Mittel gegen Polyneuropathie bei Multipler Sklerose

Einführung

Polyneuropathie (PNP) ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, die periphere Nerven betreffen, welche für die Wahrnehmung von Temperatur und Schmerzen, die Beweglichkeit der Muskulatur und die automatische Steuerung von Organen verantwortlich sind. Es handelt sich um eine vielfältige Gruppe von Erkrankungen des peripheren Nervensystems, von der Schätzungen zufolge weltweit 40 von 100.000 Menschen betroffen sind. Viele Menschen mit Multipler Sklerose (MS) leiden im Laufe ihrer Erkrankung an neuropathischen Schmerzen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Polyneuropathie im Zusammenhang mit Multipler Sklerose und diskutiert mögliche Behandlungsansätze.

Ursachen und Risikofaktoren der Polyneuropathie

Die Ursachen einer Polyneuropathie (PNP) können vielfältig sein, und oft lässt sich der auslösende Faktor im Nachhinein nicht mehr feststellen. Die Wissenschaft kennt mittlerweile rund 600 Ursachen, die einer Polyneuropathie zugrunde liegen können. Trotz ausführlicher Diagnostik lässt sich bei rund einem Viertel der Betroffenen keine Ursache für die Polyneuropathie feststellen.

Grunderkrankungen und Stoffwechselstörungen

In den meisten Fällen stellt die Polyneuropathie keine eigenständige Krankheit dar, sondern tritt als Folge oder Begleiterscheinung einer Grunderkrankung auf. Bei etwa jedem zweiten Patient mit Diabetes mellitus treten im Laufe des Lebens Nervenschäden auf. Wenn Diabetes die Ursache ist, spricht man von einer diabetischen Polyneuropathie. Metabolische Polyneuropathien werden durch Stoffwechselstörungen hervorgerufen. Auch chronische Nierenerkrankungen erhöhen das Risiko.

Mangelernährung und Vitaminmangel

Vitamin B12 ist wichtig für die Regeneration und Bildung der Myelinscheiden der Nervenfasern, so dass ein Vitamin-B12-Mangel zu neurologischen Schäden führen kann. Ein Vitamin-B12-Mangel kann eine Polyneuropathie begünstigen. Auch eine langjährige Fehlernährung kann zu einer PNP führen. Forscher haben in diversen Studien herausgefunden, dass es Zusammenhänge zwischen einer Polyneuropathie und Vitamin-D-Mangel gibt.

Toxische Einflüsse

Eine PNP kann beispielsweise die Folge einer Vergiftung sein. Hier kommen Chemikalien wie etwa Pflanzenschutzmittel (Glyphosat) oder Quecksilber in Frage. Auch der langjährige Einfluss von Chemikalien am Arbeitsplatz können eine Rolle spielen. Mit einer Haaranalyse oder Nagelanalyse können Sie leicht die Belastung mit Schwermetallen und Aluminium überprüfen. Drogen sind ebenfalls ein möglicher auslösender Faktor der Polyneuropathie.

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Medikamente

Manche Medikamente können eine Polyneuropathie verursachen. Besonders bekannt ist dies bei Chemotherapeutika. Auch einige Antibiotika (Metronidazol, Nitrofurantoin, Linezolid) und bestimmte HIV-Medikamenten gelten als mögliche PNP-Ursachen. In seltenen Fällen können auch Cholesterinsenker (Statine) Nervenschäden fördern.

Infektionen und Autoimmunerkrankungen

Darüber hinaus kann die Polyneuropathie eine Begleit- oder Folgeerscheinung nicht nur von Diabetes sein, sondern auch von vielen anderen Krankheiten, wie z. B. von Borreliose, HIV (durch Virus und auch durch die Medikamente) sowie von manchen Autoimmunerkrankungen (z. B. Sjögren-Syndrom, Zöliakie). Entzündliche Polyneuropathien werden überwiegend durch Autoimmun-Erkrankungen verursacht. Dazu zählen unter anderem das Guillain-Barré-Syndrom oder die chronisch-inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie, kurz CIDP. Nach einer Corona-Erkrankung kann eine Small Fiber Neuropathie auftreten.

Arzneimittelinduzierte Polyneuropathie (DIPN)

Für die Behandlung einer arzneimittelinduzierten Polyneuropathie ist eine sorgfältige Diagnostik wichtig, um andere Ursachen für die Nervenschäden auszuschließen. Die pathophysiologischen Mechanismen der DIPN sind vielfältig und noch nicht vollständig erforscht. Häufig werden die Mitochondrien geschädigt, die für die Energieversorgung der Neuronen wichtig sind. Einige Zytostatika wie Cisplatin und Paclitaxel sowie Antibiotika wie Linezolid greifen die mitochondriale DNA an oder beeinträchtigen die Atmungskette. Das führt zu einem Energiemangel in den Axonen und zur axonalen Degeneration. Arzneistoffe können auch direkt oder über Metabolite die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies fördern, die zelluläre Membranen, Proteine und DNA schädigen. Vincristin löst beispielsweise oxidativen Stress in peripheren Nerven aus, ebenso einige antiretrovirale Substanzen der älteren Generation. Vinca-Alkaloide und Taxane wirken auf die Mikrotubuli, die für den axonalen Transport gebraucht werden und der Zelle Stabilität verleihen. Die Störung des Mikrotubuli-Netzwerks führt zu einem »Stau« von Organellen und Neurotransmittern. Andere Zytostatika wie Cisplatin verursachen DNA-Addukte, die zur Apoptose führen können. Manche Arzneimittel lösen Immunreaktionen aus, die sich gegen Strukturen des peripheren Nervensystems richten.

Symptome der Polyneuropathie

Die Symptome einer Polyneuropathie sind vielfältig, da es verschiedene Arten von Nerven gibt, die zum Beispiel für die Muskulatur oder die Sensibilität der Haut zuständig sind. Die ersten Anzeichen einer Polyneuropathie zeigen sich vorrangig an den vom Rumpf am weitesten entfernten Stellen.

Sensible Störungen

Handelt es sich um sensible Nerven, dann kommt es zu Missempfindungen wie z. B. Kribbeln, Taubheitsgefühl, brennende Schmerzen, Gefühlsstörungen und Missempfindungen. Manche Menschen haben Empfindungsstörungen. Sie spüren kaum noch Temperaturunterschiede, Berührungen und Schmerzreize. Werden deshalb Druckstellen oder Verletzungen an den Füßen nicht mehr wahrgenommen, können sich schwere Wunden entwickeln.

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Motorische Störungen

Motorische Nervenfasern sind für die Steuerung der Muskulatur verantwortlich. Muskelschwäche und -lähmungen können auftreten. Häufig kommt es zu einem Schwund der Fuß- und Wadenmuskulatur und infolgedessen zu einer Gangstörung.

Autonome Störungen

Bei Diabetes mellitus kann es auch zu einer Schädigung der autonomen Nerven kommen. Es kann zu Sehstörungen, Erektionsstörungen und Gleichgewichtsstörungen kommen.

Schmerzcharakteristika bei MS

Bei MS unterscheidet man zwischen nozizeptiven und neuropathischen Schmerzen. Verantwortlich für die sogenannten nozizeptiven Schmerzen sind normale Schmerzreize, die unser Körper über die Nozirezeptoren wahrnimmt. Im Unterschied dazu gibt es neuropathische oder neurogene Schmerzen, die als Folge von Verletzungen oder Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark oder der peripheren Nerven entstehen. Bei MS schädigen Entzündungen die Myelinscheiden, die die Nervenfasern umgeben.

Neuropathische Schmerzen können sich äußern:

  • als Dauerschmerzen: Betroffene schildern konstant auftretende brennende, kribbelnde Empfindungen.
  • als Schmerzattacken: Es treten plötzlich einschießende, stechende Schmerzen auf. Typisch für MS ist zum Beispiel die Trigeminusneuralgie. Auslöser dafür können zum Beispiel Berührungen wie einen Windzug oder Kauen sein. Auch das Lhermitte-Zeichen fällt in diese Kategorie.

Diagnose der Polyneuropathie

Bei Missempfindungen oder anderen Beschwerden, die im Zusammenhang mit einer Neuropathie stehen könnten, ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Bei Verdacht auf eine Polyneuropathie überweist der Hausarzt an einen Neurologen.

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Anamnese und klinische Untersuchung

Bei der Erfassung der Krankengeschichte fragt der Neurologe nach den aktuellen Symptomen und ihrem ersten Auftreten, Grunderkrankungen und Medikation. Bei der körperlichen Untersuchung werden Reflexe, Temperatur-, Schmerz- und Vibrationsempfinden an betroffenen Gliedmaßen überprüft sowie Gleichgewicht, Stand, Gang und Muskelkraft getestet.

Technische Untersuchungen

Nervenleitgeschwindigkeit (NLG): Gemessen wird, wie schnell elektrische Signale durch die Nerven geleitet werden. Oftmals genügen die Basisuntersuchungen, um die Ursache der Polyneuropathie zu klären und die Diagnose Neuropathie zu sichern. Mittels hochauflösender Sonographie können beispielsweise Veränderungen in der Dicke eines Nervs detektiert werden.

Laboruntersuchungen

Das Blut wird auf spezifische Antikörper getestet. Spezielle Laboruntersuchungen helfen, die Ursache zu identifizieren. Dazu eignet sich nicht die Messung von Vitamin B12 im Serum, die von vielen Ärzten noch durchgeführt wird.

Behandlungsmöglichkeiten der Polyneuropathie

Die Heilungschancen hängen davon ab, welche Ursache der Polyneuropathie zugrunde liegt. Bei einigen Arten bestehen gute Aussichten auf eine Rückbildung. Liegt der Polyneuropathie eine Erkrankung zugrunde, steht als Erstes deren gezielte Behandlung an. Zusätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten zur symptomatischen Behandlung. Diese richtet sich nach den vorliegenden Beschwerden.

Behandlung der Grunderkrankung

Ist die Ursache der Neuropathie eine Erkrankung, steht als Erstes deren gezielte Behandlung an. So ist zum Beispiel bei Diabetes mellitus eine optimale Blutzuckereinstellung unerlässlich. Bei Alkoholismus als Ursache ist eine sofortige, lebenslange Abstinenz angezeigt. Sind Medikamente oder Drogen die Auslöser, können sie künftig gemieden oder im Falle der Arzneimittel gegen verträglichere ausgetauscht werden. Auch die diabetische Polyneuropathie lässt sich verhältnismäßig gut therapieren - indem "ganz einfach" der Diabetes mellitus therapiert wird.

Medikamentöse Therapie

Klassische Schmerzmittel sind bei Polyneuropathie nur schlecht wirksam. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, neuropathische Schmerzen zu behandeln. Zum Beispiel kann Dir Dein Arzt Medikamente mit Wirkstoffen wie Gabapentin oder Pregabalin verschreiben. Dabei handelt es sich um Antiepileptika. Wichtig ist zudem, dass die verordnete Dosierung exakt eingehalten wird. In schweren Fällen können Opioide in Betracht gezogen werden. Gerade bei komplexen Schmerztherapien ist es besonders wichtig, die richtige Medikation zur richtigen Zeit einzunehmen. Eine Alternative zu oralen Medikamenten können Schmerzpflaster mit hochdosiertem Capsaicin oder Lidocain sein, insbesondere bei lokalisierten Beschwerden wie Schmerzen und Missempfindungen. Seit können Ärzte in Deutschland medizinisches Cannabis auf Rezept verschreiben. Der Einsatz von medizinischem Cannabis bei chronischen neuropathischen Schmerzen wird kontrovers diskutiert.

Nicht-medikamentöse Therapie

Darüber hinaus können Physiotherapie oder physikalische Therapien wie Wärme, Kälte oder Druck zum Einsatz kommen. Mit Akupunktur, Massage und Sport lassen sich Schmerzen ebenfalls lindern. Physiotherapie kann bei motorischen Einschränkungen und Gangunsicherheit dazu beitragen, die Beweglichkeit und Stabilität zu verbessern. Bei der transkutanen Elektrostimulation, kurz TENS, werden kleine Elektroden auf die Haut geklebt, die sanfte elektrische Impulse abgeben. TENS ist eine nicht-medikamentöse Therapie, die oft bei starken neuropathischen Schmerzen in Kombination mit anderen Behandlungen eingesetzt wird. Sollten Medikamente zur Linderung der neuropathischen Schmerzen nicht ausreichen, kann in Absprache mit dem Arzt ein Therapieversuch erwogen werden. Zu beachten ist, dass bei einer Polyneuropathie oftmals das Temperaturempfinden herabgesetzt ist.

Ernährung und Nahrungsergänzung

Ein spezielles Ernährungskonzept ist bei Polyneuropathie im Allgemeinen nicht notwendig - mit einer ausgewogenen Ernährungsweise versorgen Sie Ihren Körper mit allen essenziellen Vitaminen und Nährstoffen. Eine Nahrungsergänzung mit Folsäure, B12 oder anderen B-Vitaminen ist nur angeraten, wenn bei Ihnen ein ärztlich nachgewiesener Mangel besteht.

Uridinmonophosphat (UMP)

Uridinmonophosphat (UMP) ist ein wichtiger Baustein für Nervenzellen und kann die Regeneration geschädigter Nerven unterstützen. In Kombination mit Folsäure und Vitamin B12 konnte UMP in einer Studie mit über 200 PNP-Patienten die Nervenschmerzen signifikant reduzieren. UMP ist ein natürlicher Stoff, der auch in Tomaten, Brokkoli, Getreide, Pilzen etc. vorkommt. Dort allerdings nur in Mengen von wenigen Milligramm. In Studien hingegen wird UMP meist in Dosen von 50 bis 75 mg pro Tag verabreicht - oft kombiniert mit B-Vitaminen. UMP-Präparate könnten auch mit Alpha-Liponsäure kombiniert werden. Negative Wechselwirkungen sind nicht bekannt.

Alpha-Liponsäure

Die Alpha-Liponsäure ist ein starkes Antioxidans, das bevorzugt zur Behandlung der diabetischen Polyneuropathie verwendet wird. In Studien werden Dosierungen von 600 über 1200 bis 1800 mg pro Tag verwendet. Die Dosis wird auf zwei bzw. drei Dosen pro Tag aufgeteilt.

Magnesium

Magnesium beruhigt das Nervensystem. Wählen Sie gut verträgliche Magnesiumpräparate, da in diesen sehr hohen Dosen z. B. Magnesiumcitrat zu Durchfall führen würde. Gerade wegen der sehr hohen Dosis sollten Sie diese Maßnahme mit Ihrem Arzt besprechen und in jedem Fall mit einer niedrigen Dosis starten, um zu sehen, ob bei Ihnen nicht vielleicht schon z. B. Nierenprobleme bestehen.

B-Vitamine

Während ein Vitamin-B12-Mangel sehr oft bei Polyneuropathie-Patienten entdeckt wird, ist dies bei den Vitaminen B1 und B6 nicht so häufig und einheitlich der Fall. Denn manche Studien zeigten, dass ein Mangel an Vitamin B6 den neuropathischen Schmerz verstärken oder sogar verursachen kann. Gleichzeitig aber können zu hohe Vitamin-B6-Dosen ebenfalls zu neuropathischen Symptomen führen. Bisher galten 50 mg und mehr als entsprechend riskante Dosen. Daher ist es hier wichtig, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen und dabei zu hohe Dosen zu vermeiden. Der normale Tagesbedarf an Vitamin B6 wird mit 1,4 mg (Frauen) und 1,6 mg (Männer) angegeben. Wird bei einer Polyneuropathie daher ein Mangel entdeckt, könnte man mit einem Vitamin-B-Komplex gegenwirken, der zwischen 1,5 und 5 mg Vitamin B6 versorgt, z. B. In einer Studie von 2005 erhielten die Teilnehmer, die alle an einer diabetischen Polyneuropathie litten, über drei Wochen hinweg viermal täglich je 100 mg Vitamin B1 und erlebten eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden (im Vergleich auch zur Placebogruppe). Bei zu niedrigen Werten, nehmen Sie täglich 1000 µg Vitamin B12 ein oder lassen sich von Ihrem Arzt eine B12-Spritzenkur (von Medivitan) verschreiben (ein- bis zweimal wöchentlich eine Spritze über mind. 4 Wochen hinweg).

Vitamin D

Vitamin D gilt ebenso als eine wirksame Substanz für die Behandlung neuropathischer Symptome. Zur Prävention einer Polyneuropathie gehen Mediziner von täglichen Dosen zwischen 1.800 und 4.000 IE Vitamin D aus.

Alternative Therapien

Laut einer im Jahr 2018 an der Mashhad University of Medical Sciences durchgeführten Studie können diverse Heilpflanzen wie der Kalmus, Estragon, Salbei oder auch Kurkuma bei Polyneuropathie hilfreich sein. Auch Capsaicin, der in Chilis enthalten ist, kann US-Forschern zufolge bei der Schmerzbekämpfung gute Dienste erweisen. Äußerlich angewandte Capsaicin-Zubereitungen können helfen. Wichtig sei jedoch eine auf den Patienten individuell angepasste Dosierung bzw. Anwendungsdauer. Zur äußerlichen Anwendung gedachtes Capsaicin mit einer Dosis von 8 Prozent war am wirkungsvollsten. Auch Helmkraut (Scutellaria) beruhigt das gesamte Nervensystem. Die empfohlene Dosierung beträgt 15 Tropfen einer Helmkraut-Tinktur. Die Einnahme von Nachtkerzenöl kann wirkungsvoll bei der Vorbeugung von Nervenschäden und möglicherweise bei milden Formen der diabetischen Polyneuropathie hilfreich sein. Die äußerliche Anwendung von Rizinusöl-Packungen kann bei manchen Menschen die Symptome der Polyneuropathie lindern.

Selbsthilfegruppen und Rehabilitation

Wer unter chronischen Schmerzen leidet, der kann vom Besuch einer Selbsthilfegruppe profitieren. Dort erfährst Du, wie andere mit der Situation umgehen. Informationen über regionale Selbsthilfegruppen finden Sie beim Deutschen Polyneuropathie Selbsthilfe e.V.. Auf der Internetseite „Das Rehaportal“ können Sie kostenlos nach Rehakliniken für Polyneuropathie in Ihrer Nähe suchen.

Alltagstipps für Betroffene

Wenn Sie von einer Polyneuropathie betroffen sind, können Sie selbst einiges tun, um den Behandlungserfolg zu unterstützen.

Bewegung und Sport

Regelmäßige Bewegung kann neuropathische Beschwerden lindern und die Regeneration der Nerven anregen. Ideal ist die Kombination aus einem moderaten Ausdauertraining und Krafttraining. Zur Verbesserung von Gleichgewicht und Mobilität können schon einfache Übungen wie das Stehen auf einem Bein oder Gehen auf einer Linie helfen.

Fußpflege

Bei Sensibilitätsstörungen ist eine tägliche Fußpflege unverzichtbar. Kürzen Sie die Fußnägel mit einer Nagelfeile anstatt mit der Schere, um Verletzungen zu vermeiden. Um Folgeschäden an den Füßen vorzubeugen, empfiehlt sich eine regelmäßige medizinische Fußpflege beim Podologen.

Geeignetes Schuhwerk

Taubheitsgefühle oder eine eingeschränkte Schmerz- und Temperaturempfindung können das Risiko für Stürze und Verletzungen am Fuß erhöhen. Umso wichtiger ist es, dass Sie geeignetes Schuhwerk tragen. Wechseln Sie täglich die Socken.

Hilfsmittel

Verschiedene Hilfsmittel können das Leben mit Polyneuropathie erleichtern. Bei erheblichen Beeinträchtigungen durch eine Polyneuropathie kann Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis bestehen, mit dem Sie bestimmte Nachteilsausgleiche wie zum Beispiel Steuerermäßigungen erhalten. Der Ausweis steht Ihnen ab einem Grad der Behinderung, kurz GdB, von mindestens 50 zu.

Schadstoffvermeidung und Entgiftung

Da eine Polyneuropathie auch die Folge einer Schadstoffbelastung sein kann, setzen Sie Maßnahmen um, die Ihre Entgiftungsorgane unterstützen. Zusätzlich sollten insbesondere jene Organe gestärkt und unterstützt werden, die für die Giftausleitung zuständig sind. Für jedes Organ gibt es umfassende Kuren.

Rotlicht-Therapie

Die Rotlicht-Therapie kann bei vielen Beschwerden hilfreich sein. In Studien ist hier meist die Rede von low-level light therapy (LLLT) oder Photobiomodulation. Dies ist bei Polyneuropathie ein wichtiges Thema.

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