Neurologie am MHH Standort Henriettenstift: Umfassende Versorgung von Gehirn bis Muskel

Die Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie am Standort Henriettenstift in Hannovers Südstadt bietet ein breites Spektrum an Leistungen zur Untersuchung und Behandlung neurologischer Notfälle und chronischer Erkrankungen. Das Leistungsspektrum umfasst Erkrankungen des Gehirns, Rückenmarks, der peripheren Nerven, des vegetativen Nervensystems und der Muskulatur. Die Klinik ist Teil des DIAKOVERE Klinikverbundes und arbeitet eng mit anderen Fachdisziplinen zusammen, um eine umfassende Patientenversorgung zu gewährleisten.

Vielfältiges Krankheitsspektrum und Symptome

Die Neurologische Klinik am Henriettenstift behandelt ein breites Spektrum an neurologischen Erkrankungen. Diese Erkrankungen können sich auf vielfältige Weise äußern. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Krampfanfälle
  • Lähmungen
  • Gangstörungen
  • Sehstörungen und Doppelbilder
  • Schwindel
  • Sensibilitätsstörungen
  • Kopfschmerzen und andere Schmerzsyndrome
  • Bewusstseinsstörungen
  • Gedächtnis- und Sprachstörungen

Die Klinik behandelt unter anderem folgende Krankheitsbilder:

  • Schlaganfälle (Minderdurchblutung des Gehirns oder Hirnblutung)
  • Anfallsleiden (Epilepsie)
  • Multiple Sklerose (Autoimmunerkrankung des Nervensystems)
  • Hirntumore (v.a. bösartige)
  • Parkinson-Krankheit und andere Bewegungsstörungen
  • Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen
  • Bandscheibenvorfälle
  • Polyneuropathien und andere Schädigungen peripherer Nerven (z.B. bei Diabetes)
  • Erkrankungen der motorischen Nervenzellen (Amyotrophe Lateralsklerose; ALS) und der Muskulatur (Myopathien)
  • Meningitis und Enzephalitis (durch Bakterien oder Viren)
  • Traumatische Hirnschädigung (als Folge von Unfällen)
  • Toxische und metabolische Erkrankungen (z.B. bei Lebererkrankungen)

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Neurologie steht in engem Kontakt zu anderen Fachdisziplinen innerhalb der DIAKOVERE Krankenhäuser. Dazu gehören insbesondere die Neurochirurgie, die Innere Medizin, Radiologie, aber auch die Psychosomatik, HNO- und Augenheilkunde. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht eine umfassende und interdisziplinäre Patientenversorgung.

Diagnostische Möglichkeiten

Die Neurologische Klinik im DIAKOVERE Henriettenstift verfügt über moderne Untersuchungsverfahren zur Diagnostik neurologischer Erkrankungen. Dazu gehören insbesondere:

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  • Elektroenzephalographie (EEG)
  • Evozierte Potentiale (VEP, AEP, SEP)
  • Transkranielle Magnetstimulation (MEP)
  • Elektromyographie und -neurographie
  • Doppler- und Duplex-Sonographie der hirnversorgenden Arterien
  • Transkranielle Doppler- und Duplex-Sonographie
  • Eigenes Liquorlabor
  • Neurologische Schluckdiagnostik in Kooperation mit der Logopädie (FEES)

In der Radiologischen Klinik des DIAKOVERE Henriettenstifts werden Computer-Tomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) von Gehirn und Rückenmark, Angiographie und Duplex-Sonographie von Arterien und Venen durchgeführt. Zudem besteht die Möglichkeit der interventionellen Akuttherapie des Schlaganfalls mittels Thrombektomie.

Stroke Unit am Henriettenstift

Ein besonderer Fokus der Klinik liegt auf der Behandlung von Schlaganfällen in der Stroke Unit am Henriettenstift. Die Stroke Unit ist eine spezialisierte Einrichtung, die sich der raschen Diagnose und unmittelbaren Behandlung von Schlaganfallpatient*innen widmet. Ziel ist es, durch eine eng koordinierte interdisziplinäre Versorgung die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen und Folgeschäden zu minimieren.

Die Kernaufgaben der Stroke Unit sind:

  • 24-Stunden-Notfallversorgung bei Schlaganfallverdacht
  • Schnelle Akutdiagnostik einschließlich neurovaskulärer Bildgebung (z. B. CT/MRT) in Kooperation mit der Radiologie
  • Sofortige Therapien wie intravenöse Thrombolyse und, falls möglich, endovaskuläre Intervention (Thrombektomie) bei geeigneten ischämischen Schlaganfällen
  • Intensiv- und Monitoring-Phase, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln
  • Frühzeitige Behandlung von Funktionsstörungen wie Lähmungen, Sprachveränderungen etc.
  • Individuelle Nachsorgeplanung und Bahnung der Rehabilitation, damit Patient*innen so schnell wie möglich wieder alltägliche Aktivitäten aufnehmen können.
  • Frührehabilitation und Anschlussbehandlung direkt vor Ort

Wichtig: Bei Verdacht auf einen Schlaganfall sofort den Notruf 112 wählen. Jede Minute zählt!

Das Team der Stroke Unit arbeitet eng mit anderen Fachbereichen zusammen, darunter Radiologie, Neurorehabilitation, Kardiologie, Gefäßchirurgie und Intensivmedizin. Eine patienten- und familienorientierte Kommunikation ist dabei zentral: Aufklärung über Befunde, Behandlungsoptionen und den weiteren Verlauf erfolgt transparent, verständlich und einfühlsam.

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Die Stroke Unit legt Wert auf evidenzbasierte Behandlungsprotokolle, regelmäßige Weiterbildung des Personals und Qualifizierung durch spezialisierte Zertifizierungen, um eine hohe Behandlungsqualität sicherzustellen. Ziel ist es, Schlaganfallpatient*innen so schnell wie möglich zu stabilisieren, gezielt zu therapieren und eine individuelle Anschlussversorgung zu ermöglichen.

Neurologisch-Neurochirurgische Frührehabilitation

Seit Oktober 2021 wird in der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie der in Hannover und in der DIAKOVERE erstmalig etablierte Behandlungsschwerpunkt Neurologisch-Neurochirurgische Frührehabilitation angeboten. In dieser Abteilung werden Patientinnen mit schweren neurologischen Erkrankungen, z.B. nach einem Schlaganfall oder einem Schädelhirntrauma, von einem multiprofessionellen Team bestehend aus Physiotherapeutinnen, Ergotherapeutinnen, Logopädinnen, Neuropsycholog*innen und speziell geschulten Pflegekräften unter ärztlicher Supervision gezielt und umfassend frühestmöglich therapiert, um die z.T. sehr schwerwiegenden Schädigungsbilder schnellstmöglich zu verbessern. Die Kosten für diese Therapie werden als Krankenhausbehandlung von den Kostenträgern übernommen.

Spezialsprechstunden und Ambulanzen

Die Klinik bietet verschiedene Spezialsprechstunden und Ambulanzen an, um eine spezialisierte Versorgung für bestimmte Erkrankungen zu gewährleisten:

  • MS-Ambulanz: Diagnostik, Therapiefortführung und -anpassung, Symptom- und Beschwerdemanagement, Patientenbildung und Unterstützung für Menschen mit Multipler Sklerose (MS) und verwandten entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems.
  • Neuroonkologische Sprechstunde: Bietet umfassende Betreuung von Patient*innen mit Hirntumoren. Dies beinhaltet die Planung und Durchführung von Therapien (z. B. gezielte Hormon- und Immuntherapien, unterstützende Therapien), Abklärung von Behandlungsmöglichkeiten, Nebenwirkungsmanagement und Therapieanpassungen. Enge Abstimmung mit Neurochirurgie, Strahlentherapie, Radiologie und Nuklearmedizin. Unterstützung bei Kopfschmerzen, Krampfanfällen, kognitiven Beeinträchtigungen, Fatigue und anderer Krankheitsbelastungen; rehabilitative Maßnahmen und psychoonkologische Betreuung.
  • ALS-Sprechstunde: Spezialisierte ambulante Diagnostik und Betreuung von Menschen mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) und verwandten Motoneuronerkrankungen. Im Rahmen der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) der MHH arbeitet die Klinik eng mit der Neurologischen Klinik der MHH zusammen. Diagnostik und Verlaufskontrollen, Therapie- und Versorgungsplanung, Palliative Betreuung und psychosoziale Unterstützung.
  • Ambulante Privatsprechstunde: Für privat versicherte Patient*innen.

Akademische Lehre und Ausbildung

Die Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie ist Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover. Ärzt*innen in Weiterbildung durchlaufen eine strukturierte klinische Ausbildung. Es besteht die volle Weiterbildungsermächtigung für das Fach Neurologie. Studierende sind herzlich willkommen, eine Famulatur oder ein Tertial des Praktischen Jahrs in der Klinik zu absolvieren.

Das Team

Das Team der Klinik besteht aus erfahrenen Ärztinnen, Pflegekräften und Therapeutinnen, die sich der bestmöglichen Versorgung der Patient*innen widmen.

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Ärztliches Team:

  • Prof. Dr. med. Susanne Petri (Chefärztin)
  • Dr. med. Jens Diekmann (Leitender Oberarzt und Vertreter der Chefärztin)
  • Dr. med. Markus Ebke (Leitender Arzt Neurologische Frührehabilitation)
  • Dr. med. Bernhard Badel (Oberarzt)
  • Dr. med. Isabel Eckert (Oberärztin)
  • Dr. med. Friedrich Joachim Gerhards (Oberarzt)
  • Golschan Hamidi (Oberärztin)
  • Dr. med. Pia Ernstberger (Fachärztin)
  • Tijana Klickovic (Fachärztin)
  • Dr. med. Sabrina Zunder (Fachärztin)
  • Silvia Juliana Bueno Florez (Assistenzärztin)
  • Felix Böttcher (Assistenzarzt)
  • Sarah Katharina Brückner (Assistenzärztin)
  • Lukas Alexander Caspary (Assistenzarzt in Psychiatrierotation)
  • Feerel Kando (Assistenzärztin)
  • Monica Iris Luna Nava (Assistenzärztin)
  • Maria Fernanda Ruiz Quintanilla (Assistenzärztin)
  • Marie Luise Ruschepaul (Assistenzärztin)
  • Ira Seeger (Assistenzärztin in Psychiatrierotation)
  • Masoumeh Soheili (Assistenzärztin)
  • Edda Ungewitter (Assistenzärztin)

Neuropsychologie:

  • Anne Frahm (Neuropsychologin)
  • Jonas Koch (Neuropsychologe)
  • Shaline Lehmann-Grube (Neuropsychologin)

Pflege und Betreuung

Die Pflegenden der Klinik verfügen über Zusatzqualifikationen, darunter:

  • Fachkraft für die Pflege von Schlaganfallpatienten
  • Fachkraft für die Pflege von Patienten mit Multipler Sklerose
  • Speziell geschultes Pflegepersonal nach dem Bobath-Konzept
  • Ausgebildete Praxisanleiter

Die Aufgabe der Pflegenden umfasst nicht nur die medizinisch-pflegerische Versorgung, sondern auch die Betreuung, Beratung sowie Begleitung Kranker und Hilfebedürftiger und deren Angehörigen.

Stationäre Aufnahme

Für eine geplante (elektive) stationäre Aufnahme ist eine Einweisung durch die behandelnde neurologische Praxis erforderlich. Im Vorfeld werden die bisher erhobenen Befunde angefordert, um den Ablauf der stationären Behandlung planen zu können. Am Tag der stationären Aufnahme sind MRT- oder CT- Aufnahmen (auf CD gebrannt oder mittels QR-Abrufcode) und ein aktueller Medikamentenplan mitzubringen.

Anfahrt und Kontakt

Adresse:

HenriettenstiftMarienstraßeHannover, Südstadt

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

  • U-Bahnlinien 1, 2 oder 8 bis Aegidientorplatz, dann Linie 6 bis Haltestelle Bünteweg/Tierärztliche Hochschule.
  • Buslinien 123, 124, 127 oder 137

Anfahrt mit dem Auto:

  • A7 aus Richtung Kassel bis Autobahn-Dreieck Hannover-Süd, weiter auf der A37 in Richtung Hannover.
  • Messeschnellweg (A37) bis Weidetorkreisel, dort in die Karl-Wiechert-Allee einbiegen.

Parken:

Kostenpflichtige Parkplätze sind vorhanden.

Kontakt:

  • Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie: 0511 289-3422
  • Bettenmanagement der Neurologie (für stationäre Aufnahmetermine): +49176 / 1532 - 7406 (Montag bis Freitag von 09:00 Uhr - 13:00 Uhr)
  • ALS-Sprechstunde: 0511 289-3427

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