Marco Schreyl: Eine Auseinandersetzung mit Gesundheit und persönlicher Geschichte

Marco Schreyl, ein bekannter deutscher Fernseh- und Radiomoderator, steht seit Jahren im Rampenlicht. Doch abseits seiner beruflichen Erfolge hat er eine sehr persönliche und schwierige Geschichte zu erzählen, die seine Gesundheit und sein Leben nachhaltig beeinflusst hat. Dieser Artikel beleuchtet Schreyls Erfahrungen und seinen Umgang mit den Herausforderungen, die ihm das Leben gestellt hat.

Eine Kindheit im Weimarer Land

Marco Schreyl stammt aus Apolda und verbrachte seine Kindheit und Jugend im Weimarer Land. Er selbst beschreibt sich und seine Familie als „richtige Apoldsche Familie“. Obwohl er in Erfurt geboren wurde, lebte die Familie seit seiner Kindheit im Weimarer Land. Er erinnert sich an seine ersten Schritte in Gummistiefeln in Heusdorf und verbindet mit Thüringen schöne und heile Erinnerungen sowohl aus DDR-Zeiten als auch aus der Zeit der wiedervereinigten Republik. Obwohl er gerne in Köln wohnt und sich dort zuhause fühlt, bezeichnet er Thüringen als seine Heimat.

Schreyl war in seiner Jugend sportlich aktiv, zunächst als Kunstturner, später als Läufer und Bobfahrer. Seine ersten sportlichen Schritte machte er in Apolda als Kunstturner. Er war darin recht erfolgreich, bis er zu groß wurde. Sein Vater gab ihm dann den Hinweis, zur Leichtathletik zu wechseln. Er erinnert sich an die Strecken, die sie früher gelaufen sind, zum Beispiel um den Lohteich in Apolda und durch den Schötener Grund.

Die Diagnose Chorea Huntington

Ein Wendepunkt in Marco Schreyls Leben war der 12. September 2014. An diesem Tag wurde ihm bewusst, dass seine Mutter, obwohl sie äußerlich noch seine Mutter war, innerlich nicht mehr dieselbe Person war. Schreyls Mutter erkrankte an Chorea Huntington, einer erblichen Erkrankung, die das Gehirn befällt und zu Demenz und schließlich zum Tod führt.

Huntington zeigt sich zuerst in psychischen Veränderungen. Schreyls Mutter wurde aggressiv und erzählte Geschichten, von denen ihr Sohn überzeugt war, dass sie erfunden waren. Nachdem er sie schließlich überredet hatte, einen Gentest machen zu lassen, wollte sie die niederschmetternde Diagnose weder mit ihrem Sohn noch mit ihrem geschiedenen Mann teilen.

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„Alles gut? Das meiste schon!“ - Ein Buch als Verarbeitung

Schreyl stürzte sich in die Arbeit und versuchte, für sich einen Weg zu finden, mit den Veränderungen in seinem Leben umzugehen. Dazu gehörte auch, die Frage, ob er selbst die genetische Anlage für Huntington in sich trägt, erst einmal unbeantwortet zu lassen. Immerhin besteht eine 50-prozentige Chance, dass es ihn nicht treffen wird.

Er brauchte Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten und entschied sich, die Geschichte seiner Familie und die Erfahrungen mit Huntington aufzuschreiben. Daraus entstand sein Buch „Alles gut? Das meiste schon!: Meine Eltern, diese gemeine Krankheit und ich“, eine autobiografische Erzählung, in der er offen und einfühlsam über seine persönlichen Erfahrungen mit der Krankheit seiner Eltern spricht. Schreyl schildert die Herausforderungen und emotionalen Belastungen, die mit der Pflege kranker Angehöriger einhergehen. Gleichzeitig reflektiert er über seine eigene Lebensgeschichte und wie diese Erfahrungen ihn geprägt haben.

Ein Thema wird öffentlich

Schreyl hat die Einladung des Vereins Deutsche Huntington-Hilfe angenommen, um zu erzählen, wie es war, wie es sich anfühlte, als seine Mutter - die Frau, die ihn mit 18 zur Welt gebracht hatte und „ein echter Feger war“, wie er schmunzelnd verriet - zu einem Menschen mutierte, der ihm fremd wurde. Viele im Publikum in der Stadtbibliothek wussten, wovon Schreyl da berichtete. Sie sind entweder selbst betroffen oder haben nahe Angehörige, die an Huntington erkrankt sind.

So locker Marco Schreyl den Abend mit Passagen aus seinem Buch und persönlichen Anmerkungen begann, so emotional wurde es, als er das Kapitel vorlas, in dem er den Abschied von seiner Mutter beschreibt. Dabei hatte er sich fest vorgenommen, „nicht nur Molltöne anzustimmen“. Aber zur Wahrheit über Huntington gehört nun einmal, dass die Betroffenen daran sterben. Er brach das entsprechende Kapitel nach ein paar Minuten ab. Zu sehr schmerzt die Erinnerung daran. Schreyls Mutter starb 2021 an den Folgen der Erkrankung.

Solidarität und Unterstützung

Im Publikum saßen viele Betroffene, die ähnliche Erfahrungen wie der 50-jährige gemacht haben. Schreyl berichtete von seiner Kindheit in der DDR mit jungen Eltern, die ihm mehr wie gute Freunde vorkamen, erinnerte sich an gemeinsame Urlaube und eben diesen einen Tag, an dem klar wurde, da hatte sich ein Riss aufgetan.

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Weitere Schicksalsschläge in der Sportwelt

Die Nachricht vom Tod des Marathonläufers Adrian Lehmann, der an einem Herzinfarkt verstarb, verdeutlicht die Unberechenbarkeit des Lebens und die Bedeutung der Gesundheit. Lehmanns Tod in den Vorbereitungen für den Zürich-Marathon hat in der Schweizer Leichtathletik tiefe Trauer ausgelöst. Swiss Athletics betonte, dass Lehmann trotz bester medizinischer Versorgung verstarb.

Auch der Tod des „Gefragt - Gejagt“-Jägers Klaus Otto Nagorsnik im Alter von 68 Jahren ist ein Verlust für die deutsche Fernsehlandschaft.

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