Migräne-Apps für Android: Ein umfassender Überblick

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Sie kann das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise gibt es heutzutage eine Vielzahl von Migräne-Apps für Android-Geräte, die Betroffenen helfen können, ihre Erkrankung besser zu verstehen und zu bewältigen. Diese Apps bieten Funktionen wie Schmerztagebücher, Medikamenten-Tracker, Informationen über Auslöser und Entspannungstechniken. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über Migräne-Apps für Android, ihre Funktionen und wie sie bei der Behandlung von Migräne helfen können.

Die Bedeutung von Migräne-Apps

Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne betreffen einen erheblichen Teil der Bevölkerung und können zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag führen. Zur Planung und Verlaufsbeobachtung der Behandlung ist ein Kopfschmerzkalender oft eine große Hilfe, in vielen Fällen sogar notwendig. Migräne-Apps können Kopfschmerz- und Migräne-Therapien wirksam unterstützen und bei leichten Formen frühzeitig helfen. Apps helfen, Migräne- und Schmerzverlauf zu dokumentieren und damit denkbare Auslöser zu erkennen. Gegenstrategien können frühzeitig ausgelöst und die Medikamenteneinnahmen besser überwacht werden.

Funktionen von Migräne-Apps

Migräne-Apps bieten eine Vielzahl von Funktionen, die auf die Bedürfnisse von Migränepatienten zugeschnitten sind. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Schmerztagebuch: Hier können Betroffene ihre Kopfschmerzattacken dokumentieren, einschließlich Datum, Uhrzeit, Schmerzstärke, Begleitsymptome und eingenommene Medikamente.
  • Medikamenten-Tracker: Diese Funktion hilft dabei, die Einnahme von Medikamenten zu verfolgen und Erinnerungen für die rechtzeitige Einnahme einzustellen.
  • Auslöser-Erkennung: Viele Apps ermöglichen es, potenzielle Auslöser wie Stress, Ernährung, Wetterveränderungen oder Schlafmangel zu protokollieren, um individuelle Muster zu erkennen.
  • Entspannungstechniken: Einige Apps bieten geführte Entspannungsübungen, progressive Muskelentspannung oder Atemübungen, um Stress abzubauen und Migräneattacken vorzubeugen.
  • Berichte und Analysen: Die gesammelten Daten können in Berichten und Analysen dargestellt werden, um einen Überblick über den Krankheitsverlauf zu erhalten und die Wirksamkeit von Behandlungen zu beurteilen.
  • Informationen und Ressourcen: Viele Apps bieten Informationen über Migräne, Behandlungsmöglichkeiten, Selbsthilfegruppen und Experten in der Nähe.

Beliebte Migräne-Apps für Android

Es gibt eine Vielzahl von Migräne-Apps für Android, von denen einige besonders hervorzuheben sind:

Die Migräne-App der Techniker Krankenkasse (TK), der Schmerzklinik Kiel und des bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetzes

Diese App wurde von Experten der Schmerzklinik Kiel sowie des bundesweiten Kopfschmerzbehandlungsnetzes und der Techniker Krankenkasse entwickelt, um Migräne-Patienten beim Selbstmanagement ihrer Krankheit zu unterstützen. Die Migräne-App begleitet und steuert den Behandlungsverlauf, indem sie die durch die Patienten eingegebenen Daten analysiert und zur Grundlage für Informationsangebote und Verhaltensanregungen nimmt. Nutzer können so ihre Schmerzverläufe dokumentieren, die eigene Medikamenteneinnahme überwachen und gemeinsam mit dem behandelnden Arzt Fortschritte im Therapieverlauf rückverfolgen.

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Funktionen:

  • Schmerzkalender zur Dokumentation und Verlaufskontrolle der Migräne-Attacken
  • Erinnerungsfunktion, die bei der Planung und Kontrolle der Medikamenteneinnahmen oder anderer Anwendungen hilft
  • Chronifizierungstest, mit dem Patienten mögliche Ursachen für ihre Kopfschmerzen ausmachen können
  • Auslösende Faktoren wie lokale Wetterdaten werden dem Verlauf hinzugefügt und ermöglichen es, Zusammenhänge zu erkennen
  • Informationsportal
  • Karte mit Kopfschmerzexperten in ganz Deutschland
  • Funktion zur Progressiven Muskelentspannung
  • Möglichkeit zum Austausch mit anderen Betroffenen

M-Sense App

Die M-Sense-App hilft bei Migräne und Spannungskopfschmerz. „M-sense“ analysiert die individuellen Ursachen für Migräne und Spannungskopfschmerzen. Die App schlägt Gegenstrategien bei drohenden Attacken vor. Die BARMER Krankenkasse hilft Ihren Versicherten bei der Nutzung. M-sense Basic ist kostenfrei, die Therapiebegleitung durch M-sense Active ist kostenpflichtig. Die App kann im App Store und im Google Play Store heruntergeladen werden.

DMKG-App

Die DMKG-App als kostenloser, werbefreier Kopfschmerzkalender war bisher nur für Teilnehmer des Projekts „Kopfschmerzregister“ freigeschaltet. Aufgrund großer Nachfrage hat die DMKG die App jetzt frei verfügbar gemacht.

sinCephalea App

Starke Blutzuckerschwankungen führen zu Migräne. Neue Studien zeigen den Zusammenhang zwischen Blutzuckerschwankungen und Migräne. sinCephalea ermittelt mit dir gemeinsam, welche Lebensmittel solche Blutzuckerschwankungen hervorrufen können und hilft dir gezielt diese zu vermeiden. Dadurch werden Migräneattacken effektiv reduziert. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Nutzung der sinCephalea App zu 100%.

Weitere Aspekte der Migränebehandlung

Neben der Nutzung von Migräne-Apps gibt es weitere wichtige Aspekte bei der Behandlung von Migräne:

Schulung des Patienten

Die Nutzung der Migräne-App erfordert einen geschulten Patienten, der seine Kopfschmerzform im Alltag differenzieren kann. Da auch der Patient im Alltag wissen muss, bei welcher Kopfschmerzform er welche Akuttherapie oder sonstige Behandlungsmaßnahmen einsetzt, ist die Unterscheidung des Kopfschmerzphänotyps für ein professionelles Behandlungsgeschehen Voraussetzung.

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Analyse der Verlaufsparameter

Die Analyse der Verlaufsparameter kann jetzt direkt für die Therapieentscheidung herangezogen werden. Eine bedeutsame Abnahme der Migränetage pro Monat um mindestens 50% kann die Wirkung einer gewählten Kopfschmerzprophylaxe operational belegen. Der behandelnde Arzt kann direkt ablesen, ob z.B. das gewählte Medikament effektiv ist oder eine Therapieanpassung durch Dosissteigerung oder Umwechseln des Medikamentes erforderlich ist. Auch ist durch die Analyse der Kopfschmerztage pro Monat die Entstehung einer chronischen Migräne abbildbar.

Bewertung der Akuttherapie

Die operationale Bewertung der Wirkung der Akuttherapie kann über die Analyse der Medikamentenwirkung erfolgen. Zunächst werden je Monat die Einnahmetage für die Akuttherapie ausgewiesen. Die Abnahme der Notwendigkeit für die Einnahme von Akutmedikation kann ebenfalls als Hinweis für eine wirksame Prophylaxe interpretiert werden. Auf der anderen Seite kann die Zunahme oder gar das Überschreiten der Einnahmetage pro Monat über 10 und mehr Tage im Monat als Hinweis für eine zunehmende Chronifizierung und Entwicklung eines Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes bewertet werden.

Berücksichtigung von Begleiterkrankungen

Nackenschmerzen treten häufig zusammen mit Kopfschmerzen auf. Es ist wichtig, die Zusammenhänge zwischen Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne zu verstehen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Alternative Behandlungsmethoden

Pestwurzextrakt gehört zu den alternativen Migräneprophylaxen. Es ist wichtig, sich über die Wirkung und Effektivität von Pestwurz zu informieren, bevor man sie einnimmt. Viele Betroffene berichten von einer lindernden Wirkung durch Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen und Migräne.

Die Rolle von Histamin

Immer wieder wird von Histamin als Migräne-Auslöser berichtet. Es ist wichtig, die Studienlage zu diesem Thema zu kennen und zu verstehen, was wirklich dahinter steckt.

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