Migräne-Spray Rezeptfrei: Inhaltsstoffe, Anwendung und Wissenswertes

Migräne kann das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen. Medikamente, die helfen, die Symptome zu lindern, sind daher sehr wichtig. Migräne-Tropfen können eine gute Option sein. Sie unterscheiden sich in ihren Inhaltsstoffen, Anwendungsmöglichkeiten und, im Falle von Arzneimitteln, in ihrer genauen Wirkung.

Arten von Migräne-Tropfen und ihre Inhaltsstoffe

Migräne-Tropfen sind in verschiedenen Zusammensetzungen erhältlich. Sie werden meist gebrauchsfertig in Tropfflaschen angeboten. Es gibt verschiedene Arten von Migräne-Tropfen, die sich in ihren Inhaltsstoffen und Wirkungsweisen unterscheiden:

  • Homöopathische Tropfen: Diese werden hauptsächlich zur Behandlung akuter Migräneanfälle eingesetzt. Ihre Anwendungsgebiete basieren auf den homöopathischen Arzneimittelbildern. Sie können Schmerzen lindern und Begleitbeschwerden reduzieren.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit pflanzlichen Extrakten: Einige dieser Mittel können unterstützend bei Migräne wirken.
  • Schmerzmittelhaltige Tropfen: Es gibt verschiedene Lösungen mit Schmerzmitteln, die auch zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden können. Einige Substanzen wirken spezifisch auf die Ursachen der Migränebeschwerden.
  • Tropfen gegen Begleitbeschwerden: Neben den Präparaten mit Schmerzmitteln gibt es auch Tropfen, die andere Wirkstoffe enthalten. Diese wirken nicht auf die Kopfschmerzen selbst, sondern auf die weiteren Beschwerden während einer Migräneattacke. Ein Beispiel dafür sind MCP-Tropfen, die den Wirkstoff Metoclopramid enthalten. Dieser wirkt als Antiemetikum und lindert Übelkeit und Erbrechen.

Vorteile von Migräne-Tropfen

Migräne-Tropfen können gegenüber anderen Darreichungsformen einige Vorteile haben. Viele Migräniker leiden während einer Attacke unter starker Übelkeit und Erbrechen. In solchen Fällen kann es sein, dass eine Tablette nicht lange genug im Magen verbleibt, um ihre Wirksamkeit zu entfalten.

Wichtige Hinweise zur Anwendung

Es ist wichtig, vor der ersten Einnahme von Migräne-Tropfen einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren. Die Fachperson kann bei der Bewertung möglicher Gegenanzeigen und Wechselwirkungen helfen. Auch bei starken Nebenwirkungen ist eine ärztliche Behandlung notwendig. Einige Präparate sind verschreibungspflichtig.

Es ist ratsam, die Packungsbeilage sorgfältig durchzulesen. Dort finden sich genaue Angaben zur Dosierung des jeweiligen Präparats. Vor allem Schmerzmittel sollten nicht zu oft eingenommen werden, da dies zu einem medikamenteninduzierten Kopfschmerz führen kann.

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Ein Migränetagebuch kann hilfreich sein, um nach einigen Monaten zu beurteilen, ob die Behandlung erfolgreich ist. Bei einer vorbeugenden Maßnahme kann sich dies beispielsweise in einer Abnahme der Migränetage zeigen.

Rezeptfreie Schmerzmittel gegen Migräne

Verschiedene rezeptfreie Schmerzmittel können nicht nur bei Kopfschmerzen, sondern auch bei Migräne helfen. Welches Schmerzmittel am besten wirkt, ist individuell unterschiedlich und erfordert oft ein Ausprobieren. Zu den üblichen rezeptfreien Schmerzmitteln, die auch bei Migräne zur Anwendung kommen können, zählen Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Paracetamol.

  • Acetylsalicylsäure (ASS): ASS gilt als geeignetes Schmerzmittel zur akuten Behandlung von Kopfschmerzen und auch gegen Kopfschmerzen bei Migräneattacken. In klinischen Studien hat sich eine hohe Dosis von 1000 mg ASS in Tablettenform als wirksam erwiesen. Gleichzeitig nahmen typische Begleitsymptome ab. ASS sollte schon bei ersten Anzeichen einer Migräneattacke eingenommen werden. Eine Zusatztherapie mit Metoclopramid kann die Wirksamkeit verbessern. Für Jugendliche wird eine Dosierung von 500 mg ASS empfohlen. Speziell gegen Migräne gibt es ASS auch in Form von gepufferten Brausetabletten.
  • Ibuprofen: Bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken wird eine Behandlung mit 400 mg Ibuprofen empfohlen. Ibuprofen ist erhältlich als Kapsel, Tablette, Brausegranulat und Zäpfchen.
  • Paracetamol: Paracetamol wird bei akuten Kopfschmerzen von leichter bis mittlerer Intensität in einer Dosis von 500 bis 1000 mg empfohlen. Bei beginnender Migräneattacke kann Paracetamol in Zäpfchenform eingesetzt werden. Allerdings ist Paracetamol nach Angaben der Schmerzklinik Kiel bei leichten Migräneattacken nur bedingt geeignet, da Dauer und Stärke der Wirkung oft nicht ausreichen.
  • Phenazon: Phenazon ist ein altbewährtes, gut verträgliches Schmerzmittel, das auch bei Migräneattacken eine gute Wirkung zeigt und gleichzeitig Übelkeit, Lärmempfindlichkeit und Lichtempfindlichkeit vermindern kann. Bei Kindern kommt Phenazon in einer Dosis von 500 mg zum Einsatz, Erwachsenen wird eine Dosis von 1000 mg empfohlen.
  • Almotriptan: Almotriptan ist seit 2011 nicht mehr verschreibungspflichtig und kann zur Selbstmedikation in der Apotheke erworben werden. Es wird eingesetzt, um Kopfschmerzen bei Migräneattacken zu lindern. Geeignet ist das Schmerzmittel bei leichten und mittelschweren Schmerzattacken mit und ohne Aura. Die Anfangsdosis beträgt 1 Tablette mit 12,5 mg, bei nicht ausreichender Wirkung kann nach 2 Stunden nachdosiert werden. Almotriptan zählt zur Gruppe der selektiven Serotonin-Rezeptoragonisten, die sich an die Serotonin-Rezeptoren in den Blutgefäßen im Gehirn binden und diese verengen.
  • Naratriptan: Naratriptan ist ebenfalls in der Apotheke ohne Rezept erhältlich. Die Wirkung setzt nach 4 Stunden ein. Naratriptan wird eher für längere Migräneattacken empfohlen, seine Wirkung hält etwa 6 Stunden vor. Beim Auftreten der Schmerzattacke beträgt die Einnahme von Naratriptan 2,5 mg. Falls die Wirkung nicht ausreicht, kann eine Nachdosierung nach 4 Stunden erfolgen.

Zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Wirksamkeit

Experten empfehlen die Einnahme von Schmerzmitteln mit einem Motalitätsverbesserer. Nach Empfehlung der DMKG-Leitlinien hilft Betroffenen etwa 15 Minuten vor der Einnahme der Schmerzmittel ASS, Paracetamol oder Ibuprofen die Einnahme eines Mittels, das die Aufnahme der Wirkstoffe verbessert. 20 mg Metoclopramid oder 20 bis 30 mg Domperidon regen die Magen- und Darmtätigkeit zur verbesserten Wirkstoffaufnahme an. Gegen begleitende Übelkeit und Erbrechen bei Migräne wirken 10 mg Metoclopramid oder Domperidon. Die Mittel sind als Tropfen und in Zäpfchenform erhältlich.

Ärzte raten Betroffenen, sich unbedingt eine Ruhepause bis zum Wirkbeginn des Mittels einzuräumen und sich so gegen die Reize abschirmen, die durch Lichtempfindlichkeit und Lärmempfindlichkeit entstehen. Ein dunkles und ruhiges Zimmer bietet die beste Abschirmung.

Wichtiger Hinweis zur Selbstmedikation

Vor der Selbstmedikation wird eine ärztliche Diagnose empfohlen, weil Kopfschmerzen auch ein Symptom bei anderen Erkrankungen sein können, etwa bei einem Glaukom oder Tumor.

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Nasensprays gegen Migräne

Ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Zolmitriptan (AscoTop® Nasal, AstraZeneca) kann eine schnelle Schmerzlinderung bieten. Studien zeigen, dass die schmerzlindernde Wirkung des Sprays innerhalb von 15 Minuten einsetzt. Durch die direkte Aufnahme des Wirkstoffs über die Nasenschleimhaut ist dieser schon nach zwei Minuten im Blut nachweisbar. Dabei hält die Wirkung ebenso lange an wie bei der Einnahme von Tabletten.

Es gibt auch Nasensprays, die eine Schutzschicht auf der Nasenschleimhaut bilden und die empfindlichen Nervenenden des Trigeminus vor Umwelteinflüssen schützen. Diese Sprays entziehen der Nasenschleimhaut überschüssige Feuchtigkeit, lassen die Nebenhöhlen abschwellen und verringern so die Stimulation des Trigeminus. Bei Migräne sammeln sich Entzündungs- und Schmerzbotenstoffe wie CGRP und IL-6 in der Nasenschleimhaut an und verstärken die Stimulation des Trigeminusnervs. Einige Nasensprays binden diese und spülen sie aus.

Migräne-Medikamente: Ein Überblick

Es gibt drei Arten von Migräne-Medikamenten:

  1. Medikamente zur Vorbeugung: Diese werden regelmäßig eingenommen, um Migräneattacken zu verhindern.
  2. Medikamente zur Akutbehandlung: Diese werden bei akuten Kopfschmerzen eingenommen, um die Symptome zu lindern.
  3. Medikamente mit dualer Wirkung: Ein Wirkstoff (Rimegepant) eignet sich sowohl zur Akutbehandlung als auch zur Vorbeugung.

Migräne-Medikamente sind teils rezeptfrei, teils rezeptpflichtig. Zudem sind verschiedene Darreichungsformen verfügbar.

Migräne-Medikamente zur Akutbehandlung (rezeptfrei)

  • Acetylsalicylsäure
  • Almotriptan
  • Dexketoprofen
  • Diclofenac
  • Ibuprofen
  • Ketoprofen
  • Naproxen
  • Naratriptan
  • Paracetamol
  • Phenazon
  • Sumatriptan
  • Kombinationen aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein

Migräne-Medikamente zur Akutbehandlung (rezeptpflichtig)

  • Dexibuprofen
  • Eletriptan
  • Ergotamin
  • Frovatriptan
  • Lasmiditan
  • Metamizol
  • Propyphenazon
  • Rizatriptan
  • Zolmitriptan

Migräne-Medikamente zur Vorbeugung (rezeptpflichtig)

  • Amitriptylin
  • Atogepant
  • Bisoprolol
  • Botulinumtoxin A (Onabotulinumtoxin A)
  • Eptinezumab
  • Erenumab
  • Flunarizin
  • Fremanezumab
  • Galcanezumab
  • Metoprolol
  • Propranolol
  • Topiramat
  • Valproinsäure

Migräne-Medikamente zur Vorbeugung (rezeptfrei)

  • Pflanzliche Tabletten auf Basis von Mutterkraut

Migräne-Medikamente mit akuter und vorbeugender Wirkung (rezeptpflichtig)

  • Rimegepant

Wichtige Hinweise zu Migräne-Medikamenten

  • Abgabevorschriften: In Deutschland sind herkömmliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac rezeptfrei erhältlich, wobei es Ausnahmen für höhere Dosierungen oder bestimmte Darreichungsformen geben kann. Bei Triptanen sind Sumatriptan, Almotriptan oder Naratriptan teils rezeptfrei, teils rezeptpflichtig, während alle anderen Triptane immer rezeptpflichtig sind. Medikamente zur Vorbeugung sind mit Ausnahme von Mutterkraut-Tabletten verschreibungspflichtig.
  • Darreichungsformen: Migräne-Medikamente gibt es in verschiedenen Darreichungsformen wie Tabletten, Kapseln, Lösungen, Pulver, Säfte, Zäpfchen, Spritzen, Nasensprays und Infusionen. Die Wahl der Darreichungsform hängt von der Schmerzart, Schmerzdauer und den persönlichen Vorlieben ab.
  • Wirkung: Viele Migräne-Medikamente wirken, indem sie die Effekte von körpereigenen Botenstoffen unterdrücken. Klassische Schmerzmittel blockieren das Enzym Cyclooxygenase, während spezifische Migräne-Mittel Bindungsstellen im zentralen Nervensystem hemmen oder Eiweiße, die mit Migräne in Verbindung stehen.
  • Einnahme und Anwendung: Es gibt keine allgemeingültige Einnahmeempfehlung, da es viele unterschiedliche Medikamente gegen Migräne gibt. Generell können herkömmliche Schmerzmittel wie Ibuprofen bis zu dreimal täglich eingenommen werden, während Naproxen aufgrund seiner langen Wirkdauer zweimal täglich ausreichend ist. Spezifische Medikamente wie Triptane und Ergotamine sollten höchstens zweimal pro Tag angewendet werden, mit einem Abstand von mindestens zwei Stunden zwischen den Einnahmen. Orale Medikamente zur Vorbeugung werden normalerweise einmal täglich eingenommen, während vorbeugende Migräne-Medikamente zum Spritzen entweder einmal monatlich oder alle drei Monate verabreicht werden.
  • Nebenwirkungen: Bei herkömmlichen Schmerzmitteln treten am ehesten Magen-Darm-Probleme auf, während Triptane oft Schwindel, Müdigkeit und einen spürbaren Herzschlag verursachen. Migräne-Spritzen sind in der Regel gut verträglich, können aber bei übermäßigem Gebrauch selbst Kopfschmerzen verursachen (Medikamenten-induzierter Kopfschmerz).

Die Rolle der Nase bei Migräne

Die Nase spielt eine wichtige Rolle bei Migräne, da der Hirnnerv Trigeminus durch die Nasenschleimhaut verläuft. Bei Migränepatienten ist dieser Nerv chronisch überreizt und überempfindlich, wodurch harmlose Reize wie Gerüche oder Hormonschwankungen Migräneanfälle auslösen können.

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Migräne bei Frauen

Frauen sind häufiger von Migräne betroffen als Männer, insbesondere berufstätige Frauen zwischen 35 und 45 Jahren. Die Auslöser für eine Kopfschmerzattacke sind variabel und individuell unterschiedlich. Äußere Einflüsse, so genannte Triggerfaktoren, können zu einer Reizüberflutung führen, und bestimmte Nahrungsmittel können ebenfalls Migräne auslösen.

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