Mark Ruffalo: Vom Gehirntumor zum Hollywoodstar

Mark Ruffalo, ein gefeierter Schauspieler, dessen Weg zum Erfolg in Hollywood von Schicksalsschlägen gezeichnet ist, hat sich trotz aller Widrigkeiten einen festen Platz in der Filmwelt erobert. Sein Leben ist eine Geschichte von Talent, Widerstandsfähigkeit und dem unbedingten Willen, Hindernisse zu überwinden.

Frühe Karriere und Durchbruch

Nach seinem Abschluss am Stella Adler Studio of Acting, einer renommierten Schauspielschule, die bereits Größen wie Marlon Brando, Robert De Niro und Harvey Keitel hervorbrachte, begann Ruffalo seine Karriere wie viele seiner Kollegen in den 1990er Jahren am Theater. Obwohl er dort einige Erfolge feierte, war er gezwungen, zusätzlich als Kellner zu arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Gelegentlich übernahm er Rollen in Filmen wie "The Dentist" (1996) oder "Ride with the Devil" (1999), doch seine Figuren blieben meist unbedeutend, was es ihm erschwerte, sich als bekannter Schauspieler zu etablieren.

Der Durchbruch gelang Ruffalo im Jahr 2000 mit dem Film "You Can Count on Me". Der Film erhielt zahlreiche Nominierungen und Preise, darunter zwei Oscar-Nominierungen, und katapultierte Ruffalo ins Rampenlicht.

Die Diagnose: Gehirntumor

Doch plötzlich sah sich Mark Ruffalo mit ganz anderen Problemen konfrontiert als seine Karriere. Im Jahr 2002 wurde bei ihm ein Gehirntumor diagnostiziert, der operativ entfernt werden musste. Monatelang war eine seiner Gesichtshälften gelähmt. Die Chancen, dass er jemals wieder vor eine Kamera treten könnte, schätzte er selbst als verschwindend gering ein.

Im Sommer 2001 erhielt Ruffalo die niederschmetternde Diagnose. Im Podcast "SmartLess" erinnert sich der Schauspieler an den Moment, als ihm eine Ärztin mitteilte: "Sie haben hinter Ihrem linken Ohr eine Masse von der Größe eines Golfballs. Wir wissen nicht, was es ist, wir können es nicht sagen, bevor es nicht biopsiert ist." Zu diesem Zeitpunkt war seine Frau Sunrise Coigney mit ihrem ersten gemeinsamen Sohn Keen hochschwanger. Um sie nicht zu beunruhigen und die Schwangerschaft nicht zu gefährden, verschwieg Ruffalo ihr die Diagnose zunächst. Erst eine Woche nach der Geburt offenbarte er ihr die Wahrheit. Sunrise reagierte geschockt und brach in Tränen aus, aus Angst, er würde sterben.

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Nachdem feststand, dass der Tumor gutartig war, stand Ruffalo dennoch ein risikoreicher Eingriff bevor. Es bestand eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass er sein Gehör auf dem linken Ohr verlieren würde, und eine 20-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass seine linke Gesichtshälfte gelähmt bleiben würde. Beides trat nach der Operation zunächst ein. "Ich konnte nicht einmal mein Auge schließen", erinnert sich der Schauspieler. Ein Jahr später verschwand die Lähmung, doch auf dem linken Ohr ist er bis heute taub.

Comeback in Hollywood

Trotz der schweren gesundheitlichen Probleme erholte sich Ruffalo und fasste langsam aber sicher wieder Fuß in Hollywood. Er war kein unbeschriebenes Blatt mehr, und so fiel der zweite Anlauf natürlich etwas leichter. Mit Auftritten in Filmen wie "Collateral", "Vergiss mein nicht!" und "Zodiac - Die Spur des Killers" mauserte er sich erneut zu einem gefragten Mann Hollywoods, auch wenn die breite Masse zwar sein Gesicht kannte, der große Name dazu allerdings meist gefehlt hat.

Der Verlust seines Bruders

Im Dezember 2008 erfuhr Mark Ruffalo einen weiteren schweren Schicksalsschlag. Sein Bruder Scott Ruffalo, ein Hairstylist, wurde mit einer Schusswunde im Kopf in seiner Wohnung aufgefunden und erlag eine Woche später seinen Verletzungen. Der Fall wurde als Mord eingestuft, konnte aber bis heute nicht aufgeklärt werden. Für Mark Ruffalo eine unerträgliche Situation.

Wie nah sich Mark und sein Bruder Scott standen, machte er unter anderem im Interview mit dem Lifestyle-Magazin "Men's Journal" im Jahr 2013 deutlich. Da sprach er über seine oscarnominierte Rolle im Film "The Kids Are All Right", die ihn an seinen Bruder erinnerte. "Sein Charme, sein Geist, sein Sinn für Humor, sein Wagemut. Wie gut er mit Frauen umgehen konnte. Wie er das Leben verschlang. Ich fange nur einen winzigen Teil von ihm ein. Aber ich denke, es ehrt ihn auf eine wirklich schöne Weise. Er war ein wunderbarer Kerl."

Aktuelle Erfolge und zukünftige Projekte

Aktuell ist Mark Ruffalo mit seiner Rolle des Duncan Wedderburn in "Poor Things" in aller Munde und kann bei den Oscars auf einen Goldjungen als bester Nebendarsteller hoffen. Seine bisher vierte Nominierung. Die Karriere des Hollywoodstars geht stetig bergauf, seit dem Film "30 über Nacht" hat er sich zum Kritikerliebling gemausert.

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Ruffalos Kampf mit Depressionen

Mark Ruffalo hat offen über seinen Kampf mit Depressionen gesprochen, die er seit seiner Kindheit erlebt. Er hat auch über Selbstmordgedanken gesprochen und gesagt, er sei "beinahe bereit gewesen von einer Brücke zu springen". Ruffalo hat gesagt, dass er sich schämte, seinen Eltern von seinen Problemen zu erzählen, aber er hat schließlich Hilfe gesucht und sich erholt.

Mark Ruffalo: Vom Gutmenschen zum Antihelden?

In jüngster Zeit hat Mark Ruffalo eine Metamorphose vom Gutmenschen hin zum Antihelden durchlaufen. Er selbst erklärt diesen Wandel damit, dass er auch die dunklen Seiten in sich entdecken wollte. Nach mehr als 20 Jahren als moralischer Kompass der Kinoleinwände reizte ihn die Herausforderung, einen Schurken zu verkörpern.

In Yorgos Lanthimos' "Poor Things" übernahm Ruffalo die Rolle des Duncan Wedderburn, eines exzentrischen Mannes mit einem überbordenden Ego. Diese Rolle brachte ihm seine vierte Oscar-Nominierung ein. Ruffalo beschreibt die Arbeit an dieser Figur als befreiend und unterhaltsam.

Mark Ruffalo und seine humanitären Bemühungen

Neben seiner Schauspielkarriere engagiert sich Mark Ruffalo für verschiedene gemeinnützige Projekte. Er setzt sich für Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und psychische Gesundheit ein. Ruffalo ist ein Verfechter erneuerbarer Energien und hat sich aktiv gegen Fracking ausgesprochen. Er unterstützt Organisationen, die sich für den Schutz von Kindern und Familien einsetzen, und setzt sich für eine bessere Gesundheitsversorgung ein.

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