Migräne bei Jugendlichen: Spezialisten in Landshut und innovative Therapieansätze

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Sie ist eine neurologische Erkrankung, die das Leben von Jugendlichen erheblich beeinträchtigen kann. In Landshut und Umgebung gibt es verschiedene Spezialisten und Therapieangebote, die Betroffenen helfen können, ihre Migräne in den Griff zu bekommen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Ursachen, Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten und Anlaufstellen für Jugendliche mit Migräne.

Ursachen und Auslöser von Migräne bei Jugendlichen

Migräne hat oft eine genetische Komponente, was bedeutet, dass eine Veranlagung oder Disposition vererbt werden kann. Prof. Tobias Freilinger, Chefarzt der Neurologie am Klinikum in Passau und Spezialist für Migräne, betont, dass Migräne nicht einfach nur ein harmloser Kopfschmerz ist.

Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die einen Migräneanfall auslösen können. Diese sogenannten Trigger können von Person zu Person unterschiedlich sein. Häufige Trigger sind:

  • Stress: Sowohl psychischer als auch physischer Stress kann Migräneattacken auslösen.
  • Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf: Ein unregelmäßiger Schlafrhythmus oder zu wenig Schlaf können Migräneanfälle begünstigen.
  • Bestimmte Nahrungsmittel und Getränke: Einige Jugendliche reagieren empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel wie Käse, Schokolade, Zitrusfrüchte oder Alkohol.
  • Wetterveränderungen: Schwankungen im Luftdruck oder Temperatur können Migräne auslösen.
  • Hormonelle Veränderungen: Bei Mädchen und jungen Frauen können hormonelle Veränderungen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus Migräneattacken auslösen.
  • Reize: Helles Licht, laute Geräusche oder starke Gerüche können Migräneanfälle provozieren.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Suche nach Triggern für Betroffene auch kontraproduktiv sein kann, wenn sie zu stark unter Druck geraten und gestresst werden.

Diagnose von Migräne

Die Diagnose von Migräne basiert in erster Linie auf der Anamnese (Krankengeschichte) und den charakteristischen Symptomen. Prof. Freilinger betont, dass die Analyse des Krankheitsbildes und die Erhebung der Krankengeschichte an erster Stelle stehen. Dabei achtet er auf bestimmte Eigenschaften der Attacken und orientiert sich an festgelegten Kriterien der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft.

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Typische Symptome einer Migräneattacke sind:

  • Starke, pulsierende Kopfschmerzen: Die Schmerzen sind oft einseitig und können sich bei körperlicher Anstrengung verstärken.
  • Übelkeit und Erbrechen: Viele Jugendliche mit Migräne leiden unter Übelkeit und müssen sich erbrechen.
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit: Während einer Migräneattacke sind Betroffene oft sehr empfindlich gegenüber Licht und Geräuschen.
  • Sehstörungen: Einige Jugendliche erleben vor oder während einer Migräneattacke Sehstörungen wie Flimmern oder Blitze vor den Augen (Aura).

In einigen Fällen können zusätzliche Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns erforderlich sein, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen. In der Praxis Dr. Kausch und Dr. können neurologische Abklärungen durchgeführt werden.

Behandlungsansätze bei Migräne

Die Behandlung von Migräne gliedert sich in zwei Bereiche: die Akuttherapie und die vorbeugende Behandlung (Prophylaxe).

Akuttherapie

Die Akuttherapie zielt darauf ab, die Symptome einer akuten Migräneattacke zu lindern. Bei leichten bis mittelstarken Attacken können frei verkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol ausreichend sein. Bei schweren Attacken können spezielle Migräne-Medikamente eingesetzt werden, die sogenannten Triptane. Triptane wirken spezifisch gegen Migräne und sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, z.B. als Schmelztabletten für Patienten, die unter Übelkeit oder Erbrechen leiden.

Es ist wichtig zu beachten, dass die übermäßige Einnahme von Schmerzmitteln und Triptanen die Frequenz der Anfälle sogar steigern kann und zu einem Dauerkopfschmerz führen kann. Daher sollte bei häufigen Beschwerden eine Einnahmepause eingelegt werden.

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Vorbeugende Behandlung (Prophylaxe)

Die vorbeugende Behandlung zielt darauf ab, die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu reduzieren. Prof. Freilinger betont, dass im Mittelpunkt der Prophylaxe immer nicht-medikamentöse Maßnahmen stehen sollten. Dazu gehören:

  • Ein gleichmäßiger Lebensrhythmus: Regelmäßige Schlafzeiten, Mahlzeiten und körperliche Aktivität können helfen, Migräneanfälle vorzubeugen.
  • Ausreichend Schlaf: Jugendliche sollten ausreichend schlafen, um Migräneattacken zu vermeiden.
  • Regelmäßige moderate körperliche Aktivität: Sportliche Betätigung kann helfen, Stress abzubauen und Migräne vorzubeugen.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson können helfen, Stress abzubauen und Migräneanfälle zu reduzieren. Bei dieser Technik werden bestimmte Muskelpartien angespannt, die Spannung für einige Sekunden gehalten und anschließend wieder gelöst.

Bei häufigeren Attacken besteht zudem die Möglichkeit einer Vorbeugung mit Hilfe von Medikamenten. Zusätzlich zu den bekannten herkömmlichen Wirkstoffen gibt es seit wenigen Jahren einen neuen spezifischen Therapieansatz: Antikörper gegen das sogenannte CGRP, ein Schlüsselmolekül bei der Migräne. Diese werden mit einer Spritze meist einmal im Monat unter die Haut appliziert. Die Nebenwirkungen wurden bisher als gering eingestuft. Bereits vier Varianten dieses Medikaments sind auf dem Markt, kommen jedoch nur bei besonders schweren Verläufen zum Einsatz.

Alternative und ergänzende Behandlungsmethoden

Neben den schulmedizinischen Behandlungsansätzen gibt es auch alternative und ergänzende Behandlungsmethoden, die bei Migräne eingesetzt werden können. Dazu gehören:

  • Akupunktur: Akupunktur ist ein wichtiger Behandlungsansatz der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie kann helfen, den Patienten wieder ins Gleichgewicht zu bringen. In der Praxis Dr. Dr. med. Michael Krebs wird die Akupunkturtechnik von Dr. Richard Tan angewendet.
  • Homöopathie: Die Homöopathie geht davon aus, dass jedem Menschen eine individuelle „Lebenskraft“ innewohnt. Wird sie gestört, entstehen Krankheiten.
  • Orthomolekulare Medizin: Die Orthomolekulare Medizin beschäftigt sich mit dem Einsatz von Mikronährstoffen.
  • Ganzheitliche Therapie: Die ganzheitliche Therapie beinhaltet sowohl die Schulmedizin als auch die „alternative Therapie“. Sie behandelt nicht nur Beschwerden, sondern versucht Zusammenhänge aufzudecken, um so das Ursächliche behandeln zu können. Die Gemeinschaftspraxis am Moniberg bietet eine ganzheitliche Therapie an.

Es ist wichtig, alternative und ergänzende Behandlungsmethoden mit einem Arzt oder Therapeuten zu besprechen, um sicherzustellen, dass sie sicher und wirksam sind.

Spezialisten und Anlaufstellen in Landshut und Umgebung

In Landshut und Umgebung gibt es verschiedene Spezialisten und Anlaufstellen, die Jugendlichen mit Migräne und ihren Familien helfen können. Dazu gehören:

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  • Praxis Dr. Wiedemann: Diese Praxis bietet medizinische Leistungen an.
  • Praxis Dr. Dr. med. Michael Krebs: Dr. Krebs ist Allgemein-, Sport- und Reisemediziner sowie Spezialist für Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM).
  • Gemeinschaftspraxis am Moniberg: Diese Praxis bietet eine ganzheitliche Therapie an.
  • Klinikum Landshut: Das Klinikum Landshut verfügt über eine neurologische Abteilung, in der Migräne behandelt wird. Dr. Luchting war hier im Interdisziplinären Schmerzzentrum tätig.
  • Selbsthilfegruppen: Es gibt verschiedene Selbsthilfegruppen für Menschen mit Migräne in der Region Landshut, z.B. die MS Abendgruppe Landshut.

Leben mit Migräne: Tipps für Jugendliche

Migräne kann das Leben von Jugendlichen erheblich beeinträchtigen. Es gibt jedoch verschiedene Strategien, die helfen können, mit der Erkrankung umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern:

  • Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch: Notieren Sie, wann die Migräneattacken auftreten, welche Symptome Sie haben und welche Faktoren die Attacken möglicherweise ausgelöst haben. Dies kann helfen, Trigger zu identifizieren und die Behandlung zu optimieren.
  • Achten Sie auf einen regelmäßigen Lebensrhythmus: Gehen Sie regelmäßig schlafen, essen Sie zu festen Zeiten und treiben Sie regelmäßig Sport.
  • Vermeiden Sie Stress: Suchen Sie nach Möglichkeiten, Stress abzubauen, z.B. durch Entspannungstechniken, Sport oder Hobbys.
  • Sprechen Sie mit anderen Betroffenen: Der Austausch mit anderen Jugendlichen, die ebenfalls an Migräne leiden, kann sehr hilfreich sein.
  • Suchen Sie professionelle Hilfe: Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie mit Ihrer Migräne nicht zurechtkommen. Ein Arzt, Psychologe oder Therapeut kann Ihnen helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und geeignete Behandlungsstrategien zu entwickeln.

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