FSME-Risiko und Zecken in Irland: Ein Überblick

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die durch Zecken übertragen wird und zu einer Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Rückenmarks führen kann. Obwohl FSME in vielen Teilen Europas und Asiens vorkommt, gilt Irland derzeit als ein Land mit geringem oder sehr geringem Ansteckungsrisiko. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle FSME-Situation in Europa, insbesondere in Bezug auf Irland, und gibt Empfehlungen zu Vorbeugung und Schutzmaßnahmen.

FSME-Verbreitung in Europa

FSME ist vor allem in Zentral-, Nord- und Osteuropa sowie in Teilen Asiens verbreitet. Zu den Risikogebieten zählen unter anderem:

  • Österreich
  • Schweiz
  • Polen
  • Tschechische Republik
  • Slowakische Republik
  • Baltische Länder (Estland, Lettland, Litauen)
  • Russland
  • Schweden (in südlichen und mittleren Landesteilen)
  • Norwegen (Südküste)
  • Finnland
  • Dänemark (Seeland, Bornholm)
  • Ungarn
  • Kroatien
  • Slowenien
  • Albanien

Vereinzelte Fälle von FSME-Erkrankungen werden auch in Frankreich (Elsass), Italien (Trentino) und Griechenland beobachtet.

Geringes FSME-Risiko in Irland

Nach aktuellem Kenntnisstand besteht in Irland kein oder nur ein sehr geringes Ansteckungsrisiko für FSME. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Risiko vollständig ausgeschlossen werden kann, da sich die FSME-Verbreitungsgebiete stetig verändern können.

FSME-Risikogebiete in Deutschland

In Deutschland konzentrieren sich die FSME-Risikogebiete hauptsächlich auf Süd- und Mitteldeutschland. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist regelmäßig neue Risikogebiete aus. Im Jahr 2025 sind folgende Bundesländer betroffen:

Lesen Sie auch: Alles über Herpes-Meningitis

  • Bayern (nahezu flächendeckend)
  • Baden-Württemberg (mit wenigen Ausnahmen)
  • Thüringen (vor allem der Südosten)
  • Hessen (Teile von Südhessen)
  • Sachsen (einige betroffene Landkreise)
  • Sachsen-Anhalt (Stadtkreis Dessau-Roßlau und Landkreis Anhalt-Bitterfeld)
  • Brandenburg (insbesondere der Südosten)
  • Rheinland-Pfalz (z. B. Landkreis Birkenfeld)
  • Nordrhein-Westfalen (z. B. Stadtkreis Solingen)
  • Saarland

Es ist wichtig zu beachten, dass sich Zecken immer mehr in Gebieten ausbreiten, in denen es bislang wenig oder keine der Parasiten gab.

Faktoren, die die FSME-Ausbreitung beeinflussen

Für die Ausbreitung von FSME sind verschiedene Faktoren verantwortlich, darunter:

  • Klimawandel: Die Erwärmung begünstigt die Ausbreitung von Zecken und somit auch von FSME.
  • Ökologische Veränderungen: Veränderungen in der Landschaft und der Tierpopulationen können die Verbreitung von Zecken beeinflussen.
  • Politische und soziale Veränderungen: Veränderungen in der Landnutzung und im Reiseverhalten können ebenfalls eine Rolle spielen.

Vorbeugung und Schutzmaßnahmen

Auch wenn das FSME-Risiko in Irland derzeit gering ist, sollten Reisende und Einwohner allgemeine Schutzmaßnahmen gegen Zeckenstiche beachten:

  • Zeckenstiche vermeiden: Tragen SieRepellents auf unbedeckter Haut. Wenn Sie auf Ihrer Reise nicht nur in klimatisierten Räumen übernachten, schlafen Sie unter einem Moskitonetz. Wollen Sie sich auch unterwegs vor lästigen Moskitos schützen, tragen Sie möglichst lange, helle Kleidung. In Risikogebieten sollten Sie imprägnierte oder stichfeste Kleidung tragen. Wählen Sie Ihren Schlafplatz sorgfältig aus: Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Matratze oder Bettwäsche evtl. Bettwanzen, Zecken oder Flöhe beherbergen, empfiehlt sich die Verwendung eines insektenabweisenden Schlaf-Inletts.
  • Körper nach Zecken absuchen: Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden.
  • Zecken richtig entfernen: Zecken sollten so bald wie möglich mit einer Zeckenzange oder einer Pinzette entfernt werden. Es darf auf keinen Fall Öl auf das Tier geträufelt werden.
  • FSME-Impfung: Für Personen, die in FSME-Risikogebiete reisen oder dort leben, wird eine Impfung empfohlen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich in Risikogebieten aufhalten und dort mit Zecken in Kontakt kommen können.

Symptome und Verlauf von FSME

Nur etwa ein Drittel der mit FSME infizierten Personen entwickelt Symptome. Typischerweise verläuft die Erkrankung in zwei Phasen:

  • Erste Phase: Grippeähnliche Symptome wie leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Husten.
  • Zweite Phase: Bei etwa 30 Prozent der Patienten kommt es nach einer fieberfreien Zwischenphase zu einer Infektion des Nervensystems mit Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), des Gehirns (Enzephalitis) und/oder des Rückenmarks (Myelitis).

Die Symptome in der zweiten Phase hängen davon ab, welche Strukturen des Nervensystems infiziert sind. Mögliche Symptome sind starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, hohes Fieber, Bewusstseinsstörungen, Probleme bei der Bewegungskoordination, Lähmungen und Krampfanfälle.

Lesen Sie auch: Seltene Fälle von Meningitis nach Impfung

Behandlung von FSME

Eine ursächliche Therapie gegen FSME gibt es nicht. Die Behandlung besteht darin, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Patient*innen sollten sich körperlich schonen und Bettruhe einhalten. Bei Funktionsstörungen des Nervensystems können Rehabilitationsmaßnahmen wie Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie erforderlich sein.

Reisemedizinische Beratung

Vor einer Reise, insbesondere in FSME-Risikogebiete, ist eine reisemedizinische Beratung empfehlenswert. Der Arzt kann über die aktuelle FSME-Situation informieren, individuelle Risiken einschätzen und Impfungen empfehlen. Auch allgemeine Informationen zu Reiseapotheke, Mückenschutz und Sonnenschutz sind Teil der Beratung.

Lesen Sie auch: Erwachsene Meningitis: Ein umfassender Überblick

tags: #meningitis #zecke #irland