Ein Glioblastom ist eine aggressive und schnell wachsende Form von Hirntumor, die von den Gliazellen, den Stützzellen des Gehirns, ausgeht. Die Diagnose und Verlaufskontrolle des Glioblastoms stützt sich auf verschiedene diagnostische Verfahren, wobei die Magnetresonanztomographie (MRT) eine zentrale Rolle spielt.
Einleitung
Prim. Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Stefan Oberndorfer, Neurologe und Leiter der Neurologie in Sankt Pölten, betont die Herausforderungen bei der Diagnose von Hirntumoren aufgrund ihrer Vielfalt. Das Glioblastom ist eine der häufigsten und aggressivsten Hirntumorerkrankungen. Es entsteht aus den Stützzellen des Gehirns, den Gliazellen, und zeichnet sich durch sein schnelles Wachstum aus.
Diagnostische Verfahren bei Glioblastom-Erkrankungen
Es gibt eine Reihe von diagnostischen Instrumenten, die zur Verfügung stehen. Die Fachbegriffe, die hier verwendet werden, sind nicht einfach zu verstehen. Es gibt unglaublich viele Hirntumore. Also im Vergleich zu anderen Erkrankungen, Krebserkrankungen, gibt es allein im Gehirn über 120 verschiedene Arten von Tumoren. Das Glioblastom ist nur eine dieser vielen Hirntumor-Erkrankungen und leider auch eine der häufigsten.
Klinisch-neurologische Untersuchung
Vor einer klinisch-neurologischen Untersuchung braucht sich heutzutage niemand mehr zu fürchten. Es ist wichtig zu verstehen, dass eine klinisch-neurologische Untersuchung die Funktionen des Nervensystems überprüft. Die klinische Untersuchung gibt ein Abbild über die Funktion des Nervensystems.
Die klinisch-neurologische Untersuchung dient der Überprüfung der Funktionen des Nervensystems. Sie dauert etwa 15-20 Minuten und umfasst die Beurteilung der Orientierung und anderer neurologischer Funktionen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind wichtig für die Behandlungsplanung.
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Magnetresonanztomographie (MRT)
Das MRT ist mittlerweile in der Bevölkerung eine sehr, sehr bekannte Untersuchung. Also jeder Mensch, der mal Kopfschmerzen gehabt hat, der wird wahrscheinlich im Genuss eines MRTs vom Kopf kommen. Das ist mittlerweile sehr niederschwellig verfügbar. Die Genauigkeit ist sehr hoch. Es gibt auch keine Strahlenbelastung. Das einzig Unangenehme daran ist: Man kommt in eine relativ enge Röhre. Also Platzangst darf man nicht haben. Wenn man das hat, dann wird man wahrscheinlich Beruhigungstabletten brauchen. Das MRT ist für uns ganz wichtig, weil es uns einfach die Form, die Ausdehnung und die Größe dieser Erkrankung zeigt. Wir sagen oft in der Neuro-Onkologie, das sind Spezialisten, die für Hirntumore zuständig sind: Das, was wir im Bild sehen, ist oft nur die Spitze des Eisbergs. Aber es gibt uns ganz, ganz wichtige Hinweise, ob im Verlauf bestimmte Eigenschaften des Tumors aktiver werden, ob andere durch die Behandlung z.B.
Die MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das ohne Strahlenbelastung auskommt und eine hohe Genauigkeit aufweist. Sie ermöglicht die Beurteilung von Form, Ausdehnung und Größe des Tumors. Patienten mit Platzangst können vor der Untersuchung Beruhigungsmittel erhalten.
MRT-Ablauf
Für die Diagnose eines Glioblastoms gibt es Empfehlungen. Das wird normalerweise durch das behandelnde Team terminisiert und ausgemacht. Da brauchen Sie sich nicht darum zu kümmern. Also meiner Erfahrung nach sind die Patienten meistens sehr nervös vor einer MRT-Untersuchung. Klarerweise nicht, weil die MRT-Untersuchung so unangenehm ist, sondern weil man natürlich gespannt ist, wie es um den Tumor steht. Die Untersuchung selbst ist überhaupt kein Problem: Sie bekommen eine Nadel gesetzt, hier wird das Kontrastmittel gespritzt. Es ist keine Strahlenbelastung. Das Einzige, was auf Sie zukommt: Sie müssen ungefähr eine Viertelstunde in einem sehr engen Tunnel liegen Und das ist auch etwas laut, aber dafür gibt es Kopfhörer, und es ist auch dafür gesorgt, dass manchmal auch Musik gespielt wird, die Sie ein bisschen ablenkt.
Während der MRT-Untersuchung wird ein Kontrastmittel gespritzt. Die Untersuchung dauert etwa eine Viertelstunde und findet in einem engen Tunnel statt. Kopfhörer oder Musik können zur Ablenkung dienen.
Interpretation des MRT-Befundes
Das Glioblastom hat früher auch „Glioblastoma Multiforme“ geheißen. Das heißt, mit multiplen Formen, weil es auch in der MRT-Untersuchung viele Gesichter hat. Und es ist auch, ich sage mal, für einen erfahrenen Radiologen nicht immer einfach, die Bilder zu interpretieren. Wenn man da nur einen Teil des Befundes heraus nimmt, dann sieht man wahrscheinlich nie das gesamte Bild, sondern immer nur einen Puzzleteil. Der MRT-Befund ist sicher eine ganz, ganz wichtige Säule in der Interpretation im Verlauf der Erkrankung. Also natürlich sagt uns das MRT, wie es um den Tumor, um die Erkrankung steht. Also sprechen die Therapien zum Beispiel ausreichend an, oder entstehen Komplikationen? Aber insgesamt gibt es noch andere Säulen in dieser Beurteilung. Und da gehört, wie wir zuerst besprochen haben, die klinisch-neurologische Untersuchung dazu. Also ganz wichtig ist: Wie fühlen Sie sich? Wie ist Ihr Befinden? Welche Beschwerden haben Sie? Natürlich gibt es immer Unsicherheiten bei dieser Beurteilung. Darum haben wir noch andere Möglichkeiten, die Aktivität der Erkrankung zu beurteilen. Und da gehört zum Beispiel auch die Nuklearmedizin dazu, zu der wir dann noch kommen werden. Aber das MRT ist einmal der erste Anfang, und darauf basierend werden dann weitere Entscheidungen meistens im Rahmen eines interdisziplinären Tumorboards beschlossen.
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Ein typischer MRT-Befund bei Glioblastom gibt es im Grunde nicht. Das Glioblastom kann ganz unterschiedliche Formen im MRT annehmen. Das MRT spielt eine bedeutsame Rolle in der Diagnostik und weiteren Verlaufskontrolle des Glioblastoms.
Das Glioblastom kann im MRT unterschiedliche Erscheinungsformen aufweisen. Die Interpretation der Bilder erfordert Erfahrung. Der MRT-Befund ist eine wichtige Grundlage für die Beurteilung des Krankheitsverlaufs und des Therapieansprechens. Neben dem MRT sind auch das Befinden des Patienten und die klinisch-neurologische Untersuchung von Bedeutung.
Verlaufskontrolle mittels MRT
Bei einem Glioblastom wird empfohlen, ungefähr alle drei Monate ein Kontroll-MRT durchführen zu lassen. So lässt sich unter anderem der Verlauf festhalten und gegebenenfalls rechtzeitig eine Therapie einleiten.
Regelmäßige Kontroll-MRTs, etwa alle drei Monate, sind wichtig, um den Krankheitsverlauf zu überwachen und die Therapie gegebenenfalls anzupassen.
Positronenemissionstomographie (PET)
Der Begriff PET-Untersuchung steht für „Positronenemissionstomografie“. Das ist eine Untersuchung, die nur in ausgewählten Zentren auch zur Verfügung steht. Ich denke, dass das zur Routineüberprüfung beim Glioblastom nicht unbedingt notwendig ist. Das ist eine Methode, die weniger die Form und die Größe des Tumors im Auge hat, sondern sich eher auf die Aktivität, die biologische Aktivität der Tumorzellen fokussiert und konzentriert. Eine PET-Untersuchung ist auch nichts, was schlimm ist. Also man muss sich nicht fürchten davor. Das Problem dabei ist eher die Verfügbarkeit und die Organisation dahinter, aber das betrifft die Patienten nicht. Sie kriegen einen Termin, Sie kommen dorthin, Sie kriegen eine Nadel gesetzt, es wird Ihnen ein Kontrastmittel gespritzt, das ist nuklearmedizinisch markiert, das sind Proteine, und die leuchten dann in Ihrem Körper und in bestimmten Zellen, die sehr aktiv sind, eben mehr.
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Die PET-Untersuchung ist eine nuklearmedizinische Methode, die die biologische Aktivität der Tumorzellen beurteilt. Sie ist nicht immer für die Routineüberprüfung notwendig, kann aber in bestimmten Fällen hilfreich sein.
Ablauf und Bedeutung der PET-Untersuchung
Also wenn Sie die Gelegenheit haben, mit Ihrem betreuenden ärztlichen Team die Befunde zu besprechen, dann können Sie durchaus auch mal erbitten, dass man die Bilder anschaut, weil die sind auch ganz interessant manchmal, weil sie erstens schön bunt sind und weil sie ein sehr authentisches Bild vermitteln, wie es im Zentrum dieses Tumors eigentlich ausschaut. Man kriegt ein besseres Gefühl dafür. Und ich rate eher davon ab, die Befunde zu lesen, weil hier sehr viele Zahlen stehen, sehr viele Begriffe stehen, die meistens sehr verwirrend sind. Die Auswirkungen der PET-Untersuchungen sind manchmal ganz, ganz wichtig, vor allem bei nicht klaren Entscheidungssituationen. Also zum Beispiel: Ihnen geht es wunderbar, Sie haben keine Beschwerden. In der MRT-Untersuchung gibt es Hinweise darauf, dass manche Anteile des Tumors zum Beispiel in der Aktivität zugenommen haben. Wenn diese beiden Befunde zueinander passen, dann ist der Verdacht hier schon sehr groß, dass hier zum Beispiel Tumoraktivität gekommen ist.
Die PET-Untersuchung kann in unklaren Situationen wichtige Informationen liefern, insbesondere wenn MRT-Befunde und klinischer Zustand nicht übereinstimmen. Es ist ratsam, die Bilder mit dem behandelnden Team zu besprechen, anstatt die Befunde selbst zu interpretieren.
Neuropathologie
Die Neuropathologie spielt eine ganz, ganz wesentliche Rolle in der Betreuung von Hirntumorpatienten. Ich selbst bin kein Neuropathologe, darum kann ich hier im Detail auch nicht mit der Expertise hier aufwarten, die ein Neuropathologe hätte. Aber im Team ist es ganz, ganz wichtig, dass Sie einen kompetenten Neuropathologen haben. Zum einen, weil das Glioblastom auch mit anderen Erkrankungen durchaus verwechselt werden kann. Zum anderen, weil es im Verlauf der Erkrankungen, wenn zum Beispiel noch einmal Gewebe genommen wird, hier verschiedenste Veränderungen auftreten, die zum Teil auch durch die Therapie bedingt sind. Wichtig ist einerseits die Histologie, das werden Sie oft hören. Und die Molekularpathologie, das werden Sie auch öfters in diesen Befunden lesen, beschreibt dann die Eigenheiten dieses Glioblastoms, zum Beispiel mit genetischen Veränderungen wie diesem MGMT-Status oder IDH-Status oder sonst irgendwelche unbegreiflichen Abkürzungen. Ich glaube, das ist auch ganz wichtig für Sie: Man sieht ja vom Bild alleine her nicht, welche Art von Tumorerkrankung es ist. Also wir haben vom Bild nicht die Möglichkeit, eine Diagnose zu erstellen. Deshalb brauchen wir die Chirurgie. Und die Chirurgie braucht auch eine neuropathologische Untersuchung während der Operation. Das heißt, da steht auch ein Neuropathologe daneben und schaut sich sozusagen live die Gewebeproben unterm Mikroskop an und sagt dem Chirurgen dann, das könnte zum Beispiel ein Glioblastom sein oder es ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Glioblastom, auf den ersten Blick. Damit hat der Chirurg ausreichende Information, um sein weiteres chirurgisches Vorgehen danach auszurichten. Wäre es zum Beispiel eine Entzündung, würde er anders vorgehen.
Die Neuropathologie ist ein wichtiger Bestandteil der Glioblastom-Diagnostik. Sie umfasst die histologische und molekularpathologische Untersuchung von Gewebeproben, um die Art des Tumors zu bestimmen und genetische Veränderungen zu identifizieren.
Rolle der Neuropathologie während der Operation
Die endgültige Diagnose nach einer Operation dauert leider einige Zeit. Wir haben zwar den Schnellschnitt während der Operation. Für die Bestätigung brauchen wir aber noch weitere Untersuchungen. Das Material wird aufbereitet, wird gefärbt, es wird genetisch untersucht. Und bis diese ganzen Befunde vorhanden sind, dauert das in der Regel ein bis zwei Wochen.
Während der Operation führt der Neuropathologe eine Schnellschnittuntersuchung durch, um dem Chirurgen erste Informationen über die Art des Tumors zu geben. Die endgültige Diagnose dauert jedoch ein bis zwei Wochen, da weitere Untersuchungen erforderlich sind.
Histologischer und molekularpathologischer Befund
Der typische histologische Befund oder pathologische Befund eines Glioblastoms bezieht sich meistens erstens auf das, was man unter dem Mikroskop sieht. Also das wäre das Glioblastom. Das beinhaltet bestimmte Zellveränderungen. Das heißt, dass man im Mikroskop Hinweise darauf hat, dass sich die Zellen schnell teilen, dass z.B. Nekrosen auftreten, dass hier Zelluntergang vorhanden ist oder sehr viele neue Gefäße sich bilden, das heißt Gefäßproliferation. Darüber hinaus, aber sehr wichtig, was Sie auch oft in den Befunden finden, ist der sogenannte MGMT-Methylierungsstatus.
Der histologische Befund beschreibt die Zellveränderungen, die unter dem Mikroskop sichtbar sind, wie z.B. Zellteilungen, Nekrosen und Gefäßproliferation. Der MGMT-Methylierungsstatus ist ein wichtiger molekularer Marker, der die Therapie beeinflusst.
Blutuntersuchungen
Es ist nicht alleine das neuropathologische Ergebnis ausschlaggebend für die Therapie. Also natürlich ist das wichtig, was wir sehen und welche Analyseergebnisse kommen. Darüber hinaus ist es natürlich auch wichtig, wie es Ihnen geht. Und das muss man im Gespräch ausmachen. Die Blutuntersuchung, Blutkontrollen können wir Ihnen leider nicht ersparen. Die sind regelmäßig dabei, wie die bildgebenden Kontrollen mit dem MRT und anderen. Das brauchen wir deswegen, weil die Tabletten, die Sie bei dieser Erkrankung bekommen, nicht nur sozusagen einen Effekt auf die Tumorzellen machen, sondern die machen auch einen Effekt auf die blutbildenden Zellen. Das ist ein Nebeneffekt, der sehr häufig auftritt. Ist nicht schlimm, aber man muss es kontrollieren, weil in Einzelfällen kann das Herabsetzen dieser einzelnen Zellreihen, zum Beispiel der roten Blutkörperchen, zu Komplikationen führen. Um das zu vermeiden, müssen Sie regelmäßig eine Kontrolle machen. Die Häufigkeit der Blutuntersuchungen variiert sehr stark. Also am Beginn braucht man zum Beispiel vor der Operation sicher eine Blutuntersuchung, nach der Operation natürlich, bevor die Strahlentherapie beginnt. Das ist die Standardtherapie gemeinsam mit einer Chemotherapie.
Regelmäßige Blutuntersuchungen sind notwendig, um die Auswirkungen der Therapie auf die blutbildenden Zellen zu überwachen und Komplikationen zu vermeiden. Die Häufigkeit der Untersuchungen variiert je nach Therapiephase.
Weitere diagnostische Verfahren
Das eine ist zum Beispiel das EEG, das heißt Elektroenzephalografie. Bei dieser Untersuchung wird eine Haube aufgesetzt oder werden Elektroden an den Kopf angebracht, und die leiten die elektrische Aktivität der Hirnrinde ab. Wenn man unter epileptischen Anfällen leidet, das kann man sehr gut behandeln. Das ist eine sehr gute Behandlungsmethode. Die Computertomografie oder das CT ist eine noch einfachere, verfügbare diagnostische Methode im Vergleich zum MRT. Sie hat den Vorteil, dass es weniger lang dauert. Das ist in ein paar Minuten im Prinzip erledigt. Und Sie müssen auch nicht in so einen langen Tunnel hinein. Das ist für Menschen mit Platzangst natürlich leichter erträglich. Der Nachteil ist: Die Auflösung der Bilder ist bei weitem nicht so gut wie bei einer Kernspin-Tomografie.
Zusätzlich zu den oben genannten Verfahren können auch ein Elektroenzephalogramm (EEG) zur Überwachung der Hirnaktivität und eine Computertomographie (CT) eingesetzt werden. Die CT ist schneller als die MRT, bietet aber eine geringere Auflösung.
Therapie des Glioblastoms
Die Behandlung von Glioblastomen erfordert einen multidisziplinären Ansatz und wird idealerweise in einem zertifizierten neuroonkologischen Zentrum durchgeführt. Die Therapieentscheidungen werden in einem interdisziplinären Tumorboard getroffen, wobei das Resektionsausmaß ein wichtiger prognostischer Faktor ist.
Operative Resektion
Die RANO-Resect-Gruppe empfiehlt eine supramaximale Resektion (vollständige Entfernung der KM-aufnehmenden Tumoranteile und ≤ 5 cm3 nicht-KM-aufnehmende Resttumoranteile) bzw. die maximal sichere Resektion der KM-aufnehmenden Tumoranteile (≤ 1 cm3 KM-aufnehmender Resttumor).
Radiochemotherapie
Sollte eine Studienteilnahme nicht möglich sein, erfolgt die Einleitung einer kombinierten Radiochemotherapie, bestehend in einer Strahlentherapie mit einer Gesamtdosis bis zu 60 Gy in 30 Fraktionen (2 Gy Einzeldosis) auf die erweiterte Tumorregion und einer begleitenden Chemotherapie mit Temozolomid in einer täglichen Dosis von 75 mg/m2 Körperoberfläche (KOF). Hiernach erfolgt eine Erhaltungschemotherapie mit Temozolomid mit bis zu sechs 28-tägigen Zyklen, wobei die Temozolomideinnahme an den ersten 5 Tagen des Zyklus mit einer Dosis von jeweils 150 bis 200 mg/m2 KOF erfolgt (5/28-Schema).
MGMT-Methylierungsstatus
Der Methylierungsstatus des MGMT-Genpromotors ist ein wichtiger molekularer Marker in Glioblastomen. Bei Patienten mit methyliertem MGMT-Genpromotor sprechen alkylierende Chemotherapien wie Temozolomid in der Regel besser an.
Weitere Therapieoptionen
- TTFields (Tumor Treating Fields): Eine physikalische Therapie mit elektrischen Wechselstromfeldern, die die Mitose stören soll.
- Personalisierte Medizin: In Fällen, in denen alle zugelassenen Therapieoptionen ausgeschöpft sind, kann eine erweiterte molekulare Diagnostik durchgeführt werden, um therapierelevante Veränderungen im Tumorgewebe zu detektieren und eine personalisierte, biomarkergesteuerte Behandlung zu ermöglichen.
Differenzialdiagnosen und weitere Hirntumoren
Neben dem Glioblastom gibt es noch andere Hirntumoren, die in der Diagnostik berücksichtigt werden müssen:
- Meningeome: Tumore, die von den Hirnhäuten ausgehen und meist gutartig sind.
- ZNS-Lymphome: Seltene, hochmaligne Form des Non-Hodgkin-Lymphoms, die im Gewebe des ZNS auftritt.
- Hirnmetastasen: Absiedelungen von Krebserkrankungen anderer Organe im Gehirn.
- Astrozytome: Gliome, die von Astrozyten ausgehen.
- Oligodendrogliome: Gliome, die von Oligodendrozyten ausgehen.
- Ependymome: Tumoren, die von der Auskleidung der Hirnkammern ausgehen.
- Gangliogliome: Mischtumoren, die eine gliale und neurale Komponente haben.
Symptome von Hirntumoren
Es gibt keine Leitsymptome, anhand derer Betroffene erkennen können, dass sie an einem primären Hirntumor oder Metastasen erkrankt sind. Grundsätzlich sollten anhaltende, sich verschlimmernde Kopfschmerzen, Schwindelgefühle sowie Übelkeit oder Erbrechen ernst genommen werden und Anlass für einen Termin beim Arzt sein.
Zusammenfassung
Die MRT-Aufnahme ist ein wichtiges Instrument bei der Diagnose und Verlaufskontrolle von Glioblastomen. In Kombination mit anderen diagnostischen Verfahren und unter Berücksichtigung des klinischen Zustands des Patienten ermöglicht sie eine optimale Behandlungsplanung. Die Therapie des Glioblastoms erfordert einen multidisziplinären Ansatz und wird idealerweise in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt.
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