Der RKI-Ratgeber, herausgegeben vom Robert Koch-Institut (RKI) auf Grundlage des § 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG), dient Fachkreisen, u.a. Ärztinnen und Ärzten, medizinischem Fachpersonal und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD), als aktuelle und konzentrierte Orientierung zu wichtigen Infektionskrankheiten. Die Beiträge entstehen in Zusammenarbeit mit Nationalen Referenzzentren (NRZ), Konsiliarlaboren (KL) sowie weiteren Expertinnen und Experten und sind auf der Internetseite des RKI (www.rki.de/ratgeber) abrufbar.
Was ist Meningitis?
Meningitis, auch als Hirnhautentzündung bekannt, ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen). In den meisten Fällen wird sie durch Viren verursacht, aber auch andere Erreger können zu der ernstzunehmenden Erkrankung führen. Es handelt sich um eine ernste Erkrankung, die sich innerhalb von Stunden entwickeln und jeden - Kinder, aber auch Erwachsene - betreffen kann.
Ursachen von Meningitis
Für die Meningitis sind in erster Linie bakterielle und virale Erreger verantwortlich. Im Gegensatz zur bakteriellen Meningitis kommt es im Vergleich deutlich häufiger zu einer viralen Hirnhautentzündung. Die häufigste Ursache der Meningitis sind Viren, die Zweithäufigste Bakterien. Die virale Meningitis verläuft meist milder als die bakterielle Meningitis und heilt in der Regel von selbst aus. Es gibt jedoch auch virale Meningitiden, die akut verlaufen und einer sofortigen Behandlung bedürfen. Die bakterielle Meningitis verläuft in den meisten Fällen schwerer und endet unbehandelt häufig innerhalb weniger Tage tödlich. In manchen Fällen lassen sich bei einer Meningitis keine Erreger nachweisen, Fachleute sprechen dann von einer nicht infektiösen Meningitis. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Hirnhautentzündung durch Autoimmunerkrankungen bedingt ist. Je nach Erreger sind der Verdacht auf Hirnhautentzündung, die nachgewiesene Erkrankung und der Tod durch Meningitis in Deutschland meldepflichtig.
Virale Meningitis
Auslöser der viralen Meningitis können unterschiedliche Viren sein. Dazu zählen insbesondere durch Schmier- und Tröpfcheninfektion übertragene Enteroviren wie ECHO-Viren und Coxsackie-Viren. Auch Herpesviren sind ein möglicher Auslöser der viralen Meningitis. Bevor dagegen geimpft wurde, war das Mumpsvirus ebenfalls ein häufiger Erreger viraler Hirnhautentzündungen. Auch bei einer Grippe, die durch Influenzaviren verursacht wird, lässt sich häufig eine leichte Begleitmeningitis feststellen.
Bakterielle Meningitis
Bakterien sind nach Viren die zweithäufigsten Auslöser einer Hirnhautentzündung. Die bakterielle Meningitis wird weiter unterteilt in die eitrige und nicht eitrige Form. Eine eitrige Meningitis wird in vielen Fällen durch Pneumokokken oder Meningokokken verursacht. Auch Listerien können eine eitrige Meningitis hervorrufen. Diese Bakterien kommen in tierischen Produkten wie Fleischerzeugnissen, Fisch, Milch und Milchprodukten wie Käse vor. Menschen mit einem gesunden Immunsystem zeigen bei einer Infektion mit Listerien keine Symptome. Bei Neugeborenen, älteren Menschen und immungeschwächten Personen kann sich eine Hirnhautentzündung oder eine Sepsis, im alltagssprachlichen Gebrauch als Blutvergiftung bezeichnet, entwickeln.
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Die Bedeutung von Haemophilus influenzae Typ B (Hib) als Erreger bakterieller eitriger Hirnhautentzündungen bei Neugeborenen und Säuglingen hat durch die Routineimpfung gegen Hib stark abgenommen. Häufigster bakterieller Erreger einer Meningitis in den ersten Lebensmonaten ist nach wie vor ein Bakterium, das bei Mensch und Tier zur normalen Darm- und Genitalflora gehört: Streptococcus agalactiae.
Zu den durch atypische Bakterien hervorgerufenen, nicht eitrigen Meningitiden gehören die tuberkulöse Meningitis und die Meningitis durch Borrelien.
Unterschiede zwischen den Altersgruppen gibt es auch bei den Erregern, die eine bakterielle Meningitis verursachen: So sind zum Beispiel bei Kleinkindern und älteren Menschen über 50 Jahren meist Pneumokokken die Auslöser einer Hirnhautentzündung. Dagegen tritt eine Meningokokken-Meningitis vor allem bei Kleinkindern bis zum zweiten Lebensjahr sowie Jugendlichen auf. Eine Hirnhautentzündung durch Hib wird ebenfalls vor allem in den ersten beiden Lebensjahren beobachtet. Die Einführung einer entsprechenden Impfung hatte jedoch einen starken Rückgang der Infektionszahlen zur Folge.
Wie gelangen die Meningitis-Erreger in den Körper?
Bei einer bakteriellen Meningitis handelt es sich oft nicht um eine Neu- beziehungsweise Erstinfektion: Die ursächlichen Bakterien siedeln manchmal schon länger symptomlos im Nasen-Rachen-Raum oder stammen aus einem Infektionsherd in anderen Bereichen des Körpers. Ein solcher Infektionsherd kann beispielsweise eine eitrige Mittelohrentzündung, eine Nasennebenhöhlenentzündung, eine eiternde Zahnwurzel oder eine Lungenentzündung sein. Unter anderem über den Blutweg können die Keime in die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) gelangen und die begrenzenden Hirnhäute befallen. Eine bereits bestehende Immunschwäche, beispielsweise infolge einer fehlenden Milz oder eines Diabetes mellitus begünstigt eine solche Entwicklung unter Umständen.
Neben dem Blutweg ist auch eine direkte Wanderung der Erreger von anatomisch nahen Infektionsherden, etwa aus den Nasennebenhöhlen oder dem Mittelohr, in den Liquorraum und die Hirnhäute möglich. Außerdem können Verletzungen, die einen Zugang zum normalerweise geschlossenen Liquorsystem schaffen, etwa ein Schädelbasisbruch oder ein hirnchirurgischer Eingriff, zur Wanderung von Bakterien führen.
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Sonstige Ursachen für eine Meningitis
Weitere mögliche Erreger einer Hirnhautentzündung sind - insbesondere bei immungeschwächten Menschen - Pilze und Parasiten.
Darüber hinaus kann manchmal auch kein ursächlicher Erreger festgestellt werden. Eine solche nicht infektiöse Meningitis kann unter anderem durch eine Reaktion auf verschiedene Medikamente, durch Giftstoffe, Autoimmunerkrankungen oder Tumorerkrankungen bedingt sein.
Verbreitung der bakteriellen Meningitis weltweit
In einigen Regionen der Welt ist das Risiko für eine bakterielle Meningitis erheblich höher als in Deutschland. In den vergangenen Jahrzehnten traten saisonale Epidemien vor allem im asiatischen Raum sowie dem sogenannten Meningitis-Gürtel auf. Der Meningitis-Gürtel zieht sich oberhalb des Äquators von der westafrikanischen Küste bis in den Osten des Kontinents. Bei Reisen in entsprechende Länder ist eine Impfung gegen die dort vorherrschenden Meningokokken-Stämme dringend angezeigt.
Symptome von Meningitis
Die Symptome einer Meningitis können je nach Alter und Ursache variieren. Es ist wichtig, die Anzeichen frühzeitig zu erkennen, um schnellstmöglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Sowohl bakterielle als auch virale Hirnhautentzündungen ähneln in ihrer anfänglichen Symptomatik oft einem grippalen Infekt. Typischerweise treten Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein generelles Unwohlsein auf. Weitere Symptome im Verlauf einer Meningitis sind bei älteren Kindern und Erwachsenen:
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- Nackensteifigkeit
- Übelkeit und Erbrechen
- Licht- und Lärmempfindlichkeit
- Eine gesteigerte Berührungs- und Temperaturempfindlichkeit der Haut
- Schläfrigkeit und Verwirrtheit können ebenfalls im Rahmen einer Meningitis auftreten.
- Weitere mögliche neurologische Auffälligkeiten sind Unruhe, Benommenheit sowie Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit.
- Hautveränderungen wie zum Beispiel Ausschlag treten insbesondere bei bakteriellen Auslösern auf und können ein Hinweis auf den genauen Erreger der Meningitis sein.
Meningitis-Symptome: Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen
Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome einer Meningitis oft weniger eindeutig. Sie bekommen möglicherweise Fieber, leiden unter Erbrechen, Reizbarkeit und Schläfrigkeit, verweigern die Nahrung und weinen viel. Im Gegensatz zu älteren Kindern und Erwachsenen zeigen die meisten Neugeborenen und Kleinkinder keine Nackensteifigkeit. Da die Schädelknochen von Säuglingen und Kleinkindern noch nicht vollständig zusammengewachsen sind, kann eine weitere Besonderheit auftreten: Wenn sich die Meningitis verschlimmert, können sich die weichen Stellen zwischen den Schädelknochen, die sogenannten Fontanellen, wegen des erhöhten Drucks im Schädel nach oben wölben.
Bei Menschen im Seniorenalter kommt es möglicherweise weder zu Fieber noch zu Nackensteifigkeit. Stattdessen können frühzeitig unspezifische Symptome wie Verwirrtheit oder eine Beeinträchtigung des Bewusstseins auftreten.
Meningokokken-Erkrankungen: Symptome und Verlauf
Meningokokken sind Bakterien, welche schwere Meningokokken-Infektionen, wie zum Beispiel Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis), verursachen können. Diese Infektionen sind potenziell lebensbedrohlich und erfordern eine sofortige medizinische Behandlung.
Zu Beginn einer Meningokokken-Erkrankung können unspezifische, grippeähnliche Symptome, wie hohes Fieber, Erbrechen oder starke Kopfschmerzen auftreten. Im weiteren Verlauf können Nackensteifigkeit, Lichtscheue und Gelenkschmerzen hinzukommen oder Hauteinblutungen als Zeichen einer Blutvergiftung. Die Symptome bei Säuglingen sind u. a.
Inkubationszeit und Ansteckungsgefahr
Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen der Infektion und dem Auftreten von Symptomen, variiert je nach Ursache der Meningitis. Ob eine Meningitis ansteckend ist, hängt von ihrem Auslöser ab.
Bei einer bakteriellen Meningitis beträgt die Inkubationszeit in der Regel zwei bis vier Tage, in seltenen Fällen bis zu zehn Tage. Diese Form der Meningitis kann ansteckend sein: Sind Meningokokken die Auslöser, besteht bis zu sieben Tage vor Einsetzen der ersten Krankheitssymptome Ansteckungsgefahr. Wird eine Behandlung mit Antibiotika begonnen und schlägt an, sind die Betroffenen in der Regel 24 Stunden später nicht mehr infektiös.
Für die tuberkulöse Meningitis kann die Inkubationszeit mehrere Wochen bis hin zu Monaten betragen. Die Tuberkulose-Erreger können über Aerosole an andere Menschen weitergegeben werden. Bei Ansteckung können diese eine Tuberkulose-Erkrankung entwickeln, in der Regel jedoch keine Meningitis.
Bei einer viralen Meningitis beträgt die Inkubationszeit zwischen zwei und 14 Tagen. Zwar werden die Viren durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen an andere Menschen übertragen, die Wahrscheinlichkeit, dass diese anschließend ebenfalls eine Meningitis entwickeln, ist jedoch gering.
Die Inkubationszeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome beträgt bei einer Meningokokken-Erkrankung in der Regel 3 bis 4 Tage - jedoch mindestens 2 und höchstens 10 Tage.
Diagnose von Meningitis
Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Eine rasche Diagnose und anschließende Therapie ist wichtig, um schwerwiegende Komplikationen sowie das Sterberisiko zu reduzieren.
Anamnese (Krankengeschichte): Der Arzt wird einige Fragen stellen, um die Krankengeschichte des Patienten zu erfassen.
Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird verschiedene Tests durchführen, um neurologische Anzeichen zu prüfen. Einige Beispiele sind:
- Brudzinski-Zeichen: Der Patient liegt auf dem Rücken, während er zunächst das Kinn zum Brustkorb führt.
- Kernig-Zeichen: Im Liegen werden die Beine des Patienten bei gestrecktem Knie im Hüftgelenk gebeugt.
- Lasègue-Zeichen: Hierfür liegt der Patient auf dem Rücken, während der Arzt jeweils ein gestrecktes Bein behutsam nach oben führt.
Blutabnahme für Blutkulturen: Mithilfe eines mikrobiologischen Verfahrens können im Blut vorhandene Krankheitserreger (vor allem Bakterien) nachgewiesen und identifiziert werden.
Entnahme von Nervenwasser (Liquorpunktion): Hierfür entnimmt der behandelnde Arzt mit einer feinen Hohlnadel etwas Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmarkskanal.
Bildgebende Verfahren: Durch eine Computertomografie (CT) lassen sich Aussagen zum Zustand des Gehirns treffen und beispielsweise Schwellungen, Abszesse oder Infarkte erkennen.
Sofern die Hirnhautentzündung infolge einer anderen Infektion im Körper entstanden ist, können noch weitere Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen. Beispielsweise ist bei Verdacht auf eine Lungenentzündung als Auslöser eine Röntgenaufnahme des Organs möglich.
Therapie von Meningitis
Die Therapie von Meningitis hängt von der Ursache der Erkrankung ab.
- Bakterielle Meningitis: Bei einer bakteriellen Meningitis wird zunächst häufig ein Breitbandantibiotikum (wirksam gegen eine Vielzahl verschiedener Bakterien) angewandt. Die Therapie mit Antibiotika soll eine weitere Ausbreitung der Erreger im Körper verhindern. Sobald dem Arzt das Ergebnis der Blutuntersuchung und somit der spezifische Erregernachweis vorliegt, kann er das am besten wirksame Antibiotikum wählen. Bei schweren Verläufen kann eine intensivmedizinische Betreuung des Betroffenen im Krankenhaus notwendig sein. Nicht selten entstehen dabei Komplikationen, die entsprechend engmaschig behandelt werden müssen. Liegt eine Pneumokokken-Meningitis vor, erhalten Betroffene oftmals zusätzlich Glukokortikoide. Diese wirken entzündungshemmend und verbessern die Prognose der bakteriellen Meningitis.
- Virale Meningitis: Im Gegensatz zur bakteriellen Form erfolgt die Behandlung einer viralen Meningitis symptomatisch. Dahingehend werden dem Patienten beispielsweise entzündungshemmende und fiebersenkende Präparate verabreicht. Auch Bettruhe ist für die Genesung angezeigt.
Prävention von Meningitis
Vorbeugend ist es möglich, sich gegen einige Meningitis-Erreger impfen zu lassen.
Gegen einige Meningitis-Erreger kann vorbeugend geimpft werden: So sind z.B. Impfungen gegen die Bakterien Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Pneumokokken und Meningokokken beim Baby möglich.
- Die Pneumokokken-Impfung erfolgt auf drei Mal: Die erste Spritze erhalten Kinder im Alter von 2 Monaten, gefolgt von einer zweiten Impfung im 4. Lebensmonat. Die letzte Dosis sollte zwischen dem 11. und 14.
- Die Kombinationsimpfung gegen Hib (Haemophilus influenzae) besteht aus drei Teilimpfungen (im zweiten, dritten, vierten sowie zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat).
- Darüber hinaus sind auch Impfstoffe gegen eine Mumps-Infektion, die ebenfalls als Auslöser für eine Hirnhautentzündung infrage kommt, oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vorhanden, die durch eine mit dem Virus infizierten Zecke übertragen wird.
Impfempfehlungen der STIKO
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt:
- Die Impfung gegen Meningokokken B für alle Kinder mit je einer Impfstoffdose im Alter von 2, 4 und 12 Monaten; fehlende Impfstoffdosen sollen so bald wie möglich und spätestens bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden.
- Die Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder mit einer Impfstoffdose im Alter von 12 Monaten; wurde die Impfung versäumt, sollte sie baldmöglichst und spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
- Für Risikogruppen die Impfung mit Meningokokken-ACWY-Kombinationsimpfstoff sowie MeningokokkenB-Impfstoff; dazu zählen Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche (zum Beispiel bei fehlender Milz) sowie gefährdetes Laborpersonal.
- Für Reisende in Länder mit vielen Meningokokken-Erkrankungen, vor allem bei engem Kontakt zur Bevölkerung, sowie vor Pilgerreisen nach Mekka die Meningokokken-ACWY-Impfung.
- Für Mitarbeitende im Katastrophendienst und je nach Gefährdung für Mitarbeitende in der Entwicklungshilfe und für medizinisches Personal zusätzlich zur Meningokokken-ACWY-Impfung auch die Impfung gegen Meningokokken B.
- Vor Langzeitaufenthalten insbesondere für Kinder und Jugendliche sowie für Personen in Studium oder Ausbildung die Impfung gegen Meningokokken ACWY und/oder Meningokokken B entsprechend den Empfehlungen der Zielländer.
Verlauf und Prognose
Eine Meningitis gilt als potenziell lebensbedrohlich. Insbesondere bei einer bakteriellen Hirnhautentzündung ist rasches Handeln gefragt - unbehandelt endet sie sehr häufig tödlich oder es sind in seltenen Fällen Spätfolgen wie Epilepsie oder Hydrozephalus (Ansammlung von Flüssigkeit im Schädelinneren) denkbar. Wird die Therapie jedoch rechtzeitig begonnen, stehen die Chancen auf eine vollständige Genesung gut. Aber: Auch hier spielen der genaue Erregertyp sowie der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten eine Rolle. Wie lange Betroffene krank sind, richtet sich zudem danach, wie gut sie auf die Therapie ansprechen.
Die virale Meningitis gilt gegenüber der bakteriellen als weniger lebensbedrohlich. Jedoch bestimmen auch hier die genauen Viren und der Gesundheitszustand des Patienten den weiteren Verlauf.
Meldepflicht
Der direkte Nachweis von Meningokokken aus Liquor, Blut, hämorrhagischen Hautinfiltraten oder anderen sterilen Körpersubstraten (alles Hinweise auf das Vorliegen einer invasiven Meningokokken-Erkrankung) ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Ärzte sind auch zur Meldung verpflichtet, wenn sie eine Meningokokken-Meningitis oder -Sepsis festgestellt haben. Auch Todesfälle und Verdachtsfälle sind bei diesen Krankheitsformen meldepflichtig.
Dies bedeutet, dass Untersuchungslabore bzw. Ärzte alle Meningokokken-Befunde und Erkrankungsfälle an das Gesundheitsamt am Wohnort des Patienten melden müssen. Die Gesundheitsämter übermitteln die Fälle an die zuständige Landesstelle (in Bayern: das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)). Die Landesstelle überprüft die Meldungen und analysiert z. B. die Anzahl und regionale Verteilung der Fälle, um Häufungen zu entdecken.
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