Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch anfallsartige, meist einseitige und pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Therapie stützt sich auf prophylaktische und symptomatische Unterstützung, kann aber die Ursache der Migräne nicht beseitigen. Die Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne hängt von der Art, der Schwere und den auslösenden Faktoren der Schmerzen ab. Viele Menschen wollen auf Schmerzmittel verzichten, und manchmal reichen Naturmittel aus. In diesem Artikel werden verschiedene Medikamente und alternative Behandlungsansätze bei Migräne beleuchtet, wobei ein besonderer Fokus auf Cannabinoide und das Potenzial von CBD-Öl gelegt wird.
Cannabinoide in der Migränebehandlung
Cannabisblüten sind seit etwa fünf Jahren in Deutschland verschreibungsfähig. Medizinisches Cannabis eröffnet Ärzten neue Behandlungsoptionen, wenn klassische Ansätze nicht ausreichen oder schlecht vertragen werden. Die Cannabispflanze enthält über 100 verschiedene Cannabinoide, von denen Δ⁹-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) die bekanntesten und am besten erforschten sind. Darüber hinaus gibt es weitere Cannabinoide wie Cannabigerol (CBG), Cannabinol (CBN) und Cannabichromen (CBC), deren therapeutisches Potenzial zunehmend untersucht wird. Diese Substanzen interagieren mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System (ECS) des Körpers, das eine zentrale Rolle in der Schmerzmodulation spielt.
THC (Tetrahydrocannabinol)
THC ist der psychoaktive Hauptbestandteil von Cannabis und entfaltet seine Wirkung hauptsächlich über die Aktivierung von CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem. Es kann Schmerzen lindern, den Appetit anregen und Übelkeit reduzieren, ist jedoch auch für die berauschenden Effekte verantwortlich. Zu den Indikationen mit guter Studienlage gehören beispielsweise Spastik bei Multipler Sklerose, Übelkeit und Erbrechen bei Krebspatientinnen, neuropathische Schmerzen sowie Appetitlosigkeit bei HIV- und Krebspatientinnen.
CBD (Cannabidiol)
CBD hingegen wirkt nicht psychoaktiv und beeinflusst das Endocannabinoid-System auf andere Weise. Es moduliert die Wirkung von THC und kann entzündungshemmende, angstlösende und antikonvulsive Effekte haben. CBD bindet nur schwach an CB1- und CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems. Auf CB1-Rezeptoren wirkt CBD als negativer allosterischer Modulator, erschwert es also THC, sich an den Rezeptor anzulagern. Bereits zugelassen ist ein CBD-haltiges Fertigarzneimittel zur Behandlung von seltenen kindlichen Epilepsieformen (Lennox-Gaustaut- und Dravet-Syndrom), sowie von Krampfanfällen im Zusammenhang mit tuberöser Sklerose (TSC). Vielversprechende Studien liegen außerdem zur Behandlung von Ängsten und zur antipsychotischen Wirkung bei Schizophrenie vor. CBD hat antidepressive Eigenschaften. Wegen der antioxidativen und entzündungshemmenden Effekte kann CBD bei Erkrankungen hilfreich sein, die mit oxidativem Stress einhergehen, wie Krebserkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Alzheimer) oder Stoffwechselerkrankungen (z. B.
Weitere Cannabinoide
- CBC (Cannabichromen): CBC gehört zu den nicht-psychotropen Cannabinoiden der Cannabispflanze. CBC wirkt an CB2-, jedoch nicht an CB1-Rezeptoren. Darüber hinaus werden TRP-Kanäle beeinflusst, die eine Rolle bei Schmerz und Entzündung spielen. In Studien an Mäusen reduzierte CBC Schmerzen und verstärkte die schmerzlindernde Wirkung von THC. CBC zeigt auch antidepressive, antibakterielle und antimykotische Eigenschaften. Die entzündungshemmenden Effekte von CBC wurden erstmals 1980 in einem Tiermodell beschrieben.
- CBG (Cannabigerol): CBG ist die Vorläufersubstanz, aus der die Cannabispflanze die Cannabinoide THC, CBD und CBC bildet. Das nicht-psychotrope Cannabinoid ist ein sogenannter Partialagonist an CB1- und CB2-Rezeptoren, bindet also an den Rezeptoren, übt jedoch nur eine schwache Wirkung aus. Daher reduziert CBG die psychotropen Effekte von THC. Daneben wirkt CBG auch an Alpha2-Adrenorezeptoren und 5-HT1A-Rezeptoren, ein bestimmter Serotoninrezeptor. Nach aktuellen Studien kann CBG bei neurologischen Erkrankungen eingesetzt werden. CBG wirkt durch Bindung an den Alpha2-Adrenorezeptor blutdrucksenkend und könnte daher beim metabolischen Syndrom eingesetzt werden. Es zeigte sich außerdem, dass CBG den Augeninnendruck senken kann, was die Substanz interessant zur Behandlung von Glaukom macht. Auch bei Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte (Psoriasis) kann CBG wirksam sein.
- CBN (Cannabinol): CBN ist ein Oxidationsprodukt von THC, entsteht also durch Hitze- und Sauerstoffeinfluss und kommt hauptsächlich in gealterten Cannabisprodukten vor. Studien am Menschen haben gezeigt, dass CBN eine leicht psychotrope Wirkung besitzt, die sich bei Kombination mit THC verstärkt. Medizinisch kann CBN aufgrund der sedierenden und antikonvulsiven (krampflösenden) Effekte eingesetzt werden. Da CBN auch auf Hitzesensoren (TRPV2) einwirkt, kann das Cannabinoid möglicherweise zur lokalen Therapie von Verbrennungen eingesetzt werden.
Das Endocannabinoid-System (ECS)
Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein komplexes Netzwerk von Rezeptoren, endogenen Cannabinoiden und Enzymen, das eine wichtige Rolle bei der Regulierung verschiedener physiologischer Prozesse spielt, darunter Schmerzempfindung, Entzündung, Stimmung, Schlaf und Appetit. Die Cannabinoide THC und CBD interagieren mit den CB1- und CB2-Rezeptoren des ECS, um ihre therapeutischen Wirkungen zu entfalten.
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Kombination von THC und CBD
Bei der Behandlung chronischer Schmerzen, insbesondere neuropathischer Schmerzen, zeigen Kombinationen von THC und CBD die größte Wirksamkeit. Präparate wie Nabiximols (Sativex), die standardisierte Mengen beider Cannabinoide enthalten, werden erfolgreich zur Linderung von Spastik und Schmerzen bei Multipler Sklerose eingesetzt. Real-World-Daten belegen speziell bei therapierefraktären chronischen Schmerzen eine bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit als eine THC-Monotherapie. Die beiden Substanzen weisen einen synergistischen Effekt in der analgetischen Wirkung auf, der durch die antikonvulsiven, neuroprotektiven und anxiolytischen Eigenschaften von CBD unterstützt wird. Zudem reduziert CBD die psychoaktivierende Wirkung von THC, was sich vor allem im klinischen Alltag bewährt.
Eine Überlegenheit der Kombination aus THC und CBD wird von einer retrospektiven Analyse auf Basis des deutschen PraxisRegisters Schmerz unterstützt, in der die Wirksamkeit von Nabiximols mit Dronabinol verglichen wurde. Im Nabiximols-Arm erreichten 64,4 Prozent der Patienten mit schwer behandelbaren neuropathischen Schmerzen eine Schmerzverringerung um ≥ 50 Prozent; unter der THC- Monotherapie mit Dronabinol lag der Anteil bei lediglich 22,8 Prozent (OR = 6,1, 95%-KI: 4,3-8,7; p < 0,001). Vier von zehn Patienten der Nabiximols-Gruppe konnte jegliche weitere Basisschmerztherapie absetzen, verglichen mit einem von zehn unter Dronabinol. Ferner überzeugt die Kombination aus THC und CBD gegenüber der THC-Monotherapie hinsichtlich Stimmung und Affekt, insbesondere bei den häufigen Komorbiditäten von chronischen Schmerzen - nämlich Stress, Angst und Depressivität.
Verfügbare Cannabisarzneimittel
Als Arzt können Sie Cannabisarzneimittel wie Dronabinol, Nabilon, getrocknete Cannabisblüten oder -extrakte verordnen. Seit dem Inkrafttreten des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG) am 1. April 2024 dürfen Sie als approbierter Arzt medizinisches Cannabis verordnen, ohne dass es als Betäubungsmittel gilt.
Indikationen für medizinisches Cannabis
Die häufigste Indikation für medizinisches Cannabis ist die Behandlung chronischer Schmerzen. Laut einer Erhebung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurden in über 76 % der Fälle Cannabis gegen Schmerzen eingesetzt. Patienten mit Multipler Sklerose (MS) oder anderen neurologischen Erkrankungen profitieren häufig von der spastiklösenden Wirkung von Cannabis. Cannabis kann auch bei Übelkeit und Erbrechen infolge von Chemotherapie hilfreich sein. Bei Patienten mit HIV/AIDS oder Krebserkrankungen kann Cannabis den Appetit steigern und somit helfen, Gewichtsverlust entgegenzuwirken. Für bestimmte Formen der Epilepsie, wie das Lennox-Gastaut- oder Dravet-Syndrom, kann Cannabidiol eine wirksame Therapieoption sein.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von medizinischem Cannabis sollte individuell und einschleichend je nach Konsumform erfolgen. Bei getrockneten Cannabisblüten empfiehlt sich eine Anfangsdosis von 0,25 bis maximal 1 g pro Tag, abhängig vom THC-Gehalt der Sorte. Die Dosis kann alle 1-3 Tage um etwa 25-100 mg Cannabis (entsprechend 2,5-5 mg THC) gesteigert werden, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist. Bei oralen Darreichungsformen, wie Dronabinol, beginnt die Therapie üblicherweise mit einer niedrigen Dosis, z. B.
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Die Inhalation von Cannabis wird in der Schmerztherapie als eine effektive Methode zur schnellen Schmerzlinderung angesehen. Die Wirkstoffe aus der Hanfpflanze kommen zum Einsatz, wenn der Leidensdruck des Patienten hoch und das analgetische Standardrepertoire ausgeschöpft ist.
Nebenwirkungen und Risiken
Medizinisches Cannabis kann bei chronischen Schmerzen eine wirksame Therapieoption sein. Zentralnervöse Effekte wie Müdigkeit, Schwindel, Benommenheit und Konzentrationsstörungen treten besonders zu Beginn der Behandlung auf. Psychische Reaktionen wie Stimmungsschwankungen, Angstzustände oder depressive Verstimmungen sind möglich. Kardiovaskuläre Effekte wie Herzrasen, Blutdruckabfall und in seltenen Fällen Herzrhythmusstörungen können auftreten, insbesondere bei Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weitere körperliche Symptome wie Mundtrockenheit, Übelkeit, Appetitsteigerung und Muskelschwäche sind ebenfalls dokumentiert. Bei längerer Anwendung kann eine Toleranz gegenüber den Wirkstoffen entstehen, was eine Dosisanpassung erforderlich machen kann. Obwohl das Risiko geringer ist als bei Opioiden, besteht bei langfristiger Anwendung die Möglichkeit einer psychischen Abhängigkeit. Langfristiger Gebrauch kann zu Gedächtnisproblemen und einer verminderten Lernfähigkeit führen.
Studienlage
Medizinisches Cannabis wird zunehmend bei chronischen Schmerzen eingesetzt, doch die Studienlage bleibt differenziert. Mehrere randomisierte kontrollierte Studien und Metaanalysen belegen, dass insbesondere THC-haltige Präparate die Schmerzintensität bei neuropathischen und chronischen Schmerzen signifikant reduzieren können. CBD hingegen zeigt in präklinischen Untersuchungen entzündungshemmende und schmerzlindernde Effekte, doch klinische Studien liefern bislang uneinheitliche Ergebnisse. Aktuelle Übersichtsarbeiten betonen, dass inhalierter Cannabis bei nicht-tumorbedingten chronischen Schmerzen besonders wirksam sein kann. Orale Cannabinoidpräparate zeigen ebenfalls positive Effekte, allerdings ist die Wirkung häufig dosisabhängig und individuell verschieden.
PUUREX 5% CBD Öl als alternative Behandlungsoption
PUUREX 5% CBD-Öl wird unter Verwendung einer speziellen Produktionstechnologie hergestellt, die die unerwünschte psychoaktive Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) eliminiert und umgekehrt die Wirkung von nützlichen Substanzen, insbesondere Cannabinoiden (CBD, CBC, CBG) und Terpenen, bewahrt. Das Ergebnis ist eine starke synergistische Wirkung der in Cannabis enthaltenen nützlichen Substanzen.
Puurexöl mit einem Komplex von Cannabinoiden verursacht auch in höheren Dosen keine psychotropen Wirkungen und hält ein natürliches Gleichgewicht aufrecht, ohne sich berauscht zu fühlen. Es hilft, das Endocannabinoidsystem im Körper zu stabilisieren, erhöht den Gehalt an vom Körper produzierten Cannabinoiden wie Anandamid.
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Puurex 5% CBD-Öl wird mit Hilfe modernster Technologien hergestellt, die Sicherheit und Qualität garantieren. Das natürliche Nahrungsergänzungsmittel in Form eines Extrakts aus natürlichem Hanfaroma wird aus Schweizer Hanf höchster Qualität hergestellt. Das Öl enthält ein Spektrum an Cannabinoiden und Aromastoffen aus dieser Nutzpflanze. Im Gegensatz zu THC erzeugt Puurex CBD-Öl auch in höheren Dosen keine psychotropen Wirkungen und behält sein natürliches Gleichgewicht bei, ohne sich berauscht zu fühlen.
Es eignet sich als Ergänzung zur Behandlung insbesondere:
- bei Problemen mit Stress, Angstzuständen und Schlaflosigkeit
- wirkt sich nach erhöhtem körperlichen und sportlichen Stress positiv auf den Körper aus
- geeignet für verschiedene neurologische Probleme und chronische Schmerzen
- bei muskuloskelettalen Schmerzen
- bei Migräne, Kopfschmerzen
- bei Problemen, die durch das prämenstruelle Syndrom verursacht werden
- bei Hautprobleme
Dosierungsempfehlung für PUUREX 5% CBD Öl
3x täglich einnehmen, 1 - 4 Tropfen CBD-Öl auf einen Löffel geben und mit dem Essen schlucken. Bei akuten Schmerzen zur schnelleren Linderung unter die Zunge tropfen. Nicht für Kinder unter 15 Jahren gedacht.
Zusammensetzung von PUUREX 5% CBD Öl
Kokosöl, natürliches Hanfaroma (500 mg). Enthält 0% THC.
Vollspektrum CBD Öl
Ein Vollspektrum-Öl enthält neben CBD weitere wichtige, nicht psychoaktive Cannabinoide, deren positiver Nutzen durch Studien belegt ist. Dazu gehören CBG, CBC und CBN. Vollspektrum-Öle enthalten neben den Cannabinoiden der Hanfpflanze auch deren wichtige Terpene und Flavanoide. All diese Stoffe zusammen sorgen für den sogenannten Entourage Effekt. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass die einzelnen Bestandteile Synergien bilden und sich so gegenseitig verstärken.
Alternative Behandlungsansätze bei Migräne
Neben Cannabinoiden gibt es auch andere alternative Behandlungsansätze bei Migräne, die in Betracht gezogen werden können:
- Lavendelöl: Das Inhalieren von Lavendel-Dampf kann bei Migräne Linderung verschaffen.
- Regelmäßiger Schlafrhythmus: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus kann helfen, Migräneanfälle zu reduzieren.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um Kopfschmerzen vorzubeugen.
- Vermeidung von Stress und bestimmten Nahrungsmitteln-Triggern: Stress und bestimmte Nahrungsmittel können Migräne auslösen.
- Regelmäßige körperliche Aktivität: Regelmäßige körperliche Aktivität kann helfen, Kopfschmerzen und Migräneanfälle zu reduzieren.
- Kopfschmerztagebuch: Ein Kopfschmerztagebuch kann dabei helfen, mögliche Auslöser zu identifizieren.
HHC (Hexahydrocannabinol) und das Verbot
HHC (Kurzform für Hexahydrocannabinol) ist ein sogenanntes halbsynthetisches Cannabinoid. Es kommt zwar in Spuren natürlich in der Cannabispflanze vor, wird für die kommerzielle Nutzung aber im Labor erzeugt - meist durch Hydrierung, also die Anlagerung von Wasserstoff an THC oder Delta-8-THC.
Seit dem 27. Juni 2024 ist der Handel mit HHC und verwandten Stoffen in Deutschland verboten. Mit der Aufnahme in das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) ist die Herstellung, der Handel sowie die Ein-, Aus- und Durchfuhr von HHC und verwandten Substanzen wie HHC-AC, HHC-H und HHC-P strafbar. Der Besitz und Erwerb sowie Besitz von HHC-Zubereitungen sind ebenfalls verboten. Konsum wird nach dem NpSG nicht ausdrücklich mit Strafe bedroht, aber Besitz verstößt gegen das Gesetz.
Das Verbot wurde unter anderem aufgrund gesundheitlicher Bedenken und der unzureichenden wissenschaftlichen Erforschung der Substanz erlassen.
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