Viele Menschen greifen bei Erkältungen und verschleimten Atemwegen zu ACC Akut 600, einem rezeptfreien Schleimlöser. Obwohl es sich um ein gängiges Medikament handelt, ist es wichtig, sich über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu informieren. Zudem können Kopfschmerzen und Migräne vielfältige Ursachen haben, die oft im Zusammenhang mit Lebensstil, Stress und individuellen Auslösern stehen. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit ACC Akut 600 und gibt einen Überblick über verschiedene Behandlungsansätze.
Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keinen Arztbesuch. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte immer ein Arzt konsultiert werden.
Was ist ACC Akut 600 und wie wirkt es?
ACC steht für Acetylcystein, ein Derivat der Aminosäure Cystein. Acetylcystein löst den Schleim in den Bronchien, indem es die Polysaccharid-Ketten aufspaltet, die den Schleim vernetzen. Dadurch wird der zähe Schleim verflüssigt und kann leichter abgehustet werden. ACC Akut 600 wird sowohl bei schweren Erkrankungen wie Mukoviszidose, chronischer Bronchitis oder Lungenentzündung eingesetzt, als auch bei Erkältungskrankheiten. Es ist in Form von Lutsch-, Film- oder Brausetabletten oder als Saft rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.
Dosierung und Einnahme von ACC Akut 600
Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren nehmen in der Regel täglich zweimal eine halbe oder einmal eine ganze Brausetablette ACC Akut 600 ein. Die Brausetablette sollte nach dem Essen mit viel Flüssigkeit eingenommen werden. Während der Behandlung mit ACC Akut 600 ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, um die schleimlösende Wirkung zu unterstützen. Kinder und Jugendliche sollten die geringer dosierten Tabletten speziell für ihre Altersgruppe einnehmen. Die Einnahme sollte zunächst vier bis fünf Tage betragen. Wenn die Beschwerden dann noch anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Mögliche Nebenwirkungen von ACC Akut 600
Bei der Einnahme von Acetylcystein können als Nebenwirkungen vor allem Überempfindlichkeitsreaktionen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Herzrasen oder Fieber auftreten. Wer bemerkt, dass es zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz, Herzrasen oder einem Blutdruckabfall kommt, sollte die Einnahme sofort beenden. Seltenere Nebenwirkungen sind Atemnot oder Wasseransammlungen. Auch selten beobachtet wurde das Auftreten des Stevens-Johnson-Syndroms oder des Lyell-Syndroms. Die gleichzeitige Einnahme von Antibiotika sollte in zeitlichem Abstand erfolgen, da die Wirkung der Antibiotika sonst beeinflusst werden kann. Hustenstillende Mittel sollten nicht gleichzeitig eingenommen werden, da es so zu einem Sekretstau kommen kann.
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Rückruf von ACC Akut 600
Es gab einen Rückruf von ACC akut 600 mg zu 20 Brausetabletten in der Charge NL3385. Grund dafür waren Undichtigkeiten der Siegelrandbeutel, die im Laufe der Lagerung auftraten. Teilweise wurde auch eine Öffnung der Sachets und ein teilweises Auflösen der Brausetabletten festgestellt.
Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen und Auslöser
Kopfschmerzen und Migräne können verschiedene Ursachen haben. Oft spielen Stress, muskuläre Verspannungen, hormonelle Veränderungen, Ernährung und Lebensstil eine Rolle.
Spannungskopfschmerzen
Ein anstrengender Schultag, Stress mit Lehrern, zu Hause oder mit Mitschülern, Prüfungen - all das kann zu Kopfschmerzen führen. Oft sind es Spannungskopfschmerzen, die mit Stress und teils muskulären Verspannungen auftreten.
Migräne
Eine Migräne wird oft von Übelkeit, Erbrechen oder auch Bauchschmerzen begleitet. Häufig besteht auch Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit. Die Schmerzen treten gerade bei Teenagern oft plötzlich auf. Sie können so schwer werden, dass man meint, der Kopf platzt gleich. Dieser Zustand kann mehrere Stunden bis selten auch Tage andauern, sodass an Lernen, Schule oder Sport nicht zu denken ist. Wichtig ist, dass man eine Migräne-Attacke so früh wie möglich erkennt, um mit geeigneten Medikamenten vorzubeugen. Einige Attacken kündigen sich mit einer Aura an. Das können Lichtblitze im Gesichtsfeld sein, Zick-Zack-Linien, blendende Kreise oder Vierecke. Sogar die Sehkraft kann nachlassen oder einseitig ganz ausfallen. Auch Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Sprechstörungen sind möglich. Öfter jedoch tritt die Migräne-Attacke plötzlich und ohne Aura auf. Zudem gibt es noch die „stille“ Migräne, die sich zum Beispiel in stechenden Magenschmerzen ohne Kopfschmerzen äußern kann. Bisher weiß man noch nicht, wodurch genau eine Migräne ausgelöst wird. Nach aktuellem Wissensstand besteht eine genetische Veranlagung. Das bedeutet, der Betroffene reagiert auf bestimmte Auslöser mit einer Migräne. Faktoren, die eine Rolle spielen können, sind zum Beispiel ein bestimmtes Freizeitverhalten oder Essgewohnheiten.
Migräne-Tagebuch
Ein Migräne-Tagebuch kann helfen, herauszufinden, was die Attacken auslöst. Im Tagebuch werden nicht nur Häufigkeit und Intensität der Attacke festgehalten. Es sollten auch soviel Details wie möglich aufgeschrieben werden. Zum Beispiel:
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- Was und wann habe ich gegessen/getrunken?
- Was habe ich gerade gemacht?
- Habe ich ausreichend geschlafen?
- Zu welcher Uhrzeit tritt die Attacke auf?
- Wie fühle ich mich gerade?
- Ist eine Aura aufgetreten? Wenn ja, was und wie lange?
- Wie lange nach der Aura haben die Kopfschmerzen angefangen?
- Für Mädchen: Wann war meine letzte Periode?
Lebensstilfaktoren als Auslöser
- Tagesablauf: Ein routinierter Tagesablauf kann dabei helfen, Migräne in den Griff zu bekommen.
- Freizeit: Versuchen, sich nicht mit zu vielen Hobbys und außerschulischen Verpflichtungen unter Stress zu setzen. Auch zu langes Sitzen oder Spielen am Computer kann eine Migräne auslösen.
- Entspannung: Falls man nur noch unter Dauerstress steht oder immer niedergeschlagen ist und keine Kraft mehr hat, mit den Eltern und Lehrern darüber sprechen. Gemeinsam kann man Wege finden, den Stress zu verringern. Entspannungsübungen und regelmäßige Pausen helfen.
- Bewegung: Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren können einen positiven Einfluss auf die Migräne haben. Auch Muskelentspannungsverfahren und Biofeedback können wirksam sein.
- Ernährung: Das Auslassen von Mahlzeiten und Flüssigkeitsmangel können eine Migräne begünstigen. Auch einige Lebensmittel sind mögliche Auslöser, unter anderem Tee oder Kaffee, Alkohol, Schokolade, Zitrusfrüchte oder Käse.
Kopfschmerzen als Nebenwirkung von ACC Akut 600
Wie bereits erwähnt, können Kopfschmerzen eine mögliche Nebenwirkung von ACC Akut 600 sein. Es ist wichtig, dies im Auge zu behalten, wenn nach der Einnahme des Medikaments Kopfschmerzen auftreten. In diesem Fall sollte die Einnahme beendet und ein Arzt konsultiert werden.
Schmerzmittel bei Kopfschmerzen und Migräne
Zur Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne stehen verschiedene Schmerzmittel zur Verfügung. Die Wirkstoffe Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure (ASS) haben sich als Einzelpräparate für die Eigenbehandlung von Kopfschmerzen bewährt. Eine besonders gute und schnelle Wirkung bei Kopfschmerzen und Migräne erzielen Kombinationspräparate, die medizinisches Koffein enthalten.
Ibuprofen
Ibuprofen ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und Fieber. Das Arzneimittel gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Ibuprofen wird in einer Übersichtsarbeit von den Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft (ÖKSG) und der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft (SKG) als Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Migräneattacken und Spannungskopfschmerzen in Eigenregie empfohlen. Ibuprofen zählt zu den COX2-Hemmern. Der Wirkstoff hemmt im Körper die Cyclooxygenasen (COX), die die sogenannten Prostaglandine herstellen. Ibuprofen gibt es in Deutschland als Tabletten, Weichkapseln, Zäpfchen, Sirup, Suspensionen, Brausegranulate, Gele und Cremes. Der Wirkstoff ist für die rezeptfreie Behandlung von 200 bis 400 mg pro Einzeldosis erhältlich. Die Dosierung sollte bei Erwachsenen maximal 1.200 mg am Tag betragen. Bei Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern sollte die Dosierung an das jeweilige Alter und Körpergewicht angepasst werden. Ibuprofen gibt es auch in Kombination mit Lysin. Dieses Ibuprofen-Lysinat löst sich schneller im Verdauungstrakt auf und soll so die Wirkung von Ibuprofen beschleunigen.
Paracetamol
Paracetamol ist das Schmerzmittel, das weltweit am häufigsten verwendet wird. Bislang ist nicht eindeutig geklärt, wie genau Paracetamol Kopfschmerzen lindert. Es wird davon ausgegangen, dass die Wirkung durch mehrere sich ergänzende Effekte auf den Körper erzielt wird. Ebenfalls gibt es Studien, dass Paracetamol über das Endocannabinoid-System wirkt. Darüber hinaus soll der Wirkstoff über die Aktivierung des Botenstoffs Serotonin schmerzhemmend wirken. Paracetamol gibt es in Deutschland als Zäpfchen, Tabletten, Brausetabletten, Kapseln, Hartkapseln, Sirup, Saft, Granulat und als Infusionslösung. Wie eine Übersichtsarbeit mit 39 Studien zum Akutschmerz zeigt, sind die Nebenwirkungen von Paracetamol sehr gering.
Acetylsalicylsäure (ASS)
ASS ist der Klassiker unter den Schmerzmitteln. Über Jahrzehnte galt ASS bei Kopfschmerzen als Mittel der Wahl. ASS gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Die Säure wirkt schmerzlindernd, indem sie die Produktion der Prostaglandine hemmt (COX2-Hemmer). ASS gibt es in Deutschland in Deutschland als Tabletten, Filmtabletten, Brausetabletten, Kapseln und Kautabletten. Die Auswertung der Daten von 19.480 Patienten durch das wissenschaftliche Forschungsnetzwerk Cochrane bescheinigt ASS sehr geringe Nebenwirkungen. ASS wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend. Heute werden Präparate mit ASS, von denen Aspirin wohl das bekannteste ist, vor allem bei akuten Beschwerden wie Kopfschmerzen eingesetzt. Zudem hat sich ASS bei Patienten mit einem hohen kardiovaskulären Risiko nach einem Herzinfarkt oder ischämischen Schlaganfall zur weiteren Prävention bewährt.
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Wichtige Hinweise zur Einnahme von Schmerzmitteln
- Generell sollten Sie vor der Einnahme des Medikaments immer die Gebrauchsinformation lesen, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.
- Jeder Mensch ist anders und reagiert unterschiedlich auf bestimmte Wirkstoffe. Sie müssen daher herausfinden, welches Medikament Ihnen am besten hilft.
- Schmerzmittel selbst können Migräne auslösen, wenn man sie über einen langen Zeitraum regelmäßig einnimmt. Normale Schmerzmittel sollten daher nicht häufiger als 10 bis 15 Tage im Monat genommen werden. Migräne spezifische Medikamente, sogenannte Triptane, sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet und sollten immer durch einen Arzt verordnet werden.
- Die Medikamente sind besser verträglich, wenn man sie nicht auf leeren Magen nimmt. Deshalb wird insbesondere Menschen mit empfindlichem Magen empfohlen, ASS nach dem Essen einzunehmen.
- Wie alle Medikamente können auch Präparate mit Acetylsalicylsäure unerwünschte Wirkungen haben. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Dauer der Einnahme und bei höheren Dosierungen. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Präparaten mit Acetylsalicylsäure und anderen Medikamenten kommt es mitunter zu Wechselwirkungen. Das bedeutet, dass die Wirkung der Medikamente durch die gemeinsame Einnahme verstärkt, abgeschwächt oder verändert werden kann oder die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen steigt.
Acetylsalicylsäure (ASS) im Detail
Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) wurde bereits um 1900 als Mittel gegen Entzündungsschmerz, Rheuma und Fieber angewendet. ASS gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR): Der Wirkstoff hemmt das Enzym Cyclooxygenase und damit auch die Bildung von Prostaglandinen. Das sind körpereigene Stoffe, die eine große Rolle bei Entzündungsprozessen und bei der Entstehung von Schmerzen spielen. Es gibt Acetylsalicylsäure als Tabletten, Brausetabletten oder Granulat. Die richtige Dosierung von ASS richtet sich nach der Art der Beschwerden: Gegen Schmerzen und Fieber sollte der Wirkstoff nicht länger als drei bis vier Tage angewendet werden. Eine Einzeldosis sollte 1.000 Milligramm nicht übersteigen, die Tageshöchstdosis liegt in der Regel bei 3.000 Milligramm.
ASS als Blutverdünner
Acetylsalicylsäure wurde eher zufällig als Blutverdünner entdeckt. Die eigentlich unerwünschte Nebenwirkung der erhöhten Blutungsneigung machen sich Medizinerinnen und Mediziner heute etwa bei der Vorbeugung von erneuten Herzinfarkten und Schlaganfällen für Risikopatienten mit entsprechender Vorerkrankung zu Nutze. In einer niedrigen Dosierung (in der Regel 100 Milligramm täglich) verhindert ASS, dass die Blutplättchen verklumpen. Wichtig für Patientinnen und Patienten: Schon bei einem kleineren Eingriff etwa in der Zahnarztpraxis kann die blutverdünnende Wirkung problematisch werden. Aber: Nicht eigenmächtig absetzen, sondern vorab mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, ob das Mittel weiter genommen oder vor dem anstehenden Eingriff abgesetzt werden soll.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen bei ASS
- Wer in der Vergangenheit einen Asthmaanfall hatte, der durch ASS oder andere Medikamente der Gruppe NSAR ausgelöst wurde, sollte entsprechende Präparate nicht einnehmen.
- In der Selbstmedikation dürfen Kinder und Jugendliche Mittel mit ASS nicht einnehmen, denn es besteht die Gefahr eines Reye-Syndroms. Das ist eine sehr seltene, lebensbedrohliche Erkrankung, die zu Leber- und Hirnschäden führt und bei Kindern und Jugendlichen nach der Einnahme von Medikamenten mit ASS auftreten kann. Die genauen Ursachen sind nicht geklärt. Anzeichen sind heftiges Erbrechen, Kopfschmerzen, zunehmende Apathie, später auch Verwirrtheit und Krampfanfälle.
- In den ersten zwei Trimestern der Schwangerschaft sollte ASS nicht angewendet werden - wenn, dann nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt und in so geringer Dosierung und so kurzer Dauer wie möglich. Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf Acetylsalicylsäure nicht eingenommen werden.
- ASS geht in die Muttermilch über - bei gelegentlicher Anwendung sind bislang keine nachteiligen Auswirkungen auf das Baby bekannt.
Kombipräparate
Kombipräparate sollen alles auf einmal können: Fieber senken, Schmerzen lindern, die Nase befreien und Husten mildern. Kombipräparate mit ASS werden oft als schnelle Hilfe bei Erkältung und Grippe beworben. Doch hier ist Vorsicht geboten: Viele wissen gar nicht, welche Wirkstoffe noch enthalten sind - das birgt die Gefahr der Überdosierung einzelner Wirkstoffe. Zudem steigt mit der Zahl der verschiedenen Wirkstoffe auch die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.