Meningitis: Ursachen, Symptome und Prävention

Eine Hirnhautentzündung, medizinisch als Meningitis bezeichnet, ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die durch eine Entzündung der Hirnhäute (Meningen) und der umgebenden Strukturen gekennzeichnet ist. Diese Gewebehüllen liegen beispielsweise zwischen Gehirn und Schädeldecke oder umgeben das Rückenmark. Die Meningitis wird hauptsächlich durch Krankheitserreger ausgelöst, die sich zunächst in anderen Körperregionen ansiedeln und dann über die Blutbahn die Hirnhäute erreichen. In seltenen Fällen können auch Pilze oder Parasiten die Ursache sein.

Ursachen einer Meningitis

Hauptsächlich wird eine Meningitis von Viren oder Bakterien ausgelöst.

  • Virale Meningitis: Enteroviren (z. B. Coxsackieviren, Auslöser der Hand-Fuß-Mund-Krankheit) und Herpesviren (Herpes simplex, die Erreger von Lippen- oder Genitalherpes) sind häufige Auslöser.
  • Bakterielle Meningitis: Meningokokken, Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b (Hib) sind typische bakterielle Erreger.

Virale vs. Bakterielle Meningitis

Im Normalfall nimmt eine virale Gehirnhautentzündung einen relativ milden Verlauf und heilt nach zwei bis drei Wochen von allein aus. Bei der bakteriellen Meningitis ist das anders! Von ihr geht eine wesentlich größere Gesundheitsgefahr aus und sie muss häufig im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt werden. Jeder Verdachtsfall ist ein Notfall! Sie tritt meist plötzlich auf und kann sich rasant verschlechtern. Wird nicht rechtzeitig die Diagnose gestellt und entsprechend medikamentös gegengesteuert, kann eine bakterielle Hirnhautentzündung sogar tödlich enden. So kommt es beispielsweise bei einer Meningokokken-Infektion in etwa einem Drittel der Fälle zu lebensgefährliche Blutvergiftung (Sepsis). Sie äußert sich an flächigen Einblutungen unter der Haut, die auf eine gestörte Blutgerinnung zurückgehen. Bei schweren Krankheitsverläufen können zudem Folgeschäden zurückbleiben, wie etwa neurologische Probleme, Hörschäden bis hin zur Taubheit, Erblindung, intellektuelle Beeinträchtigungen oder die Neigung zu Krampfanfällen.

Ansteckung und Risikogruppen

Ja, sehr. Die Krankheitserreger werden per Tröpfcheninfektion übertragen, das heißt, wenn eine erkrankte Person in deiner Nähe hustet oder niest und du die erregerhaltigen Tröpfchen einatmest - oder beim Küssen. Auch die Übertragung per Schmierinfektion ist möglich, wenn du Dinge berührst, auf denen sich diese Tröpfchen abgesetzt haben und sie über den Mund oder andere Schleimhäute in deinen Körper gelangen.

Menschen mit einem noch nicht voll entwickelten oder einem geschwächten Immunsystem sind anfälliger für eine Hirnhautentzündung - Säuglinge, Kleinkinder, alte Menschen und chronisch Kranke. Sie haben den Erregern eine nicht ausreichend schlagkräftige Abwehr entgegenzusetzen. Auch Jugendliche tragen ein erhöhtes Risiko, weil sie in dem Alter eine besonders hohe Zahl von Sozialkontakten haben und mehr Menschen treffen, die möglicherweise Erreger wie Meningokokken in sich tragen, ohne selbst erkrankt zu sein.

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Schutzmaßnahmen und Impfungen

Um die Gefahr einer Hirnhautentzündung zu bannen, gibt es gegen einige Meningitis-Erreger Impfungen. Sie sind zum größten Teil im Rahmen der Kinderschutzimpfungen von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch Instituts (STIKO) empfohlen und werden von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

In Deutschland und Europa werden mit 61 Prozent die meisten Fälle einer Meningokokken-Infektion von den Bakterien der Serogruppe B ausgelöst (insgesamt existieren 12 Untergruppen von Meningokokken). Lange Zeit hatte die STIKO nur eine Immunisierung gegen den Typ C empfohlen. Dieser Serotyp kommt wesentlich seltener vor, führt aber statistisch gesehen häufiger zu schweren Verläufen. Das heißt, die MenB- Impfung war eine Privatleistung. Das hat sich nun geändert: Mittlerweile liegt die STIKO-Empfehlung auch für den vor allem für Babys und Kleinkinder gefährlichen Serotyp B vor. Die meisten Krankenkassen haben aber bereits die Kosten für die Impfung gegen Meningokokken B ganz oder zumindest teilweise erstattet. Sobald die Impfung in die Schutzimpfungs-Richtlinie aufgenommen wurde, ist die Kostenübernahme verpflichtend.

Symptome einer Meningitis

Das Tückische ist, dass die Anzeichen anfangs auf einen grippalen Infekt hindeuten: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Bewusstseinsstörungen. Das wichtigste Krankheitszeichen, das auf eine Meningitis hinweist: Nackensteifigkeit. Das Köpfchen deines Kindes wird sich nicht wie zum Nicken nach vorne bewegen lassen.

Bei Babys und Säuglingen können zusätzlich auch abweichende Symptome auftreten, so kann die typische Nackensteife fehlen. Es mag nicht trinken,ist schlaff,reagiert berührungsempfindlich,ist lichtempfindlich,die Fontanelle ist vorgewölbt oder verhärtet. Im Verdachtsfall sucht ihr am besten sofort die Kinderarztpraxis oder die Notaufnahme auf. Nur dort kann die richtige Diagnose gestellt und die sofortige Therapie in die Wege geleitet werden.

Diagnose und Behandlung

Eine virale Hirnhautentzündung lässt sich nicht ohne Weiteres von der weitaus gefährlicheren bakteriellen Meningitis unterscheiden. Um bestimmen zu können, welche Erreger die Symptome ausgelöst haben, werden Blut, in erster Linie aber Nervenwasser labortechnisch untersucht.

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Handelt es sich tatsächlich um eine bakterielle Meningitis (auch schon beim Verdacht, wenn die Laborergebnisse noch gar nicht vorliegen), müssen sofort Antibiotika per Infusion verabreicht werden! Stecken Pneumokokken hinter der Infektion, kann eine Kortisonbehandlung das Risiko von Komplikationen verringern. Eine virale Meningitis wird dagegen in der Regel nur symptomatisch behandelt, zum Beispiel mit Schmerzmitteln oder Präparaten, die den Flüssigkeitshaushalt stabilisieren. Unter Umständen kann ein Medikament gegen Herpesviren zum Einsatz kommen.

Meningokokken-Impfung: Schutz vor schwerwiegenden Folgen

Die AOK Sachsen-Anhalt übernimmt die Kosten für die Impfung gegen Meningokokken C. Kinder können ab einem Alter von zwölf Monaten geimpft werden. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Kinder bis fünf Jahre und auch Jugendliche zählen zu den Risikogruppen für eine Meningokokken-Erkrankung. Die Erkrankungsrate ist in den ersten beiden Lebensjahren am höchsten. Eine Meningokokken-Infektion verläuft fast immer schwer und muss im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt werden.

Komplikationen und Folgeschäden

Typisch für Meningokokken-Erkrankungen ist ein eher unspezifischer Krankheitsbeginn - erste Symptome können Kopfschmerzen, Übelkeit oder Abgeschlagenheit sein. Eine sichere Diagnose in diesem frühen Stadium ist quasi unmöglich. Die Inkubationszeit kann etwa 24 Stunden bis hin zu 10 Tagen dauern, in der Regel beträgt sie 3-4 Tage. Jugendliche und Erwachsene leiden bei einer Meningitis unter hohem Fieber und zunehmenden, bald unerträglichen Kopfschmerzen. Eine ausgeprägte Nackensteifigkeit tritt im späteren Stadium auf. Hinzu kommen Lichtscheue, Trägheit, Verwirrtheit, Gelenkschmerzen sowie gelegentlich Übelkeit und Erbrechen. Manchmal treten Krampfanfälle auf. Bei Senioren besteht die Gefahr, eine Meningitis als Schlaganfall oder fieberhaften Verwirrtheitszustand zu missdeuten.

Babys leiden unter Fieber, manchmal sind kalte Hände und Füße sowie Appetitlosigkeit zu bemerken. Auch Durchfall und Erbrechen können auftreten. Hinzu kommt oft ein hochtoniges, schrilles Weinen oder Jammern und ein Unwillen gegenüber Berührungen. Die bei älteren Kindern auftretende Nackensteifigkeit ist bei Babys oft nur sehr schwer festzustellen. Die Fontanelle (Knochenlücke am kindlichen Schädel, die von weichem Bindegewebe überdeckt ist) kann sich bei einer Meningitis leicht nach außen wölben oder hart werden, während sie bei gesunden Kindern eher nach innen gewölbt ist. Beim geringsten Verdacht einer Meningitis sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Kennzeichen einer Blutvergiftung sind ein purpurfarbener Ausschlag (der durch zunehmende Durchlässigkeit der Blutgefäße und daraus resultierende Einblutungen in die Haut entsteht - sog. Petechien), Gliederschmerzen, kalte Hände und Füße, Fieber und Abgeschlagenheit. Wie für die Nackensteife gilt auch für den charakteristischen Ausschlag, dass er nicht zu Beginn, sondern erst im Verlauf der Erkrankung auftritt. Septische Hauteinblutungen können überall am Körper beginnen und sich rasch zu frisch aussehenden Hämatomen (blauen Flecken) ausweiten. Die Haut und die Gliedmaßen (Füße und Zehen, Hände und Finger) sind besonders anfällig für eine Meningokokken-Blutvergiftung. Dabei kann Gewebe, wenn es seiner Nährstoffe beraubt und den Bakteriengiften (Toxinen) ausgesetzt wird, absterben. Als Ersatz für das abgestorbene Hautgewebe und zur Vermeidung weiterer Schäden müssen unter Umständen Hauttransplantate eingesetzt werden. Im schlimmsten Fall kommt es zur Entstehung einer so genannten Gangrän (Wundbrand, Gewebezerfall) - einer Eintrocknung und Schrumpfung des abgestorbenen Gewebes infolge von Wasserverlust. Die Gangrän zeigt äußerlich das Bild einer schwärzlichen, lederartigen Mumifikation. In manchen Fällen hilft dann nur noch die Amputation eines betroffenen Fingers oder sogar ganzer Gliedmaßen. Im Zuge einer Blutvergiftung kann es also zum Absterben von Körperteilen aber auch von inneren Organen kommen.

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