Der menschliche Körper ist eine faszinierende und komplexe Maschine, deren Funktionieren auf dem Zusammenspiel verschiedener Systeme und Strukturen beruht. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die wichtigsten Komponenten des menschlichen Körpers, darunter Muskeln, Knochen, Lymphknoten und das Nervensystem, sowie die Rolle der Weichteile und Organe.
Weichteile: Flexibilität und Unterstützung
Weichteile sind essenzielle Bestandteile des menschlichen Körpers, die verschiedene strukturelle, funktionelle und mechanische Aufgaben übernehmen. Sie umfassen eine Vielzahl von Geweben, die sich durch ihre Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und strukturelle Unterstützung auszeichnen. Ihre Bedeutung erstreckt sich über zahlreiche physiologische Prozesse, die von der Bewegung bis zur Speicherung von Energie und der Immunabwehr reichen. Unter Weichteilen versteht man alle nicht-epithelialen, extraskelettalen Gewebe des Körpers mit Ausnahme des Monozyten-Makrophagen-Systems, des Glia-Gewebes und spezifischer Stützgewebe der inneren Organe. Einfach ausgedrückt umfasst dieser Begriff alle Gewebearten, die nicht zu Knochen, Knorpel oder den inneren Organen gehören.
Arten von Bindegewebe
Das Bindegewebe ist eine der wichtigsten Gewebearten innerhalb der Weichteile. Es besteht aus Bindegewebszellen (Fibrozyten, Fibroblasten) und einer extrazellulären Matrix, die hauptsächlich aus Kollagenfasern, elastischen Fasern und Proteoglykanen zusammengesetzt ist. Diese Struktur ermöglicht dem Bindegewebe sowohl mechanische Stabilität als auch Anpassungsfähigkeit.
- Straffes Bindegewebe: Besitzt eine hohe Kollagendichte und ist besonders widerstandsfähig gegen Zugkräfte.
- Lockeres Bindegewebe: Ist elastischer und dient als Füll- und Verschiebeschicht zwischen verschiedenen Strukturen.
- Retikuläres Bindegewebe: Bildet ein Netzwerk in lymphatischen Organen wie der Milz und den Lymphknoten.
- Spezialisiertes Bindegewebe: Umfasst Fettgewebe, Knorpelgewebe und Knochengewebe.
Die Rolle der Muskulatur
Die Muskulatur ist für die aktive Bewegung des Körpers und die Funktion verschiedener Organe verantwortlich.
- Skelettmuskulatur: Ermöglicht willkürliche Bewegungen und besteht aus parallel angeordneten Muskelfasern mit charakteristischer Querstreifung.
- Glatte Muskulatur: Findet sich in den Wänden von Organen und Gefäßen und arbeitet unwillkürlich unter der Kontrolle des vegetativen Nervensystems.
- Herzmuskulatur: Ist eine spezialisierte Form der quergestreiften Muskulatur, die kontinuierlich und rhythmisch kontrahiert, um den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten.Die Muskelfunktion beruht auf der Wechselwirkung von Aktin- und Myosinfilamenten, die durch Nervensignale zur Kontraktion angeregt werden. Dies ermöglicht nicht nur Bewegung, sondern auch die Regulierung von Organfunktionen wie der Verdauung oder der Durchblutung.
Fettgewebe: Energiespeicher und mehr
Fettgewebe ist ein metabolisch aktives Gewebe, das aus spezialisierten Fettzellen (Adipozyten) besteht. Es dient der Energiespeicherung, dem mechanischen Schutz und der Temperaturregulation.
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- Weißes Fettgewebe: Dient der langfristigen Energiespeicherung und ist in subkutanen und viszeralen Depots lokalisiert.
- Braunes Fettgewebe: Besitzt eine hohe mitochondriale Dichte und ist auf die Wärmeproduktion spezialisiert.
- Beiges Fettgewebe: Ist eine Mischform mit thermogenetischen Eigenschaften, die durch Kälteexposition aktiviert werden kann.
Fettgewebe hat neben seinen mechanischen und metabolischen Funktionen auch eine hormonelle Bedeutung. Es produziert Adipokine wie Leptin, das den Appetit reguliert, und Adiponektin, das die Insulinsensitivität beeinflusst.
Funktionelle Eigenschaften der Weichteile
Elastizität und Verformbarkeit ermöglichen es den Geweben, mechanischen Kräften nachzugeben und sich anschließend wieder in die ursprüngliche Form zurückzubewegen. Stabilität durch Kollagen und Elastin sorgt für Zugfestigkeit und Rückstellkraft. Die Schutzfunktion bewahrt Organe vor äußeren Einflüssen und dient als mechanischer Puffer.
Untersuchungsmethoden der Weichteile
Zur Untersuchung der Weichteile stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung:
- Palpation: Als Tastuntersuchung hilft bei der Beurteilung von Konsistenz, Elastizität und Schmerzempfindlichkeit.
- Bildgebende Verfahren: Wie Sonographie, Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) ermöglichen eine detaillierte Darstellung von Weichteilveränderungen.
Das Skelett: Stütz- und Schutzfunktion
Das Skelett des Menschen besteht aus Knochen, Sehnen, Bändern, Knorpeln, Gelenken und Bandscheiben. Es erfüllt vor allem eine Stütz- und Schutzfunktion. Das Skelett erhält die Gestalt des menschlichen Körpers, das heißt aus der Konstellation von 206 Knochen, die meist durch Gelenke miteinander verbunden sind, und von etwa 600 Muskeln sowie Sehnen und Bändern zusammengehalten und bewegt werden.
Aufbau der Knochen
Der Aufbau der Knochen stellen ein Gewebe dar und können im Präparat angeschnitten sein. Konzentrische Lamellen, die Osteozyten enthalten, bilden einen Ring um die zentralen Haverskanäle. Die Osteozyten verfügen über lange, dünne Fortsätze, die sich in den Canaliculi (Kanäle innerhalb der Matrix) verzweigen.
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Muskeln: Bewegung und Funktion
Muskeln definieren maßgeblich den Körper, ihre Funktion ist extrem wichtig. Bewegung ist das Ergebnis abwechselnder Kontraktion und Relaxation (Entspannung) von Muskeln, die ca. 30-40 % des gesamten Körpergewichts ausmachen.
Arten von Muskelgewebe
- Quergestreifte oder Skelettmuskulatur: Als Bestandteil des aktiven Bewegungsapparates.
- Glatte Muskulatur: Findet sich in den Wänden von Organen und Gefäßen und arbeitet unwillkürlich unter der Kontrolle des vegetativen Nervensystems.
- Herzmuskulatur: Ist eine spezialisierte Form der quergestreiften Muskulatur, die kontinuierlich und rhythmisch kontrahiert, um den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten.
Organe: Spezialisierte Funktionen
Ein Organ ist ein aus mehreren Geweben und Zelltypen bestehender Teil des Körpers, der eine spezielle Funktion erfüllt. Alle Organe eines Individuums bilden zusammen den Organismus. Der menschliche Körper besteht aus einer Vielzahl an Organen. Jedes Organ erfüllt eine ganz bestimmte Aufgabe für den Organismus und ist meist Teil eines größeren Organsystems (z. B. Lunge als Teil des Atmungssystems). Innere Organe bezeichnen in unserer Alltagssprache meist all jene Organe, die im Brust- und Bauchraum liegen. Äußere Organe sind Organe, die sich über den gesamten Körper erstrecken.
Wichtige Organsysteme
- Atemwegssystem: Zu dem Mund, Nase, Luftröhre und Lunge gehören.
- Herz-Kreislauf-System: Zu dem Herz und Blutgefäße gehören.
- Verdauungssystem: Mit dem Verdauungstrakt, zu dem Mund, Speiseröhre, Magen, Darm gehören, und den Verdauungsdrüsen und ihren Sekreten: Speicheldrüsen, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse.
- Nervensystem: Zu dem Gehirn, Rückenmark, Nerven und Botenstoffe gehören.
- Hormonsystem: Mit den Drüsen, deren Hormone über das Blut im Körper verteilt werden.
- Lymphsystem: Zu dem Lymphknoten, Milz, Lymphbahnen und Lymphozyten gehören.
- Blutsystem: Zu dem Blut und Blutgefäße gehören.
- Harnsystem: Nieren, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre.
- Sinnesorgane: Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut sowie das Gleichgewichtsorgan im Innenohr.
- Geschlechtsorgane: Männer und Frauen unterschiedliche Geschlechtsorgane.
Lymphsystem: Immunabwehr und mehr
Das Lymphsystem ist ein hochkomplexes und sensibles Netzwerk, das über den gesamten Organismus verteilt ist. Organe wie Knochenmark, Thymus, Milz, Mandeln und Lymphknoten gehören ebenso zum Abwehrsystem des Körpers wie spezielle Blutzellen. In erster Linie bildet das Immunsystem ein Bollwerk gegen unzählige Viren und Bakterien, die uns jeden Tag umgeben. Das Immunsystem ist ein hochkomplexes und sensibles Netzwerk, das über den gesamten Organismus verteilt ist. Zum Immunsystem gehören Organe, z.B. Knochenmark, Thymus, Milz, Mandeln, Lymphknoten sowie spezielle weiße Blutzellen. Die Immunabwehr besteht aus einem unspezifischen und einem spezifischen Anteil, die in ihrer Arbeitsweise eng miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig unterstützen. Das unspezifische Immunsystem ist die erste Verteidigungsfront und von Geburt an aktiv. Zwei wichtige Verteidigungswerkzeuge des unspezifischen Abwehrsystems sind die Fress- und natürlichen Killerzellen.
Lymphknoten und ihre Bedeutung
Geschwollene Lymphknoten in der Leiste können auf verschiedene gesundheitliche Bedingungen hinweisen. Auch Zustände wie Lupus oder rheumatoide Arthritis können auch zu einer Schwellung der Lymphknoten führen.
Nervensystem: Steuerung und Kommunikation
Das Nervensystem hat „nur“ ein Gewicht von 2 kg, was ca. 3 % des gesamten Körpergewichts entspricht. Das zentrale Nervensystem umfasst das Gehirn und das Rückenmark.
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Hauptkomponenten des Nervensystems
Zwei Hauptteile: ZNS (Gehirn & Rückenmark) und PNS (alle Nerven außerhalb von ZNS)ZNS: Steuerung der meisten Körperfunktionen, Integration von InformationenPNS: Besteht aus somatischem und autonomem NervensystemSomatisches NS: Kontrolle der Skelettmuskulatur, bewusste BewegungenAutonomes NS: Kontrolle der inneren Organe, unbewusste Funktionen, unterteilt in sympathisches und parasympathisches NSSympathisches NS: „Fight-or-Flight“, StressreaktionenParasympathisches NS: „Rest-and-Digest“, Erholungsprozesse
Regionale Anatomie: Brustkorb als Beispiel
Der Brustkorb liegt im oberen Bereich des Körpers. Der lateinische Begriff für den Brustkorb ist Thorax. Das Knochengerüst des Brustkorbs wird von den Brustwirbeln, den Rippen und dem Brustbein gebildet. Diese Knochen kann man von außen tasten. Außerdem gehören zum Brustkorb noch verschiedene Muskeln und Bänder und Gelenke. Sie verbinden die Knochen des Brustkorbs miteinander. Im Inneren des Brustkorbs gibt es eine Höhle, die sogenannte Brusthöhle. Die Brusthöhle enthält viele wichtige Organe, wie zum Beispiel das Herz, die Speiseröhre, die Luftröhre und die Lunge. Zudem liegen hier auch viele große Blutgefäße und wichtige Nerven.
Begrenzungen des Brustkorbs
Der Brustkorb wird vorn und hinten durch verschiedenen Knochen, Muskeln und Bänder begrenzt. Oberhalb des Brustkorbs liegt der Hals. Nach unten hin wird die Brusthöhle vom Zwerchfell begrenzt. Das ist ein wichtiger Muskel für die Atmung. Er spannt sich quer im Körper aus und trennt so die Brusthöhle, also das Innere des Brustkorbs, vom Inneren des Bauches. Vorn oben vor dem Brustkorb liegen bei der Frau und beim Mann die beiden Brustdrüsen. Am Rücken oben liegen die beiden Schulterblätter. Über zwei Knochen, die Schlüsselbeine, ist der Brustkorb auch vorn mit den Schultern verbunden.
Das Gerüst des Brustkorbs
Das Knochengerüst des Brustkorbs wird von den Brustwirbeln, den Rippen und dem Brustbein gebildet. Diese Knochen kann man von außen tasten. Außerdem gehören zum Brustkorb noch verschiedene Muskeln, Bänder und Gelenke. Sie verbinden die Knochen des Brustkorbs miteinander.
Die Brustwirbel
Als Brustwirbel bezeichnet man die zwölf Wirbel, die zur Brustwirbelsäule gehören. Die Brustwirbelsäule liegt zwischen der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule. Die Brustwirbel liegen hinten in der Mitte des Brustkorbs. Sie sind über Gelenke mit den Rippen verbunden.
Das Brustbein
Das Brustbein ist ein länglicher, platter Knochen. Es befindet sich vorn in der Mitte des Brustkorbs. Das Brustbein ist am oberen Ende über zwei Knochen, nämlich über die beiden Schlüsselbeine, rechts und links mit der Schulter verbunden. An der Seite ist das Brustbein über Gelenke mit den ersten sieben Rippen verbunden.
Die Rippen
Insgesamt gibt es zwölf Rippenpaare beim Menschen. Es gibt also zwölf Rippen auf der rechten Seite und zwölf Rippen auf der linken Seite. Jede Rippe besteht aus einem gebogenen Rippenknochen und aus dem Rippenknorpel. Alle Rippenknochen sind hinten am Brustkorb über Gelenke mit den Brustwirbeln verbunden. Das letzte Stück der Rippen vorn am Brustkorb besteht aus Knorpel. Die obersten sieben Rippenpaare sind vorn über den Rippenknorpel mit dem Brustbein verbunden. Der elastische Rippenknorpel und die Rippen-Wirbel-Gelenke sorgen mit dafür, dass sich der Brustkorb während der Atmung ausdehnen kann. Außerdem liegen zwischen den Rippen verschiedene Muskeln, die ebenfalls wichtig für die Atmung sind. Die ersten sieben Rippen sind über den Rippenknorpel mit dem Brustbein verwachsen. Die achte, neunte und zehnte Rippe sind im vorderen, unteren Bereich des Brustkorbs durch den Knorpel miteinander verwachsen. Auf diese Weise bilden sie jeweils rechts und links einen knorpeligen Bogen. Diese Verbindung der Rippen wird Rippenbogen genannt. Sie können diesen Bogen tasten, wenn Sie mit der Hand unten am Brustkorb entlangfahren.
Aufgaben des Brustkorbs
Das Knochengerüst des Brustkorbs mit den Muskeln, Bändern und Gelenken ist ein Schutz für die in der Brusthöhle liegenden Organe. Der Brustkorb ist aber auch wichtig für die Atmung. Beim Einatmen dehnt sich der Brustkorb etwas aus, beim Ausatmen zieht er sich wieder zusammen. Diese Atembewegungen kann man von außen sehen.
Die Organe in der Brusthöhle
Die Lunge
Die Lunge ist für die Atmung zuständig. Sie liegt geschützt durch die Rippen in der Brusthöhle. In der Lunge wird Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft in das Blut aufgenommen. Kohlenstoffdioxid aus dem Blut wird hingegen an die eingeatmete Luft abgegeben und ausgeatmet. Die Lunge besteht aus einem rechten und einem linken Lungenflügel. Manchmal spricht man auch nur kurz von den “beiden Lungen". Zwischen den beiden Lungenflügeln liegen einige wichtige Organe, wie zum Beispiel das Herz, die Luftröhre und die Speiseröhre. Die beiden Lungenflügel kann man weiter unterteilen in sogenannte Lungenlappen. Das sind unterschiedliche große Teile der Lunge. Die Lappen sind durch Furchen voneinander abgegrenzt, so dass man sie von außen erkennen kann. Der rechte Lungenflügel hat drei Lungenlappen. Der linke Lungenflügel hat nur zwei Lungenlappen. Die Lungenlappen kann man wiederum in noch kleinere Abschnitte unterteilen. Diese Abschnitte werden Lungensegmente genannt. Im rechten Lungenflügel gibt es zehn Segmente, im linken Lungenflügel hingegen nur neun Segmente. Im Unterschied zu den Lungenlappen, kann man die Lungensegmente von außen nicht voneinander abgrenzen. Außen wird die Lunge von einer Haut aus Bindegewebe umgeben. Diese Haut wird auch Brustfell genannt. Unter den beiden Lungenflügeln liegt das Zwerchfell. Das Zwerchfell ist eine Platte aus Muskelgewebe und Bindegewebe. Es trennt Brusthöhle und Bauchhöhle voneinander. Das Zwerchfell wird als Muskel für die Atmung benötigt.
Der Austausch der Atemgase in der Lunge
Die Lunge besteht im Inneren aus vielen kleinen Lungenbläschen. In Ihnen findet der Austausch der Atemgase statt. Die wichtigsten Atemgase sind Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid. Beim Einatmen gelangt Luft mit viel Sauerstoff in die Lungenbläschen. Um die Lungenbläschen herum liegen viele kleine Blutgefäße. Der Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft tritt durch die Wand der Lungenbläschen hindurch und geht in das Blut über. Kohlenstoffdioxid aus dem Blut wird hingegen in die Lungenbläschen abgegeben. Beim Ausatmen wird die Luft wieder aus der Lunge heraus transportiert.
Das Mediastinum
Der Raum zwischen den beiden Lungenflügeln wird Mediastinum genannt. Man kann dazu auch Mittelfellraum sagen. Hier liegen das Herz, die Luftröhre, die Speiseröhre, der Thymus, einige große Gefäße, wichtige Nerven und viele Lymphknoten.
Das Herz
Das Herz liegt im Brustkorb unten im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln. Es liegt nicht genau in der Mitte des Brustkorbs, sondern meist etwas links von der Mitte. Außerdem liegt es etwas schräg im Brustkorb. Das Herz ist ein Muskel, der Blut durch den Körper pumpt. Es ist innen hohl. Man unterscheidet im Herzen vier verschiedene Höhlen, nämlich zwei Vorhöfe und zwei Kammern. Es liegen je ein Vorhof und eine Kammer rechts im Herzen und ein Vorhof und eine Kammer links im Herzen. Manchmal wird daher auch von der “rechten und linken Herzhälfte” gesprochen. Die vier Herzhöhlen werden durch Scheidewände voneinander getrennt. Das Herz besteht aus drei Schichten. Der Herzmuskel ist die dickste dieser Schichten. Innen ist der Herzmuskel von einer dünnen Gewebeschicht ausgekleidet. Diese Schicht nennt man Herzinnenhaut. Außen ist der Herzmuskel ebenfalls von einer Schicht aus Bindegewebe umgeben. Diese Schicht wird auch als Herzbeutel bezeichnet. Das Herz ist die Pumpe des Körpers. Es pumpt das Blut über die Blutgefäße in den Körper. Dadurch können der Sauerstoff und die Nährstoffe im Blut in die Organe und Gewebe gelangen.
Der Weg des Blutes durch das Herz
Das sauerstoffarme Blut aus dem Körper wird über zwei große Blutgefäße gesammelt und zum Herzen transportiert. Das Blut gelangt hier zunächst in den rechten Herzvorhof. Von dort wird es in die rechte Herzkammer geleitet. Von der rechten Kammer wird es über ein großes Blutgefäß in die Lunge gepumpt. Dieses Gefäß ist die Lungenschlagader. Die Lungenschlagader verzweigt sich in viele kleine Äste. Dadurch kann sich das Blut in der Lunge verteilen. In der Lunge wird das Blut mit Sauerstoff angereichert. Das nun sauerstoffreiche Blut fließt jetzt in den linken Herzvorhof und von hier aus in die linke Herzkammer. Anschließend wird es von der linken Kammer in die Hauptschlagader des Körpers gepumpt. Von der Hauptschlagader aus kann sich das Blut im gesamten Körper verteilen. Vom Körper fließt es schließlich wieder zurück zum rechten Herzen.
Die Herzklappen
Das Herz hat vier Herzklappen. Sie bestehen aus Bindegewebe. Die Herzklappen trennen die Vorhöfe von den Kammern und die Kammern von den großen Blutgefäßen. Eine Herzklappe ist wie ein Ventil und sorgt dafür, dass das Blut nicht zurückfließen kann.
Die Luftröhre
Über die Luftröhre wird die eingeatmete Luft in die Lunge geleitet. Die Luftröhre ist ein Schlauch aus Bindegewebe, Knorpel und Muskeln. Sie beginnt unterhalb des Kehlkopfes und liegt mittig oben im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln. Innen ist sie mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Luftröhre zweigt sich in zwei größere Äste auf. Diese Äste heißen Hauptbronchien. Die Hauptbronchien verzweigen sich wie die Äste eines Baumes schließlich immer weiter und werden dabei immer kleiner. Sie enden in sehr kleinen Säckchen, die man auch Lungenbläschen nennt. In den Lungenbläschen findet der eigentliche Austausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid statt.
Die Speiseröhre
Die Speiseröhre ist ein Schlauch aus Muskeln. Die Aufgabe der Speiseröhre ist es, die Nahrung aus dem Rachen in den Magen zu transportieren. Die Speiseröhre ist ungefähr 25 Zentimeter lang. Innen ist sie mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Speiseröhre verläuft zunächst hinten im Hals, direkt vor der Wirbelsäule. Dann zieht sie in die Brusthöhle. Hier verläuft sie zwischen den beiden Lungenflügeln. Im unteren Bereich des Brustkorbs zieht die Speiseröhre durch eine Lücke im Zwerchfell in die Bauchhöhle hinein. Dort mündet sie schließlich in den Magen.
Die großen Blutgefäße
Im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln liegen einige große Blutgefäße. Dazu zählen vor allem die beiden Hohlvenen, die Lungenschlagader und die Hauptschlagader. Die Hohlvenen liegen nahe beim rechten Lungenflügel. Sie sammeln das sauerstoffarme Blut aus dem Körper und transportieren es zurück zum Herzen. Die Lungenschlagader transportiert das Blut von der rechten Herzkammer in die Lunge. Sie liegt daher oberhalb vom Herzen. Die Lungenschlagader teilt sich zunächst in zwei größere und später in viele kleinere Blutgefäße auf. Dadurch kann das Blut in der gesamten Lunge verteilt werden. Die Hauptschlagader transportiert Blut aus der linken Herzkammer in den Körper. Sie durchzieht den Körper im hinteren Brustraum und im hinteren Bauchraum. Auf diesem Weg durch den Brustraum und den Bauchraum kommen viele weitere Blutgefäße aus der Hauptschlagader heraus. An ihrem Ende teilt sie sich in zwei große Blutgefäße für den unteren Bereich des Körpers, zum Beispiel für die Beine.
Der Thymus
Der Thymus ist ein kleines Organ, das oben im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln liegt. Zum Thymus kann man auch “Bries” sagen. Der Thymus ist im Kindesalter am größten. Danach verkleinert sich der Thymus nach und nach, weil er seine Funktion verliert. Der Thymus spielt eine wichtige Rolle für das Abwehrsystem des Körpers. Im Thymus lernen die Abwehrzellen unter anderem, zwischen Zellen des eigenen Körpers und fremden Zellen zu unterscheiden.
Histologie: Die Lehre der Gewebe
Die Histologie (griechisch: histos = Gewebe und griechisch: logos = Lehre) ist die Lehre der Gewebe und zählt zur mikroskopischen Anatomie. Die Histologie-Vorlesung und der Mikroskopierkurs finden im ersten und zweiten Semester der Vorklinik statt. Dabei ist vor allem letzterer auch für die Klinik relevant, da er die Fertigkeiten für die spätere Diagnostik von Gewebeproben vermittelt. Die Histologie gehört zur Anatomie, überschneidet sich jedoch auch mit Wissen aus der Biologie.
Untersuchungsmethoden in der Histologie
Der erste Schritt für das Erkennen des Präparates ist der direkte Blick auf den Schnitt, also ohne Mikroskop. Hierbei sollten folgenden Fragen gestellt werden: Wie viele Schnittränder sind zu sehen? Anschließend wird das Präparat unter der kleinsten Vergrößerung angeschaut, um sich einen groben Überblick zu verschaffen und eventuell schon eine erste Hypothese zu erstellen. Um sich nicht im Schnitt zu verlieren, ist es ratsam, immer wieder zur kleinsten Vergrößerung zurückzukehren und von dort aus erneut in die gewünschten Stellen zu zoomen.
Färbetechniken in der Histologie
- H.E.-Färbung: H.E. steht für die beiden verwendeten Farbstoffe: Hämatoxylin und Eosin. In dieser Färbung erscheint der Zellkern blau und das Zytoplasma blassrot. Erythrozyten wirken unter H.E.-Färbung orange bis rot.
- Weitere Färbungen: Kollagene Fasern erscheinen blau, ebenso Hyaliner Knorpel. Aufbau der Knochen werden alle rot angefärbt. Hier werden mit Resorcin-Fuchsin oder Orcein selektiv die elastischen Fasern und Membranen dargestellt. Die Van-Gieson-Färbung ist eine Mischung aus Eisenhämatoxylin, Pikrinsäure und Säurefuchsin. Sie färbt den Zellkern schwarzbraun und das Zytoplasma gelblich. Kollagene Fasern erscheinen rot. Die Crossmon-Färbung besteht aus Eisenhämatoxylin, Säurefuchsin-Orange und Lichtgrün. Der Zellkern wird damit ebenfalls schwarzbraun eingefärbt, während das Zytoplasma rötlich erscheint. Kollagene Fasern bekommen eine grüne Farbe. Aufbau der Knochen werden hellrot. Weiterhin gibt es eine Reihe von Spezialfärbungen, wobei hier die Gruppe der histochemischen Färbungen die größte Rolle spielen. Sie ermöglichen einen Einblick in das dynamische Zellgeschehen, indem sie z. B. Fettsäuren und Lipide (Fettfärbungen wie z. B. Und schließlich nehmen auch die immunhistochemischen Methoden an Bedeutung zu. Um spezifische DNA- oder RNA-Sequenzen darzustellen, ist die in situ-Hybridisierung das Verfahren der Wahl.
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