Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet ist und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Viele Menschen suchen neben der konventionellen medizinischen Behandlung nach ergänzenden Ansätzen zur Linderung ihrer Symptome. Methylsulfonylmethan (MSM) ist eine natürlich vorkommende Schwefelverbindung, die als Nahrungsergänzungsmittel aufgrund ihrer potenziellen entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften immer beliebter wird. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Datenlage zur MSM-Dosierung bei Migräne, ihre Wirkungsweise, empfohlene Dosierungen und wichtige Hinweise.
Was ist MSM?
MSM, kurz für Methylsulfonylmethan, ist auch als Dimethylsulfon bekannt. Dabei handelt es sich um eine organische Schwefelverbindung, die den menschlichen Körper mit wertvollem natürlichem Schwefel versorgen kann. MSM kommt natürlicherweise in Pflanzen, Tieren und Menschen vor. Es ist ein Metabolit von Dimethylsulfoxid (DMSO), einem registrierten Arzneimittel, dessen biochemische Eigenschaften und biologischen Anwendungsbereiche in zahlreichen wissenschaftlichen Studien untersucht wurden.
Schwefel ist ein essentieller Mineralstoff und für den Körper unersetzlich. Er ist ein wichtiger Bestandteil vieler körpereigener Stoffe, wie beispielsweise von Enzymen, von Hormonen (z. B. Insulin), von Glutathion (einem körpereigenen Antioxidans) und vielen wichtigen Aminosäuren (z. B. Cystein und Methionin). Schwefel ist auch ein wichtiger Baustein für das Strukturprotein Kollagen, das Gewebe wie die Haut, Gefäße und Knorpel fest und gleichzeitig geschmeidig hält.
Mögliche Wirkungsweise von MSM bei Migräne
Migräne entsteht durch die Aktivierung des trigeminovaskulären Systems. Häufige Trigger sind Stress, Schlafmangel, unregelmäßige Mahlzeiten, bestimmte Hormonschwankungen und sensorische Reize.
MSM kann in Zell- und Tiermodellen die Aktivierung des NLRP3-Inflammasoms dämpfen und proinflammatorische Zytokine reduzieren. Da Migräne unter anderem mit neuroinflammatorischen Prozessen verknüpft ist, erscheint dieser Mechanismus grundsätzlich plausibel. MSM könnte Entzündungswege beeinflussen.
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Die Befürworter von MSM als Nahrungsergänzungsmittel versprechen sich von MSM vor allem eine Stärkung des Immunsystems, Verbesserung von Allergiesymptomen, Verringerungen von Muskelschäden bei Sportlern, Verbesserung der Magen-Darm-Funktionen, Unterstützung bei der Krebstherapie, Entgiftungsunterstützung sowie zarte Haut, starke Nägel und schönere Haare.
Studienlage zu MSM bei Migräne
Zur migränespezifischen Wirksamkeit von MSM liegen derzeit nur sehr wenige und keine großen, hochwertigen randomisierten Studien vor. Es gibt RCTs zu MSM bei anderen Schmerz- oder Belastungsmodellen (z. B. Arthrose, Muskelkater). Es fehlen randomisierte, placebokontrollierte Studien mit Migräne-Betroffenen, die Migränetage/Monat (MMD), Attackenschwere, Bedarf an Akutmedikation und Lebensqualität als Hauptendpunkte prüfen. Aktuell gibt es keine robusten RCTs zu MSM bei Migräne.
Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass MSM entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzt. In der Kopfschmerzforschung steht „MSM“ häufig für „migraine-specific medication“ (z. B. Triptane).
Empfohlene Dosierung von MSM
Für MSM existieren keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben zu Migräne nach der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Die Dosierung von MSM bei Arthrose und chronischen Schmerzen im Gelenkbereich liegt laut verschiedener Studien zwischen 3 und 6 Gramm täglich, aufgeteilt auf zwei bis drei Dosierungen.
Orientierungswerte - individuelle Faktoren (Diagnosen, Medikamente, Schwangerschaft/Stillzeit) berücksichtigen. Für eine neutrale Übersicht zu Produktformen beachten Sie die Angaben auf dem Etikett, z. B. bei MSM-Kapseln (OptiMSM). Langsam auftitrieren, nach 8 Wochen nüchtern bilanzieren.
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Empfindliche Personen beginnen mit der kleinstmöglichen Dosierung (z. B. 500 mg pro Tag) und steigern diese dann alle paar Tage bzw. zwei Wochen auf die vom Hersteller empfohlene Dosis, z. B. 2000 bis 3000 mg.
In schwerwiegenden Fällen, etwa bei Arthrose, starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, kann die Dosierung langsam auch auf bis zu 9000 mg am Tag erhöht werden. Wenn Sie mit zu hohen Einzeldosen von 4000 mg und mehr starten, kann es zu Magen-Darm-Irritationen mit Gasbildung und häufigerem Stuhlgang kommen.
Es ist wichtig, die Dosierung langsam zu steigern, um mögliche Nebenwirkungen zu minimieren.
Wichtige Hinweise zur Einnahme von MSM
- Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
- Empfohlene tägliche Verzehrmenge nicht überschreiten.
- MSM gilt in üblichen Dosierungen als gut verträglich.
- Direkte Wechselwirkungen sind nicht bekannt, die Datenlage ist jedoch begrenzt.
- MSM ist nicht als Akutmedikation geeignet und ersetzt Triptane nicht.
- Prüfen Sie den persönlichen Nutzen nach etwa 8 Wochen anhand eines Tagebuchs.
- Sprechen Sie die Einnahme von MSM mit Ihrem Arzt ab, insbesondere wenn Sie andere Medikamente einnehmen oder unterVorerkrankungen leiden.
Mögliche Nebenwirkungen von MSM
MSM gilt allgemein als gut verträglich. Nebenwirkungen sind selten und meist mild. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:
- Verdauungsbeschwerden (Blähungen, Durchfall, Übelkeit)
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- Hautausschläge
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, reduzieren Sie Ihre Dosis oder setzen Sie MSM erst einmal ab, warten einige Tage und starten dann erneut mit der Einnahme.
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MSM und andere Nährstoffe bei Migräne
Neben MSM werden einige Nährstoffe in Leitlinien und Reviews für die Prophylaxe diskutiert. Orientierung: 300-600 mg/Tag (z. B. Magnesium). Für Magnesium, Vitamin B2 und CoQ10 gibt es - im Unterschied zu MSM - mehrere migränespezifische Studien.
Die positiven Effekte von MSM können durch die gleichzeitige Einnahme von Vitamin C verstärkt werden. Sie könnten z. B. MSM-Pulver in Wasser auflösen und etwas Orangensaft dazugeben oder Zitronensaft - beide liefern auch gleichzeitig Vitamin C.
Sinnvoll könnten auch Kombinationspräparate sein, z. B. mit Glucosamin und Chondroitin.
MSM bei hormoneller Migräne
„Hormonelle“ Migräne meint Attacken rund um die Menstruation. Hier kommen - je nach Situation - ärztlich gesteuerte Strategien (z. B. Kurzzeit-Prophylaxe, Magnesium, verhaltenstherapeutische Maßnahmen) infrage.