Mometason und Epilepsie: Ein umfassender Überblick

Der folgende Artikel befasst sich mit der Wirkung von Mometason, einem weit verbreiteten Kortikosteroid, und beleuchtet seine Anwendungen, Wirkmechanismen und potenziellen Nebenwirkungen. Darüber hinaus wird der Artikel einen Einblick in Epilepsie geben, insbesondere im Kindesalter, und die Herausforderungen bei Diagnose und Behandlung hervorheben.

Was ist Mometason?

Mometason ist ein synthetisches Glukokortikoid, das dem körpereigenen Hormon Cortisol nachempfunden ist. Es besitzt antiallergische, entzündungshemmende und immunsuppressive Eigenschaften und wird daher häufig zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt.

Wirkmechanismus

Mometason wirkt, indem es in die Zellen eindringt und an Glukokortikoidrezeptoren bindet. Dieser Komplex wandert dann in den Zellkern und beeinflusst die Genexpression, was zu einer verminderten Produktion entzündungsfördernder Botenstoffe führt. Lokal angewendet führt Mometason zu einer Verringerung der Mediatorfreisetzung und einer verminderten Infiltration des Gewebes mit Entzündungszellen.

Anwendungsgebiete

Mometason wird in verschiedenen Darreichungsformen eingesetzt, darunter:

  • Nasensprays: Zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen der Nasenschleimhaut, wie z. B. Heuschnupfen (saisonale allergische Rhinitis) und chronische Beschwerden durch Hausstaubmilben oder Tierhaare (perenniale Rhinitis). Es kann auch bei Nasenpolypen helfen.
  • Salben, Cremes und Lösungen: Zur Behandlung von entzündlichen, nicht-infektiösen Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte und allergischen Hautausschlägen.
  • Inhalatoren: Zur Behandlung von Asthma bronchiale, entweder als Monopräparat oder in Kombination mit bronchienerweiternden Wirkstoffen.

Anwendung und Dosierung

Die Dosierung von Mometason variiert je nach Darreichungsform und Erkrankung.

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  • Nasenspray: Im Regelfall 1-mal täglich angewendet. Erwachsene mit Heuschnupfen nehmen üblicherweise 1-mal 2 Sprühstöße pro Nasenloch. Je nach Schweregrad der Symptome kann die Dosierung reduziert oder nach Rücksprache mit einem Arzt gesteigert werden. Kinder bis 11 Jahre erhalten in der Regel 1-mal täglich 1 Sprühstoß in jede Nasenöffnung.
  • Salben und Cremes: Werden normalerweise einmal täglich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen.
  • Inhalatoren: Die empfohlene Dosis hängt von der Schwere des Asthmas ab. Normalerweise inhaliert man einmal täglich.

Rezeptfreiheit

Mometason ist als Nasenspray weitestgehend rezeptfrei erhältlich, sofern ein Arzt bereits eine erste Diagnose für Heuschnupfen gestellt hat.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Mometason hängen von der Darreichungsform ab. Häufige Nebenwirkungen sind:

  • Salben, Cremes und Lösungen: Brennen, Juckreiz und Schmerzen an der behandelten Stelle, Hautverdünnung, streifenförmige Strukturen (Striae) und sichtbare Blutgefäße (Teleangiektasien).
  • Nasensprays: Nasenbluten, Brennen in der Nase und Reizungen im Rachen.
  • Inhalatoren: Pilzinfektionen im Mund (Mundsoor), Heiserkeit, Husten, Kopfschmerzen und unangenehme Geschmacksveränderungen.

Bei Kindern, die das Heuschnupfen-Spray über einen längeren Zeitraum verwenden, sollten Eltern besonders deren Wachstum beobachten, da es unter der Anwendung von Kortikosteroiden zu einem Minderwuchs kommen kann.

Wechselwirkungen

Arzneimittel mit Mometason führen nur selten zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Wirkstoffen. Gelegentlich kann es zu Wechselwirkungen in Kombination mit CYP3A4-Inhibitoren kommen, wie z.B. Ketoconazol, Itraconazol und Ritonavir.

Gegenanzeigen

Mometason sollte nicht angewendet werden bei:

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  • Überempfindlichkeit gegenüber Mometason oder einem anderen Bestandteil des Medikaments.
  • Unbehandelten Infektionen der Nasenschleimhaut, nach Operationen an der Nase oder Verletzungen der Nase (bei Nasensprays).
  • Inaktiver oder aktiver Tuberkulose-Erkrankung (vorherige Rücksprache mit einem Arzt erforderlich).

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Mometason nur nach sorgfältiger Rücksprache mit einem Arzt erfolgen.

Epilepsie im Kindesalter: Eine Übersicht

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Im Kindesalter ist Epilepsie die häufigste neurologische Erkrankung.

Ursachen und Diagnose

Epileptische Anfälle entstehen durch eine Dysbalance zwischen erregenden und hemmenden synaptischen Einflüssen im Gehirn. Die Ursachen können vielfältig sein, darunter genetische Veranlagung, Stoffwechselstörungen, Hirnschädigungen oder Sauerstoffmangel während der Geburt.

Die Diagnose von Epilepsie basiert auf der Anamnese, der Beobachtung der Anfälle und der Elektroenzephalographie (EEG). Es ist wichtig, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können, wie z. B. Synkopen, Bewegungsstörungen oder schlafgebundene Störungen.

Anfallsformen

Es gibt verschiedene Formen von Epilepsie, die sich in ihren Symptomen und ihrem Verlauf unterscheiden. Einige Beispiele sind:

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  • West-Syndrom (Blitz-Nick-Salaam-Epilepsie): Kennzeichnend sind Anfälle mit einschießenden Streck- und Beugebewegungen, bestimmte Ausschläge im EEG sowie eine verzögerte Entwicklung des Säuglings.
  • Absence-Epilepsie: Kinder wirken im Anfall für kurze Zeit wie »weggetreten« und sind oft auch darüber hinaus unaufmerksam und verlangsamt.
  • Rolando-Epilepsie: Die meist nächtlichen fokalen Anfälle können sekundär generalisieren. Es kommt zu Gefühlsstörungen und Zuckungen vor allem im Bereich des Mundes.

Behandlung

Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, Anfälle zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die medikamentöse Therapie mit Antiepileptika ist die häufigste Behandlungsform. Ziel ist es, mit einer Monotherapie Anfallsfreiheit zu erreichen. Bei therapierefraktären Epilepsien können auch eine modifizierte Atkins-Diät oder ketogene Diät in Betracht gezogen werden.

Antiepileptika und ihre Wirkmechanismen

Antiepileptika wirken auf verschiedene Weise, um die Erregbarkeit des Gehirns zu reduzieren und Anfälle zu verhindern. Einige Angriffspunkte sind:

  • Spannungsabhängige Ionenkanäle (Natrium-, Calcium- und Kalium-Kanäle)
  • Ligandengesteuerte Ionenkanäle (GABA-, NMDA- und AMPA-Rezeptoren)
  • Neurotransmitter-Transporter
  • Enzyme des Neurotransmitter-Metabolismus

Herausforderungen bei der Behandlung

Die Behandlung von Epilepsie im Kindesalter kann eine Herausforderung darstellen. Ein Problem ist, dass der Arzt zwar eine mehr oder minder große Zahl möglicher Arzneistoffe zur Auswahl hat, aber nicht weiß, welcher sich für den jeweiligen Patienten am besten eignet. Da Antiepileptika potenziell ein Leben lang eingenommen werden, sollte gerade bei Kindern nicht nur auf eine gute Wirksamkeit, sondern auch auf Langzeitverträglichkeit geachtet werden.

Compliance

Complianceprobleme sind bei der Epilepsiebehandlung häufig, weil Eltern Angst vor Nebenwirkungen haben. Apotheker können die Compliance unterstützen, indem sie den Patienten und Eltern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und sicherstellen, dass die Therapie verstanden ist.

Besonderheiten bei Kindern

Bei der Behandlung von Kindern mit Epilepsie sind einige Besonderheiten zu beachten:

  • Nicht jede Nebenwirkung, über die die Packungsbeilage informiert, ist für jede Altergruppe gleichermaßen relevant.
  • Eine Selbstmordneigung sei bei Kindern nicht bekannt.
  • Depressive Erkrankungen können sich bei Kindern anders äußern als bei Erwachsenen, zum Beispiel mit Bauchweh, Appetitmangel oder fehlendem Antrieb.
  • Unter einer antikonvulsiven Therapie kann es zu einem Vitamin-D-Mangel bis hin zu einer Antiepileptika-Osteopenie kommen.

Mometason und Epilepsie: Gibt es einen Zusammenhang?

Es gibt keine direkten Belege dafür, dass Mometason Epilepsie auslöst oder verschlimmert. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass Kortikosteroide wie Mometason in seltenen Fällen neurologische Nebenwirkungen verursachen können. Wenn bei einem Kind mit Epilepsie, das Mometason einnimmt, neue oder sich verschlimmernde Anfälle auftreten, sollte dies dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden.

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