MHH Neurologie Petri: Fortschritte und Schwerpunkte in der neurologischen Versorgung

Die Neurologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) unter der Leitung von Prof. Dr. med. Susanne Petri und ihrem Team, bestehend aus Prof. Dr. med. K. Kollewe, Prof. Dr. med. Sonja Körner, Dr. med. Claas Janssen, Dr. med. Olivia Schreiber-Katz, Dr. med. Alma Osmanovic und Dr. med. Anastasia Sarikidi, und Dr. med. Anna-Lena Boeck, hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Die Klinik für Neurologie mit Klinischer Neurophysiologie der MHH, unter der zwischenzeitlichen kommissarischen Leitung von Prof. Dr. S. Petri, ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen mit Erkrankungen des Nervensystems.

Expertise und Schwerpunkte

Die Klinik für Neurologie der MHH zeichnet sich durch ihre Expertise in verschiedenen neurologischen Bereichen aus. Zu den Schwerpunkten gehören:

  • Motoneuronerkrankungen: Hierzu zählen die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Spinale Muskelatrophie (SMA) und Spinobulbäre Muskelatrophie. Prof. Dr. Susanne Petri ist eine ausgewiesene Expertin auf diesem Gebiet und leitet die ASV (Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung) für neuromuskuläre Erkrankungen.
  • Neuromuskuläre Erkrankungen: Das Muskelzentrum der MHH bietet eine umfassende Betreuung von Patienten mit ALS und anderen Motoneuronerkrankungen, Spinaler Muskelatrophie (SMA), Post-Polio-Syndrom sowie verschiedenen entzündlichen oder erblichen Muskelerkrankungen und peripheren Nervenstörungen (z. B. Muskeldystrophien, Myositiden, Myasthenia gravis, chronische entzündliche oder erbliche Neuropathien).
  • Multiple Sklerose (MS): Die Klinik bietet eine spezialisierte ASV für Patienten mit Multipler Sklerose an, geleitet von Professor Dr. Thomas Skripuletz.
  • Neurovaskuläre Erkrankungen: Die Klinik verfügt über eine Neurovaskuläre Konferenz in Zusammenarbeit mit den Kliniken für Neurochirurgie und Neuroradiologie.
  • Neuroonkologie: In Zusammenarbeit mit Neurochirurgie, Neuroradiologie und Neurochirurgischen Klinik von Direktor Professor Dr. Joachim K. Krauss haben sich zehn Abteilungen der Hochschule zum Tumorboard Zentrales Nervensystem (ZNS) zusammengeschlossen.

Diagnostik und Therapie

Zur Diagnosefindung stehen neben der klinischen Beurteilung umfangreiche Laboruntersuchungen, genetische Tests sowie moderne bildgebende und neurophysiologische Verfahren in Abteilungen mit langjähriger Erfahrung mit neuromuskulären Erkrankungen zur Verfügung. Ferner können Muskel- und Nervenbiopsien durchgeführt werden, die in der Abteilung für Neuropathologie und ggf. Kompetenzen des Fachzentrums Krankenversorgung. Beispiele dafür sind erweiterte Laboruntersuchungen, Magnetresonanztomografie (MRT) zur Darstellung von Weichteilgewebe, Elektroenzephalogramm (EEG) zur Messung der Gehirnaktivität und Elektromyografie (EMG) zur Untersuchung der elektrischen Aktivität im Muskel.

Die Klinik bietet ein breites Spektrum an Therapien für neurologische Erkrankungen an, darunter:

  • Medikamentöse Therapien: Die Klinik setzt moderne Medikamente zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen ein, einschließlich krankheitsmodifizierender Therapien für MS und ALS.
  • Immuntherapien: Bei bestimmten neurologischen Erkrankungen, wie z.B. entzündlichen Neuropathien, werden Immuntherapien eingesetzt.
  • Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie: Diese Therapien sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung neurologischer Erkrankungen und dienen dazu, dieFunktionen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
  • Neurologische Frührehabilitation: DIAKOVERE in der Region nahezu ein Alleinstellungsmerkmal.

Forschung

Die Klinik für Neurologie der MHH ist auch in der Forschung aktiv. Ein Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover haben einen neuen Therapie-Ansatz gefunden, der die tödlichen Prozesse im Körper verlangsamen und sogar teilweise rückgängig machen könnte! Die MHH-Wissenschaftler um Prof. Dr. Susanne Petri fanden heraus, dass ein bestimmtes Protein den Krankheits-Prozess beeinflussen kann. Es sorgt dafür, dass die Eiweiße sich nicht fehlbilden und normal funktionieren. Außerdem stoppt das sogenannte MIF-Protein, dass sich die falschen Eiweiße ansammeln. In den Zellen von ALS-Patienten fanden die Wissenschaftler deutlich weniger entzündungshemmendes Proteins als bei gesunden Menschen. Die Forscher untersuchten Nervengewebe von ALS-Patienten. Dr. Thomas Gschwendtberger, Chemiker an der Klinik für Neurologie: „Wir fanden in allen Fällen deutlich weniger entzündungshemmendes MIF als bei Gesunden.“ Deshalb kurbelten die Mediziner die Produktion des Eiweißes in den Nervenzellen wieder an. Und wirklich: Das Protein verhinderte die „Fehlbildung“ und Anlagerung des Eiweißes, im Maus-Modell gingen sogar die Entzündungsreaktionen zurück, die Tiere überlebten länger.

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Ein weiterer Forschungsbereich ist die Untersuchung von Regulationsmechanismen (Kooperation Prof. Dr. F. Wegner, Neurologie; Prof. Dr. H. Frieling, Psychiatrie; Prof. Dr. Dr. A. Hermann, Neurologie, Universitätsmedizin Rostock).

Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV)

Die Medizinische Hochschule Hannover erweitert ihr Behandlungsspektrum bei seltenen oder schweren Erkrankungen mit besonderem Krankheitsverlauf. Das Besondere am neuen Angebot ist, dass die Ärzte der Klinik bei dieser Versorgungsform mit niedergelassenen Fachärzten in einem Team arbeiten. Durch die interdisziplinäre und sektorenübergreifende Betreuung erhalten die meist schwerkranken Patienten eine hochwertigere ambulante Diagnostik und Therapie. Aktuell hat die Klinik bei dem Projekt fünf Fachpraxen mit im Boot. Klinik und Fachpraxen ergänzen sich gegenseitig bei der Betreuung der einzelnen Betroffenen. „Darüber hinaus erlaubt die ASV eine andere Art der Leistungsabrechnung, so können wir den Patientinnen und Patienten zusätzliche sinnvolle Diagnostik und besser passende Therapien anbieten“, sagt Professor Skripuletz.

Die ASV gehört nicht zur regulären vertragsärztlichen Versorgung.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Klinik für Neurologie der MHH arbeitet eng mit anderen Fachbereichen der Hochschule zusammen, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Zu den Kooperationspartnern gehören:

  • Klinik für Neurochirurgie
  • Klinik für Neuroradiologie
  • Klinik für Neuropathologie
  • Pädiatrische Muskelsprechstunde
  • Kardiologie
  • Orthopädie
  • Pneumologie
  • Immunologie und Rheumatologie
  • Klinik für Augenheilkunde
  • Klinik für Psychosomatik

Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht eine optimale Betreuung von Patienten mit komplexen neurologischen Erkrankungen.

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Personalentwicklung und Fortbildung

Die Klinik für Neurologie der MHH legt großen Wert auf die Personalentwicklung und Fortbildung ihrer Mitarbeiter. Die Teilnahme an internen und externen Fortbildungen ist fester Bestandteil unserer Personalentwicklung. Es gibt regelmäßige Teambesprechungen und eine gemeinsame Prozessoptimierung.

DIAKOVERE Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie am Henriettenstift

Prof. Dr. Susanne Petri wird vom 1. Oktober 2024 an neue Chefärztin der DIAKOVERE Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie am Henriettenstift. Sie tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Fedor Heidenreich an, der bereits Ende Juni dieses Jahres in Ruhestand gegangen ist. Mit Prof. Petri verpflichtet DIAKOVERE eine weit über die Grenzen Hannovers hinaus bekannte Fachfrau, die ihr Know-how im Rahmen ihrer Ausbildung, Arbeit und Forschung, u.a. mit Auslandsaufenthalten in Paris und New York, von der Pike auf gelernt und stetig weiterentwickelt hat.

Service und Komfort

Die MHH bietet ihren Patienten einen hohen Servicestandard. Von der MHH erhalten Sie ein "Komfortpaket". Es enthält Handtücher, Duschvorleger, Seifenlappen und einen Bademantel als Leihgabe. Ferner eine kleine Kulturtasche und ein Schreibset für Sie persönlich. Täglich wechselnde und frische Obstsorten halten wir für Sie zur Auswahl bereit. Werktags erhalten Sie die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ). Am Sonntag dürfen Sie zwischen der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und der Welt am Sonntag (WamS) wählen. Ausschließlich für Selbstzahler und Wahlleistungspatienten besteht die Möglichkeit einen Aufenthaltsraum außerhalb der Station zu nutzen, die MMH-Lounge.

Kontakt und Erreichbarkeit

Die Klinik für Neurologie der MHH ist gut erreichbar. Sie betreten die MHH durch den Haupteingang (Gebäude K6) und gehen durch die Ladenstraße bis zum Fahrstuhlknoten_C. Dort fahren Sie mit dem Personenaufzug bis in die Etage 5. Sie gelangen so unmittelbar vor unsere Eingangstür.

Für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen steht die Ambulanz / Neuromuskuläre Sprechstunde (ZSE B-Zentrum für Neuromuskuläre Erkrankungen) Poliklinik Neurologie OE 7210 Carl-Neuberg-Str. zur Verfügung.

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