Unverbindliche Männer: Psychologie und Hintergründe

In der modernen Datingwelt ist Unverbindlichkeit ein weit verbreitetes Problem. Viele Menschen beklagen sich über unnahbare Partner, spielen aber oft selbst dieses Spiel. Man datet, findet sich sympathisch, doch eine echte Verbindung entsteht selten. Dieser Artikel beleuchtet die Psychologie unverbindlicher Männer, untersucht die Ursachen für dieses Verhalten und gibt Ratschläge, wie man damit umgehen kann.

Das Phänomen der Unverbindlichkeit

Unverbindlichkeit im Dating kann sich auf verschiedene Arten äußern. Oftmals scheuen sich die Beteiligten, ihre Wünsche nach einer festen Beziehung zu äußern, um den anderen nicht zu überfordern. Manchmal ist man sich selbst unsicher, was man will, obwohl bereits Intimität stattgefunden hat. Diese Unentschlossenheit kann zu einem Teufelskreis führen, in dem sich beide Partner in ihrer Unnahbarkeit spiegeln.

Die Angst vor dem ersten Schritt

Viele Singles sehnen sich nach Signalen der Nahbarkeit vom Gegenüber, bevor sie sich selbst öffnen. Sie warten darauf, dass der andere den ersten Schritt macht, um sich sicher zu fühlen. Das Problem dabei ist, dass beide auf den anderen warten und keiner bereit ist, die Initiative zu ergreifen. So entstehen Schutzmauern, die eine echte Verbindung verhindern. Stattdessen wird verkopft nachgedacht, und die Verbindung zueinander geht verloren.

Der eigene Anteil an der Unnahbarkeit

Es ist wichtig zu erkennen, dass man selbst einen Anteil an der Unnahbarkeit hat, die man im Leben erfährt. Entweder zeigt man selbst unnahbares Verhalten oder öffnet der Unnahbarkeit immer wieder die Tür. Der beste Tipp gegen Unnahbarkeit ist daher, ihr freundlich, aber bestimmt "Nein, danke" zu sagen und die Tür zu schließen. So kann man seine Zeit sinnvoller nutzen, anstatt sie mit distanzierten Menschen zu vergeuden.

Warum sind unnahbare Männer so anziehend?

Unnahbare Männer werden oft als interessant, souverän, stark und anziehend wahrgenommen. Doch warum üben sie so einen Reiz aus? Fast jede Frau hat sich schon einmal in einen Mann verliebt, der unerreichbar schien.

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Der Jagdinstinkt

Wenn ein Mann sympathisch, offen und immer verfügbar ist, verliert er manchmal seinen Reiz. Unnahbare Männer hingegen wecken oft den Jagdinstinkt. Unbewusst werden wir von der Annahme getrieben, dass alles, was schwer zu erreichen ist, besonders kostbar und wertvoll ist.

Das Geheimnisvolle

Ein unnahbarer Mann wirkt oft souverän, selbstbewusst, zufrieden und autark. Er lässt sich nicht auf Anhieb durchschauen, was ihn geheimnisvoll macht. Man will diejenige sein, die es schafft, hinter die undurchdringliche Fassade zu blicken und zum weichen Kern vorzustoßen.

Verliebt ins Verliebtsein

Manchmal ist das Ziel, verliebt ins Verliebtsein zu sein, ohne tatsächlich handeln zu müssen. In Gedanken führt man mit diesem Mann die perfekte Beziehung, ohne Konflikte oder Enttäuschungen. Das Herz ist also sicher.

Bindungsangst als Ursache

Unnahbare Männer sind in der Psychologie oft als "passive Beziehungsverweigerer" bekannt. Sie wünschen sich einerseits Nähe, haben aber andererseits Angst, sich zu verlieben. Dieses Verhalten kann Bindungsangst kaschieren. Wer bei einem unerreichbaren Mann scheitert, kann sich leichter aus der eigenen Verantwortung ziehen, da das Nicht-Gelingen nicht an der eigenen Person liegt.

Geringes Selbstwertgefühl

Ein geringes Selbstwertgefühl kann ebenfalls dazu führen, sich zu unnahbaren Männern hingezogen zu fühlen. Weil man sich selbst ablehnt, verlangt man umso mehr nach Anerkennung und Bestätigung vom Partner. Gleichzeitig ist man aber überzeugt davon, Glück und Liebe gar nicht zu verdienen, was den Unerreichbaren zur perfekten Projektionsfläche macht.

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Die Schattenseiten der Unnahbarkeit

Obwohl ein Flirt mit einem unnahbaren Mann aufregend sein kann, zehrt es am Selbstwertgefühl, immer wieder dem Gefühl ausgesetzt zu sein, nicht zu reichen und abgewiesen zu werden. Wer dafür affin ist, ist oft von negativen Beziehungsmustern geprägt, die sich dann wiederholen. Schnell kann der Mann zur absoluten Priorität werden, das Denken kreist nur noch um ihn, und eigene Bedürfnisse treten in den Hintergrund. Der Drang des Eroberns und das berauschende Erfolgsgefühl, wenn er sich einlässt, können zur Sucht werden.

Tipps für den Umgang mit unnahbaren Männern

  1. Keine hohen Erwartungen: Wer unter der Angst leidet, eine Partnerschaft einzugehen, vermeidet, sich seinen Problemen zu stellen. Ein Flirt mit unnahbaren Männern mag für den Moment schön und aufregend sein, wird aber auf lange Sicht nicht reichen. Nimm es als das, was es ist: Ein Flirt und keine Beziehung.
  2. Lass dich auf das Spiel ein: Wenn dich seine Unerreichbarkeit reizt, orientiere dich an seinem Tempo und setz ihn nicht unter Druck. Sobald du beginnst, Forderungen zu stellen, kann es sein, dass er sich zurückzieht.
  3. Verlier dich selbst nicht aus den Augen: Reflektiere sein Verhalten und den Nutzen daraus. Auch unglücklich verliebt zu sein, kann einen Sinn haben: Es kann eine Beziehung verhindern und ist für diejenigen, die unter Beziehungsangst leiden, ein "Erfolg". Nur durch Ehrlichkeit mit sich selbst kann es gelingen, ein bestehendes Muster zu durchbrechen.

Bindungsangst als Ursache für Unverbindlichkeit

Oftmals haben Männer kein großes Interesse an einer tiefen Verbindung, die der Ausdruck echter Nähe wäre. Sie leiden an der sogenannten Bindungsangst.

Anzeichen für Bindungsangst

Bindungsangst kommt oft zum Vorschein, wenn sich der Partner von zu viel Nähe erdrückt fühlt und sein Wunsch nach Autonomie stärker wird. Das Bedürfnis nach mehr Selbstbestimmung wird dann häufig gestillt, indem sich der bindungsängstliche Partner emotional distanziert oder sogar plötzlich verschwindet. Dieses Verhalten kann durch verschiedene Themen ausgelöst werden: von Händchenhalten bis zu gemeinsamer Urlaubs- oder Heiratsplanung.

Ursachen für Bindungsangst

Bindungsängste haben ihren Ursprung oft in der Kindheit. Sie können die Folge von schlechten Erfahrungen mit den ersten Bindungspersonen sein: Die Scheidung der Eltern oder ein emotional distanzierter Elternteil kann dazu führen, dass sich ein Kind nicht liebenswert fühlt und glaubt, sich die Elternliebe erst einmal verdienen zu müssen. Im erwachsenen Alter entsteht daraus häufig eine Verlustangst - der Betroffene verspürt eine tiefe Angst, von seinem Partner verlassen zu werden.

Umgang mit Bindungsangst

Wichtig ist, sich erst einmal bewusst zu machen, dass Bindungsangst nicht viel über die Liebe des Partners aussagt. Eine offene und ehrliche Kommunikation über das Problem kann in vielen Fällen weiterhelfen. Seinem Partner Vorwürfe zu machen, wirkt eher kontraproduktiv. Frauen müssen dennoch davon ausgehen, dass die Beziehung mit einem Mann, der an einer tiefen Bindungsangst leidet, von ständigen Nähe- und Distanzphasen bestimmt sein kann.

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Kann Bindungsangst überwunden werden?

Menschen können ihre Bindungsangst überwinden. Bindungsangst ist keine Krankheit, sondern eine Schutzstrategie, die aus der Erfahrung entsteht, sich lieber nicht emotional von anderen abhängig zu machen. Um die Bindungsangst zu überwinden, ist es wichtig, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen und sich idealerweise professionelle Hilfe zu holen. Hilfreich sind Strategien, die es ermöglichen, mit Verlust- und Trennungserfahrungen einen gesunden Umgang zu finden.

Situationships als Ausdruck von Unverbindlichkeit

Ein weiteres Phänomen im Bereich unverbindlicher Beziehungen ist die sogenannte Situationship. Dabei verhalten sich beide Seiten wie Beziehungspartner, haben aber noch nicht über den Status der "Partnerschaft" gesprochen.

Merkmale einer Situationship

  • Der Beziehungsstatus ist nicht definiert.
  • Es wurden keine Grenzen kommuniziert.
  • Mindestens eine Seite fühlt sich unsicher.
  • Es entsteht keine tiefe Verbindung.
  • Es wird keine Verantwortung für das Gegenüber übernommen.
  • Es besteht keine Exklusivität.

Die Gefahr der Situationship

Situationships bergen die Gefahr, sich emotional in einer Beziehung zu verrennen, die gar keine echte Beziehung ist. Ein unerfülltes Bedürfnis nach emotionaler Intimität kann starke Mangelgefühle auslösen. Der mentale Stress entsteht, weil Betroffene das Mangelgefühl und ihre wahren Bedürfnisse nicht ehrlich kommunizieren.

Umgang mit einer Situationship

  1. Werde dir klar, was du willst: Frage dich, was du von der Situationship und deinem Gegenüber erwartest.
  2. Ehrliche Kommunikation: Wenn du unter der Situation leidest, suche das offene Gespräch.
  3. Grenzen setzen: In Partnerschaften ist es wichtig, Grenzen setzen zu können, insbesondere in unklaren Verbindungen wie Situationships.

Typische Sätze unverbindlicher Männer

Manche Männer sind Meister darin, ihre Beziehungen so unverbindlich wie möglich zu halten. Dabei verwenden sie oft die gleichen Sätze, die auf ihre Bindungsunfähigkeit hindeuten. Bei diesen Sätzen solltest du genauer hinhören:

  1. "Wir sollten es auf uns zukommen lassen."
  2. "Ich bin zu beschäftigt für eine Beziehung."
  3. "Du bist viel zu gut für mich."
  4. "Ich bin nicht so der Typ, der weit in die Zukunft vorausplant."
  5. "Meine Ex war verrückt."

Bindungsunfähige Männer erkennen

Es gibt verschiedene Typen von bindungsvermeidenden Männern:

  • Der ehrliche Vermeider: Er gibt sofort zu erkennen, dass er Probleme mit Intimität und Verbindlichkeit hat.
  • Der leidenschaftliche Eroberer: Er ist charmant und einfühlsam, entzieht sich aber immer wieder und hält die Spannung aufrecht.
  • Der Nähe-Distanz-Regler: Er lässt mehr Nähe zu, diktiert und kontrolliert aber das Maß der Nähe, um seine Ängste im Zaum zu halten.

Der Einfluss von unverbindlichen Erotikkontakten auf die Partnersuche

Eine Studie hat untersucht, welchen Einfluss das Interesse an unverbindlichen Erotikkontakten auf den Erfolg der Partnersuche hat. Dabei zeigte sich, dass Frauen, die sich für unverbindliche Erotikkontakte interessieren, bei Männern auf eine vermehrte positive Resonanz stoßen, aus der sich im Verlauf oft auch eine partnerschaftliche Beziehung entwickelt. Bei Männern verhält es sich jedoch umgekehrt: Männer, die unverbindliche Erotikkontakte ablehnen, haben eine höhere Erfolgsrate bei der Partnersuche.

Unverbindlichkeit bei der Generation 50+

Die Generation 50+ lebt und liebt deutlich freier und kompromissloser als die vor ihr. Das trifft vor allem auf die Frauen zu. Viele über 50-jährige Single-Frauen sind gar nicht erst auf der Suche nach einem festen Partner. Sie haben in ihren jüngeren Jahren in einem Multiperfektionszwang zwischen Partnerschaft, Familie und Beruf gerieben und befreien sich nun von den Verpflichtungen und setzen mehr als früher auf einen Aufbruch ins Unverbindliche.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Männer hingegen sind insgesamt viel bewahrender und konservativer. Sie sind stärker auf ihre Partnerinnen fixiert und wollen ihr Leben am liebsten in den bewährten Bahnen weiterführen. Für die Männer spielt Sex eine größere Rolle, auch sozusagen als Potenzdemonstration. Frauen stecken ihre Energie lieber in Abenteuerlust.

Wie können die Geschlechter harmonieren?

Sowohl die Männer als auch die Frauen sind mehrheitlich mit ihren Beziehungen zufrieden. Die Generation 50+ geht keine Kompromisse mehr ein und ist nicht bereit, in einer unbefriedigenden Beziehung zu verharren.

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