Schmerzen unterschiedlicher Ursachen stellen schwangere Patientinnen und das Behandlungsteam vor große Herausforderungen. Die Frage, wie man Bedenken gegen Schmerzmittel mit einer ausreichenden Schmerztherapie in Einklang bringt, ist entscheidend. Der Schutz der Schwangerschaft und des Feten hat oberste Priorität, aber eine adäquate schmerzmedizinische Versorgung muss gewährleistet sein.
Schmerzen in der Schwangerschaft: Eine Herausforderung
Eine Schwangerschaft kann mit Schmerzen unterschiedlicher Genese und Intensität einhergehen. Schwangerschaftsassoziierte Schmerzen werden am häufigsten durch eine Lockerung des Bindegewebes und des Bandapparates verursacht und als muskuloskelettale Schmerzen, seltener als abdomineller Schmerz wahrgenommen. Andere Arten von Schmerzen, die nicht mit der Schwangerschaft assoziiert sind, müssen abgeklärt werden. Bei jährlich fast 85.000 Geburten in Österreich sind Begleiterkrankungen der werdenden Mutter keine Seltenheit.
Schmerzen beeinflussen stressbedingt die Homöostase des menschlichen Organismus und können durch Veränderung der Synthese von pro- und antiinflammatorischen Zytokinen vorzeitige Wehen und eine Frühgeburt auslösen. Voraussetzung für den risikoarmen Einsatz eines Analgetikums sind genaue Kenntnisse seines embryotoxischen und fetotoxischen Potenzials.
Etwa 2 % aller Fehlbildungen haben chemische oder physikalische Ursachen, einschließlich Arzneimittel und Drogen. Das Risiko für das Auftreten grobstruktureller Fehlbildungen kann durch die Einnahme bestimmter Medikamente erhöht werden, wobei es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch immer unter 10 % liegt. Die Empfindlichkeit des Embryos gegenüber toxischen Einflüssen ist in Abhängigkeit von seinem Entwicklungsstadium unterschiedlich stark ausgeprägt. In der Phase der Organogenese, die etwa 15-60 Tage nach der Befruchtung andauert, ist die Vulnerabilität gegenüber teratogenen Einflüssen am höchsten. In der anschließenden Fetalperiode nimmt sie wieder ab.
Um die Art der Schmerzen zu kennen und ihr Ausmaß zu quantifizieren, muss zuerst eine Beurteilung durch die Patientin durchgeführt werden. Dafür steht eine numerische Skala zur Verfügung, auf welcher die subjektiv empfundene Schmerzintensität einer Skala von 0 bis 10 zugeordnet wird, wobei 0 kein Schmerz und 10 der stärkste vorstellbare Schmerz bedeutet. Bei Patientinnen mit Sprachbarrieren empfiehlt sich die Anwendung einer visuellen Skala, mittels derer anhand von Gesichtern ebenso Punkte von 0-10 vergeben werden.
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Therapieempfehlungen und Leitlinien
Es gibt im deutschsprachigen Raum keinen präzisen wissenschaftlichen Algorithmus, wie Schmerzen einer schwangeren Patientin behandelt werden sollen. Eine optimale analgetische Versorgung dieses Patientinnenkollektivs stellt ÄrztInnen vor eine immense Herausforderung. In diesem Bewusstsein haben ExpertInnen aller in der Geburtshilfe involvierten medizinischen Disziplinen wie Gynäkologie, Anästhesie, Neonatologie, physikalische Medizin sowie Hebammen umfangreiche Therapieempfehlungen entwickelt.
Österreichische ExpertInnen folgender Gesellschaften bzw. Grundlagen der Handlungsempfehlungen waren die Patientinneninformation für Besonderheiten zur Schmerztherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit der ÖSG [18] und eine Patientinneninformation für Schmerztherapie in der Schwangerschaft und Stillzeit der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V [19]. Eine kompakte Informationsschrift hat die ÖGARI herausgegeben. Die online Plattform der Berliner Charité zur Embryotoxikologie („embryotox“) und eine Empfehlung zur Schmerztherapie [20] waren ebenfalls dienlich.
Die von allen beteiligten Fachgruppen gestellten ExpertInnen definierten Endpunkte, die von allen als relevant angesehenen wurden. Im Anschluss wurde interdisziplinär diskutiert und es wurden abschließend konsensusbasierte Kernaussagen verabschiedet. Jede Expertin/jeder Experte hatte eine gleichrangige Stimme. Als akzeptiert galt eine Aussage, wenn zumindest ein 90%iger Konsensus unter den ExpertInnen bestand.
Medikamentöse Schmerztherapie in der Schwangerschaft
Paracetamol
Aus der aktuellen Datenlage ergibt sich kein Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko [15]. Berichte über einen Zusammenhang zwischen der mütterlichen Paracetamoleinnahme und einer erhöhten Rate von Kryptorchismus haben sich bisher nicht bestätigt. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien publiziert, die einen möglichen kausalen Zusammenhang zwischen der pränatalen Paracetamolexposition und einem vermehrten Auftreten von asthmatischen Beschwerden, Rhinokonjunktivitis, ekzematösen Hautveränderungen sowie erhöhten IgE-Werten im Kindesalter darstellen [3, 5]. Paracetamol gilt als ein sicheres Schmerzmittel in der Schwangerschaft. Experten sind sich noch uneinig, ob es einen Zusammenhang zwischen einer Paracetamol-Einnahme in der Schwangerschaft und einem späteren Hyperaktivitätssyndrom beim Kind gibt. Auch ein vermehrtes Auftreten von Asthma und von Hodenhochstand bei Jungen zeigten sich in Studien. Über diese Untersuchungen sollten Schwangere unbedingt informiert werden. Paracetamol wird nach wie vor als Analgetikum der ersten Wahl angesehen.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
Die Einnahme von NSAR im ersten Trimenon wird wiederholt mit einem erhöhten Abortrisiko in Verbindung gebracht. Die derzeit vorliegende Studienlage erlaubt keine endgültige Bewertung eines möglichen Zusammenhangs. Zur Verzerrung des Studienergebnisses führt oftmals die Verabreichung eines NSAR zur Behandlung abdomineller Schmerzen, die einem Abort vorangehen. Es liegen bisher unbestätigte Hinweise für ein gehäuftes Auftreten von Kryptorchismus vor. Aufgrund der Prostaglandinsynthesehemmung kann die Anwendung von NSAR im dritten Trimenon zu einem frühzeitigen Verschluss bzw. einer Verengung des Ductus arteriosus Botalli (DA) führen. Je reifer der Fetus ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen Verschlusses unter NSAR-Therapie. Daraus ergibt sich die Empfehlung, NSAR im dritten Trimenon nur in absoluten Ausnahmefällen und so kurz wie möglich anzuwenden (s. Tab. 1). Eine Einnahme im letzten Schwangerschaftsdrittel kann Nierenfunktionsstörungen mit Entwicklung eines Oligohydramnions hervorrufen bzw. bis in die Neonatalphase nachwirkend zu Oligurie/Anurie führen [7]. Die bei Neugeborenen zu beobachtende nekrotisierende Enterokolitis nach pränataler NSAR-Exposition wird derzeit auf eine mögliche mesenteriale Minderperfusion beim Feten zurückgeführt [1]. In der Literatur wird vielfach über die Problematik einer NSAR-Einnahme während der Schwangerschaft diskutiert. Das teratogene Risiko von NSAR scheint nach derzeitiger Datenlage vernachlässigbar zu sein. Anwendungsbeobachtungen sind nicht in ausreichendem Maße vorhanden, ebenso wenig wie klinische Erfahrungen mit Coxiben, da diese Substanzen noch nicht lange genug im Umlauf sind.
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Eine Low-Dose-Behandlung mit ASS bis maximal 300 mg/Tag zur Prophylaxe und Therapie der Präeklampsie ist während der gesamten Schwangerschaft unbedenklich. Die analgetische, antipyretische und antiphlogistische Wirkung erfolgt über eine Hemmung der Prostaglandinsynthese und setzt erst bei Einzeldosen von 500 mg ein. Im dritten Trimenon kann es unter analgetischer ASS-Therapie zu einer Verengung oder einem frühzeitigen Verschluss des DA kommen. Ein erhöhtes Risiko für das Auftreten postnataler intrakranieller Blutungen findet sich primär bei Frühgeborenen, wenn ASS in analgetischer Dosierung unmittelbar präpartal verabreicht wird. Aus der derzeitigen Datenlage ergibt sich kein Hinweis auf ein relevantes teratogenes Risiko. Aufgrund der Prostaglandinsynthesehemmung kann die Anwendung im dritten Trimenon zu einem frühzeitigen Verschluss oder zu einer Verengung des DA führen. Ibuprofen sollte jedoch wie alle diese Nicht-Opioid - Schmerzmittel jenseits der 28. SSW nur unter besonderer Vorsicht angewandt werden, da es in späteren Phasen der Schwangerschaft zu einer Veränderung des Kreislaufssystems des Ungeborenen führen kann.
Opioide
Für Opioide gibt es derzeit keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Das in einigen Studien angeführte Risiko für kardiale Fehlbildungen hat sich nicht bestätigt. Opioide, sowohl schwach wirksame wie zu Beispiel Tramadol als auch stark wirksame wie zum Beispiel Buprenorphin, können daher in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden [31] (Tab. 2). Unzureichend untersuchte Opioide wie Tapentadol sollten gemieden werden [20]. Bei einer Dauertherapie oder Substitutionsbehandlung sind Entzugssymptome beim Neugeborenen zu erwarten, die eine intensive postnatale Überwachung des Kindes erfordern [16, 23]. Einige Studien zeigen für Buprenorphin eine milder verlaufende Entzugssymptomatik beim Neugeborenen. Werden Opioide eingesetzt, muss vorübergehend mit einer eingeschränkten Variabilität der kindlichen Herzfrequenz und mit verminderten Kindsbewegungen gerechnet werden. Die Wirkung auf den Fetus bzw. Pethidin ist sehr gut plazentagängig und erreicht im Feten höhere Spiegel als in der Mutter. Angesichts der unreifen und daher verminderten Metabolisierungsrate beim Feten und Neugeborenen ist die Halbwertszeit für Pethidin und seinen neurotoxisch wirkenden Metaboliten Norpethidin um ein Vielfaches verlängert. Daraus resultieren neonatale Nebenwirkungen wie erniedrigte Apgar-Werte, Atemdepression, respiratorische Azidose und kindliche Krampfanfälle. Sie dürfen bei starken und stärksten Schmerzen, z.B. bei schweren Tumorschmerzen, nach einem Unfall oder einer Operation, auch in der Schwangerschaft gegeben werden, wobei das immer eine Arztentscheidung sein muss.
Migräne
Bei leichter Migräne kann Paracetamol während der gesamten Schwangerschaft verabreicht werden, NSAR und Metamizol können im ersten und zweiten Trimenon angewendet werden (Tab. 3; [10]). Zur antiemetischen Therapie kann Metoclopramid während der gesamten Gravidität eingesetzt werden. Bei schwerer Migräne können Triptane verabreicht werden, Sumatriptan sollte der Vorzug gegeben werden, da dazu die umfangreichste Datenlage besteht (Tab. 3; [10]). Bisher finden sich keine Hinweise für ein teratogenes Risiko der in der Akuttherapie zum Einsatz kommenden Triptane [20, 22, 25, 26]. Zur Migränetherapie sollte in der Gravidität primär immer ein Behandlungsversuch mit nichtmedikamentösen Therapieverfahren wie z. B. Für die Migräneprophylaxe können Metoprolol und Amitriptylin zum Einsatz kommen [20].
Lokalanästhetika
Lokalanästhetika können während der gesamten Schwangerschaft für Regionalanästhesie, invasive schmerztherapeutische Verfahren und Infiltrationen angewendet werden. Negative Auswirkungen auf die Neurophysiologie des Neugeborenen oder teratogene Schäden sind bisher nicht beobachtet worden. Unter der Geburt kommen neben Lokalanästhetika (z. B. Bupivacain, Ropivacain) zur Schmerzbehandlung häufig auch Opioide wie z. B. Fentanyl, Pethidin, Remifentanil oder Sufentanil zum Einsatz.
Neuropathische Schmerzen
Neuropathische Schmerzen, die bereits vor Eintritt der Schwangerschaft bestanden haben, müssen ungeachtet der Schwangerschaft weiter behandelt werden. Die Therapie sollte an die Gravidität adaptiert weitergeführt werden. Antikonvulsiva sollten in der Schwangerschaft zur Behandlung neuropathischer Schmerzen nicht oder nur in Ausnahmefällen bei fehlenden Alternativen verabreicht werden. Weder für Gabapentin noch für Pregabalin kann nach derzeitiger Datenlage ein teratogenes Risiko mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Für Carbamazepin ist ein teratogenes Risiko, das vor allem das Auftreten von Neuralrohrdefekten triggert, nachgewiesen. Die beste Datenlage findet sich für Lamotrigin, das jedoch in der Therapie des neuropathischen Schmerzes nur eine untergeordnete Rolle spielt. Bis zu einer Tageshöchstdosis von 300 mg Lamotrigin scheint kein teratogenes Risiko vorzuliegen. Höhere Tagesdosen weisen eine etwas erhöhte Fehlbildungsrate auf. Jedoch ist Lamotrigin aufgrund der schlechteren Wirksamkeit bei neuropathischen Schmerzen nur als Reservemedikation anzusehen, eine Tagesdosis von 300 mg darf verabreicht werden (Tab. 4). Für trizyklische Antidepressiva liegen keine Hinweise auf ein teratogenes Risiko vor. Die beste Datenlage weist Amitriptylin auf (Tab. 4). Für die selektiven Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin und Venlafaxin zeigen die bisher ausgewerteten Schwangerschaftsverläufe kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko (Tab. 4; [20, 24]). Bei kontinuierlicher Verabreichung bis zur Geburt können Anpassungsstörungen beim Neugeborenen auftreten.
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Tabellenübersicht
Tab. 1. Schmerztherapie nach Trimenon
| Trimenon | 1. Wahl | 2. Wahl | 3. Wahl |
|---|---|---|---|
| 1. | Paracetamol (TMD: 4 g) und Ibuprofen (TMD: 2400 mg) | Diclofenac (TMD: 150 mg) | Metamizol (TMD oral: 4 g, i.v: 5 g) |
| 2. | Paracetamol (TMD: 4 g) und Ibuprofen (TMD: 2400 mg) | Diclofenac (TMD: 150 mg) | Metamizol (TMD oral: 4 g, i.v: 5 g) |
| 3. | Paracetamol (TMD: 4 g) | - | - |
Tab. 2. Opioide bei starken Schmerzen
| 1. Wahl (starke Schmerzen) | 2. Wahl (sehr starke Schmerzen) | |
|---|---|---|
| Tramadol (plus Antiemetikum Metoclopramid) (TMD: 400 mg) | z. B. Buprenorphin |
Tab. 3. Migränetherapie in der Schwangerschaft
| Trimenon | 1. Wahl |
|---|---|
| 1. | Paracetamol (TMD: 4 g), NSAR Ibuprofen (TMD: 2400 mg) und Diclofenac (TMD: 150 mg), Metamizol (TMD: oral 4 g, i.v. 5 g) |
| 2. | Paracetamol (TMD: 4 g), NSAR Ibuprofen (TMD: 2400 mg) und Diclofenac (TMD: 150 mg), Metamizol (TMD: oral 4 g, i.v. 5 g) |
Nicht-medikamentöse Schmerztherapie
Schwangerschaftsbedingte Veränderungen stellen die häufigsten Ursachen für Schmerzen im Bereich des Rückens und Beckens dar. Die Förderung eines biopsychosozialen Krankheitsverständnisses mit kontinuierlicher Aufklärung sowie Motivation der Betroffenen zu einer gesunden Lebensführung, die regelmäßige körperliche Bewegung beinhaltet, ist ein erster wesentlicher Schritt. Einfache Übungen und gezielte Bewegungsprogramme können in den Alltag integriert werden, um Beschwerden zu lindern. Pilates und Yoga werden speziell für Frauen in der Schwangerschaft angeboten und unterstützen einerseits die Kräftigung der Muskulatur, andererseits wirken sie der schwangerschaftsassoziierten Fehlhaltung (Hyperlordose der LWS) entgegen. Beckenbodentraining und eine Stabilisierung bzw. Kräftigung der paraspinalen Muskulatur sind nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch als Vorbereitung für die Geburt wichtig. Ein entsprechendes Gewichtsmanagement ist ebenso wichtig wie die richtige Bewegung beim Heben und Tragen bzw. Wärmeanwendungen schwächen Missempfindungen bei Schwangerschaftswehen und der Dehnung von Mutterbändern ab. Schonung und Ruhigstellung werden bei Schmerzen empfohlen. Isometrische Übungen sind daher wichtig, um die Muskulatur zu erhalten. Werden physikalische Therapien angewendet, gilt TENS Elektrotherapie (Transkutane elektrische Nervenstimulation) als sicher [27]. Für andere Formen der Elektrotherapie gibt es keine Evidenz. Akupunktur ist in der Schwangerschaft beliebt und wird von schwangeren Frauen als nichtpharmakologische Methode gerne in Anspruch genommen. Einsatz findet sie bei jeglichen schwangerschaftsbedingten Beschwerden, beispielsweise Kreuzschmerzen. Studienergebnisse weisen darauf hin, dass es bei regelmäßiger Anwendung zu einer Verbesserung kommen kann [6]. Lymphdrainagen sind bei Ödemen empfehlenswert, in erster Linie bei assoziierten Nervenkompressionssyndromen. Bei Eiweißmangelödemen bringen sie keinen Benefit.
Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, Schmerzen in der Schwangerschaft ohne die Einnahme von Medikamenten angehen zu können. Manche Verfahren sind nicht für alle Frauen gleich gut geeignet, aber Sie werden das jeweils für Sie am besten geeignete Verfahren herausfinden können. Geeignete Vorgehensweisen, Schmerzen ohne Medikamente angehen zu können werden nachfolgend angeführt.
Bei Kopfschmerzen:
- Spaziergänge und frische Luft.
- Kompressen auf Stirn und Nacken
- Leichte Massage von Schläfen, Stirn und Nacken mit Pfefferminzöl.
- Ausreichendes Trinken und regelmäßiges Essen.
- Rauchen und Alkohol sollen vermieden werden.
- Ausreichende Ruhepausen und genug Schlaf.
- Entspannungstechniken können helfen, Kopfschmerzen sogar vorzubeugen.
- Akupunktur kann wirken, Behandler muss aber über bestehende Schwangerschaft informiert werden.
Bei Rücken- und Gelenkschmerzen:
- Wärme kann Verspannungen lösen und wirkt wohltuend auf Muskeln und Gelenke. Bei Schmerzattacken oder Dauerschmerzen können ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder ein erhitztes Kirschkernkissen Wunder wirken.
- Schwangere Frauen sollten zur Entlastung der Muskeln und Gelenke regelmäßige Ruhepausen in ihren Alltag einzubauen. Schwere körperliche Arbeiten - beispielsweise schweres Heben oder Tragen - sollten mit fortschreitender Schwangerschaft unterbleiben.
- Stress und psychische Belastungen führen zu Verspannungen und können Schmerzzustände auslösen oder verstärken. Eine frühzeitig erlernte Entspannungstherapie ist in der Schwangerschaft daher besonders wichtig. Massagen oder bestimmte Yoga-Formen sind geeignet.
- Bewegung lindert. Gezielte Übungen zur Kräftigung des Rückens, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Aqua-Gymnastik oder Yoga sind als Ausgleichssport in der Schwangerschaft besonders gut geeignet. Wichtig sind auch regelmäßige Übungen zur Kräftigung des Beckenbodens.
- Zur Entlastung der Bauch- und Rückenmuskulatur leisten Bauchtücher oder ein Stützgürtel gute Dienste. Schonende, ganzheitliche Bewegungsabläufe, wie sie beispielsweise bei der Wassergymnastik geübt werden, können Schmerzen lindern.
- Wenn Sie als Schwangere unter Ischiasschmerzen (Nervenschmerz, oft im unteren Rücken mit Ausstrahlung ins Bein) leiden, sollten Sie keinesfalls den Schmerz durch eingeschränkte Bewegung und lang anhaltende Ruhephasen zu vermeiden versuchen. Dies bewirkt oft eine Verstärkung der Verspannung und verstärkt noch die Schmerzen.
Schmerztherapie in der Stillzeit
Die folgenden Schmerzmittel, die nach einem Kaiserschnitt zur Verfügung gestellt werden, sind als unbedenklich, auch in der Stillzeit, eingestuft worden. Dazu gehören: Ibuprofen, Paracetamol, und bei starken, andauernden Schmerzen auch Piritramid (Dipidolor®) in Einzeldosen. Die Schwangere sollte allerdings auch vor medikamentöse Hilfen in der Phase nach der Geburt keine übertriebenen Ängste haben:
- Schmerzen sorgen dafür, dass die Schwangere sich schlecht bewegen kann.
- Schmerzen sorgen dafür, dass die Schwangere ihr Baby kaum heben kann.
- Schmerzen sorgen dafür, dass die Muttermilch viel schlechter fließt.
Tendenziell wird die Giftigkeit von Medikamenten in der Muttermilch eher überschätzt. Dies hat oft zur Folge, dass die junge Mutter entweder auf ein für sie wichtiges Arzneimittel oder auf das Stillen verzichtet. Dabei ist das auch bei schweren chronischen Krankheiten oft nicht nötig. So können durchaus Schmerzmittel und einige altbewährte Mittel gegen rheumatische Krankheiten - die sich manchmal in der Schwangerschaft bessern und danach heftig zurückmelden - oder gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen ohne ernsthafte Bedenken genommen werden. Mütter sollen bei medikamentöser Schmerztherapie nicht grundsätzlich zum Abstillen gedrängt werden.
Bestimmte Vorgaben sollten eingehalten werden:
- Einnahme von Analgetika grundsätzlich direkt nach dem Stillen oder abends
- Konzentration der Medikamente in der Muttermilch ist nach ein bis zwei Halbwertzeiten nur noch gering
- Medikamentenwechsel (z.B.
Medikamente und Fruchtbarkeit
Die größte Sorge der meisten Frauen im fruchtbaren Alter ist, ob durch die Einnahme dieser Art von Medikamenten ihre Fruchtbarkeit kurzfristig beschädigt werden kann. Im Falle von Paracetamol ist die Antwort NEIN. Bei Ibuprofen muss daran erinnert werden, dass dessen Einnahme gewöhnlich zur Verringerung von “intensiven Menstruationsschmerzen” erfolgt, die ein Zeichen für eine Endometriose sein können, welche an sich schon mit Reproduktionsproblemen verbunden sein kann. Eine besondere Aufmerksamkeit verdient die Einnahme von Ibuprofen während der Schwangerschaft. Obwohl es ab der 24. Wochen der Schwangerschaft aufgrund des Risikos von Fehlbildungen kontraindiziert ist, sind die Vorgaben über seine Einnahme in den ersten Wochen so nicht streng. Etwa 30% der schwangeren Frauen nehmen Ibuprofen zu irgendeinem Zeitpunkt der Schwangerschaft ein, anfänglich aus Unkenntnis über ihren Zustand oder aus Unwissen über die Zusammensetzung des Medikaments. Diese ersten Wochen sind entscheidend für die Entwicklung des Fötus, und es scheint, dass die Einnahme von Ibuprofen durch die Mutter die Entwicklung der Hoden oder Eierstöcke des Fötus beeinträchtigen kann, was negative Konsequenzen für due Reproduktionsfähigkeit der zukünftigen Generation haben könnte.
Wichtige Hinweise und Empfehlungen
- In der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollen so wenig Medikamente wie möglich eingenommen werden. Es gibt nämlich kein Medikament, weder aus dem Bereich der Schulmedizin, noch aus dem Bereich der naturheilkundlichen Medikamente, das völlig ungefährlich ist und ohne jedes Risiko in der Schwangerschaft und während der Stillzeit eingenommen werden kann.
- Es gibt etliche nicht-medikamentöse Verfahren, mit denen unterschiedliche Schmerzen zuverlässig gebessert werden können und die dann keine negativen Auswirkungen auf das ungeborene Kind ausüben können.
- Wenn Medikamente eingenommen werden müssen, weil der Schmerz zu stark oder zu lang anhaltend ist, dann sollen geeignete Medikamente ausgewählt und diese Medikamente ausreichend hoch dosiert werden. Denken Sie generell daran: Es ist für das ungeborene Kind wahrscheinlich ungünstiger, wenn Sie an starken, unbehandelten Schmerzen leiden, weil sich dadurch Ihre Blutgefäße verengen und Ihr Kind eventuell zu wenig Blut und damit Sauerstoff bekommt. Das würde schlimmere Auswirkungen haben, als eine gelegentliche Tabletteneinnahme, so lange es sich um geeignete Medikamente handelt.
- Viele Frauen bemerken erst nach einigen Wochen, dass sie schwanger sind. In dieser Zeit haben sie möglicherweise bereits verschiedene Medikamente eingenommen und machen sich jetzt Sorgen, was passieren könnte. Wenn es tatsächlich zu einer Schädigung in der frühesten Phase der Schwangerschaft gekommen sein sollte, kann es zu einem frühen Absterben der Frucht kommen. In den allermeisten Fällen wird eine solche ungewollte Medikamenteneinnahme aber keine negativen Folgen auf die weitere Entwicklung des ungeborenen Kindes haben.
- Verantwortungsvoll und mit Bedacht mit Arzneimitteln umgehen. Dabei gilt: so wenig wie möglich, so viel wie notwendig. Medikamente stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen. Langzeitmedikationen oder laufende Therapien niemals eigenmächtig reduzieren oder absetzen. Ebenso wenig aber im Falle einer akuten Erkrankung aus Angst auf eine Behandlung verzichten.
- Medikamente ausschließlich aus der Apotheke, niemals aus unsicheren Quellen, wie etwa dem Ausland oder dem Internet beziehen. Vorsicht mit sogenannten „Naturheilmitteln“. Sie enthalten nicht selten Giftstoffe oder zumindest für das Ungeborene schädliche Substanzen.
- Für Frauen, die wegen besonderer Erkrankungen regelmäßig von verschiedenen Fachärzten unterschiedliche Arzneimittel verschrieben bekommen, empfiehlt sich der "Arzneimittelpass für Schwangere und Stillende". Er enthält neben einem umfangreichen Ratgeber-Teil ausreichend Platz zum Eintragen sämtlicher Medikamenteneinnahmen.
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