Migräne: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, heftige Kopfschmerzattacken gekennzeichnet ist. In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) etwa 28 Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer betroffen. Diese Kopfschmerzerkrankung beeinträchtigt das Leben der Betroffenen oft stark. Es handelt sich dabei nicht nur um Kopfschmerzen, sondern häufig kündigt sich eine Attacke durch eine sogenannte Aura an.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine neurobiologisch bedingte Funktionsstörung des Gehirns, der Hirnhaut (Dura) und der jeweiligen Blutgefäße, für die eine erbliche Veranlagung besteht. Bei einer Migräne-Attacke treten typischerweise starke, pulsierende Kopfschmerzen meist auf nur einer Seite des Kopfes auf. Sie verschlimmern sich bei körperlicher Bewegung. Häufig treten Begleitsymptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen auf. In manchen Fällen geht der Migräne eine sogenannte Aura voraus, die etwa Sehstörungen und weitere Symptome umfassen kann.

Migräne tritt vor allem im erwerbsfähigen Alter auf und betrifft in dieser Lebensphase Frauen bis zu dreimal häufiger als Männer. Bereits Kinder können an Migräne leiden, typisch ist aber ein erstes Auftreten nach der Pubertät. Jungen und Mädchen sind in etwa gleich häufig betroffen. In der Regel haben Betroffene nur an manchen Tagen Kopfschmerz-Attacken, sind an den meisten Tagen im Monat aber schmerzfrei.

Formen der Migräne

Gemäß der Klassifikation der International Headache Society (ICHD-3) gibt es verschiedene Formen der Migräne:

  • Migräne ohne Aura (gewöhnliche Migräne): Betrifft etwa 80 Prozent der Betroffenen.
  • Migräne mit Aura (klassische Migräne): Geht mit neurologischen Symptomen wie Sehstörungen einher.
  • Hemiplegische Migräne: Begleitet von motorischen Störungen einer Körperhälfte.
  • Retinale Migräne: Kopfschmerzen mit langsam fortschreitendem Gesichtsfeldausfall auf einem Auge.
  • Migräne mit Hirnstammaura: Mit Symptomen wie Schwindel, Tinnitus, Sprachstörungen, Hörminderungen, Doppelbilder oder Bewusstseinsstörungen.
  • Chronische Migräne: Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen pro Monat über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten.

Weitere Unterformen sind:

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  • Okulare Migräne: verursacht Sehstörungen wie Flimmern, Lichtblitze oder vorübergehenden Sehverlust, oft ohne Kopfschmerzen
  • Menstruelle Migräne: steht in direktem Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus und tritt oft kurz vor oder während der Menstruation auf
  • Abdominelle Migräne: tritt hauptsächlich bei Kindern auf und ist durch wiederkehrende Bauchschmerzen und Übelkeit gekennzeichnet, oft ohne Kopfschmerzen
  • Vestibuläre Migräne: Schwindel und Gleichgewichtsstörungen sind die Hauptsymptome, oft begleitet von den klassischen Migränekopfschmerzen

Symptome der Migräne

Anders als beispielsweise bei Spannungskopfschmerzen tut bei einer Migräne nicht nur der Kopf weh. Die Symptome der Migräne sind vielfältig, betreffen den ganzen Körper und schränken Betroffene oft stark ein.

Hauptsymptome

  • Mittelschwere bis schwere, oft halbseitige Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Lärm- und Lichtüberempfindlichkeit

Der Migräne-Kopfschmerz ist meist halbseitig oder beidseits im Stirn- und Schläfenbereich betont, hat eine mittlere bis hohe Intensität, fühlt sich stechend oder pochend an und verstärkt sich schon bei leichter körperlicher Belastung. Deswegen suchen Betroffene in der Attacke die Ruhe. Unbehandelt halten die Attacken 4-72 h an.

Begleitsymptome

  • Appetitlosigkeit
  • Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen
  • Benommenheit oder Schwindel
  • Neurologische Störungen wie Sehstörungen, Taubheit oder Kribbeln

Die Aura als Vorbote

Bis zu 20 % der Patienten haben - meist vor dem Einsetzen der Schmerzen - eine sogenannte Aura in Form von Sehstörungen mit Flimmersehen, z. T. auch mit Sensibilitäts- oder Sprachstörungen. Als Aura wird ein Gesichtsfeldausfall bezeichnet. Betroffene beschreiben eine Aura häufig als eine kleine Sonne oder ein Regenbogen, der sich über das eigentliche Bild legt. Die Aura wird immer größer, bis sie nach kurzer Zeit in den eigentlichen Kopfschmerz übergeht oder auch von ihm abgelöst wird.

Auch hier gibt es eine Reihe von Symptomen, die klassisch für eine solche Migräneaura sind: Sehstörungen (meist in Form eines Flimmerns, verschwommenen Sehens, Lichtblitzen, Zickzacklinien oder Gesichtsfeldeinschränkungen), Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheit in Armen und Beinen, seltener Sprachstörungen.

Phasen einer Migräneattacke

Eine Migräne kann in vier verschiedenen Phasen verlaufen - muss sie aber nicht.

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  1. Prodromalphase (Vorbotenphase): Kündigt sich Tage bevor die eigentlichen Kopfschmerzen beginnen an. Betroffene sind dann vielleicht gereizt, gähnen häufig oder haben Lust auf Süßes. Manche sind müde, wieder andere extrem aufgedreht.
  2. Auraphase: Bei etwa 20 Prozent der Betroffenen kommt es zu einer Auraphase. In ihr entwickeln sich neurologische, also nervliche, Reize und Ausfallerscheinungen. Diese entwickeln sich in der Regel langsam und bilden sich danach wieder zurück.
  3. Kopfschmerzphase: In ihr treten dann die migränetypischen Symptome auf.
  4. Nach- oder Erholungsphase: Folgt nach dem Abklingen der Kopfschmerzphase. In ihr können die entgegengesetzten Symptome wie in der Vorphase auftreten.

Die Einteilung in verschiedene Phasen gibt auch Aufschluss darüber, wie lange Migräne anhält. Während die ersten Vorbotensymptome bereits Tage vor der Attacke auftreten können, dauert die bewusste Aura der Migräne mit Symptomen an den Augen etwa fünf bis 30 Minuten, in Ausnahmefällen bis zu einer Stunde. Die Migräne-Dauer, also die alles entscheidende Schmerzphase, kann deutlich länger sein und variiert stark. Ohne Behandlung halten die heftigen Kopfschmerzen für mindestens vier Stunden an und können sogar für bis zu drei Tage andauern. Da Migränikerinnen und Migräniker in dieser Zeit meist nicht am Alltag teilnehmen können, stellt die Erkrankung eine große Einschränkung für das Leben Betroffener dar. Auch die folgenden zwei Tage können noch an die Migräne „verloren gehen“ - denn so lange dauert mitunter die Erholungsphase der Erkrankten.

Ursachen und Auslöser

Migräne ist eine Erkrankung des Gehirns. Die Entwicklung der Symptome ist oft genetisch bedingt, wobei aber zusätzlich endogene und exogene Faktoren den Krankheitsverlauf beeinflussen. Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt eine Reihe von Faktoren, die eine Attacke auslösen können.

Genetische Veranlagung

Das Risiko ist bei mehreren Betroffenen in der Familie höher als ohne familiäre Belastung. Verwandte ersten Grades von Patienten einer Migräne mit Aura haben ein 3,8-fach erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Dennoch lässt sich Migräne nur in Ausnahmefällen auf ein einzelnes Gen zurückführen, etwa bei der familiären hemiplegischen Migräne. Vielmehr sind wahrscheinlich mehrere genetische Bedingungen (polygenetisch) die Ursache für eine Migräne. Laut Forschern spiegelt sich die Vielschichtigkeit einer Migräne in der Komplexität der beteiligten genetischen Komponenten wider.

Neurovaskuläre Entzündung

Der Kopfschmerz beruht auf einer durch Nervenfasern ausgelösten Entzündung an den Blutgefäßen des Gehirns, der sogenannten neurovaskulären Entzündung. Die Aurasymptome sind Ausdruck einer sich wellenförmig ausbreitenden Erregungshemmung der Nervenzellen in der Gehirnrinde.

Botenstoffe im Gehirn

Die Botenstoffe des Gehirns (Neurotransmitter) sind chemische Substanzen, die u.a. Nervensignale weiterleiten, die Ausdehnung oder Verengung der Blutgefäße steuern und Schmerzsignale auslösen. Von allen Botenstoffen spielt das Serotonin bei der Entstehung der Migräne eine besondere Rolle. Die Konzentration von Serotonin im Blut schwankt mit dem weiblichen Zyklus. Dies erklärt u.a. das Auftreten von Migräneattacken während des Zyklus.

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Triggerfaktoren

Bestimmte innere und äußere Faktoren, so genannte Trigger, können bei entsprechender Veranlagung eine Migräne begünstigen. Jeder Migräne-Patient kann durch Selbstbeobachtung und konsequente Führung eines Kopfschmerz-Tagebuchs/Kalenders seine verschiedenen, persönlichen Auslöser ermitteln.

Häufige Trigger sind:

  • Schwankungen des Östrogenspiegels
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus (z.B. zu viel oder zu wenig Schlaf)
  • Stress in Form körperlicher oder seelischer Belastungen - Migräne tritt meist in der Entspannungsphase danach auf
  • Auslassen einer Mahlzeit und Unterzuckerung/Hungerzustand
  • Unzureichende Flüssigkeitszufuhr
  • Bestimmte Nahrungsmittel - z.B. Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, Alkohol (Rotwein!)
  • Äußere Reize wie (Flacker)Licht, Lärm oder Gerüche
  • Wetter- und Höhenveränderungen (Föhn, Kälte etc.)
  • Starke Emotionen, z.B. ausgeprägte Freude, tiefe Trauer, heftige Schreckreaktion, Angst
  • Hormonveränderungen, z.B. während des Zyklus (Eisprung oder Menstruation) bzw. aufgrund der Einnahme von Hormonpräparaten (z.B. Anti-Baby-Pille, bei Beschwerden der Wechseljahre oder zur Osteoporose-Vorsorge)
  • Verqualmte Räume
  • Evtl. Medikamente

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der typischen Beschwerdeschilderung und eines normalen körperlichen Untersuchungsbefunds gestellt. Für die Diagnose werden die Kriterien der International Headache Society herangezogen, auf deren Grundlage sich mehr als 95 Prozent aller Migränebetroffenen korrekt diagnostizieren lassen. Die Diagnose basiert auf einem ausführlichen Gespräch, in dem die Ärztin oder der Arzt die Häufigkeit, Dauer, Art und Stärke der Kopfschmerzen und möglicher Begleitsymptome erfragt.

Die Diagnosefindung kann erleichtert werden, indem Sie selbst ein Kopfschmerztagebuch führen. Hier werden die Häufigkeit und Dauer der Anfälle, Art und Stärke der Kopfschmerzen und nach Begleitsymptomen notiert. Meist kann bereits auf diese Weise Migräne diagnostiziert werden. Es ist wichtig, die Erkrankung von anderen Kopfschmerzen oder weiteren Krankheiten abzugrenzen. Ist das allein anhand der Beschwerden nicht möglich, können eine bildgebende Untersuchung oder weitere Tests nötig werden.

Behandlung

Leider gibt es bislang keine Möglichkeit, Migräne zu heilen. Jeder Betroffene muss lernen, mit dieser Erkrankung zu leben. Dazu gehört, modifizierbare Auslöser für Attacken nach Möglichkeit zu reduzieren und sich auf der anderen Seite einzugestehen, dass schwere Attacken zu einer reellen Minderung der Leistungsfähigkeit führen.

Akutbehandlung

Die Behandlung der einzelnen Kopfschmerzattacke erfolgt mit überwiegend ohne Rezept erhältlichen Schmerzmitteln, vorzugsweise kombiniert mit einer Substanz gegen Übelkeit und Erbrechen. Behandelt man einerseits früh bei den ersten Anzeichen, aber zugleich nicht zu häufig mit diesen Substanzen, kann bei der großen Mehrheit der Betroffenen eine gute Symptomkontrolle erreicht werden.

Zur Selbstmedikation empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft die Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Coffein als Mittel der ersten Wahl. Als Einzelmedikamente sind ASS, Ibuprofen, Naratriptan, Paracetamol oder Phenazon geeignet. Beim Umgang mit Schmerzmittel ist es besonders wichtig, die Dosis zu beachten und die Medikamente möglichst früh einzunehmen.

Bei besonders heftigen Migräneattacken sind einfache Schmerzmittel nicht immer ausreichend wirksam. Dann können sogenannte Triptane Abhilfe schaffen. Auch diese Medikamente wirken als Akutbehandlung der Kopfschmerzen bei Migräneanfällen schmerzlindernd und können, wenn nötig, mit anderen Arzneimitteln zusammen eingenommen werden. Notwendig ist eine Behandlung mit Triptanen vor allem dann, wenn andere Schmerzmittel keine Wirkung zeigen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie an höchstens zehn Tagen im Monat eingenommen werden dürfen, da sie sonst Kopfschmerzen durch Schmerzmittel-Übergebrauch verursachen können.

Gegen Übelkeit helfen zum Beispiel Metoclopramid und Domperidon. Die neue Wirkstoffgruppe der Gepante kann eingesetzt werden, wenn Schmerzmittel oder Triptane nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden. Außerdem ist die Remote Electrical Neuromodulation eine Ergänzung oder Alternative zur Standardtherapie - etwa dann, wenn etwas gegen Medikamente spricht.

Die Leitlinie zur Therapie von Migräne der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt bei akuten Attacken, möglichst früh Medikamente einzunehmen.

Vorbeugende Maßnahmen (Prophylaxe)

Treten Attacken dennoch mehr als 3-mal pro Monat auf, wird vorübergehend mit vorbeugend wirksamen Medikamenten behandelt. Diese müssen vom Arzt verordnet und ihre Wirkung muss kontrolliert werden. Die häufigsten Substanzen zur Migräne-Prophylaxe sind Betarezeptorenblocker und eine Reihe von Substanzen, die auch zur Behandlung von Epilepsie oder Depressionen eingesetzt werden. All diese Substanzen wurden primär für die Therapie anderer Erkrankungen entwickelt und der Migräne-prophylaktische Effekt wurde erst später erkannt und in Studien belegt. Neu entwickelte Migräne-spezifische Prophylaktika richten sich gegen die Effekte des Botenstoffs CGRP, der bei der Ausbildung der neurovaskulären Entzündung (s. o.) eine bedeutende Rolle spielt.

Alle genannten Substanzen werden in Abhängigkeit von der Schwere der Migräne und ggf. Die Dauer der prophylaktischen Behandlung wird auch vom Verlauf der Erkrankung unter der Therapie bestimmt.

Empfehlenswert sind auch Akupunktur und leichter Ausdauersport. Zur Vorbeugung besonders häufiger oder schmerzhafter Migräneattacken können Medikamente verschrieben werden.

Seit einigen Jahren ist in Deutschland eine besondere Antikörpertherapie zur Vorbeugung von Attacken bei chronischer Migräne zugelassen. Die ist gut wirksam, kommt aber nicht für jeden infrage. Ähnlich verhält es sich mit der neuen Wirkstoffgruppe der Gepante.

Zudem gibt es psychotherapeutische Verfahren, bei denen Betroffene lernen, mit ihrer Migräne besser umgehen zu können. Neben einer psychotherapeutischen Verhaltenstherapie, Ausdauersport und Akkupunktur können Medikamente einer Migräne vorbeugen. Zudem sollten Migräneauslöser möglichst vermieden werden.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

  • Regelmäßiger Ausdauersport: Laufen, Schwimmen oder Radfahren
  • Entspannungsverfahren: Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training
  • Regelmäßigkeit: Schlafens- und Aufwachzeiten, Mahlzeiten
  • Vermeidung von Triggern: Stress, Alkohol, Schlafmangel, bestimmte Nahrungsmittel

Viele Meschen mit Migräne handeln instinktiv richtig, wenn es darum geht, was sie selbst tun können. Migräne aufgrund von Stress? Wegen des Wetters? Oder sind Probleme im Bereich der Halswirbelsäule Ursache der Kopfschmerzen? Bei vielen Patienten sind Migräne-Attacken auf bestimmte auslösende Faktoren zurückzuführen, sogenannte Trigger.

Alternative Behandlungen

In den sozialen Medien kursieren Gerüchte, dass ein Ohr-Piercing (Daith-Piercing) gegen Migräne helfen soll. Es wird im Bereich des Ohrknorpels an einem der Akupunkturpunkte, die zur Migränebehandlung genutzt werden, gesetzt. Hilft das wirklich? Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) betont: "Das Verfahren beruht auf keiner nachvollziehbaren pathophysiologischen Grundlage." Außerdem gebe es keine wissenschaftlichen Studien, die die Wirksamkeit belegen. Mehr noch: Das Piercing könne sich entzünden und gerade im Bereich des Ohrknorpels sei das Risiko für eine gestörte Wundheilung höher.

Leben mit Migräne

Migräne ist entgegen einer oft geäußerten Meinung keine psychische Erkrankung und sollte auch nicht mit einem banalen Spannungskopfschmerz, der viel besser mit Schmerzmitteln kontrolliert werden kann, verwechselt werden. Viele Betroffene spüren jedoch bis heute das Stigma, Migräne sei keine echte Erkrankung, sondern nur eine gelegentlich sogar willkommene Ausrede, die es erlaubt, unangenehme Aufgaben zu vermeiden.

Wichtig ist auch die Dokumentation von Kopfschmerzen und Medikation in einem Kopfschmerzkalender. Bereits die Aufklärung über die Erkrankung, ihre hirnorganische Ursache und mögliche Einflussgrößen gehört zur Therapie. Jeder Betroffene muss lernen, mit dieser Erkrankung zu leben. Dazu gehört, modifizierbare Auslöser für Attacken nach Möglichkeit zu reduzieren und sich auf der anderen Seite einzugestehen, dass schwere Attacken zu einer reellen Minderung der Leistungsfähigkeit führen.

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