Die Behandlung von Migräne ist ein komplexes Feld, in dem verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen. Einige dieser Medikamente können jedoch unerwünschte Nebenwirkungen haben, die die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigen können. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Auswirkungen auf das Körpergewicht, insbesondere auf den Gewichtsverlust. Dieser Artikel beleuchtet die Nebenwirkungen von Migräne-Tabletten, insbesondere im Hinblick auf Gewichtsverlust, und gibt einen Überblick über verschiedene Aspekte der medikamentösen Migräneprophylaxe.
Topiramat in der Migräneprophylaxe
Topiramat ist ein Medikament, das zur Behandlung von Epilepsie und zur Prophylaxe von Migräne zugelassen ist. Es wirkt, indem es die unkontrollierte Weiterleitung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen verringert und in die Übermittlung von Signalen im Gehirn eingreift. Die Dosierung wird in der Regel vom Arzt langsam erhöht und auf eine passende Erhaltungsdosis eingestellt.
Häufige Nebenwirkungen von Topiramat
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Topiramat gehören:
- Parästhesien (Kribbeln)
- Verändertes Geschmacksempfinden, insbesondere beim Trinken kohlesäurehaltiger Getränke
- Gewichtsabnahme
Ein positiver Nebeneffekt ist für viele Patienten die mögliche Gewichtsreduktion.
Depression als Nebenwirkung
Topiramat kann auch eine depressive Symptomatik entwickeln, die sich meist innerhalb der ersten Wochen zeigt. Diesbezüglich muss von ärztlicher Seite eine entsprechende Aufklärung erfolgen, insbesondere da auch suizidale Gedanken auftreten können. Der Patient sollte instruiert werden, dass die Medikation bei Auftreten einer depressiven Symptomatik sofort abzusetzen ist und anschließend erfahrungsgemäß eine rasche Besserung der Beschwerden einsetzt.
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Kontrazeption und Schwangerschaft
Patientinnen müssen laut Fachinformation darüber aufgeklärt werden, dass vor Therapiebeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein muss. Zudem ist auch die Aufklärung über die teratogene Wirkung des Präparats sowie das Erfordernis der Anwendung einer hochwirksamen Verhütung während der Therapie mit Topiramat verpflichtend.
Hautreaktionen
Auch über die Möglichkeit des seltenen Auftretens von Hautreaktionen müssen Patienten aufgeklärt werden.
Schriftliche Dokumentation der Aufklärung
Um den Nachweis der verpflichtenden Aufklärung führen zu können, sollte diese aus rechtlichen Gründen immer schriftlich dokumentiert werden.
Ubrogepant: Ein neuer Ansatz in der Migränebehandlung
Ubrogepant gehört zur neuen Wirkstoffklasse der Gepante. Die Medikamente werden als Tabletten eingenommen. Sie blockieren die Andockstelle für einen Botenstoff im Gehirn - das Neuropeptid CGRP. Dockt dieses Peptid an bestimmte Rezeptoren in Gehirn an, führt das zu Entzündungsreaktionen und einem gesteigerten Empfinden von Schmerz. Die Gepante behindern diese Reaktion und mildern so die Migräneattacke.
Nebenwirkungen von Gepanten
Übelkeit und Verstopfung zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen von Gepanten in klinischen Studien. Manche Patienten berichten auch von Müdigkeit, Überempfindlichkeitsreaktionen, Schwellungen im Gesicht oder Gewichtsverlust.
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AQUIPTA® (Atogepant) zur Migräneprophylaxe
AQUIPTA® ist ein oral einzunehmendes Arzneimittel zur Prophylaxe von Migräne bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat. Der Wirkstoff Atogepant gehört zu einer Gruppe kleiner Moleküle, den sogenannten Gepanten, die am Rezeptor für den Botenstoff CGRP wirken.
Wie wirkt AQUIPTA®?
Atogepant besetzt die CGRP-Rezeptoren und hemmt so die Gefäßerweiterung, das Entzündungsgeschehen und die Übertragung des Schmerzsignals.
Nebenwirkungen von AQUIPTA®
Häufige Nebenwirkungen (bei bis zu 1 von 10 behandelten Personen) sind:
- Übelkeit
- Verstopfung
- Müdigkeit oder Schläfrigkeit
- Verminderter Appetit
- Gewichtsabnahme
Weitere Optionen in der Migräneprophylaxe
Die meisten klinischen Studien zur Prophylaxe der Migräne liegen für Betablocker und den Calciumkanalblocker Flunarizin vor. Der Wirkungsmechanismus beider Substanzen ist weitgehend unklar. 1995 wurden die ersten Studien zu Membranstabilisatoren (Valproinsäure) durchgeführt, mittlerweile ist deren Wirksamkeit in Plazebo-kontrollierten Studien belegt worden. Vergleichsstudien zu anderen Migräneprophylaktika gibt es nicht. Valproinsäure ist in Deutschland zur Migräneprophylaxe nicht zugelassen.
Gewicht und Migräne: Eine komplexe Beziehung
Ob man übergewichtig oder schlank ist, kann möglicherweise das Risiko, unter Migräne zu leiden, erhöhen. Gleichzeitig haben frühere Studien auch Hinweise darauf gefunden, dass Migräneattacken bei bestehendem Übergewicht oft häufiger sind und schwerer ausfallen.
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Studie: Gewichtsverlust und Migräne
Eine Studie untersuchte den Einfluss eines Gewichtsverlustprogramms auf Migräne bei übergewichtigen Frauen. Die Teilnehmerinnen wurden zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt:
- Gruppe: Teilnahme an einem Gewichtsverlustprogramm mit Sportübungen und Verhaltensänderungen beim Essen
- Gruppe: Informationen zu Migränekontrolle und -behandlungen
Die Studie fand heraus, dass ein Gewichtsverlustprogramm bei übergewichtigen Patientinnen vergleichbare Unterstützung in der Migränekontrolle bieten kann wie ein Migräneinformationsprogramm.
Allgemeine Hinweise und Tipps zum Umgang mit Migräne
- Verwenden Sie ein Migräne- bzw. Kopfschmerztagebuch oder eine Migräne-App und notieren Sie die Häufigkeit, die Dauer und die Intensität der Migräneattacken und der Kopfschmerzen sowie die Einnahme aller Medikamente.
- Achten Sie auf eine tägliche Routine und vermeiden Sie Unregelmäßigkeiten, zum Beispiel beim Essen und beim Schlafen.
- Essen Sie ausgewogen und in regelmäßigen Abständen.
- Trinken Sie ausreichend.
- Halten Sie regelmäßige Schlafenszeiten ein.
- Treiben Sie regelmäßig Sport und bewegen Sie sich möglichst täglich.
- Vermindern Sie Stress durch Entspannungs- oder Meditationsübungen.
Wichtige Informationen zur Einnahme von Migräne-Medikamenten
- Nehmen Sie AQUIPTA® immer genau so ein, wie es Ihnen Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt verordnet hat.
- AQUIPTA® ist ein vorbeugendes Medikament, daher ist es wichtig, täglich eine Tablette einzunehmen.
- Sie können die Tablette mit oder ohne Mahlzeit einnehmen.
- Versuchen Sie, die Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit einzunehmen.
- Nehmen Sie stets die ganze Tablette ein. Die Tablette darf nicht geteilt, zerkleinert, gemörsert oder zerkaut werden.
- Für den Erfolg Ihrer Behandlung ist es wichtig, AQUIPTA® täglich und regelmäßig, idealerweise immer zur gleichen Zeit, einzunehmen, z. B. gleich nach dem Aufstehen oder zum Frühstück, auch wenn Sie zwischenzeitlich eine Migräneattacke hatten.
- Wenn Sie eine Einnahme versäumt haben, holen Sie sie am selben Tag so bald wie möglich nach.
- Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.
- Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
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