Migräne nach Nackenmassage: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Eine Nackenmassage wird oft als wohltuend und entspannend empfunden, kann aber in manchen Fällen unerwünschte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen auslösen. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für Migräne oder Kopfschmerzen nach einer Nackenmassage, die Begleitsymptome und die verschiedenen Behandlungsansätze, um diese Beschwerden zu lindern oder zu vermeiden.

Einführung

Massage wird häufig mit Entspannung und Linderung von Beschwerden assoziiert. In diesem Artikel werden die Ursachen von Kopfschmerzen nach einer Massage beleuchtet und Strategien zur Vermeidung aufgezeigt. Es ist wichtig zu verstehen, warum Kopfschmerzen nach einer Massage auftreten können und wie man diese verhindern kann.

Ursachen für Kopfschmerzen nach einer Nackenmassage

Die Gründe für Kopfschmerzen nach einer Massage können vielfältig sein. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Veränderte Spannungsverhältnisse: Eine der häufigsten Ursachen ist die Reaktion des Körpers auf die geänderten Spannungsverhältnisse nach einer Massage. Vor allem die kurze Nackenmuskulatur unterhalb des Schädels reagiert besonders sensibel auf Spannungsveränderungen der Körpermuskulatur.
  • Dehydration: Während einer Massage werden durch die Stimulation der Muskeln und des Gewebes Schlacke und Toxine freigesetzt, die sich im Körper angesammelt haben. Der Körper versucht, diese Toxine über das Blut- und Lymphsystem auszuscheiden. Wenn Sie jedoch nicht genügend Flüssigkeit zu sich nehmen, kann der Körper diese Toxine nicht effektiv ausscheiden. Lokaler Lymphstau und Anschwellen der Interzellularräume sind die Folge.
  • Übermäßiger Druck und falsche Technik: Zu starker Druck, besonders im Bereich des Nackens und des Kopfes, kann zu Spannungen und folglich zu Kopfschmerzen führen. Die Anwendung unangemessener Massagetechniken kann ebenfalls Kopfschmerzen verursachen.
  • HWS-Syndrom: Probleme mit der Halswirbelsäule (HWS) können ebenfalls eine Ursache für Kopfschmerzen und Schwindel sein. Funktionsbeeinträchtigungen in der Halswirbelsäule können sich sowohl durch Schmerzen als auch durch Kribbeln oder Taubheitsgefühle bemerkbar machen.

Symptome

Die Symptome, die nach einer Nackenmassage auftreten können, sind vielfältig:

  • Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerzen, die häufig nach einer Massage auftreten, sind in der Regel durch einen dumpfen, drückenden Schmerz gekennzeichnet, der sich über den Kopf verteilt. Sie unterscheiden sich von Migräne, die oft mit anderen Symptomen wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit einhergeht.
  • Schwindel und Benommenheit: Schwindel, Benommenheit, Sehstörungen oder sogar Übelkeit und ein allgemein komisches Gefühl im Kopf können von der Halswirbelsäule (HWS) her verursacht werden, falls dort Funktionsbeeinträchtigungen entstehen.
  • Nackenschmerzen: Typisch für HWS Beschwerden ist ein vom Hinterkopf über den Schädel sich ausbreitender Kopfschmerz bis in die Stirn hinein.
  • Weitere Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, diffuse Schmerzen in Schulter oder Arm, Schluckstörungen, Tränenfluss, eine laufende Nase oder eine Schwellung im Augenbereich.

Das HWS-Syndrom als mögliche Ursache

Von der Halswirbelsäule ausgehende Beschwerden werden als HWS-Syndrom bezeichnet. Alle von diesem Körperbereich ausgehenden Beschwerden werden als HWS Syndrom bzw. Zervikalsyndrom bezeichnet. Klassische Symptome sind Kopf-, Nacken- und Schulterschmerzen. Weiterhin treten häufig Schwindel, Benommenheit, Kribbeln und Taubheitsgefühle sowie Übelkeit, Tinnitus und sogar Atemproblemen auf.

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Ursachen des HWS-Syndroms

Durch den relativ engen Bereich der Halswirbelsäule, zwischen den Wirbeln C1 - C7, laufen sämtliche Muskeln, Sehnen, Blut- und Nervenbahnen vom Rumpf zum Kopf. Kurz- oder langfristig auftretende Probleme, Verspannungen oder Schäden in diesem Bereich können daher sehr schnell das äußerst fragile Gleichgewicht stören und zu zahlreichen Beschwerden führen. Verursacht werden Probleme in der Halswirbelsäule häufig durch Fehlhaltungen & Fehlbelastungen (zum Beispiel bei der Büroarbeit) oder psychische Belastungen sowie durch Verschleiß oder Unfälle. Dies alles löst Verspannungen und unter Umständen mangelnde Durchblutung sowie Signal-Übermittlungsfehler an den Nervenbahnen aus.

Zusammenhang zwischen HWS und Kopfschmerzen

Typisch für HWS Beschwerden ist ein vom Hinterkopf über den Schädel sich ausbreitender Kopfschmerz bis in die Stirn hinein. Es kann außerdem zu migräneartigen Symptomen kommen, die ebenfalls vom Nacken ausgehen. Ursache ist in der Regel eine Verspannung der Nerven im Nackenbereich sowie eine übermäßige Sensibilität der schmerzleitenden Nerven. Dies kann zu den beschriebenen Kopfschmerzen und darüber hinaus zu Sehstörungen, Übelkeit und vielen weiteren Beschwerden führen.

Zervikogener Kopfschmerz

Zervikogene Kopfschmerzen werden durch eine Störung im Bereich der oberen Halswirbelsäule hervorgerufen. Der Schmerz zieht vom Hinterkopf nach vorn. Der meist dumpf-ziehende Schmerz beginnt am Hinterkopf und zieht über den Kopf nach vorn. Er wird meist als moderat empfunden und hält über Stunden bis Tage an, wobei er sich zuweilen plötzlich verstärken kann. Oft lässt sich der Schmerz durch Druck auf die Nackenmuskulatur oder bestimmte Kopfbewegungen auslösen, u. a. durch längeres Beugen oder Strecken des Kopfes.

Ursachen des zervikogenen Kopfschmerzes

Der Schmerz entsteht durch die Reizung einer sensiblen Nervenwurzel eines oberen Halswirbels, die den Hinterkopf und Nacken versorgt. Über Nervenverbindungen strahlt der Schmerz weiter nach vorn aus. Die Reizung kann hervorgerufen werden durch:

  • Entwicklungsstörungen am Übergang zwischen Wirbelsäule und Schädel
  • Tumoren im Bereich des Übergangs zwischen Wirbelsäule und Schädel oder der oberen Halswirbelsäule
  • Morbus Paget des Schädels
  • Rheumatoide Arthritis der oberen Halswirbelsäule
  • Morbus Bechterew
  • Verschleißerscheinungen an der Halswirbelsäule (zervikale Spondylose)
  • Knochenbruch der oberen Halswirbelsäule
  • Schleudertrauma
  • Eine bakterielle Infektion der oberen Wirbelkörper (Osteomyelitis)
  • Verletzungen oder degenerative Veränderungen (Verschleißerscheinungen) der Gelenke der oberen Halswirbeleine
  • Sehnenentzündung im Halsbereich (retropharyngeale Tendinitis)
  • Eine Störung der Muskelspannung im Halsbereich (Dystonie)

Behandlung und Linderung von Beschwerden

Wer über Schwindel oder über Kopf- und Nackenschmerzen klagt, hat in vielen Fällen Probleme mit der Halswirbelsäule. Dies wird auch als HWS-Syndrom bezeichnet. Zur Behandlung und Linderung der Symptome stehen eine Reihe von Therapien zur Verfügung:

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  • Wärme und Entspannung: Wärme kann verspannte Muskeln und Sehnen lösen. Daher sollten Sie zunächst versuchen, den Halswirbelbereich zu wärmen. Legen Sie dazu eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen in den Nacken. Auch Dehnübungen oder sanfte Massagen können zur Linderung der Beschwerden beitragen.
  • Stoßwellentherapie: Die Behandlung mit Stoßwellen hat sich bei HWS Beschwerden als sehr erfolgversprechend erwiesen. Mit einer Stoßwellentherapie können Triggerpunkte für Schmerzempfindungen gezielt aufgelöst sowie Verspannungen und eventuelle Entzündungen reduziert werden. Dies führt zu einer raschen Linderung der Beschwerden.
  • Übungen: Gezielte Übungen, die am besten durch einen erfahrenen Physiotherapeuten erläutert werden, können helfen, HWS Beschwerden zu lindern.
  • Physiotherapie und Osteopathie: Eine manuelle Therapie als Teil einer physiotherapeutischen Behandlung besteht in erster Linie aus Massagen, die Blockaden mithilfe von Druck und Dehnung auflösen sollen. Verspannte Muskeln und Sehnen können so gedehnt und entspannt werden.
  • Injektionen: Bei besonders starken Schmerzen können Injektionen mit schmerzstillenden Mitteln angezeigt sein.
  • Operation: Eine Operation ist bei HWS Beschwerden nur selten notwendig.

Strategien zur Vermeidung von Kopfschmerzen nach einer Massage

Es gibt mehrere Strategien, um Kopfschmerzen nach einer Massage zu vermeiden:

  • Hydratation: Stellen Sie sicher, dass Sie vor und nach Ihrer Massage ausreichend Wasser trinken. Vermeiden Sie Alkohol und Koffein, da diese zur Dehydration beitragen können.
  • Kommunikation mit dem Therapeuten: Ein offener Dialog mit Ihrem Massagetherapeuten über Ihre Präferenzen und Schmerzgrenzen ist entscheidend.
  • Entspannung nach der Massage: Gönnen Sie sich unmittelbar nach der Massage eine Ruhephase. Atmen Sie tief und langsam, um die Entspannung zu fördern.
  • Regelmäßige Massagen: Regelmäßige Massagen können dazu beitragen, Muskeln zu entspannen und Spannungskopfschmerzen zu vermeiden.
  • Stressmanagement: Lernen Sie effektive Techniken zur Stressbewältigung, wie Meditation, Yoga oder leichte Übungen.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Richten Sie Ihren Arbeitsplatz rückenfreundlich ein.

Wann sollte man medizinischen Rat einholen?

Während leichte Kopfschmerzen nach einer Massage häufig harmlos und kurzlebig sind, gibt es Situationen, in denen es ratsam ist, medizinischen Rat einzuholen:

  • Starke oder anhaltende Kopfschmerzen: Wenn die Kopfschmerzen stark sind oder länger als ein paar Tage anhalten.
  • Begleitsymptome: Wenn zusätzliche Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen oder neurologische Ausfälle auftreten.
  • Verdacht auf Gefäßverletzung: Wenn Sie Bedenken haben, dass eine Gefäßverletzung vorliegen könnte.

Die Rolle der Physiotherapie

Beschwerden im Kopf- und Nackenbereich können unterschiedliche Ursachen haben. Die Ursachen für diese Funktionsstörungen können sehr vielfältig sein. So können beispielsweise eine ungünstige Haltung bei der Arbeit am Computer oder Überkopfarbeiten Kopf- und Nackenschmerzen auslösen. Auch Stress kann ein Auslöser sein. Außerdem kann durch das Alter bedingter Verschleiß Beschwerden in der Halswirbelsäule begünstigen. Die Symptome bei Funktionsstörungen im Kopf- und Nackenbereich können verschieden ausgeprägt sein. Häufig treten Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auf, die unterschiedlich stark sein können. Physiotherapie kann helfen, die Beschwerden zu lindern oder vollständig zu beseitigen. Vor jeder physiotherapeutischen Behandlung findet eine Befundung und Diagnostik durch den Therapeuten statt. Auf dieser Grundlage wird die Therapie geplant.

Erstverschlimmerung nach Massage

Massagen gelten als wohltuende Anwendungen, um Körper, Geist und Seele zu entspannen. Doch, mitunter setzen auch bei einer vermeintlich erholsamen Wellnessmassage plötzliche Beschwerden ein, welche den Allgemeinzustand des Kunden negativ beeinflussen. Die Rede ist von der sogenannten Erstverschlimmerung, einem häufig bekannten Phänomen nach Massagen. Die Erstverschlimmerung bezieht sich auf sämtliche Symptome, die einen Kunden unmittelbar nach einer Massage oder kurze Zeit später verspürt. Dies können zum einen bereits bekannte Beschwerden sein, welche sich plötzlich verschlimmert haben oder aber es kommt zum Auftreten neuer, bis dato unbekannter Disharmonien, welche ein allgemeines Unwohlsein bei der betroffenen Person auslösen.

Was tun bei einer Massage-Erstverschlimmerung?

Auch wenn sich die Heilschmerzen nach einer Massage als natürlicher Prozess erwiesen haben, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Intensität und Dauer positiv zu unterstützen. Hierbei spielt insbesondere eine ausführliche Anamnese eine tragende Rolle. Je genauer Kunde und Fachpraktiker zuvor miteinander über den Ablauf und die eventuelle Erstverschlimmerung sprechen, desto besser kann sich der Betroffene später auf die Reaktionen seines Körpers einstellen.

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Atemmuskeltraining bei Nackenverspannungen und zervikalem Schwindel

Um den Kopf gerade zu halten, müssen folglich die hinteren Halsmuskeln aktiviert werden, um ein Gegengewicht zu bilden. Das liegt daran, dass viele Menschen, und hier gerade auch Männer beim Training, aus kosmetischen Gründen einen Schwerpunkt auf die Oberarmmuskulatur legen. Ziel des Atemmuskeltrainings bei Atemmuskelschwäche, Nackenverspannungen und zervikalem Schwindel ist es, durch eine Stärkung der Atemhauptmuskeln der Einatmung, die Atemhilfsmuskulatur am Hals zu entlasten. Grundlage für eine gesunde Atmung ist eine reine Nasen-Zwerchfellatmung in den Bauch, das heißt Einatmung und Ausatmung ausschließlich durch die Nase in allen Alltagssituationen.

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