MRT-Nebenwirkungen: Ein umfassender Überblick über Nervenstimulation, Kontrastmittel und Sicherheit

Die Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt, ist ein modernes bildgebendes Verfahren in der Radiologie, das detaillierte dreidimensionale Schnittbilder erzeugt, ähnlich wie bei der Computertomographie. Im Gegensatz zur CT arbeitet die MRT jedoch nicht mit Röntgenstrahlen und vermeidet somit eine Strahlenbelastung für den Patienten. Stattdessen nutzt sie ein starkes Magnetfeld und Hochfrequenzwellen, um auf die Wasserstoffatome (Protonen) im Körper einzuwirken. Die MRT eignet sich besonders gut für die Untersuchung von Weichteilen.

Grundlagen der MRT-Technologie

Die MRT basiert auf der Nutzung eines starken, statischen Magnetfelds zur Erzeugung der sogenannten Kernmagnetisierung. Studien haben bisher keine nachteiligen gesundheitlichen Auswirkungen dieses Magnetfelds festgestellt. Ein potenzielles Risiko besteht jedoch in der magnetischen Anziehungskraft auf metallische und ferromagnetische Gegenstände, die im Magnetfeld stark beschleunigt werden und zu gefährlichen Projektilen werden können. Aus diesem Grund dürfen sich keine derartigen Gegenstände im MRT-Raum befinden.

Zusätzlich zu dem statischen Magnetfeld verwendet die MRT gepulste elektromagnetische Hochfrequenz-Felder, die das Spinsystem anregen und zu einer Erwärmung des Körpergewebes des Patienten um maximal 1 Grad Celsius führen können. Es erfolgt jedoch ein rascher, natürlicher Temperaturausgleich, sodass keine Gefahr für die Gesundheit besteht. Komplexe Monitorsysteme gewährleisten die Überwachung der Temperatur.

Ein drittes Feld, das für eine erfolgreiche MRT benötigt wird, ist ein sogenanntes gepulstes, schwaches Magnetfeld, das als Gradientenfeld bezeichnet wird. Bei schneller Schaltung kann dieses Feld Nerven- oder Muskelzellen im Körper des Patienten stimulieren, was zu Kontraktionen im Brustbereich, in der Schulter, der Hüfte, im Gesäß oder an der Nase sowie zu Herzrasen führen kann.

Kontraindikationen für eine MRT-Untersuchung

Es gibt absolute und relative Gegenanzeigen für eine MRT-Untersuchung:

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Absolute Gegenanzeigen (Kontraindikationen):

  • Herzschrittmacher
  • Viele mechanische Herzklappen
  • Hirn- und Rückenmarkstimulatoren sowie die meisten anderen in den Körper implantierten, elektrisch-stimulierenden Geräte
  • Insulinpumpen oder andere Medikamentenpumpen
  • Einige ventrikuloperitoneale Shunts (VP-Shunts)
  • Cochleaimplantate
  • Metallfremdkörper in den Weichteilen des Körpers, z.B. in den Augen, in der Bauch- oder Brusthöhle
  • Schwangerschaft im ersten Drittel

Relative Gegenanzeigen (Kontraindikationen):

  • Platzangst
  • Prothetischer Gelenkersatz
  • Tattoos/Tätowierungen
  • Gefäßstents, z.B. in den Herzkranzgefäßen

Vor einer MRT-Untersuchung ist es wichtig, den Arzt über eventuelle Implantate, Schwangerschaft oder Allergien zu informieren.

Die Rolle von Kontrastmitteln in der MRT

Die MRT dient dazu, Gewebestrukturen im Inneren des Körpers sichtbar zu machen. Da einige Gewebearten auf MRT-Aufnahmen sehr ähnlich aussehen können, werden manchmal Kontrastmittel eingesetzt, um sie besser voneinander unterscheiden zu können. Diese Kontrastmittel sind in der Regel gut verträglich, können aber auch Nebenwirkungen verursachen.

Arten von MRT-Kontrastmitteln

  • Gadolinium-Kontrastmittel: Sie werden am häufigsten verwendet und in der Regel intravenös in den Arm oder die Leiste injiziert. Gadolinium ist ein Metall, das im Kontrastmittel in gebundener Form enthalten ist.
  • Eisenoxid- und Manganverbindungen: Diese können auch oral eingenommen werden.

Gadolinium-Kontrastmittel reichern sich in gut durchbluteten Bereichen an und verbessern die Darstellung von Nervenstrukturen, Schäden, Tumoren und Entzündungsherden, z. B. bei Multipler Sklerose. Sie helfen auch bei der Erkennung von Durchblutungsstörungen und der besseren Unterscheidung verschiedener Weichteilstrukturen, z. B. im Knie.

Risiken und Nebenwirkungen von Kontrastmitteln

Gesunde Menschen vertragen MRT-Kontrastmittel in der Regel gut. Gelegentlich treten leichte Nebenwirkungen wie Wärme-, Kälte- oder Kribbelgefühle in den Extremitäten auf. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auftreten, die sich meist durch leichte Hautrötungen an der Injektionsstelle äußern. Diese Symptome verschwinden in der Regel schnell wieder durch die Gabe von Gegenmitteln.

Da das Kontrastmittel über die Nieren ausgeschieden wird, prüft der Arzt vor der Untersuchung die Nierenfunktion des Patienten. Eine Nierenfunktionsstörung kann das Risiko einer nephrogenen systemischen Fibrose (NSF) erhöhen, einer seltenen Erkrankung, bei der sich die Haut, das Bindegewebe und die Körperorgane verdicken.

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Es gibt Bedenken hinsichtlich der Ablagerung von Gadolinium im Körper, insbesondere im Gehirn. Studien haben gezeigt, dass Spuren von Gadolinium auch Jahre nach der Untersuchung in Organen wie Leber, Nieren, Haut, Knochen und Gehirn nachweisbar sind. Bisher gibt es keine eindeutigen Beweise dafür, welche Gesundheitsschäden genau durch abgelagertes Gadolinium verursacht werden. Einige Patienten mit Gadolinium-Vergiftung weisen jedoch Symptome wie Kopf-, Knochen- und Ganzkörperschmerzen, Schwäche, Muskelzuckungen sowie Konzentrationsprobleme und Müdigkeit auf.

Aufgrund dieser Risiken hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfohlen, bestimmte lineare Kontrastmittel mit Gadolinium seit dem 1. Juli 2018 vom Markt zu nehmen. Weiterhin zugelassen und als unbedenklicher gelten sogenannte makrozyklische Kontrastmittel mit Gadolinium, die das Metall besser binden und im Körper nicht freisetzen.

Alternativen zur Kontrastmittelgabe

Nicht immer ist der Einsatz von Kontrastmitteln bei MRT-Untersuchungen erforderlich. Entscheidend ist, welche Körperregion näher betrachtet werden soll und ob die zu untersuchende Person an Erkrankungen leidet, für die der Einsatz von Kontrastmittel ein Risiko darstellt. Viele MRT-Untersuchungen finden ohne Kontrastmittel statt und liefern dennoch aussagekräftige Bilder für die Diagnostik.

Bei bestimmten Fragestellungen oder kleinen krankhaften Veränderungen der Organstruktur ermöglichen Kontrastmittel aber genauere Befunde. Sie können auch kleine Blutgefäße darstellen und wichtige Informationen zur Durchblutung liefern, was für die Früherkennung von Tumoren besonders wichtig ist.

Wissenschaftler arbeiten zudem an Alternativen zu Gadolinium-basierten Kontrastmitteln. So ist es beispielsweise gelungen, Gehirntumore mithilfe von Traubenzucker (Glukose) darzustellen, da Tumore einen sehr hohen Energiebedarf haben und entsprechend viel Zucker aufnehmen.

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Spezifische MRT-Untersuchungen und Kontrastmittel

  • MRT vom Kopf: Bei einer MRT vom Kopf kann das Kontrastmittel helfen, feinste Strukturen im Gehirn besser voneinander zu unterscheiden und Schäden, Tumore, Entzündungsherde und Durchblutungsstörungen schneller zu erkennen.
  • MRT vom Knie: Beim MRT vom Knie sorgt das Kontrastmittel für einen guten Kontrast zwischen den verschiedenen Weichteilstrukturen und hilft dem Arzt, feine Risse im Meniskus sowie Durchblutungsstörungen zu erkennen.
  • MRT des Herzens (Kardio-MRT): Hier ist die Verwendung eines gadoliniumhaltigen MRT-Kontrastmittels oft ein wichtiger Bestandteil, um Durchblutungsstörungen, Narbenbereiche und entzündliche Veränderungen sichtbar zu machen.

Vorbereitung und Ablauf einer MRT-Untersuchung

Vor einer MRT-Untersuchung sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Informieren Sie Ihren Arzt über alle relevanten Vorerkrankungen, Allergien, Medikamente und Implantate.
  • Bringen Sie alle relevanten Unterlagen mit, wie z.B. Überweisungsschein, Vorbefunde und Informationen zu Implantaten.
  • Legen Sie alle metallischen Gegenstände ab, einschließlich Schmuck, Uhren, Hörgeräte und Kreditkarten.
  • Tragen Sie bequeme Kleidung ohne Metallgegenstände.
  • Wenn Sie unter Platzangst leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit der Verabreichung eines Beruhigungsmittels.
  • Bei einer Untersuchung des Herzens (Kardio-MRT) sollten Sie am Tag der Untersuchung keinen Kaffee trinken.
  • Bei einer Untersuchung der Brust (Mamma-MRT) sollte die Untersuchung idealerweise zwischen dem 6. und 12. Tag nach dem 1. Tag der Periode stattfinden.

Während der Untersuchung liegen Sie auf einer Liege, die sich in die Öffnung des MRT-Geräts bewegt. An- und abschaltende Magnetfelder erzeugen laute, klopfende Geräusche, gegen die Sie Ohrstöpsel oder einen Ohrschutz erhalten. Die Untersuchung dauert je nach untersuchter Körperregion und Fragestellung wenige Minuten bis zu einer halben Stunde. Es ist wichtig, dass Sie sich während der Untersuchung nicht bewegen und - bei Atemkommandos - diesen strikt folgen, um unscharfe Bilder zu vermeiden.

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