Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die hauptsächlich die Gelenke der Wirbelsäule betrifft, aber auch auf andere Organe übergreifen kann. Sie gehört zu den Spondyloarthritiden, einer Gruppe entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Der Begriff "Spondylitis ankylosans" bedeutet "versteifende Wirbelsäulenentzündung".
Was ist Morbus Bechterew?
Morbus Bechterew ist eine entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung. Die Entzündungen werden durch eine Fehlfunktion des Immunsystems ausgelöst und haben Steifigkeit und Schmerzen zur Folge. Die Erkrankung verläuft schleichend und in Schüben, wobei symptomfreie Phasen auftreten können. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Die Entzündungen an der Wirbelsäule können dazu führen, dass die Ränder der Gelenke zunächst durch Faserknorpel ersetzt werden und anschließend verknöchern. Im Endstadium kann es bei manchen Betroffenen zur vollständigen Versteifung der Wirbelsäule (Bambusstabwirbelsäule) kommen, was zu einer dauerhaft vornübergebeugten Haltung führt.
Da "ganz normale" Rückenschmerzen das erste Symptom sind, wird die Diagnose Morbus Bechterew häufig erst nach fünf bis zehn Jahren gestellt.
Synonyme und Begriffsverwendung
Der Begriff Morbus Bechterew hat sich vor allem im deutschsprachigen Raum, in Osteuropa und in Skandinavien eingebürgert. Ärzte bezeichnen sie als „Spondylitis ankylosans“ oder (in Anlehnung an die englische Bezeichnung ankylosing spondylitis) ankylosierende Spondylitis (abgekürzt AS) oder Spondyloarthritis.
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Ursachen von Morbus Bechterew
Bei Morbus Bechterew handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen den eigenen Organismus richtet. Dadurch entsteht eine dauerhafte Entzündung. Die Ursache für diese Immunreaktion ist noch unklar. Experten vermuten jedoch, dass bestimmte Erbanlagen und vorangegangene Infektionen der Verdauungs- oder Harnwege eine entscheidende Rolle bei der Entstehung spielen.
Genetische Veranlagung
Etwa 95 Prozent der Menschen mit Morbus Bechterew besitzen ein bestimmtes Erbmerkmal namens HLA-B27. Dieses lässt sich zwar auch bei etwa 8 Prozent der gesunden Bevölkerung nachweisen - sein gehäuftes Vorkommen bei Menschen mit Morbus Bechterew weist allerdings darauf hin, dass die Krankheit zumindest teilweise auch vererbt wird. Der Erbfaktor HLA-B27 begünstigt Morbus Bechterew also entweder direkt oder über andere Erbfaktoren, die ebenfalls als Ursachen für die Krankheit in Betracht kommen.
Das Erbmerkmal HLA-B27 ist ein Eiweiß, das zur Gruppe der Humanen-Leukozyten-Antigene (HLA) gehört. HLA-Eiweiße liegen in den Zellwänden der Körperzellen und spielen für die Immunabwehr eine wichtige Rolle: Sie geben den Körperzellen ihre individuelle Struktur, anhand derer das Immunsystem körpereigene von körperfremden Strukturen unterscheiden kann.
Rolle der Darmflora
Eine Rolle bei der Entstehung von Morbus Bechterew scheinen zudem die normalen Keime der Darmflora zu spielen. Das legen zumindest Studien mit Mäusen nahe: Denen zufolge sind Mäuse, die durch gentechnische Methoden ein menschliches HLA-B27-Gen tragen, fast vollständig gesund, solange sie in einer keimfreien Umgebung aufwachsen.
Symptome von Morbus Bechterew
Gerade am Anfang sind die Symptome oft unspezifisch und werden häufig fehlgedeutet. Das Hauptsymptom von Morbus Bechterew ist der Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule und Ileosakralgelenke. Morgens sind die Schmerzen besonders stark. Typisch für die Rückenschmerzen bei Morbus Bechterew ist, dass sie vor dem 45. Lebensjahr beginnen und bei Ruhe stärker sind.
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Neben Steifigkeit zeigt sich das Krankheitsbild vor allem durch Rückenschmerzen, die fast immer als tief sitzende Kreuzschmerzen auftreten, die ins Gesäß und die Beine ausstrahlen können. Denn die ankylosierende Spondylitis beginnt in der Regel mit einer Entzündung der Iliosakralgelenke, welche das Kreuzbein mit dem Darmbein verbinden. Später verursacht der Morbus Bechterew die schmerzhaften Symptome auch an der restlichen Wirbelsäule.
Die Schmerzen können über eine lange Zeit kommen und gehen - nach einem akuten und schmerzhaften Krankheitsschub bilden sich die Symptome häufig zurück. Während eines akuten Entzündungsschubes kommt es häufig zu allgemeinen Symptomen wie Fieber und Erschöpfung.
Die Symptome können sich von Fall zu Fall unterschiedlich entwickeln. Teils bleiben die Beschwerden des Morbus Bechterew ausschließlich auf den Bereich der Wirbelsäule beschränkt. In einigen Fällen herrschen schubweise auftretende Entzündungsschmerzen vor, während in anderen Fällen die fortschreitende Versteifung der Wirbelsäulengelenke im Vordergrund steht.
Frauen haben zudem häufig andere oder später einsetzende Symptome als Männer: Bei ihnen stehen anstelle der Schmerzen im unteren Rücken mitunter Probleme mit der Halswirbelsäule oder der Hüfte im Vordergrund.
Häufige Begleiterkrankungen
Teils wirkt sich die Spondylitis ankylosans auch auf andere Gelenke und Organe aus. Es besteht zudem ein höheres Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen. Zum Beispiel können folgende Beschwerden und Erkrankungen mit Morbus Bechterew auftreten:
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- Gelenkentzündung: In etwa 40 Prozent aller Fälle ruft Morbus Bechterew Symptome einer Arthritis in Gelenken der Gliedmaßen hervor: Dann schmerzen die großen Gelenke wie Knie, Hüften und Schultern und sind entzündet.
- Entzündete Sehnen: Etwa 20 bis 30 Prozent aller Menschen mit Spondylitis ankylosans entwickeln Enthesiopathien: Sehnen, Sehnenansätze und Schleimbeutel entzünden sich und schmerzen. Beispielsweise reagiert die Achillessehne sehr häufig mit Schmerzen auf Druck (Achillodynie). Oft bildet sich bei Morbus Bechterew auch eine Plantarfasziitis.
- Entzündung der Augen: In etwa 30 bis 50 Prozent der Fälle verursacht Morbus Bechterew wiederholt eine Uveitis. Diese äußert sich etwa durch gerötete Augen, Schmerzen, Tränenfluss und Lichtempfindlichkeit. Die wiederkehrende Entzündung kann die Sehkraft einschränken. Bei manchen Menschen mit dem Erbmerkmal HLA-B27 tritt die Uveitis immer wieder auf - ohne andere Anzeichen einer Spondylitis ankylosans.
- Blasenprobleme: Morbus Bechterew kann im Laufe der Zeit zu Beckenbodenfunktionsstörungen und somit zu Blasenstörungen wie Harnverhalt oder häufigem Harndrang führen.
- Herzprobleme: Die Erkrankung kann auch das Herz betreffen. Häufiger treten Herzrhythmusstörung, vor allem der Vorhöfe, mit anfallartigem Herzrasen und Störungen der Reizleitung (AV-Block) auf.
Symptome bei Frauen
Lange Zeit galt Morbus Bechterew als Männerkrankheit, aber auch Frauen sind davon betroffen. Allerdings verläuft die typische Versteifung der Wirbelsäule bei Frauen meist langsamer. Bei Männern sind die Veränderungen an der Wirbelsäule bereits früh im Röntgenbild oder MRT zu sehen. Auch liegen bei Männern häufiger erhöhte Entzündungsparameter vor, die bei Frauen fehlen können. Und Frauen haben häufig andere Symptome als Männer: Zu Beginn der Erkrankung ist bei ihnen öfter die Halswirbelsäule betroffen, auch Schleimbeutelentzündungen und Sehnenscheidenentzündungen sind nicht selten oder entzündete periphere Gelenke. Dies kann zu Fehldiagnosen führen.
Diagnose von Morbus Bechterew
Morbus Bechterew verläuft schleichend und unspezifisch. Daher vergehen zwischen den ersten Symptomen und einer gesicherten Diagnose häufig mehrere Jahre. Schmerzen im Kreuz dienen zwar als erster Anhaltspunkt, zur genauen Diagnostik sind aber mehrere Tests notwendig.
Zur Diagnose und Bestimmung der Krankheitsaktivität kann eine Rheumatologin beispielsweise anhand modifizierter New York-Kriterien der Ärzte Bennett und Burch vorgehen.
Bildgebende Verfahren
Für die Diagnose von Morbus Bechterew geeignet sind folgende bildgebende Verfahren:
- Röntgen: Im Röntgenbild lassen sich entzündliche Veränderungen im Iliosakralgelenk und gegebenenfalls verformte Wirbelkörper erkennen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Im MRT können bereits Weichteilveränderungen infolge einer Entzündung sichtbar gemacht werden. Zur weiteren Diagnose werden Röntgenbilder der Kreuz-Darmbein-Fugen und der Iliosakralgelenke angefertigt, da die Entzündung meist dort beginnt. Auf den Bildern kann man unscharfe Gelenkkonturen und Knochenverdichtungen, beispielsweise am Kreuzbein, erkennen. Allerdings sind gerade im Frühstadium die Röntgenbilder noch nicht aussagekräftig. Daher wird in einer Klink meist eine Magnetresonanztomographie (MRT) angefertigt.
Mennell-Test
Ein erster Schritt bei der Diagnose ist es, eine Entzündung der Iliosakralgelenke zwischen Kreuzbein und Becken nachzuweisen. Dazu testet dieder ÄrztinArzt das sogenannte Mennell-Zeichen. Bei diesem Test wird das Kreuzbein mit der Handfläche fixiert und das Becken durch Überstreckung gegenüber dem Kreuzbein im Iliosakralgelenk bewegt. Wenn die Bewegung im Ilioasakralgelenk schmerzt, ist das Mennell-Zeichen positiv - dies kann auf einen Morbus Bechterew hindeuten.
Der Orthopäde fixiert das Kreuzbein des Patienten auf der Unterlage und überstreckt ein Bein. Entstehen dabei Schmerzen, ist das Mennell-Zeichen positiv. Ein positives Mennell-Zeichen lässt sich meist schon im frühen Stadium auslösen.
Laboruntersuchungen
Laboruntersuchungen können die Diagnose von Morbus Bechterew stützen. Festgestellt werden zum Beispiel:
- Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
- C-reaktives Protein (CRP)
Die beiden Werte sind bei den meisten Patient*innen erhöht. Messungen haben ergeben, dass Morbus Bechterew-Patienten oft, insbesondere während eines Schubs der Erkrankung einen erhöhten Serumspiegel des Immunglobulin A haben.
Weitere Tests
- Schober-Test: Mit dem Schober-Test prüft der Arzt die Beweglichkeit der Wirbelsäule im unteren Rücken. Er setzt Markierungen in Höhe des Kreuzbeins sowie 10 cm weiter oben. Beugt sich nun der Patient so weit nach vorne, wie es ihm möglich ist, dann sollte der Abstand der beiden Markierungspunkte um etwa 5 cm zugenommen haben. Bei normaler Beweglichkeit sollte sich der Abstand zwischen den beiden Markierungen in der Beugung um mindestens 5 cm verlängert haben.
- Ott-Test: Der Arzt setzt auch bei diesem Test zwei Hautmarkierungen: in Höhe des 7. Halswirbels und 30 cm weiter Richtung Gesäß. Beugt sich der Patient maximal nach vorne, nimmt die Strecke zwischen den beiden Punkten beim Gesunden um 3 bis 4 cm zu.
Fragebögen
Bei Verdacht auf Morbus Bechterew nutzt der Facharzt genormte Fragebögen, die ihm helfen, die Schwere der Krankheit und die bisher bestehenden körperlichen Einschränkungen einzuschätzen.
- BASDAI-Index: Der BASDAI-Index (Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index) als Maß für die Krankheitsschwere enthält u. a. Fragen wie ausgeprägt die Schmerzen sind.
- BASFI-Index: Der BASFI-Index (Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index) erfasst das Ausmaß der Funktionseinschränkungen beim Patienten.
Therapie von Morbus Bechterew
Morbus Bechterew lässt sich bislang nicht heilen. Durch eine geeignete Therapie ist es aber möglich, die Erkrankung positiv zu beeinflussen. Die Behandlung soll Symptome lindern und das Fortschreiten der Erkrankung bremsen. Eine Heilung gibt es bislang nicht. Von zentraler Bedeutung ist vor allem die Gymnastik im Rahmen einer Physiotherapie. Dort werden Übungen erlernt, die auch zu Hause regelmäßig durchgeführt werden müssen. Die Therapie zielt in erster Linie darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten.
Medikamente
Gegen die Schmerzen sind geeignet:
- Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR, z. B. Diclofenac)
- Kortisonpräparate (wie Prednison)
Daneben kommen sogenannte Basismedikamente zum Einsatz, die den Verlauf der Spondylitis ankylosans beeinflussen, etwa die Wirkstoffe Sulfasalazin oder Methotrexat. Sie wirken immunsupprimierend und entzündungshemmend und werden vor allem verordnet, wenn Gelenke außerhalb der Wirbelsäule betroffen sind. Als erstes werden meist sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), also entzündungshemmende Schmerzmittel, verschrieben. Im Gegensatz zu einer akuten Schmerztherapie kann es in manchen Fällen notwendig sein, die Präparate über mehrere Wochen oder sogar als Dauertherapie einzunehmen. Treten Problemen mit dem Magen auf, werden meist magenschützende Medikamente dazu verordnet.
Falls diese Medikamente nicht ausreichen, um die Symptome zu mildern, stehen zusätzlich Biologika wie TNF-Alpha-Blocker zur Verfügung. Sie hemmen entzündungsfördernde Botenstoffe, mindern so die Krankheitsaktivität und verzögern oder verhindern, dass die Spondylitis ankylosans fortschreitet. Biologika greifen gezielt in die Immunabwehr ein und hemmen z. B. den Tumornekrosefaktor (TNF-Blocker) oder Interleukin-17 (IL-17-Inhibitoren). Dadurch wird die Entzündung eingedämmt, aber auch das Risiko für Infektionen erhöht.
Eine Kortisontherapie kommt nur bei schweren Schüben zum Einsatz. Sind periphere Gelenke entzündet, kann man es auch intraartikulär injizieren. Kortikosteroide wirken vergleichsweise schnell, greifen aber gravierend in den Hormonstoffwechsel des Körpers ein. Neben den genannten Wirkstoffen verschreibt der Arzt manchmal ergänzend reine Schmerzmittel (Opioide) oder muskelentspannende Medikamente.
Physiotherapie und Bewegung
Bei einer Bechterew-Erkrankung sind die Patienten in der Regel ab Diagnosestellung ihr Leben lang in physiotherapeutischer Behandlung. Der Krankengymnast gibt dem Patienten auch einen ausführlichen und angepassten Trainingsplan für zu Hause an die Hand.
Mobilisierende Weichteiltechniken, um Muskelverspannungen und verhärtetes Bindegewebe, v. a. im Bereich von Brustkorb und Wirbelsäule, zu lösen. Auch Atemübungen helfen den Betroffenen, ihren Brustkorb beweglich zu halten. Techniken aus der PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) verbessern die Stabilität des Rumpfes. Dies wird in dreidimensionalen Bewegungsmustern geübt, die sich an Bewegungen aus Alltag und Sport orientieren.
Um die Beweglichkeit zu erhalten, können Krankengymnastik, physikalische Therapien oder Massagen angewendet werden.
Wärme- und Kältetherapie
Wärme fördert die Durchblutung und entspannt verspannte Muskelgruppen. Besonders bei akuten Schüben empfinden Bechterew-Patienten Kälteanwendungen in Form von sogenannten Cryo-Cuff-Geräten als schmerzlindernd.
Operation
Eine Operation ist eher selten Bestandteil der Therapie. Operative Eingriffe spielen bei Morbus Bechterew nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings können sie als sogenannte Aufrichte-Operation bei schweren Verläufen die letzte Therapieoption sein. Im Extremfall können manche Patienten keinen Blickkontakt mehr mit anderen Menschen herstellen und sich nicht gefahrlos im Straßenverkehr bewegen. Eine Aufrichte-Operation ist in diesen Fällen unbedingt angeraten, um die Lebensqualität zu verbessern. Haben die Entzündungen das Hüft- oder Kniegelenk des Patienten bereits deutlich geschädigt, kann der Einsatz eines künstlichen Gelenkersatzes notwendig sein, entweder als Teilprothese oder Totalendoprothese.
Ist der gesamte Rücken schon versteift, und die betroffene Person nicht mehr in der Lage ihre Kopf zu heben, um geradeaus zu sehen, kann in einer aufwendigen Operation eine Aufrichtung erfolgen.
Ernährung
Bei Morbus Bechterew können Patienten ihrem Körper im Umgang mit der Krankheit helfen, indem sie auf eine entzündungshemmende Ernährung achten. In einer Studie mit 87 Patienten gab ein Drittel der Probanden an, dass bestimmte Nahrungsmittel zu einer Verschlechterung der Krankheit führen. Über die Hälfte erlebte dagegen eine Verbesserung der Beschwerden durch eine geeignete Ernährungstherapie.
Arachidonsäure kommt vor allem in verarbeitetem Fleisch (Wurst) vor. Im Schnitt nimmt ein fleischessender Mensch 200 bis 300 mg Arachidonsäure pro Tag zu sich. Studien haben ergeben, dass eine Dosis von 50 mg günstiger wäre, besserte sich dadurch doch der Krankheitsverlauf. Bei rheumatischen Erkrankungen (Rheuma) hat sich zudem eine Ernährung mit vielen Antioxidantien als wirksam erwiesen. Diese kommen reichlich in dunklen Beeren vor. Allein eine Umstellung der Ernährung kann die Entzündungen im Körper jedoch nicht eindämmen.
Eine spezielle entzündungshemmende Ernährung ist eine wirkungsvolle zusätzliche Strategie: wenig Fleisch, dafür eher Fisch und vor allem viel Gemüse und ausreichend Obst. Wichtig ist außerdem, gute Öle und Fette zu nutzen - wie Olivenöl und Leinöl. Die Omega-Balance der Fettsäuren sollte stimmen.
Selbsthilfe und Übungen
Patientinnen und Patienten mit Morbus Bechterew leiden beinahe permanent unter Schmerzen, die sich bei einem Schub noch verschlimmern. Körperliche Aktivität umfasst mehr als eine angeordnete Physiotherapie oder Krankengymnastik. Gemeint sind ebenso regelmäßige Bewegungsübungen, die sich in den Alltag integrieren lassen und dazu motivieren, „am Ball zu bleiben“. Das Ziel des Trainings ist es, die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten, die Versteifung zu stoppen, die Haltung zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Außerdem trägt regelmäßige Übung zum Gesamtwohlbefinden bei und hat einen positiven Einfluss auf die Psyche.
Mit Übungen für zuhause kann der therapeutische Behandlungsplan sinnvoll ergänzt werden. Sie können helfen, die Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit aufrechtzuerhalten.
Verlauf und Lebenserwartung bei Morbus Bechterew
Wie die Krankheit genau verläuft, ist sehr unterschiedlich. In einigen Fällen leiden die Betroffenen nur hin und wieder unter Rückenschmerzen und leichten Bewegungseinschränkungen. Bei manchen Menschen heilt Morbus Bechterew spontan aus. Nimmt er einen schweren Verlauf, kann es jedoch zu Schädigungen an mitbetroffenen Gelenken und Organen und zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen kommen. Eine Arthritis in den Hüftgelenken kann beispielsweise rasch die Gelenke zerstören und damit schon bei jungen Leuten einen Hüftgelenksersatz nötig machen. Eine vollständige Verknöcherung der Wirbelsäule und mögliche Invalidität infolge von Morbus Bechterew ist selten.
Betroffene haben in der Regel eine genauso hohe Lebenserwartung wie Menschen ohne Morbus Bechterew. Die meisten Betroffenen bleiben erwerbsfähig und können - trotz Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule - ihrem Beruf weiter nachgehen. Etwa 90 Prozent der Erkrankten sind auch 40 Jahre nach der Diagnosestellung nicht auf fremde Hilfe angewiesen. In manchen Fällen verläuft der Morbus Bechterew sogar so mild, dass er unerkannt bleibt. Sind etwa Herz oder Lunge von der Erkrankung betroffen, kann sich das jedoch ungünstig auf die Prognose auswirken.
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