Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem bei Kindern und Jugendlichen. Sie werden hauptsächlich in Spannungskopfschmerzen, Migräne und Kopfschmerzen aufgrund körperlicher Ursachen unterteilt. Während etwa die Hälfte der Schulkinder gelegentlich oder häufig unter Spannungskopfschmerzen leidet, sind mindestens 10 % von Migräne betroffen. Homöopathische Globuli werden von vielen Eltern als sanfte Alternative oder Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung in Betracht gezogen. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Globuli bei Migräne bei Kindern und gibt einen Überblick über mögliche Anwendungsgebiete und wichtige Aspekte.
Formen von Kopfschmerzen bei Kindern
Es gibt zwei Hauptformen von Kopfschmerzen bei Kindern:
- Spannungskopfschmerzen: Diese äußern sich durch einen dumpfen, drückenden Schmerz.
- Migräne: Diese zeichnet sich durch pulsierende, pochende Kopfschmerzen aus, die oft von Übelkeit begleitet werden. Im Gegensatz zu Erwachsenen betrifft Migräne bei Kindern häufig beide Kopfseiten und die Stirn. Die Attacken dauern in der Regel nur wenige Stunden.
Ursachenforschung ist essenziell
Beide Kopfschmerzformen können als Alarmsignale des Körpers auf bestimmte Lebensumstände verstanden werden. Stress in der Schule, Überforderung oder emotionale Konflikte in der Familie können zu muskulären Verspannungen und nervlichen Reizzuständen führen. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um chronische Schmerzen zu verhindern.
Homöopathie bei Migräne: Ein Überblick
Die Homöopathie ist ein alternatives Heilverfahren, bei dem der Patient ein Mittel erhält, das in seiner Reinform bei gesunden Menschen ähnliche Beschwerden auslösen würde. Viele Menschen mit Migräne wünschen sich, dass die Homöopathie als Teil eines umfassenden Therapieplans anerkannt wird. Die Wirksamkeit der Homöopathie bei Migräne ist wissenschaftlich jedoch nicht zweifelsfrei bewiesen. Einige Menschen erfahren eine Linderung ihrer Beschwerden, andere nicht.
Die Individualität der Migräne
Die Symptome von Migräne können sich von Mensch zu Mensch unterscheiden, und die neurologischen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Daher sollte eine homöopathische Behandlung nur von einem erfahrenen Mediziner durchgeführt werden. Eine Therapie in Eigenregie ist nicht empfehlenswert.
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Was sind Globuli?
Globuli sind kleine, weiße Kügelchen aus Zucker, auf deren Oberfläche der Wirkstoff haftet. Die Wirkstoffe sind in der Homöopathie stark verdünnt. Der Verdünnungsfaktor wird als Potenz auf der Verpackung angegeben, meist zwischen D6 und D12.
Anwendung von Globuli bei Kindern
Bei Kindern sollte die Verwendung homöopathischer Mittel immer mit dem Kinderarzt abgesprochen werden. In der Regel werden Komplexmittel nicht empfohlen, da die homöopathische Behandlung sehr individuell ist und das jeweils passende Mittel sorgsam ausgewählt werden muss.
Auswahl des richtigen Mittels
Die Auswahl des richtigen Homöopathikums ist komplex, da der Arzt oder Heilpraktiker nicht nur die Diagnose "Migräne" berücksichtigt, sondern auch die Art der Kopfschmerzen, den Ort des Schmerzes und die Begleitbeschwerden.
Bewährte Einzelmittel
Einige bewährte Einzelmittel in der Homöopathie bei Migräne sind:
- Cimicifuga racemosa: Bei Migräne in den Wechseljahren, begleitet von Schwindel und stechenden Augenschmerzen.
- Cyclamen europaeum: Bei Migräneattacken mit Sehstörungen wie Doppeltsehen.
- Iris versicolor: Bei "Wochenendmigräne", die sich in Entspannungsphasen verschlimmert.
- Sanguinaria canadensis: Bei rechtsseitigen Migräne-Schmerzen.
- Belladonna: Bei plötzlich auftretenden, pochenden Kopfschmerzen über den Augen.
- Gelsemium sempervirens: Dieses Mittel wird eingesetzt, wenn die Hauptbeschwerde des Patienten Schwäche ist oder mit Schwäche einhergeht. Es kann auch die Psyche betreffen und auf der geistigen, emotionalen und/oder körperlichen Ebene vorliegen. Typische Symptome und Beschwerden, die auf homöopathisches Gelsemium hinweisen sollen, sind Beschwerden, die als Folge von Schreck, Angst, seelischer Erregung und Stress auftreten.
Gelsemium: Ein detaillierterer Blick
Gelsemium sempervirens, auch Gelber Jasmin genannt, ist ein wichtiges homöopathisches Mittel bei fieberhaften Infekten, die sich langsam entwickeln. Es soll die typischen Begleiterscheinungen wie Gliederschmerzen, Kopfweh und Zerschlagenheitsgefühl lindern und das Allgemeinbefinden bessern. Auch bei seelischem Stress wie Lampenfieber soll es sich bewährt haben.
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Gelsemium für Baby und Kind
Gelsemium gilt auch bei Kindern als ein wichtiges homöopathisches Mittel bei fieberhaften Infekten. Ein Kind, dem dieses Mittel helfen soll, wirkt körperlich und geistig matt. Es ist lustlos, träge, apathisch und will in Ruhe gelassen werden. Häufig haben die Kinder im Fieberwahn Angst, zu fallen. Die Kinder schrecken aus ihrem Fieber hoch und greifen nach der Mutter oder nach etwas, woran sie sich festhalten können. Gelsemium kann Kindern helfen, die aufgrund angespannter Erwartung Durchfall oder Kopfschmerzen bekommen. Dies ist zum Beispiel manchmal vor Prüfungen, Wettkämpfen oder öffentlichen Auftritten der Fall. Auch Kinder, die vor der Bewältigung einer schweren Aufgabe Angst haben und mutlos sind, sollen von Gelsemium profitieren.
Der Gelsemium-Typ
Die charakteristische Schwäche drückt sich beim Gelsemium-Typ im emotionalen Bereich durch die Unfähigkeit aus, sich Herausforderungen jeglicher Art zu stellen. Im Gemütsbereich wird der Gelsemium-Typ als schwach, vergesslich und mit einer Abneigung gegen geistige Arbeit beschrieben.
Anwendung von Gelsemium
Gelsemium ist als Einzelmittel in Form von Globuli, Tabletten oder Tropfen erhältlich. Fiebrige, grippale Infekte werden meist mit Gelsemium D6 behandelt. Das Mittel kann mehrmals täglich eingenommen werden, wobei die Globuli unter der Zunge zergehen gelassen werden. Im akuten Krankheitsfall wird das Mittel alle halbe oder ganze Stunde eingenommen. Sobald eine Besserung eintritt, werden die Zeitabstände der Einnahme vergrößert. Bei anhaltender Besserung wird das Mittel abgesetzt. Gelsemium D12 eignet sich ebenfalls zur Behandlung von akuten Krankheiten, sollte aber nur ein- bis zweimal täglich eingenommen werden. Bei Lampenfieber oder Prüfungsangst wird Gelsemium C30 oder D30 empfohlen.
Schüssler Salze als alternative Behandlung
Schüssler Salze sind nach ihrem Erfinder Dr. Wilhelm Schüßler benannt. Er postulierte, dass schon geringe Mineralverluste in den Körperzellen negative Auswirkungen haben. Er entwickelte zwölf verschiedene Basissalze, die auf unterschiedliche Körperbereiche einen besonderen Einfluss haben.
Magnesium phosphoricum
Schüssler Salz Nummer 7, Magnesium phosphoricum, kann bei Migräne und Kopfschmerzen entspannend und schmerzlindernd wirken. Es ist üblich, verschiedene Schüssler Salze zu kombinieren - bei Migräne zum Beispiel die Salze Nummer 7, 8 und 11.
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Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Die Homöopathie gilt grundsätzlich als sanftes Mittel, um Migräne und Kopfschmerzen begleitend zu therapieren.
- Bei manchen Personen tritt nach der Einnahme eines homöopathischen Mittels die sogenannte Erstverschlimmerung ein - die Symptome werden zunächst stärker. In diesem Fall sollte das Mittel abgesetzt und nach Abklingen der Reaktionen in einer höheren Potenz erneut versucht werden.
- Während der homöopathischen Behandlung kann es sinnvoll sein, auf bestimmte Genuss- und Lebensmittel zu verzichten, die die Behandlung stören könnten.
- Es ist wichtig, eine entspannte Nackenmuskulatur und Halswirbelsäule zu haben, um einer Migräne-Attacke vorzubeugen.
Weitere Aspekte und Erfahrungen
Einige Anwender berichten von positiven Erfahrungen mit homöopathischen Behandlungen, während andere keine Veränderungen feststellen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Homöopathie eine individuelle Therapieform ist und die Ergebnisse von Person zu Person variieren können.
Erfahrungsberichte
Einige Eltern berichten, dass sie ihren Kindern bei Kopfschmerzen bisher nur einen kalten, nassen Lappen für die Stirn gegeben haben und gegebenenfalls Nurofen. Andere haben Eukalyptusöl auf die Schläfen massiert. Es gibt auch Berichte von Kindern, denen Minz-Öl auf die Schläfen gerieben wurde.
Mögliche Auslöser identifizieren
Es kann hilfreich sein, ein Schmerztagebuch zu führen, um mögliche Auslöser für die Kopfschmerzen zu identifizieren.
Augenärztliche Untersuchung
Es ist ratsam, die Augen abklären zu lassen, da Sehprobleme Kopfschmerzen verursachen können.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Plötzlicher Beginn mit Fieber, Nackenstarre, Nackenschmerzen und starker Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche können auf eine Hirn- oder Hirnhautentzündung hindeuten. Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, gestörter Konzentrationsfähigkeit oder gestörtem Gleichgewichtssinn können auf eine neurologische Störung hinweisen. In solchen Fällen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.