Jubrele und Migräne: Ein umfassender Überblick über Nebenwirkungen und Alternativen

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Sie umfasst eine Kopfschmerzphase, die oft von Übelkeit, Brechreiz und extremer Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen begleitet wird. Bei Auren können Störungen des Geruchs- oder Sehsinns oder Empfindungsstörungen auftreten, aber auch andere neurologische Einschränkungen bis hin zu Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen. Alle Symptome der Aura verschwinden aber in der Regel mit Einsetzen der Migräne. Migräne ist eher ein Frauenleiden: Sie sind zu 12-18 % betroffen, während der Wert für Männer bei nur 6-8 % liegt. Ursache hierfür ist der schwankende Hormonspiegel bei Frauen. So sind sie natürlich auch für die menstruelle Migräne anfällig - diese Sonderform der Migräne tritt besonders in den Tagen um die Menstruation auf, und hier auch gehäuft. Die genauen Ursachen der Migräne sind unklar und von Person zu Person verschieden. Man geht davon aus, dass vor allem die Triggerfaktoren beobachtet werden müssen, also die Auslöser von Migräneattacken. Hierzu zählen Stress, Schlafmangel, unregelmäßige Mahlzeiten, bestimmte Wetterlagen und andere mehr. Eine Migräne mit Aura hat auch Auswirkungen auf die Verhütung, da je nach Verhütungsart und weiteren Risikofaktoren das Schlaganfallrisiko steigen kann. Die Verhütung ohne Hormone hingegen stellt keinen weiteren Risikofaktor dar.

Viele Frauen mit Migräne, die eine hormonelle Verhütung in Erwägung ziehen, stoßen auf den Namen Jubrele®. Jubrele® ist eine Minipille, die das Gestagen Desogestrel enthält und ohne Östrogen auskommt. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Nebenwirkungen von Jubrele® im Zusammenhang mit Migräne und bietet einen umfassenden Überblick über Alternativen und wichtige Überlegungen.

Was ist Jubrele®?

Jubrele® ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung. Jede der 28 Tabletten pro Blister enthält eine geringe Menge des Gestagens Desogestrel. Im Gegensatz zur kombinierten Pille fehlt in Jubrele® das Östrogen. Jubrele ist eine Gestagen-Pille, die für Frauen geeignet ist, die eine kontinuierliche Empfängnisverhütung suchen.

Anwendung von Jubrele®

  • Tägliche Einnahme: Die Pille wird jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen, ohne Einnahmepausen zwischen den Blistern.
  • Start: Am 1. Tag der Regelblutung beginnen. Ein späterer Start (Tag 2-5) erfordert 7 Tage zusätzlichen Schutz.
  • Vergessen: Hol die Einnahme innerhalb von 12 Stunden nach, um den Schutz zu bewahren.

Wer sollte Jubrele® nicht einnehmen?

Jubrele Pille darf nicht eingenommen werden bei:

  • Aktiven venösen thromboembolischen Erkrankungen
  • Schweren Lebererkrankungen
  • Nicht abgeklärten vaginalen Blutungen
  • Hormonabhängigen Tumoren

Die Jubrele Pille ist für Frauen geeignet, die eine östrogenfreie Verhütungsmethode wünschen oder benötigen.

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Migräne und hormonelle Verhütung: Ein komplexes Zusammenspiel

Einige von euch haben bestimmt bemerkt, dass die Migräne-Attacke kurz vor, nach, oder auch während euren Tagen einschlägt. Das hat tatsächlich wissenschaftliche Hintergründe, die in der Biologie des menschlichen Körpers verankert sind: Einige Studien belegen, dass ein absinkender Östrogenspiegel Migräne-Attacken begünstigt. Entscheidend ist aber nicht die absolute Höhe des Hormonspiegels, sondern nur dessen Veränderung. Und davon gibt es während eines weiblichen Zyklus eine ganze Menge: In der ersten Hälfte des Zyklus steigt der Östrogenspiegel stetig an, danach nimmt er leicht ab und steigt ca. 4-5 Tage vor der Periode wieder an. Kurz vor oder der während der Regelblutung fällt er aber plötzlich stark, so dass sich an diesen Tagen häufig eine Migräne-Attacke ankündigt.

Früher setzte man die Pille oft zur Migräneprophylaxe ein - was vor dem Hintergrund, dass viele Attacken vermutlich durch den Hormonumschwung kurz vor der Regelblutung ausgelöst werden, erstmal logisch klingt. Heute, mit neueren Erkenntnissen, muss man das Ganze differenzierter betrachten. Mittlerweile raten Ärzt:innen eher von einer hormonellen Therapie durch die orale Gabe von Östrogen oder Hormonpflastern ab, da die Migräne- oder Kopfschmerz-Attacke dadurch nur für ein paar Tage verschoben, aber nicht verhindert wird. Außerdem scheint es sogar einen Zusammenhang zwischen hormonellen Verhütungsmethoden wie der Pille und der Kopfschmerzhäufigkeit zu geben. Tatsächlich war die Anfälligkeit sowohl bei der normalen Antibabypille, einer normal stark dosierten Kombinationspille mit Gestagen und Östrogen, als auch bei der Mikro-Pille, die niedrig dosiert ist, vorhanden. Für die Mini-Pille, ein reines Gestagen Präparat, wurde kein Zusammenhang mit dem Auftreten von Kopfschmerzen oder Migräne gefunden.

Migräne mit und ohne Aura

Neben der Unterscheidung zwischen menstruationsassoziierter und menstrueller Migräne muss bei der Frage nach einer geeigneten Verhütungsmethode noch zwischen einer Migräne mit und ohne Aura unterschieden werden.

  • Migräne ohne Aura: Bei Migräne ohne Aura ist die Verhütung mit Pille oft hilfreich, um weitere Attacken abzuschwächen oder sogar zu verhindern. Dabei ist es wichtig, Dosierung und Einnahmefrequenz zu beachten, denn Migräne ohne Aura wird häufig beim prämenstruellen Abfall des Östrogenspiegels vor der Periode getriggert. Bei dieser Form der Migräne können Kombinationspillen, die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthalten, eingenommen werden. Diese sollten aber möglichst niedrig dosiert sein und über einen längeren Zeitraum (bis zu 6 Monate) ohne Pillenpause eingenommen werden, damit der Abfall der Hormone während der Pillenpause ausbleibt. Durch den konstanten Östrogen- und Gestagenspiegel reduziert sich bei vielen Betroffenen die Attackenanzahl deutlich. Die Mikropille (Kombinationspille aus Gestagen und Östrogen) eignet sich, neben der östrogenfreien Minipille, am Besten, für die Einnahme über einen längeren Zeitraum. Nach einem halben Jahr sollte man jedoch eine 7-tägige Pillenpause einlegen. Aufgrund vom Wegfall der Hormone in dieser Pause kommt es erneut zur Abbruchblutung und häufig ebenfalls zu Migräne Attacken, bei einigen jedoch mit geringerer Intensität.
  • Migräne mit Aura: Bei Migräne mit Aura hat die Pille leider keinen positiven Nebeneffekt, denn sie wird selten menstruell assoziiert. Die WHO rät Aura-Patient:innen mit Migräne sowohl von östrogenhaltigen als auch gestagenhaltigen Pillen in jeden Altersstufen ab, weswegen alternative Verhütungsmethoden besonders interessant und wichtig sind.

Jubrele® und Migräne: Mögliche Nebenwirkungen

Als neue Anwenderin der Minipille Jubrele® machen Sie sich vermutlich Gedanken über mögliche Nebenwirkungen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Minipille Jubrele® gehören Schmierblutungen, Zwischenblutungen und Unregelmäßigkeiten des Zyklus. Manche Ärzte warnen vor einer Erhöhung des Risikos von Thrombosen oder Krebs. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn es solche Erkrankungen in der Vorgeschichte gibt. Die normalerweise auftretenden Nebenwirkungen der Pille Jubrele® sind kein Grund zur Besorgnis. Bei solchen Symptomen wird der Arzt die Pille vermutlich absetzen und eine Alternative für Sie finden. Einige Auswirkungen der Minipille Jubrele® werden von den Anwenderinnen als sehr positiv empfunden. Das liegt daran, dass die enthaltenen Gestagene gegen männliche Hormone (Androgene) wirken, die zu einer erhöhten Talgproduktion führen, wodurch Poren verstopft werden und ein Nährboden für Bakterien entsteht. Einige Frauen haben dank der Minipille Jubrele® schwächere und seltenere Blutungen. Haarausfall ist tatsächlich eine mögliche Nebenwirkung von Jubrele®. Leider gibt es dazu keine eindeutige Antwort, da große individuelle Unterschiede zwischen den Anwenderinnen bestehen. In den meisten Fällen verschwinden Nebenwirkungen der Pille Jubrele® innerhalb weniger Tage.

Obwohl östrogenfreie Pillen wie Jubrele in der Regel besser verträglich sind als andere Antibabypillen, kann es auch bei Jubrele zu Nebenwirkungen kommen. Doch bevor Sie eine Antibabypille kaufen, müssen Sie ein paar Nebenwirkungen in Betracht nehmen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Kopfschmerzen, Übelkeit, depressive Verstimmungen, ein veränderter Sexualtrieb, Akne, Brustschmerzen oder eine Gewichtszunahme. Diese Gewichtszunahmen sind hier allerdings seltener als bei anderen Antibabypillen, da sich bei östrogenhaltigen Pillen Wasser im Körper einlagern kann. Da Jubrele kein Östrogen enthält, kommt es seltener zu Gewichtszunahmen. Es kann während der Einnahme auch zu unregelmäßigen vaginalen Blutungen kommen. Diese sind in der Regel unbedenklich und treten nur selten auf.

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Kopfschmerzen und Migräne

Es ist wichtig zu beachten, dass Kopfschmerzen als Nebenwirkung von Jubrele® auftreten können. Ob diese Kopfschmerzen eine Verschlimmerung der bestehenden Migräne darstellen oder neu auftreten, ist individuell verschieden. Es ist ratsam, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, um mögliche Zusammenhänge zwischen der Einnahme von Jubrele® und dem Auftreten von Kopfschmerzen oder Migräneattacken zu dokumentieren.

Weitere mögliche Nebenwirkungen

Neben Kopfschmerzen können folgende Nebenwirkungen bei der Einnahme von Jubrele® auftreten:

  • Veränderte Stimmungslage
  • Depressive Verstimmungen
  • Vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverlust)
  • Übelkeit
  • Akne
  • Brustschmerz
  • Unregelmäßige Blutungen
  • Ausbleibende Monatsblutung
  • Gewichtszunahme
  • Vaginale Infektion
  • Kontaktlinsenunverträglichkeit
  • Erbrechen
  • Haarausfall mit Glatzenbildung (Alopezie)
  • Schmerzhafte Monatsblutung (Dysmenorrhoe)
  • Eierstockzyste (Ovarialzyste)
  • Müdigkeit

Thromboserisiko

Das Thromboserisiko ist bei der Einnahme aller Antibabypillen erhöht. Jedoch zeichnet sich Jubrele durch ein verhältnismäßig tiefes Thromboserisiko aus. Besprechen Sie hormonelle Verhütungsmethoden stets mit einem Arzt, sollten Sie an Übergewicht leiden, sofern Sie Rauchen oder älter als 35 Jahre sind.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei folgenden Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden:

  • Neu auftretende, starke Kopfschmerzen oder Migräneattacken
  • Verschlimmerung der bestehenden Migräne
  • Sehstörungen oder andere neurologische Symptome
  • Starke oder anhaltende Blutungen
  • Verdacht auf eine allergische Reaktion

Alternativen zu Jubrele® bei Migräne

Wenn eure Kopfschmerz- oder Migräne-Attacken unabhängig von eurem Zyklus auftreten, solltet ihr eher auf Alternativen zur hormonellen Verhütung zurückgreifen. Kupfer- oder Gold-Spiralen, mechanische (z.B. Kondome oder Diaphragma) oder natürliche Verhütungsmethoden sind mögliche Alternativen.

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Hormonfreie Verhütungsmethoden

  • Kupfer- oder Goldspirale: Diese Spiralen enthalten keine Hormone und wirken, indem sie die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern.
  • Mechanische Verhütungsmittel: Kondome und Diaphragmen bilden eine Barriere, die das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter verhindert.
  • Natürliche Familienplanung (NFP): Diese Methoden basieren auf der Beobachtung von Körperzeichen, wie z.B. der Basaltemperatur und des Zervixschleims, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Zur sogenannten NFP (Natürliche Familien Planung) zählt zum einen die Symptothermal-Methode, bei der man zyklische Temperaturschwankungen des Körpers und die Veränderung des Gebärmutterschleims beobachtet, und ggf. auch den Zustand des Gebärmutterhalses ertastet, um Rückschlüsse auf die fruchtbaren Tage zu erhalten. Zum anderen besteht die Möglichkeit anhand von Zyklus-Apps oder Hormon- bzw. Temperaturcomputern den Eisprung zu berechnen. Bei diesen Methoden ist eine zuverlässige und sorgsame Anwendung, sowie ein regelmäßiger Rhythmus der Periode, allerdings Voraussetzung für eine hohe Sicherheit.

Hormonelle Alternativen

Wollt ihr trotz Migräne hormonell verhüten, wählt am besten eine niedrig dosierte Pille, die nur das Hormon Gestagen (z.B. Mini-Pille) enthält, statt zusätzlich noch Östrogen, wie es bei den meisten Kombinationspillen der Fall ist. Diese wird ohne Pause eingenommen, sodass hier auch der Abfall des Hormonspiegels wegfällt.

  • Minipille (reines Gestagenpräparat): Diese Pille enthält kein Östrogen und kann eine Option für Frauen mit Migräne mit Aura sein, bei denen östrogenhaltige Präparate kontraindiziert sind.
  • Hormonspirale (Levonorgestrel): Diese Spirale setzt kontinuierlich eine geringe Menge des Gestagens Levonorgestrel frei und kann die Blutungsstärke reduzieren.

Weitere wichtige Aspekte bei Migräne

Wusstest du schon, dass unser Zuckerstoffwechsel und insbesondere starke Blutzuckerschwankungen eine Rolle bei der Entstehung von Migräneattacken spielen? Und dass eine Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig und stabil hält, Migräneanfällen vorbeugen kann? Falls du gerne eine natürliche Migräneprophylaxe ohne Risiken und Nebenwirkungen ausprobieren möchtest, lass dir doch die App auf Rezept sinCephalea Migräneprophylaxe verschreiben. Die Kosten für diese wirksame Migräneprophylaxe werden von den Krankenkassen übernommen. Die digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) sinCephalea bietet dir die Gelegenheit mittels eines Blutzuckersensors die Reaktion deines Blutzuckers auf gewisse Mahlzeiten und Lebensmittel zu testen. Im Anschluß an die Testphase erhältst du individuell auf dich zugeschnittene Ernährungsempfehlungen, mit denen du mit nur wenigen Änderungen (keine Migräne-Diät!!) wirksam Migräneattacken vorbeugen kannst.

Migräne-Tagebuch

Um den oder die Auslöser einer Migräne mit Aura feststellen zu können, hat sich ein Migräne-Tagebuch als sehr hilfreich gezeigt. Es ermöglicht eine detaillierte Dokumentation möglicher Trigger im Zyklusverlauf, sodass ggf. frühzeitig reagiert werden kann.

Spezialisierte Schmerzkliniken

Spezielle Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen, alle Kopfschmerzen, wie z.B. chronische Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, Clusterkopfschmerz, Nervenschmerz (neuropathischer Schmerz), Rückenschmerz und andere Formen chronischer Schmerzerkrankungen.

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