von Leptospermum

Aus den Zweigen und Blättern des Manukabaumes wird durch Wasserdampfdestillation Leptospermum gewonnen. Für ein Kilogramm Leptospermum benötigt man 150 Kilogramm Pflanzenteile. Leptospermum ist reich an verschiedenen bioaktiven Inhaltsstoffen:

  • Sesquiterpene (Cadinenen) (65-68%): Fördern die Regeneration von Haut und Schleimhäuten und wirken wundheilungsfördernd. Sie regulieren die Ausschüttung von Histaminen und haben einen positiven Effekt auf allergische Hautreaktionen.
  • Triketone (Flaveson, Isoleptospermon und Leptospermon) (ca. 25%): Diese Ketonkörper können das Konzentrationsvermögen und die Leistungsfähigkeit verbessern, indem sie die Energieversorgung des Gehirns aus Fetten beschleunigen.
  • Sesquiterpenol (5-6%): Trägt zur Ausbalancierung des Hormonhaushaltes bei, indem es auf Hypophyse und Hypothalamus wirkt.
  • Terpene (Monoterpene) (3%): Kurbeln die Produktion von entzündungshemmenden Stoffen an.
  • Cineol: Ist nur in Spuren vorhanden, was aber von Vorteil ist, da es in hohen Dosen oft nicht gut vertragen wird.

Wirkung von Leptospermum auf das Nervensystem und das Wohlbefinden

Naturreines Leptospermum hat einen ausgleichenden Einfluss auf das seelische Wohlbefinden. Es wirkt beruhigend auf das Nervensystem und kann bei innerer Unruhe hilfreich sein.

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Weitere Anwendungsgebiete von Leptospermum

  • Äußerliche Anwendung: Leptospermum wird gerne bei entzündeter, juckender und/oder allergischer Haut eingesetzt. Es kann bei schlecht heilenden Wunden, Fieberbläschen, Pilzkrankheiten und Schuppenflechte eine gute Wirkung zeigen. Ein Forscherteam der Universität Heidelberg empfahl den Einsatz von Leptospermum auch bei Herpes.
  • Innerliche Anwendung: Leptospermum kann bei Erkältungen inhaliert werden und hilft eingerieben oder als Massageöl bei Verspannungen und Muskelkater.
  • Weitere Einsatzmöglichkeiten: Karies, Zahnfleischerkrankungen, immunbedingte Krankheiten und Infektionen. Eine Studie der „Korea University Medical School“ aus dem Jahr 2013 wies zudem eine Anti-Aging-Wirkung nach.
  • Tiermedizin: Leptospermum wurde bereits für die Behandlung von Ohr- und Hautinfektionen bei Hunden klinisch getestet.

Manuka-Honig: Ein besonderer Honig mit heilenden Eigenschaften

Im 20. Jahrhundert entdeckte Dr. Peter Molan die außergewöhnliche Wirkung des Manuka-Honigs, der aus dem Blütennektar der Manuka von Bienen erzeugt wird. Dieser Honig weist antibakterielle Aktivitäten auf und wird traditionell als Naturheilmittel eingesetzt.

Inhaltsstoffe und Qualitätsmerkmale

Manuka Honig enthält im Vergleich zu einem gewöhnlichen Honig zusätzlich einen Wirkstoff namens Methylglyoxal (MGO). Dieses Zuckerabbauprodukt wurde von Forschern der TU Dresden als entscheidender Wirkstoff für die besondere antibakterielle Wirkung des Honigs identifiziert. Je höher der MGO-Gehalt, desto stärker ist die antibakterielle Wirkung. Zum Vergleich: ein handelsüblicher Honig hat maximal 20mg MGO pro Kilogramm, bei Manuka Honig sind es hingegen 200 bis 800mg MGO.

Um echten Manuka-Honig zu identifizieren, hat die Unique Manuka Factor Honey Association (UMFHA) ein Klassifizierungssystem entwickelt. Alle Sorten ab UMF 10+ sind geeignet.

Anwendungsgebiete von Manuka-Honig

  • Wundheilung: In der Kinderklinik der „Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität“ in Bonn wird ein auf Manuka-Honig basierendes Präparat für die Wundpflege bei Kindern genutzt. In einer Berliner Klinik für Anthroposophische Medizin findet Manukahonig in der Behandlung von schwer heilenden Wunden und insbesondere beim diabetischen Fußsyndrom Anwendung.
  • Weitere Anwendungsgebiete: Dank seines hohen Polyphenol- und Mineralstoff-Gehalts ist Manuka-Honig auch in der Kosmetik eine Wunderwaffe. Er kann auch bei Erkältungen und Halsschmerzen lindernd wirken.

Manuka-Honig und das Nervensystem

Honig allgemein, und somit auch Manuka-Honig, wirkt entspannend auf das Nervensystem, insbesondere in Verbindung mit anderen Nahrungsmitteln. Studien deuten darauf hin, dass Honig eine Vielzahl gesundheitsfördernder Wirkungen haben kann, darunter antioxidative, entzündungshemmende, antibakterielle, antidiabetische und schützende Wirkungen auf das Nervensystem.

Weitere Vorteile von Honig

  • Honig ist ein rasch wirkender, nicht belastender Energiespender.
  • Honig aktiviert die Funktion der Leber.
  • Honig hilft bei Halsschmerzen.
  • Der Verzehr von Honig wirkt sich günstig auf Herzschlag und Durchblutung aus.

Tipps zur Lagerung von Honig

  • Honig sollte immer luftdicht verschlossen sein, da er sonst Wasser zieht und nicht mehr so gut schmeckt.
  • Da Honig Säuren enthält, sollte der Deckel eine lebensmittelechte Papiereinlage haben. Blechdeckel mit einer lebensmittelechten Beschichtung eignen sich am besten.
  • Honig sollte auch dunkel gelagert werden, da besonders wertvolle Inhaltsstoffe licht- und wärmeempfindlich sind.

Joghurt und Honig: Eine gesunde Kombination

Die Kombination von Joghurt und Honig bietet mehrere gesundheitliche Vorteile, die über die Einzelwirkungen der beiden Lebensmittel hinausgehen. Die probiotischen Kulturen im Joghurt stärken die Darmbarriere und können Entzündungen im Darm reduzieren. Honig enthält Polyphenole, die stark antioxidativ wirken und entzündungshemmend sind. Honig fördert das Wachstum und die Überlebensfähigkeit von probiotischen Kulturen im Joghurt, was die positiven Effekte auf die Darmgesundheit verstärken kann. Die Zugabe von Honig erhöht die antioxidative Aktivität des Joghurts, was zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beiträgt. In einer Humanstudie konnte Joghurt mit Honig den morgendlichen Blutzuckerspiegel signifikant senken.

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