Morbus Bechterew und seine Auswirkungen auf den Sehnerv: Ein umfassender Überblick

Morbus Bechterew, auch bekannt als Spondylitis ankylosans, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäule betrifft. Die Erkrankung kann jedoch auch andere Bereiche des Körpers in Mitleidenschaft ziehen, einschließlich der Augen. Eine der möglichen okulären Manifestationen von Morbus Bechterew ist die Uveitis, eine Entzündung der Uvea, der mittleren Augenhaut. In seltenen Fällen kann Morbus Bechterew auch den Sehnerv direkt beeinflussen, was zu Sehstörungen führen kann. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Morbus Bechterew und dem Sehnerv, wobei sowohl schulmedizinische als auch naturheilkundliche Aspekte berücksichtigt werden.

Einführung in Morbus Bechterew

Morbus Bechterew ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift. Dies führt zu Entzündungen, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule und der Iliosakralgelenke. Im Laufe der Zeit kann die Entzündung zu einer Verknöcherung der Wirbelsäule führen, was die Beweglichkeit einschränkt und Schmerzen verursacht. Es wird geschätzt, dass etwa 3,5 Millionen Deutsche an dieser Erkrankung leiden, und jährlich kommen etwa 60.000 neue Fälle hinzu.

Die Rolle des Sehnervs

Der Sehnerv ist eine entscheidende Struktur für das Sehen. Er überträgt visuelle Informationen von der Netzhaut zum Gehirn, wo sie verarbeitet werden. Eine Schädigung des Sehnervs kann zu verschiedenen Sehstörungen führen, von verschwommenem Sehen bis hin zur Erblindung.

Uveitis als häufige Augenmanifestation von Morbus Bechterew

Eine der häufigsten Augenkomplikationen bei Morbus Bechterew ist die Uveitis. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Uvea, der mittleren Augenhaut, die aus der Iris, dem Ziliarkörper und der Aderhaut besteht. Die Uveitis kann verschiedene Bereiche des Auges betreffen und wird je nach betroffenem Bereich in vordere, mittlere, hintere und Panuveitis unterteilt.

Symptome der Uveitis

Die Symptome einer Uveitis können je nach betroffenem Bereich variieren, umfassen jedoch häufig:

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  • Augenschmerzen
  • Rötung des Auges
  • Verschwommensehen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Veränderte Pupillenform oder -farbe
  • Schwebende Teilchen im Sichtfeld (Mouches volantes)

Ursachen der Uveitis bei Morbus Bechterew

Bei Morbus Bechterew ist die Uveitis in der Regel nicht-infektiös und wird durch die Autoimmunreaktion verursacht, die der Erkrankung zugrunde liegt. Die Entzündung kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter genetische Veranlagung und Umwelteinflüsse. Es wird vermutet, dass das Eiweiß HLA-B27, das bei einem Teil der Bevölkerung vorkommt und mit bestimmten rheumatischen Erkrankungen wie Morbus Bechterew in Verbindung steht, eine Rolle bei der Entstehung der Uveitis spielt.

Diagnose und Behandlung der Uveitis

Die Diagnose einer Uveitis wird in der Regel von einem Augenarzt gestellt. Die Behandlung zielt darauf ab, die Entzündung zu reduzieren und Komplikationen zu vermeiden. In leichten Fällen können Augentropfen ausreichend sein, während bei schwereren Entzündungen Tabletten oder Infusionen erforderlich sein können. Kortikosteroide und andere Immunsuppressiva werden häufig eingesetzt, um die Immunantwort zu unterdrücken und die Entzündung zu kontrollieren.

Direkte Auswirkungen von Morbus Bechterew auf den Sehnerv

Obwohl die Uveitis die häufigste Augenmanifestation von Morbus Bechterew ist, kann die Erkrankung in seltenen Fällen auch den Sehnerv direkt beeinflussen. Dies kann zu einer Optikusneuritis führen, einer Entzündung des Sehnervs, die Sehstörungen verursachen kann.

Ursachen und Symptome der Optikusneuritis

Die genauen Ursachen für die direkte Beteiligung des Sehnervs bei Morbus Bechterew sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass die Autoimmunreaktion, die der Erkrankung zugrunde liegt, auch den Sehnerv angreifen kann. Die Symptome einer Optikusneuritis können variieren, umfassen jedoch häufig:

  • Verschwommenes Sehen
  • Schmerzen bei Augenbewegungen
  • Verlust des Farbsehens
  • Gesichtsfeldausfälle

Diagnose und Behandlung der Optikusneuritis

Die Diagnose einer Optikusneuritis wird in der Regel von einem Augenarzt oder Neurologen gestellt. Die Behandlung zielt darauf ab, die Entzündung zu reduzieren und den Sehnerv zu schützen. Kortikosteroide werden häufig eingesetzt, um die Entzündung zu kontrollieren. In einigen Fällen können auch andere Immunsuppressiva erforderlich sein.

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Naturheilkundliche Ansätze zur Unterstützung der Behandlung

Neben der schulmedizinischen Behandlung können auch naturheilkundliche Ansätze zur Unterstützung der Therapie von Morbus Bechterew und seinen Auswirkungen auf den Sehnerv eingesetzt werden. Diese Ansätze zielen darauf ab, die Entzündung zu reduzieren, das Immunsystem zu modulieren und die allgemeine Gesundheit zu verbessern.

Augenakupunktur nach Professor Boel

Die Augenakupunktur nach Professor Boel ist eine spezielle Form der Akupunktur, die darauf abzielt, die Durchblutung des Auges anzuregen, den Energiehaushalt auszugleichen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Diese Therapieform wird seit über 10 Jahren in der Augenheilkunde eingesetzt und kann eine wirksame Unterstützung bei degenerativen Augenerkrankungen darstellen.

Ernährung und Mikronährstoffe

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Gesundheit des Auges und des gesamten Körpers. Eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien kann dazu beitragen, die Entzündung zu reduzieren und die Sehkraft zu unterstützen. Besonders wichtig sind die Vitamine A, C und E, sowie die Mineralstoffe Zink und Selen.

Stoffwechsel und Säure-Basen-Haushalt

Ein ausgeglichener Stoffwechsel und Säure-Basen-Haushalt sind entscheidend für die Gesundheit des Körpers. Eine Übersäuerung des Körpers kann Entzündungen fördern und die Entstehung von Krankheiten begünstigen. Eine basische Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können dazu beitragen, den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht zu halten.

Physiotherapie

Physiotherapie kann eine wertvolle Ergänzung zur Behandlung von Morbus Bechterew darstellen. Durch gezielte Übungen und manuelle Therapie können Muskelverspannungen gelöst, die Beweglichkeit verbessert und Schmerzen reduziert werden. Insbesondere die Behandlung der Brustwirbelsäule kann sich positiv auf die Augenfunktion auswirken.

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Weitere naturheilkundliche Therapien

Neben den genannten Therapien können auch andere naturheilkundliche Ansätze zur Unterstützung der Behandlung von Morbus Bechterew und seinen Auswirkungen auf den Sehnerv eingesetzt werden, darunter:

  • Pflanzenheilkunde
  • Homöopathie
  • Osteopathie
  • Entspannungstechniken

Bedeutung der Früherkennung und Therapie

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Morbus Bechterew und seinen Auswirkungen auf den Sehnerv sind entscheidend, um bleibende Schäden zu vermeiden. Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sind wichtig, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Fazit

Morbus Bechterew kann sich auf verschiedene Weise auf das Auge auswirken, wobei die Uveitis die häufigste Manifestation ist. In seltenen Fällen kann die Erkrankung auch den Sehnerv direkt beeinflussen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um bleibende Schäden zu vermeiden. Neben der schulmedizinischen Behandlung können auch naturheilkundliche Ansätze zur Unterstützung der Therapie eingesetzt werden. Eine ganzheitliche Betrachtung des Patienten, die sowohl körperliche als auch seelische Aspekte berücksichtigt, ist wichtig, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Die Komplementärmedizinische Behandlung ist sehr erfolgversprechend.

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