Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch heftige, pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, oft begleitet von Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Weltweit leiden schätzungsweise 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen an Migräne, wobei Frauen häufiger und stärker betroffen sind als Männer. Die Ursachen für Migräne sind vielfältig und noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass entzündliche Veränderungen der Blutgefäße im Gehirn, ein gestörter Gehirnstoffwechsel und erbliche Faktoren eine Rolle spielen.
Obwohl es keine Heilung für Migräne gibt, können verschiedene Behandlungen und Hausmittel helfen, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit von Anfällen zu reduzieren. Wirksame Migräne-Medikamente sind oft das Mittel der Wahl, aber auch bewährte Hausmittel können eine wertvolle Ergänzung sein.
Dieser Artikel befasst sich mit der Herstellung und Anwendung von Migräneölen, einer natürlichen Methode zur Linderung von Kopfschmerzen und Migränesymptomen.
Hausmittel gegen Migräne: Was du vor der Anwendung beachten musst
Es ist wichtig zu beachten, dass Hausmittel gegen Migräne, einschliesslich der hier vorgestellten Öle, eine sanfte Behandlungsmethode darstellen und bei richtiger Anwendung in der Regel ungefährlich sind. Wenn du dich jedoch entscheidest, Hausmittel, beispielsweise Kräuter, gegen Migräne einzunehmen, solltest du dies nur unter Aufsicht eines Arztes tun. Auch pflanzliche oder vermeintlich harmlose Hausmittel zur Soforthilfe bei Migräne können mit anderen Arzneien wechselwirken und deinen Gesundheitszustand insgesamt verschlechtern.
Die Macht der Aromatherapie bei Migräne
Aromatherapie kann eine wirksame Methode sein, um Migräne-Kopfschmerzen auf sanfte Weise zu behandeln. Ätherische Öle wie Pfefferminzöl, Lavendelöl, Eukalyptusöl und Kamillenöl können zur Entspannung von Körper und Geist beitragen und die Beschwerden lindern. Es ist wichtig zu beachten, dass Aromatherapie kein Ersatz für eine medikamentöse Behandlung der Migräne ist, aber sie kann unterstützend wirken und lindern.
Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie
Pfefferminzöl: Ein kühlender Helfer
Pfefferminzöl ist eines der bekanntesten und am häufigsten verwendeten ätherischen Öle zur Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne. Das enthaltene Menthol hat eine kühlende, durchblutungsfördernde und entkrampfende Wirkung. Es kann helfen, die Schmerzen zu betäuben und die Verspannungen in den Muskeln zu lösen.
Anwendung von Pfefferminzöl:
- Kühle Kompresse: Gib einen Esslöffel Pfefferminzwasser auf einen Liter kaltes Wasser. Tränke ein Baumwolltuch damit und lege es auf Stirn und/oder Nacken.
- Einreibung: Mische 10 ml Jojobaöl mit 4 Tropfen Pfefferminzöl und reibe damit Nacken und Schläfen ein. Achte darauf, dass die Mischung nicht in die Augen kommt!
- Aroma Stick: Fülle einen befüllbaren Aroma Stick mit 1 Tropfen Pfefferminzöl und inhaliere den Duft bei Übelkeit und Erbrechen.
Weitere ätherische Öle zur Migränebehandlung
Neben Pfefferminzöl gibt es noch weitere ätherische Öle, die bei Migräne hilfreich sein können:
- Lavendelöl: Wirkt entspannend und beruhigend, kann Stress abbauen und die Schlafqualität verbessern.
- Eukalyptusöl: Kann die Atemwege erweitern und bei Kopfschmerzen helfen, die durch Verspannungen verursacht werden.
- Rosmarinöl: Wirkt belebend und kann die Konzentration fördern.
- Kamillenöl: Wirkt beruhigend und entzündungshemmend.
- Majoranöl: Wirkt entspannend und krampflösend.
- Grüner Apfel: Der Duft von grünem Apfel kann bei manchen Menschen Kopfschmerzen lindern.
Anwendung ätherischer Öle:
- Duftlampe: Gib ein paar Tropfen ätherisches Öl in eine Duftlampe, um den Raum zu beduften.
- Massage: Mische ein paar Tropfen ätherisches Öl mit einem Trägeröl wie Mandelöl oder Jojobaöl und massiere damit Stirn, Schläfen und Nacken.
- Inhalation: Gib ein paar Tropfen ätherisches Öl in eine Schüssel mit heißem Wasser und inhaliere den Dampf.
Migräneöl selber machen: Rezepte für deine persönliche Mischung
Du kannst dir dein eigenes Migräneöl ganz einfach selber machen. Hier sind ein paar Rezepte, die du ausprobieren kannst:
Rezept 1: Kühlender Minz Roll-On
Dieser Roll-On ist ideal für unterwegs und kann bei Bedarf auf Stirn und Schläfen aufgetragen werden.
Zutaten:
- 1 Roll-On-Fläschchen (10 ml)
- 10 ml Mandelöl, Jojobaöl oder Olivenöl
- 5-10 Tropfen ätherisches Minzöl (Bio-Qualität, für Kosmetik zugelassen)
Zubereitung:
- Fülle das Öl in das Roll-On-Fläschchen.
- Gib 5-10 Tropfen ätherisches Minzöl hinzu.
- Schüttel das Fläschchen gut, um die Öle zu vermischen.
Rezept 2: Entspannendes Lavendel-Kamillen-Öl
Dieses Öl wirkt beruhigend und entspannend und kann helfen, Stress abzubauen und die Schlafqualität zu verbessern.
Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne
Zutaten:
- 3 Tropfen Lavendel fein
- 1 Tropfen Kamille römisch
- 1 Esslöffel Sahne oder Meersalz
Zubereitung:
- Mische die ätherischen Öle mit der Sahne oder dem Meersalz.
- Gib die Mischung in 1 Liter heißes, nicht mehr kochendes Wasser.
- Inhaliere den Dampf oder verwende die Mischung als Badezusatz.
Rezept 3: Hildegards Veilchenöl gegen Kopfschmerzen und Migräne
Dieses altbewährte Rezept von Hildegard von Bingen wird traditionell zur Linderung von Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt.
Zutaten:
- Frische Veilchenknospen und -blüten
- Hochwertiges Pflanzenöl (z.B. Olivenöl, Mandelöl)
- Optional: Lavendelöl, Minzöl
Zubereitung:
- Die Knospen und Blüten auf einem hellen Tuch ausbreiten, damit kleine Insekten noch flüchten können. Dann grob zerkleinern und in ein sauberes und trockenes 150 ml Glas geben.
- Mit den Ölen aufgießen. Nicht verschraubt mit einem Tuch abgedeckt eine Woche lang an einem dunklen Platz ziehen lassen, täglich umrühren.
- Dann zuschrauben und weitere 2 bis 3 Wochen ausziehen.
- Durch ein feines Sieb bzw. leicht angewärmt durch einen Kaffeefilter filtern.
- In saubere Gefäße umfüllen.
- Optional: Aus 20 g von diesem Öl mit 3 g Bienen- oder Beerenwachs im warmen Wasserbad einen Balsam zusammenrühren. Wer mag, fügt noch 3 Tropfen Lavendelöl und 2 Tropfen Minzöl dazu.
Rezept 4: Selbstgemachtes Pfefferminzöl
Zutaten:
- Frische Minzblätter und Kräuter
- Basisöl (z. B. Olivenöl, Mandelöl, Jojobaöl)
- Ein luftdichtes Glasgefäß
Zubereitung:
- Zuerst solltest Du die frischen Minzblätter und Kräuter gründlich waschen, um Schmutz und mögliche Rückstände zu entfernen.
- Um das Aroma und die ätherischen Öle der Minze freizusetzen, zerdrücke die Blätter leicht mit einem Löffel oder Mörser.
- Fülle das desinfizierte Glasgefäß zur Hälfte mit den vorbereiteten Minzblättern.
- Gieße das Basisöl (100 - 300 ml) über die Minzblätter, bis sie vollständig bedeckt sind.
- Verschließe das Glas luftdicht und stelle es an einen dunklen, kühlen Platz. Lasse das Öl für etwa 4 bis 6 Wochen ziehen.
- Nach der Ziehzeit kannst Du das Pfefferminzöl durch ein sauberes Sieb, ein Käsetuch oder Teebeutel abseihen, um die Minzblätter zu entfernen.
- Das gefilterte Pfefferminzöl füllst Du am besten in eine dunkle Glasflasche, um es vor Licht zu schützen und die Haltbarkeit zu verlängern. Lagere die Flasche an einem kühlen, dunklen Ort.
Weitere Hausmittel und Tipps zur Migräneprävention
Neben Migräneölen gibt es noch weitere Hausmittel und Tipps, die bei Migräne helfen können:
- Tees: Bestimmte Teesorten wie Kamillentee, Ingwertee, Mutterkrauttee und Weidenrindetee können Kopfschmerzen lindern.
- Koffein: Koffein kann bei Migräne helfen, da es die Blutgefäße im Gehirn verengt. Ein Espresso mit Zitrone kann eine schnelle Linderung bringen.
- Magnesium: Eine ausreichende Magnesiumzufuhr kann Migräneanfällen vorbeugen.
- Kälte und Wärme: Kälteanwendungen wie Kühlpacks können Schmerzen betäuben, während warme Fußbäder beruhigend wirken und die Blutgefäße erweitern können.
- Entspannungstechniken: Progressive Muskelentspannung, Yoga, Autogenes Training und Meditation können helfen, Stress abzubauen und Migräneanfällen vorzubeugen.
- Regelmäßiger Tagesablauf: Achte auf einen geregelten Tagesablauf mit festen Zeiten für Mahlzeiten und Bettruhe.
- Vermeidung von Triggern: Identifiziere deine persönlichen Migräne-Trigger und versuche, sie zu vermeiden.
Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?