Metallischer Geschmack im Mund: Ursachen und Auswirkungen auf das Nervensystem

Ein metallischer Geschmack im Mund kann eine irritierende und beunruhigende Erfahrung sein. Er wird oft als Dysgeusie bezeichnet, eine Form der Geschmacksstörung, die sich in unterschiedlichen Ausprägungen äußern kann. In diesem Artikel werden die vielfältigen Ursachen für einen metallischen Geschmack im Mund beleuchtet, insbesondere im Hinblick auf mögliche Verbindungen zum Nervensystem, und es werden Behandlungs- und Lösungsansätze aufgezeigt.

Was ist Dysgeusie?

Dysgeusie ist eine Schmeckstörung, also eine Störung der Geschmackswahrnehmung. Sie ist selten. Am häufigsten sind qualitative Dysgeusien. Es gibt verschiedene Formen von Dysgeusie:

  • Qualitative Dysgeusien: Parageusie (veränderte Geschmackswahrnehmung) und Phantogeusie (halluzinatorische Geschmackswahrnehmung).
  • Quantitative Dysgeusien: Hypogeusie (verminderter Geschmacksinn), Hypergeusie (überempfindlicher Geschmacksinn) und Ageusie (aufgehobener Geschmacksinn).

Ursachen für metallischen Geschmack im Mund

Ein metallischer Geschmack im Mund kann viele verschiedene Ursachen haben, die von harmlosen bis hin zu ernsteren Gesundheitsproblemen reichen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

Epitheliale Ursachen

Hierbei wird die Dysgeusie durch eine Schädigung der Geschmacksknospen verursacht, z.B. bei einer Atemwegsinfektion, Mundschleimhautentzündung oder beim Rauchen.

Nervale Ursachen

Hier führt eine Schädigung jener Hirnnerven, die für die Geschmackswahrnehmung wichtig sind, zu einer Schmeckstörung (wie der Gesichtsnerv mit seinen Ästen). Das kann etwa bei einer Gürtelrose im Gesicht der Fall sein oder bei einer Operation im Kopfbereich, bei der versehentlich solche Nerven verletzt werden.

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Zentrale Ursachen

Hier findet sich die Ursache der Schmeckstörung im Gehirn, beispielsweise ein Schädel-Hirn-Trauma, ein Hirntumor oder eine psychiatrische Erkrankung.

Manchmal lässt sich auch keine Ursache für eine Schmeckstörung finden. Mediziner sprechen dann von idiopathischer Dysgeusie.

Erkrankungen

Eine mögliche Erklärung für den unnatürlichen, metallischen Geschmack können Erkrankungen der oberen Atemwege, beispielsweise eine Nasennebenhöhlenentzündung, sein. Durch Erkältungen verändert sich häufiger der Geschmackssinn. Ist die Krankheit aber überstanden, verschwindet auch der Metallgeschmack.

Bleibt der metallische Geschmack mehrere Tage bestehen, könnte dies aber auch auf schwerwiegendere gesundheitliche Probleme hindeuten. Darunter fallen etwa neurologische Störungen wie eine Demenz, Autoimmunerkrankungen, Leber- oder Nierenprobleme sowie unbehandelter Diabetes.

Infektionen

Oftmals sind Infektionen der oberen Atemwege die Ursache für eine Dysgeusie, etwa eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder eine Infektion mit Sars-CoV-2 (Covid-19).

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Dabei kann der Geschmackssinn auf unterschiedliche Weise gestört werden: Bei manchen Infektionen werden die Schmeckrezeptoren im Mund geschädigt. In anderen Fällen kommt es zu einer Schädigung jener Nerven, die für die Geschmackswahrnehmung wichtig sind - am häufigsten betroffen sind die Nervenfasern des Gesichtsnervs, die durch das Mittelohr verlaufen (z.B. bei einer Infektion mit Herpes-Zoster-Viren, den Erregern der Gürtelrose). Nicht zuletzt können Infektionen der oberen Atemwege auch durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems eine Dysgeusie nach sich ziehen.

Auch bei einem heftigen Schnupfen kann man verschiedene Geschmäcker oft nicht mehr wahrnehmen. Das liegt daran, dass durch die entzündungsbedingte Schwellung der Nasenschleimhaut der Geruchssinn beeinträchtigt ist - und diesen brauchen wir, um verschiedene Aromen schmecken zu können. Sobald die Erkältung abklingt, stellt sich der Geschmack aber wieder ein.

Neben Atemwegsinfektionen sind gelegentlich auch andere Infektionen der Grund für einen beeinträchtigten Geschmackssinn. Dazu zählen etwa eine virusbedingte Leberentzündung (Hepatitis) und Gehirnentzündung (Enzephalitis).

Medikamente

Zahlreiche Medikamente können als Nebenwirkung eine Dysgeusie auslösen, zum Teil auch erst Wochen nach der Einnahme. Hier einige Beispiele:

  • Durch die Einnahme trizyklischer Antidepressiva (wie Amitriptylin, Imipramin, Doxepin) entsteht oftmals ein metallischer Geschmack im Mund. Ursache dieser Form von Dysgeusie können aber auch Neuroleptika sein - Mittel mit dämpfender und antipsychotischer Wirkung, wie sie etwa in der Behandlung von Schizophrenie eingesetzt werden.
  • Das Gleiche gilt für manche Antibiotika: Metallischer Geschmack im Mund, Schwindelgefühl, Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen sind etwa wichtige Nebenwirkungen des häufig gegen bakterielle Infektionen eingesetzten Wirkstoffes Metronidazol. Auch bei der Einnahme anderer gängiger Antibiotika wie Ampicillin, Tetracycline und Makrolide kann sich ein metallener Geschmack im Mund einstellen.
  • Bei der Einnahme von Schlafmitteln (Hypnotika) wie Zolpidem, Zoplicon oder Zaleplon kann ein metallisch-bitterer Geschmack im Mund resultieren.
  • Harntreibende Mittel (Diuretika) wie Amilorid, Hydrochlorothiazid oder Spironolacton können einen salzigen Geschmack im Mund oder gar einen Ausfall der Geschmackswahrnehmung (Ageusie) auslösen.
  • Krampflösende Mittel (Antikonvulsiva) wie Carbamazepin und Phenytoin können die Geschmackswahrnehmung abschwächen (Hypogeusie).

Weitere Wirkstoffgruppen, die als Nebenwirkung eine Dysgeusie verursachen können, sind beispielsweise Gichtmedikamente (wie Allopurinol), Mittel gegen erhöhte Blutfette (wie Statine), Blutdrucksenker (wie ACE-Hemmer, Diltiazem) und Zytostatika (Mittel zur Chemotherapie wie Vincristin).

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Bei vielen Medikamenten ist unklar, auf welchem Wege sie eine Dysgeusie auslösen. Bei anderen liegt der Zusammenhang nahe, etwa bei trizyklischen Antidepressiva, die den Speichelfluss verringern, sowie beim Krebsmedikament (Zytostatikum) Vincristin, das die Mundschleimhaut schädigt.

Hormonelle Veränderungen

Hormonelle Veränderungen sorgen ebenfalls manchmal für einen metallischen Geschmack. Auch sind eine Schilddrüsenunterfunktion, Schwangerschaft oder das Einsetzen der Wechseljahre häufige Ursachen. Vielen Frauen fällt der metallische Geschmack im Mund zu Beginn einer Schwangerschaft auf. In dem Fall liegt es an den Hormonen, mit deren Hilfe sich der Körper auf die neue Situation einstellt. Im Laufe des zweiten Trimesters (14. bis 26. Schwangerschaftswoche) verschwindet das unangenehme Gefühl im Mundraum in der Regel wieder.

Mangelnde Mundhygiene

Bei unzureichender Zahnpflege - besonders an den Stellen, die nur schwer mit der Zahnbürste zu erreichen sind - kann es zu Karies und Zahnfleischentzündungen kommen. Bleiben diese unbehandelt, kann sich daraus eine schwere Zahnbettentzündung (Parodontitis) entwickeln. Auch mangelnde Mundhygiene kann eine Dysgeusie auslösen.

Blut im Mund

Schon eine kleine, blutende Wunde am Zahnfleisch oder auf der Zunge können den metallischen Geschmack auslösen. Das in den roten Blutkörperchen enthaltene Eisen schmeckt nach Metall. Blutende Wunden im Mund-Rachenraum können einen Blutgeschmack im Mund hervorrufen (wegen des im Blut enthaltenen Eisens oft auch beschrieben als metallischer Geschmack im Mund).

Mineralstoffmangel oder -überschuss

Haben Sie zu viele Mineralstoffe bzw. Spurenelemente wie Eisen, Selen und Zink im Körper, kann ein Metallgeschmack im Mund auftreten. Die Missempfindung kommt aber auch vor, wenn Sie zu wenige Mineralstoffe aufnehmen, also zum Beispiel einen Zink- oder Eisenmangel haben. Anhand eines großen Blutbilds kann Ihr Hausarzt feststellen, welche Spurenelemente Ihnen fehlen oder von welchen Sie zu viele aufnehmen.

Mix verschiedener Metalle in Zahnersatz und -füllungen

Haben Sie noch Amalgamfüllungen (unedles Metall) und zum Beispiel Kronen oder Brücken aus Gold oder Titan (edle Metalle), kann es zum sogenannten Batterie-Effekt im Mundraum kommen. Die Ionen der unedlen Metalle fließen zu den edlen hin - es entsteht elektrischer Strom, bei dem der Speichel als Leiter wirkt.

Andere ärztliche Maßnahmen

Neben der Gabe von Medikamenten können auch andere ärztliche Maßnahmen für eine Schmeckstörung verantwortlich sein. Sie wird dann als "iatrogen" (= durch den Arzt verursacht) bezeichnet.

Beispielsweise können bei einer Operation im Kopfbereich (z.B. Tonsillektomie = Entfernung der Gaumenmandeln) versehentlich Nerven verletzt werden, die für die Geschmackswahrnehmung wichtig sind. Eine Strahlentherapie im Kopfbereich kann durch Schleimhautschädigung zu einer Dysgeusie führen. Besonders oft passiert dies, wenn die Strahlentherapie mit einer Chemotherapie kombiniert wird. Mit einer solchen Radiochemotherapie werden oft Kopf- und Halstumoren behandelt.

Sonstige Ursachen

Neben den oben genannten Ursachen für Dysgeusie gibt es noch viele andere Faktoren, die eine Schmeckstörung hervorrufen können.

Schilddrüse, Leber und Niere können ebenfalls für eine Dysgeusie verantwortlich sein, wenn sie in ihrer Funktion beeinträchtigt sind (Schilddrüsenunterfunktion, Leber- und Nierenversagen).

Gelegentlich berichten auch Menschen mit Diabetes mellitus über einen beeinträchtigten Geschmacksinn.

Eine weitere mögliche Ursache für eine Dysgeusie ist ein Überschuss des Stresshormons Cortisol: Er löst einen Symptom-Komplex aus, der Cushing-Syndrom genannt wird. Neben typischen Merkmalen wie Stammfettsucht, Stiernacken und Vollmondgesicht können Betroffene auch eine Schmeckstörung entwickeln: Erhöhte Blutkonzentrationen an Glukokortikoiden wie Cortisol verringern die Empfindlichkeit für Geschmäcker (Geschmackssensitivität) - Betroffene schmecken also weniger.

Die Geschmackswahrnehmung kann aber auch durch eine Schädigung der Geschmacksknospen beeinträchtigt sein. Manchmal sind bestimmte Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom dafür verantwortlich. Vor allem aber können Zellgifte wie Nikotin und Alkohol die Geschmacksknospen schädigen und so eine Dysgeusie hervorrufen.

Andere Substanzen können ebenfalls ihre giftige Wirkung in Form einer Schmeckstörung zeigen. Das ist etwa bei einer Jodüberladung der Fall: Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das die Schilddrüse zur Hormonproduktion braucht. Ein Überschuss an Jod (z.B. bei erhöhter Jod-Zufuhr) aber ist schädlich, weil dann zu viele Schilddrüsenhormone gebildet werden. Brennen und Schmerzen im Mund-Rachen-Raum, metallischer Geschmack im Mund, Magen- und Kopfschmerzen sind typische Symptome einer solchen Thyreotoxikose. Im schlimmsten Fall kann sie lebensbedrohlich werden (thyreotoxische Krise). Eine solche Stoffwechselentgleisung ist aber selten.

Sonstige mögliche Gründe für eine Dysgeusie sind unter anderem:

  • Mundschleimhauterkrankungen
  • Hirntumoren
  • Epilepsie
  • Multiple Sklerose
  • Ess-Brech-Sucht (Bulimie)
  • Mangelerscheinungen wie Vitaminmangel, Eisenmangel, Zinkmangel
  • Psychiatrische Erkrankungen

Bei älteren Menschen muss ein beeinträchtigter Geschmackssinn nicht unbedingt das Symptom einer Erkrankung oder die Nebenwirkung einer Therapie sein - im Alter lässt die Geschmacksempfindung natürlicherweise nach.

Schädel-Hirn-Trauma

Bei einem Schädel-Hirn-Trauma (z.B. durch einen Sturz oder Schlag auf den Kopf) können jene Bereiche des Gehirns geschädigt werden, die für das Verarbeiten von Schmeckreizen wichtig sind. Dazu gehören unter anderem der Thalamus und der Hirnstamm.

Zudem kann bei einem Bruch des Schläfenbeins oder Unterkiefers der Gesichtsnerv (Fazialis-Nerv) verletzt werden, was ebenfalls die Geschmackswahrnehmung stören kann.

Burning-Mouth-Syndrome (BMS)

Das Syndrom des "brennenden Mundes" ist eine komplexe, auf mehreren Faktoren beruhende (multifaktorielle) Erkrankung, deren Ursache ungeklärt ist. Sie geht mit unangenehmen, brennenden Missempfindungen der Mundschleimhaut und besonders der Zunge (Zungenbrennen) einher. Außerdem plagt oft auch ein anhaltend bitterer oder metallener Geschmack im Mund die Betroffenen - also eine Dysgeusie. Weitere mögliche Symptome sind Mundtrockenheit und Durst.

Wenn ein anhaltend bitterer oder metallischer Geschmack im Mund in bzw. nach den Wechseljahren auftritt, kann durchaus das Burning-Mouth-Syndrome die Ursache sein - die Erkrankung tritt nämlich am häufigsten bei Frauen nach der letzten Regelblutung (Menopause) auf.

Allergien

Auch Allergien können die Ursache sein. Kommt der metallische Geschmack nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf, kann es sich um ein Anzeichen dafür handeln.

Chemische Belastung

Tritt der metallische Geschmack im Mund in Verbindung mit einem starken Schwindelgefühl, Übelkeit, Husten und Erbrechen auf, kann eine Vergiftung mit Quecksilber, Blei oder Kupfer dahinter stecken.

Zusammenhang mit dem Nervensystem

Das Nervensystem spielt eine entscheidende Rolle bei der Geschmackswahrnehmung. Die Geschmacksknospen auf der Zunge sind mit Nerven verbunden, die Signale an das Gehirn senden, wo der Geschmack interpretiert wird. Eine Schädigung dieser Nervenbahnen kann zu Geschmacksstörungen wie einem metallischen Geschmack im Mund führen.

Beteiligte Nerven

Die wichtigsten Nerven, die an der Geschmackswahrnehmung beteiligt sind, sind:

  • Fazialnerv (VII): Versorgt den vorderen Teil der Zunge.
  • Glossopharyngeusnerv (IX): Versorgt den hinteren Teil der Zunge.
  • Vagusnerv (X): Versorgt den Bereich des Rachens.

Auswirkungen von Nervenschädigungen

Schädigungen dieser Nerven, beispielsweise durch Verletzungen, Operationen, Infektionen oder neurologische Erkrankungen, können die Übertragung von Geschmackssignalen beeinträchtigen und zu einem metallischen Geschmack im Mund führen.

Diagnose

Die Abklärung einer Dysgeusie ist komplex und umfasst mehrere Schritte.

Anamnese und HNO-Status

Den Anfang bildet meist ein ausführliches Arzt-Patient-Gespräch zur Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Mögliche Fragen des Arztes sind etwa:

  • Seit wann besteht die Schmeckstörung?
  • Wie genau äußert sie sich (z.B. als abgeschwächter Geschmackssinn oder als anhaltend metallischer Geschmack im Mund)?
  • Hat sie sich im zeitlichen Verlauf verändert?
  • Fällt Ihnen ein möglicher Auslöser der Dysgeusie ein?
  • Haben Sie noch andere Beschwerden (z.B. Zungenbrennen, Riechstörung)?
  • Hatten Sie vor kurzem eine Infektion der oberen Atemwege?
  • Sind bei Ihnen irgendwelche Vor- oder Grunderkrankungen bekannt (z.B. chronische Sinusitis, Hepatitis, Diabetes, Nierenerkrankungen, psychiatrische oder neurodegenerative Erkrankungen wie Multiple Sklerose)?
  • Hatten Sie vor kurzem eine zahnärztliche Behandlung, einen chirurgischen Eingriff im Mundbereich oder eine andere Operation?
  • Hatten Sie in der Vergangenheit eine Kopfverletzung?
  • Nehmen Sie irgendwelche Medikamente ein? Wenn ja, welche?
  • Rauchen Sie?

Neben dem Anamnesegespräch wird der Arzt den Mund-Nasen-Rachenraum untersuchen. Beispielsweise schaut er sich die Mundschleimhaut und die Zunge an.

Weitere Untersuchungen

  • Geschmackstests: Um die Art und den Grad der Geschmacksstörung zu bestimmen.
  • Blutuntersuchungen: Um mögliche Grunderkrankungen wie Diabetes, Nierenerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen oder Mangelerscheinungen festzustellen.
  • Neurologische Untersuchung: Bei Verdacht auf neurologische Ursachen.
  • Allergietest: Wenn der Verdacht auf eine Reaktion auf Lebensmittel, Zahnimplantate o. Ä. besteht.
  • Bildgebende Verfahren (MRT, CT): Um Hirntumoren oder andere strukturelle Veränderungen im Gehirn auszuschließen.
  • Untersuchung der Mundschleimhaut: Die Mundschleimhaut kann auf Pilze und Bakterien untersucht werden.

Behandlung

Verringerte Geschmackswahrnehmung, überempfindlicher Geschmackssinn oder anhaltend bitterer, salziger oder metallischer Geschmack im Mund - was kann man dagegen tun?

Zunächst gilt es, Form und Ursache der Schmeckstörung genau abzuklären. Dann wird der behandelnde Arzt eine passende Behandlung vorschlagen, die sich - wenn möglich - nach der Ursache der Dysgeusie richtet. Unterstützende Maßnahmen können den Behandlungserfolg verbessern. Nicht zuletzt umfasst die Dysgeusie-Therapie auch eine umfassende und ausführliche Beratung der Betroffenen durch den behandelnden Arzt.

Ursächliche Behandlung

Wenn möglich, wird eine Dysgeusie ursächlich behandelt. Hier einige Beispiele:

  • Bei (Verdacht auf) medikamentenbedingter Dysgeusie wird - wenn es medizinisch möglich ist - das betreffende Medikament abgesetzt beziehungsweise durch ein anderes Präparat ersetzt. Bei den meisten Patienten erholt sich die Geschmackswahrnehmung daraufhin spontan.
  • Ist die Schmeckstörung die Folge eines Zinkmangels, der durch Medikamente (z.B. das Rheumamittel Penicillamin) verursacht wird, kann der behandelnde Arzt ein Zinkpräparat verordnen. Manchmal hilft in solchen Fällen auch die Zufuhr von Selen.
  • Steht die Dysgeusie im Zusammenhang mit einer Systemerkrankung (Multiple Sklerose, Diabetes etc.), bessert sie sich oftmals, wenn die Behandlung dieser Grunderkrankung eingeleitet beziehungsweise optimiert wird.
  • Ist die Dysgeusie durch die Ernährung bedingt (z.B. sehr einseitige Kost mit Mangel an Vitaminen etc.), ist eine Ernährungsberatung sinnvoll.

Medikamente

Es gibt kein Medikament mit einer eindeutig belegten Wirksamkeit bei Burning-Mouth-Syndrom.

Eine Besserung der Beschwerden lässt sich evtl. mit Alpha-Liponsäure erreichen.

Auch Mundspülungen mit Capsaicin können helfen.

Die lokale Anwendung von Clonazepam scheint ebenfalls wirksam zu sein. Hierbei handelt es sich um ein Medikament gegen Epilepsie, das beruhigend wirkt und zu Abhängigkeit führen kann.

Gabe von Zink

Zinkpräparate werden nicht nur bei einer Dysgeusie infolge von medikamentenbedingtem Zinkmangel gegeben, sondern oft auch in anderen Fällen von Schmeckstörungen. Ihre Wirksamkeit ist hier aber umstritten. Neueren Untersuchungen zufolge kann die Einnahme von Zink aber zumindest bei einer Schmeckstörung ungeklärter Ursache (idiopathische Dysgeusie) sowie bei Zinkmangel infolge übermäßiger Ausscheidung über die Nieren (renaler Zinkmangel) die Beschwerden lindern. Die Leitlinie empfiehlt die tägliche Gabe von 140 mg Zinkglukonat über vier Monate. Da diese Dosierung über der empfohlenen täglichen Zinkzufuhr liegt, sollte die Therapie ärztlich überwacht werden. Eine Übertherapie ist zu vermeiden, da ein Zuviel an Zink ebenfalls Geschmacksstörungen auslösen kann.

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