Jeder Mensch nimmt Lärm anders wahr. Was den einen kaum stört, bringt andere an den Rand des Erträglichen. Besonders die Geräusche, die uns ständig umgeben, können für viele Menschen eine starke und dauerhafte Belastung darstellen. An erster Stelle steht dabei oft der Verkehrslärm, aber auch Wohngebiete in der Nähe von Flughäfen können stark betroffen sein. Wenn dann noch eine Straßenbaustelle vor dem Nachbarhaus hinzukommt, ist für viele die Schmerzgrenze erreicht.
Lärm als gesundheitliche Belastung
Die Erkenntnis, dass Lärm eine gesundheitliche Belastung mit vielfältigen Folgen darstellt, musste über Jahrzehnte hinweg immer wieder beharrlich Gehör verschafft werden. Glücklicherweise hat sich das inzwischen geändert. Wissenschaftliche Untersuchungen haben zahlreiche Belege dafür geliefert, dass Lärm als Umwelt- oder Umgebungsphänomen Kopfschmerzereignisse auslösen, aufrechterhalten oder verschlimmern kann.
So berichtet beispielsweise eine norwegische Studie, dass viele Migränepatienten Lärm als auslösenden Faktor für Attacken benennen. Dies gilt sowohl für Erkrankungen mit Aura (69%) als auch ohne (36 %). Eine australische Forschergruppe unter der Leitung von Paul Martin untersuchte die Auswirkungen von Lärm auf 18 bis 30-jährige Probanden. Diese mussten schwierige Aufgaben lösen und wurden dabei zusätzlich mit Lärm konfrontiert. Dies stellt eine Konstellation dar, wie sie im Alltag von Studierenden durchaus öfter vorkommt. Das Resultat: Bei 79 Prozent der Teilnehmenden stellten sich Kopfschmerzen ein.
Dass es nicht unbedingt der Presslufthammer sein muss, der Kopfschmerzen erzeugt, macht eine Erhebung deutlich, in der freiwillige Probanden Geräuschen ausgesetzt wurden, die man annäherungsweise als unstrukturiertes Rauschen beschreiben kann und die im Englischen als „white noise“ bezeichnet werden. In der Folge entwickelten sich bei der Hälfte der Teilnehmer Kopfschmerzen. Hinzu kam ein interessanter Nebenbefund: Diejenigen, die nach eigenen Angaben in ihrem Alltag häufiger unter Kopfschmerzen litten, zeigten eine niedrigere Toleranzschwelle als die weniger stark betroffenen Teilnehmer.
Physiologische Grundlagen der Lärmempfindlichkeit
Die Forschungen der Arbeitsgruppe um Alan Main aus dem britischen Guildford liefern Hinweise auf eine mögliche physiologische Grundlage der vermuteten Auslösefunktion von Lärm im Kopfschmerzgeschehen. Obgleich die Hör-Empfindlichkeit, also die Funktionsfähigkeit des Gehörs, zwischen Migränepatienten und Kontroll-Probanden gleich war, konnten sie einen Unterschied zwischen beiden Gruppen nachweisen. Sie stellten fest, dass die Lärmschwelle, bei der die Teilnehmer ein deutliches Unbehaglichkeitsgefühl entwickelten (im Englischen: „hearing discomfort threshold“), bei den Migränepatienten signifikant niedriger war.
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Migräne bei Kindern und Jugendlichen
Nun sollte man annehmen, dass gerade bei jungen Menschen Lärm in Bezug auf Kopfschmerzen keine besondere Wirkung zugeschrieben wird, weil in dieser Bevölkerungsgruppe hohe Lautstärken - gerade in der Freizeit - oft als normal angesehen werden. Dennoch ergab eine Untersuchung der Universität Lille unter Migräne-betroffenen Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 17 Jahren ein völlig anderes Bild. Unter Leitung der WHO wurde eine Studie durchgeführt, welche die gesamtgesundheitlichen Auswirkungen von Alltagslärm (Straßenverkehr, Nachbarschaft, Flugzeuge, Großstadt) in den Blick nahm. Man fand immense Beeinträchtigungen. Neben dem verstärkten Auftreten von Migräneattacken wurden auch Bluthochdruck, Allergien und Atemwegserkrankungen dokumentiert. Für die jüngere Bevölkerungsgruppe beschreiben die Autoren die Migräne auf Platz zwei der häufigsten Beschwerden. Sie liegt damit nur knapp hinter den Allergien und gleichauf mit Erkrankungen der Atemwege wie etwa Asthma und Bronchitis. Die Experten führen dies darauf zurück, dass die früh einsetzende und über eine lange Zeit der kindlichen und jugendlichen Entwicklung fast permanent andauernde Lärm-Exposition die Entwicklung chronischer Erkrankungen generell stark begünstigt.
Präventive Maßnahmen gegen Lärm
Weil Lärm fast allgegenwärtig ist, scheint man kaum eine Chance zu haben, seiner schädlichen Wirkung zu entrinnen. Doch auch hier gibt es die Möglichkeit, präventiv vorzugehen. So kann man bereits gegen den alltäglichen Lärm von einem Gehörschutz (z.B. in Form von Ohrstöpseln) Gebrauch machen. Ist man in Clubs oder bei Konzerten unterwegs, sollte man unbedingt ausreichend Abstand von den Lautsprecherboxen halten. Nutzt man Kopfhörer zum Musikgenuss, ist ebenfalls Zurückhaltung angebracht. Genauso wichtig wie das Einhalten von Lärm-Grenzwerten im beruflichen und im Freizeitbereich ist die gezielte Nutzung von Ruhepausen und Phasen der Erholung. Auch spezielle Entspannungsübungen haben sich als äußerst wirksam erwiesen. Sie helfen, Verspannungen im ganzen Körper zu lösen und auch die Wahrnehmung der Umgebung durch unsere Sinnesorgane wieder auf ein Basisniveau zu bringen. Das sicherste Mittel gegen die schädliche Wirkung von Lärm und Krach besteht in einem Beitrag, den jeder leisten kann: Achtsam sein und Lärm schon bei der Entstehung vermeiden, wo immer dies möglich ist. Wenn viele dabei mitmachen, ist allen geholfen.
Tipps zur Gestaltung eines migränefreundlichen Umfelds
Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die helfen, um der Migräne-Spirale zu entkommen. Hier finden Sie einige Ideen, die vielleicht eine Migräne Attacken verhindern oder zumindest abmildern können und das Leben mit Migräne so ein wenig entspannter gestalten.
- Farbgestaltung der Wohnung: Bemalen Sie die Wände Ihrer Wohnung in dunklen satten Farbtönen. Diese Farben können dazu beitragen, helles Licht, ein häufiger Auslöser von Migräne, zu reduzieren.
- Wohlfühlatmosphäre schaffen: Sollten Sie eine Migräneattacke bekommen, ist es gut, wenn Sie sich bereits zuhause Räumlichkeiten geschaffen haben, die eine Wohlfühlatmosphäre ausstrahlen. Richten Sie sich einen gemütlichen Platz ein und denken Sie auch daran, Vorkehrungen zu schaffen, um Geräusche bestmöglich zu dämpfen (zum Beispiel durch Kissen, Überwürfe etc.).
- Lichtquellen kontrollieren: Finden Sie Möglichkeiten, um grelles Licht bei Bedarf aus der Wohnung zu verbannen, denn Lichtempfindlichkeit ist ein häufiges Symptom bei Migräne. Indirekte Beleuchtung, die bei Bedarf gedimmt werden kann, wirkt entspannend. Bestimmt helfen Vorhänge, die das Sonnenlicht komplett ausschließen. Muss es schnell gehen, werfen Sie ein großes Badetuch oder anderen dunklen Stoff über das Fenster und befestigen Sie die provisorische Lösung mit Wäscheklammern oder anderen Clips. Ersetzen Sie ihre Lampen durch ein programmierbares Lampensystem, das sich über eine App steuern lässt. Je nach Stimmungslage, bzw. Migränegrad, können Sie das vorprogrammierte Licht ganz rasch anpassen.
- Ernährung und Hydrierung: Achten Sie darauf, dass Sie bei der Arbeit vor allem gesundes und nahrhaftes Essen konsumieren. Trinken Sie viel Wasser! Hunger und Austrocknung kann Migräne auslösen.
- Geräuschunterdrückung: Tragen Sie Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung, um Lärm und Ablenkung zu reduzieren. Laute, störende Geräusche können Migräne auslösen oder die Symptome verstärken.
- Immer ausreichend trinken: Haben Sie immer Trinkwasser oder Tee griffbereit und sorgen Sie dafür, dass Sie den ganzen Tag über damit versorgt sind.
- Schutz vor hellem Licht: Tragen Sie bei stärkerer Sonneneinstrahlung oder wenn es einfach nur gefühlt sehr "hell" ist eine Sonnenbrille. Sonnenbrillen können dazu beitragen, die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht zu reduzieren. Übrigens: Es gibt auch spezielle Sonnenbrillen für Menschen mit Migräne.
- Aktivitäts-Tracker nutzen: Nutzen Sie einen Aktivitäts-Tracker. Das hilft, um sich zu regelmäßiger Bewegung zu motivieren. Denn auch zu langes Stehen kann zu Migräneanfällen beitragen.
- Sorglos in den Tag starten: Versuchen Sie jeden Tag sorglos in den Tag zu starten. Finden Sie Freizeitbeschäftigungen, die Sie vom Alltag ablenken.
Migräne bei Männern und Frauen: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Frauen haben ein Risiko von 48 Prozent, im Laufe ihres Lebens an Migräne zu erkranken [1]. Das heißt, von 100 Frauen bekommen 48 irgendwann eine Migräne. Bei Männern liegt das Risiko bei 18 Prozent, wobei die Zahl aber deutlich höher sein könnte. Denn eine aktuelle Untersuchung [2] legt nahe, dass Migräne bei Männern häufig nicht diagnostiziert wird. Ein Grund für die geringere Zahl der Diagnosen ist der Untersuchung zufolge: Migräne gilt noch immer als reine Frauenkrankheit und Männer werden so seltener dahingehend untersucht. Der Studie [2] zufolge suchen sie auch seltener als Frauen ärztlichen Rat und halten die Migräne lieber aus. Denn viele empfinden die Diagnose als Stigma, das ihre Männlichkeit in Frage stellt.
Zudem macht sich eine Migräne bei Männern oft anders bemerkbar. Sie leiden häufiger als Frauen unter sogenannten Aura-Symptomen. Dazu gehören beispielsweise Sehstörungen wie Gesichtsfeldausfälle, Lichtblitze oder Wahrnehmen greller Farben. Möglich sind auch Störungen von Motorik, Sinnen, Sprache und Bewusstsein. Hinzukommen können Koordinationsstörungen, Schwindel und Gefühlsstörungen bis hin zu einseitigen Lähmungen und Wahrnehmungsverzerrungen der Umwelt oder des eigenen Körpers. Leitsymptom der Migräne ist ein pulsierender, einseitiger Kopfschmerz, der sich bei Bewegung verschlimmert - oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit. „Doch bei Männern sind diese charakteristischen Symptome oftmals nicht voll oder anders ausgeprägt. Dann ist es schwierig, die richtige Diagnose zu stellen“, erklärt Prof. Dr. Christian Maihöfner, Kopfschmerzexperte der Deutschen Hirnstiftung. Hinzu kommt: Im Alter geht eine Migräne bei Männern öfter mit beidseitigen Kopfschmerzen einher [3]. Auch das wird für eine Migräne oft als eher untypisch angesehen.
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Eine türkische Studie [4] zeigte, dass bei Männern übermäßig viel Schlaf Migräneanfälle provoziert. Eine andere Untersuchung [5] kam zu dem Schluss, dass bei Männern häufiger Alkohol, körperliche Betätigung und bestimmte Lebensmittel Migräneattacken auslösen als bei Frauen. Männer reagierten zudem nicht so schnell wie Frauen mit einem Anfall auf Auslöser. Haupt-Auslöser bei beiden Geschlechtern sind Stress und grelles Licht. Aber auch laute Geräusche, Fasten, Essen, Wetterwechsel, Schlafstörungen, Gerüche, Alkohol und bei Frauen die Menstruation können generell Anfälle nach sich ziehen.
„Migräne belastet Männer mitunter zwar etwas weniger, trotzdem kann sie das Leben stark beeinträchtigen. Die Krankheit ist heutzutage gut behandelbar und mehr Männer könnten von einer frühzeitigen Behandlung profitieren“, schlussfolgert Kopfschmerz-Experte Maihöfner.
Fragen zur Diagnose und Behandlung von Migräne
Um eine genaue Diagnose zu erhalten und die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten, ist es wichtig, dem Arzt detaillierte Informationen über die Kopfschmerzen zu geben. Hier sind einige Fragen, die bei der Diagnose helfen können:
- An wie vielen Tagen pro Monat haben Sie Kopfschmerzen?
- Wo und wie tritt der Schmerz auf (einseitig oder beidseitig, klopfend, pochend, stechend oder dumpf-drückend)?
- Zu welcher Tageszeit tritt der Schmerz auf?
- Wie stark ist der Schmerz auf einer Skala von 1 bis 10 (1 = leicht, 10 = höchster vorstellbarer Schmerz)?
- Seit wann haben Sie die Kopfschmerzen?
- Haben sich die Schmerzen im Verlauf der Zeit geändert (sind sie beispielsweise intensiver geworden)?
- Nehmen Sie Schmerzmittel ein? Wenn ja, welche und wie häufig?
- Treten andere Beschwerden wie Übelkeit oder Schwindel im Vorfeld oder begleitend zum Schmerz auf?
- Leiden sie vor den Schmerzattacken unter sogenannten Aura-Symptomen wie zum Beispiel Störungen von Motorik, Sinnen, Sprache und Bewusstsein, Koordinationsstörungen, Schwindel oder Gefühlsstörungen bis hin zu einseitigen Lähmungen?
Lichtempfindlichkeit bei Migräne
Oft klagen Migräne-Patienten über eine allgemeine Lichtempfindlichkeit. Betroffene können jedoch einige Maßnahmen ergreifen, um einer Reizüberflutung durch Licht und somit einer Migräne vorzubeugen. Achte beispielsweise darauf, deinen Schreibtisch so zu positionieren, dass er nicht in direkter Sonneneinstrahlung steht. Ein Platz fern vom Fenster ist dabei empfehlenswert. Auch das Abdunkeln von Räumen kann dazu beitragen, eine Attacke zu vermeiden. Interessant: Bei der sogenannten Augenmigräne leiden Patienten unter Sehstörungen wie Lichtblitze oder einem Flimmern.
Auslöser: Migräne durch Gerüche
Migräne-Betroffene sind nicht nur im Akutfall geruchsempfindlich - eine Attacke kann ebenso durch Gerüche entstehen. Mögliche Beispiele hierfür sind:
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- Parfum
- Zigarettenrauch
- Duftbaum fürs Auto
- Duftstoffe
- (Raum-)Deodorants
Als besonders geruchsempfindlich gelten Kinder mit Migräne. Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten demnach einer Migräne durch Gerüche vorbeugen, indem sie auslösenden Gerüchen fernbleiben. Ein Migränetagebuch kann dabei hilfreich sein, die genauen Düfte zu bestimmen. Um die Faktoren einer Migräne durch Reizüberflutung herauszufinden, empfiehlt sich das Führen eines Migränetagebuchs. So erhälst du einen Eindruck, ob Licht, Lärm oder Gerüche eine Attacke ausgelöst haben.
Reizüberflutung: Migräne durch Lärm
Laute Musik, Töne von elektronischen Geräten oder Bau- und Straßenlärm: Derartige Geräusche sind wohl für fast jeden Menschen unangenehm. Bei Migräne-Patienten kann es jedoch ebenso durch Geräusche zu einer Attacke kommen. Typischerweise sind Betroffene auch während einer Attacke besonders geräuschempfindlich. Um einer Migräne vorzubeugen, solltest du also möglichst eine laute Umgebung vermeiden. Du musst Migräne-Schmerzen nicht einfach aushalten. Die Migräne hat viele Gesichter.
Migräne und Psyche: Auswirkungen auf die mentale Gesundheit
Migräneattacken wirbeln dein Leben plötzlich durcheinander und können zusätzlich Auswirkungen auf deine mentale Gesundheit haben. Es kommt darum nicht selten vor, dass durch Migräne seelische Belastungen und sogar Depressionen entstehen können. Die seelische Belastung durch Migräne kann zu Gefühlen von Depression, Antriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit führen. Migräne tritt sogar häufig zusammen mit Depressionen auf. Der Zusammenhang von psychischer Belastung und Migräne konnte auch in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden.1 Menschen, die mit Migräne leben, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Depressionen als Menschen ohne Migräne.2 Die Wissenschaft geht davon aus, dass Migräne und Depressionen ähnliche Ursachen und Auslöser haben, die unter anderem genetisch bedingt sein können.1
Die Schmerzen, der Stress durch Einschränkungen in Job, Familie und Alltag, Depressionen - das zusammen kann zu viel sein. Und dann noch die Unsicherheit, wann die nächste Attacke kommen wird.
Migräne: So kannst du deine mentale Gesundheit stärken
Es ist wichtig zu wissen, dass du mentale Einschränkungen nicht einfach hinnehmen musst. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die dazu beitragen können, dass du dein Leben so leben kannst, wie du es möchtest - auch mit deiner Migräne.
- Professionelle Unterstützung suchen: Wende dich an eine Patientenorganisation der Deutschen Schmerzgesellschaft und sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt über deine Situation. Ein Gespräch mit einer Neurologin oder einem Neurologen kann wertvolle Einblicke in deine Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bieten. Zusätzlich kann psychologische Unterstützung nützlich sein, um mit den emotionalen Belastungen bei Migräne besser umzugehen.
- Soziale Isolation vermeiden: Teile deine Erfahrungen und Empfindungen mit Migräne im Freundeskreis, in der Familie oder über Social-Media-Kanäle. Es tut gut, von anderen verstanden zu werden und sich mit Menschen auszutauschen, denen es so ähnlich geht wie dir.
- Entspannungstechniken anwenden: Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Achterbahn im Kopf für eine kurze Zeit zu stoppen.
- Sport und Bewegung: Jede Art von Bewegung kann dir kurzfristig dabei helfen, Stress zu reduzieren und deine Stimmung zu heben. Wenn du dich regelmäßig bewegst, kannst du damit deine Kopfschmerztage reduzieren und dein Befinden insgesamt verbessern.
- Gesunder Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und ein geregelter Tagesablauf können ebenfalls dazu beitragen, dass du dich wohler fühlst.
Zusammenfassung
Migräne und Depressionen gehen bei vielen Menschen Hand in Hand. Beide Erkrankungen können es einem richtig schwer machen, aktiv zu sein und positiv zu denken. Es gibt aber Methoden, die es dir erleichtern, dich aufzuraffen und besser zu fühlen. Mache dir bewusst: Auch kleine Siege, wie ein kurzer Spaziergang oder ein gutes Gespräch mit einer Freundin oder einem Freund können schon zur Besserung deiner Stimmung beitragen. Wenn du langfristig dranbleibst, kannst du deine Migränetage reduzieren und dich mental stärker fühlen.
Migräne: Eine neurologische Erkrankung mit vielen Facetten
Über die Hälfte aller Menschen in Deutschland erleidet irgendwann im Leben einen Migräneanfall. Frauen trifft es dabei häufiger als Männer. Der Leidensdruck ist besonders dann sehr hoch, wenn Migräne chronisch wird. Migräne - das sind nicht einfach nur Kopfschmerzen. Das weiß jede Person, die schon einmal einen Migräneanfall hatte. Medizinisch zählt Migräne zu den neurologischen Erkrankungen. Wie oft solche Anfälle auftreten, variiert stark von Person zu Person, wobei einige Menschen regelmäßig unter Migräne leiden, während es bei anderen nur gelegentlich auftritt. Der medizinische Forschungsstand zu Migräne hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Die Forschung konnte außerdem sogenannte Triggerfaktoren identifizieren, die Migräneanfälle auslösen. Das können ganz unterschiedliche Dinge sein. Stress und Schlafmangel zählen dazu. Hormonschwankungen können ebenso ein Auslöser sein wie laute Geräusche, Wetter oder grelles Licht.
Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne
Bei Verdacht auf Migräne ist es wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und andere Formen von Kopfschmerzen auszuschließen. Kopfschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben. Die Behandlung von Migräne kann sowohl medikamentös als auch nicht-medikamentös stattfinden. Bei manchen Patientinnen und Patienten zeigen klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol schon Wirkung, während andere auf Extra-Migränemittel wie Triptane zurückgreifen. Die Forschung ist hier ebenfalls fortlaufend und gerade was die Migräne Prävention angeht, kommen immer wieder Neuerungen wie die Migräne-Spritze auf den Markt. In jedem Fall solltest du mit deiner Neurologin oder deinem Neurologen über eine eventuelle medikamentöse Behandlung sprechen. Nicht-medikamentöse Ansätze umfassen zum Beispiel Entspannungstechniken und Akupunktur. Auch ergotherapeutische Maßnahmen können helfen.
Da die Ursachen für Migräne so unterschiedlich sind, ist es meist schwer einzelne Maßnahmen zu finden, die Migräne verhindern können. Es ist wichtig, einen individuellen Behandlungsplan zu entwickeln, der auf die spezifischen Bedürfnisse und Auslöser jedes Einzelnen zugeschnitten ist.