Menstruelle Migräne, ein Begriff, der oft in Diskussionen über Kopfschmerzen auftaucht, bezieht sich auf Migräneanfälle, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Menstruation auftreten. Obwohl der Begriff weit verbreitet ist, betrifft er tatsächlich nur einen kleinen Teil der Migränepatientinnen. Studien deuten darauf hin, dass der sinkende Östrogenspiegel als Auslöser fungiert. In diesem Artikel werden wir die Behandlungsmöglichkeiten für menstruelle Migräne untersuchen, einschließlich der Rolle von Mönchspfeffer und anderen pflanzlichen Heilmitteln.
Menstruelle Migräne: Definition und Häufigkeit
Um den Zusammenhang zwischen Menstruation und Migräne klar zu definieren, wird der Zeitraum oft auf die Zeit der Regelblutung selbst sowie drei Tage davor und danach festgelegt. Statistiken zeigen, dass maximal eine von zwanzig Migräne-Patientinnen in diese Kategorie fällt.
Hormonelle Therapien und ihre Grenzen
Aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs mit der Menstruation lag es nahe, hormonelle Therapieverfahren einzusetzen. Allerdings haben Studien gezeigt, dass weder Hormonpflaster noch Östrogene in Tablettenform die Attacken zuverlässig verhindern können. Auch die Anwendung von Östrogen in Form eines auf die Haut auftragbaren Gels führt nicht zu konsistenten Behandlungsergebnissen.
Die Bedeutung der Migräne bei Schwangerschaft
Die Migräne ist von besonderer Bedeutung für Frauen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft. Es stellt sich die Frage, wie Migräne während der Schwangerschaft behandelt werden kann und welche Medikamente geeignet oder kontraindiziert sind. Betroffene Patientinnen sorgen sich auch, ob die Schwangerschaft durch ihre Migräneerkrankung gefährdet sein könnte.
Nahrungsergänzungsmittel und hormonelle Beschwerden
Viele Frauen leiden im Laufe ihres Lebens unter hormonellen Schwankungen, die sich in Akne, Migräne, Schlafproblemen, Krämpfen und Stimmungstiefs äußern können. Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel, die Linderung versprechen, ist groß. Es stellt sich die Frage, ob diese Supplements tatsächlich helfen können.
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Die Rolle von Mönchspfeffer bei PMS
Immerhin gibt es Studien zu Mönchspfeffer, die bei PMS-Symptomen eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus andeuten, sagt Schwenkhagen. »Die Studien sind jedoch sehr heterogen und schlecht vergleichbar.« Wenn Frauen gern eine pflanzliche Behandlung ausprobieren möchten, wäre Mönchspfeffer laut der Ärztin eine Option.
Mönchspfeffer: Ein Überblick
Mönchspfeffer, auch bekannt als Agnus castus oder Keuschlamm, ist in der Frauenheilkunde gut etabliert. Trockenextrakte aus seinen Früchten werden traditionell gegen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (PMS) und Zyklusunregelmäßigkeiten eingesetzt. In-vitro-Studien haben auch eine krampflösende Wirkungskomponente nachgewiesen.
Studienlage zu Mönchspfeffer
Es gibt Hinweise darauf, dass Mönchspfeffer bei PMS-Symptomen eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus haben könnte. Allerdings sind die Studienlage heterogen und schlecht vergleichbar. Wenn Frauen eine pflanzliche Behandlung ausprobieren möchten, könnte Mönchspfeffer eine Option sein.
Wirkmechanismus von Mönchspfeffer
Forscher haben kürzlich über die hemmende Wirkung eines ethanolischen Mönchspfeffer-Fruchtextrakts auf wichtige Endothelzellfunktionen bei der Angiogenese berichtet. Diese Blutgefäßneubildung spielt eine zentrale Rolle bei der Erneuerung der Uterusschleimhaut im Menstruationszyklus. Obwohl es sich nur um erste präklinische In-vitro-Daten handelt, tragen sie zum Verständnis des Wirkmechanismus auf molekularer Ebene bei.
Dosierung und Anwendung von Mönchspfeffer
Bei klinischen Studien hat sich eine Dosierung von 20 Milligramm Trockenextrakt als am wirksamsten erwiesen. Eine höhere Dosierung zeigte keine positiveren Auswirkungen, während geringere Dosierungen weniger wirksam waren. Mönchspfeffer sollte nach fachärztlichem Rat mit 20 Milligramm Trockenextrakt täglich und über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten eingenommen werden.
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Weitere pflanzliche Mittel
Neben Mönchspfeffer gibt es auch andere pflanzliche Mittel, die bei hormonellen Beschwerden eingesetzt werden können:
- Schafgarbenkraut: Wird traditionell bei schmerzhaften Krämpfen im Magen-Darm-Bereich und während der Menstruation eingesetzt. Präklinische Daten zeigen einen spasmolytischen und analgetischen Effekt.
- Traubensilberkerze: Ist die beliebteste Heilpflanze für Wechseljahresbeschwerden. Studien deuten darauf hin, dass sie die Wechseljahresbeschwerden lindern kann, indem sie das endogene Opioidsystem und die Neurotransmission beeinflusst.
- Maca: Wird traditionell in Peru zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden und prämenstruellen Beschwerden eingesetzt. Maca beeinflusst das (psycho)neuroendokrine System und hat adaptogene Eigenschaften.
Wichtige Hinweise zur Einnahme von pflanzlichen Mitteln
- Ärztliche Beratung: Vor der Einnahme von pflanzlichen Mitteln sollte immer ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden.
- Qualität der Präparate: Es ist wichtig, hochwertige Präparate von vertrauenswürdigen Herstellern zu wählen.
- Dosierung: Die empfohlene Dosierung sollte eingehalten werden.
- Nebenwirkungen: Auch pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen haben. Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte die Einnahme beendet und ein Arzt konsultiert werden.
- Wechselwirkungen: Pflanzliche Mittel können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben.
Die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung
Bei der Behandlung von hormonellen Beschwerden ist es wichtig, eine ganzheitliche Betrachtung des Körpers und des Geistes zu berücksichtigen. Neben pflanzlichen Mitteln können auch andere Maßnahmen wie eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Stressmanagement und Entspannungstechniken helfen, die Beschwerden zu lindern.
CGRP und Migräne
Ein Forschungsteam der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat eine mögliche Erklärung für den Zusammenhang zwischen Hormonschwankungen und Migräne gefunden. Die Studie ergab, dass Frauen mit Migräne während der Menstruation besonders große Mengen an CGRP bilden. CGRP ist eine körpereigene Substanz, die bei Migräne vermehrt ausgeschüttet wird und die Blutgefäße im Gehirn stark erweitert.
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