Einführung
In der heutigen schnelllebigen Welt suchen viele Menschen nach natürlichen Wegen, um Stress abzubauen und ihr Wohlbefinden zu verbessern. Finger-Yoga, auch bekannt als Mudras, bietet eine einfache und zugängliche Möglichkeit, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Diese bewussten Fingergesten können helfen, Stress abzubauen, Anspannungen zu lösen und sogar Kopfschmerzen und Migräne zu lindern. Dieser Artikel untersucht die Anwendung von Mudras gegen Migräne und Kopfschmerzen und bietet eine umfassende Anleitung zu verschiedenen Techniken und ihrer Anwendung.
Was sind Mudras?
Mudras sind bewusste Gesten der Finger, die im Yoga und in der ayurvedischen Medizin verwendet werden, um den Energiefluss im Körper zu lenken. Sie stimulieren Energiebahnen, die sich wie ein Netz durch den Körper ziehen und deren Anfangs- und Endpunkte unter anderem in den Handflächen liegen. Durch die Aktivierung dieser Energiebahnen können Mudras dazu beitragen, körperliche und geistige Beschwerden zu lindern.
Mudras gegen Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Art von Kopfschmerzen und äußern sich oft als dumpfer, drückender Schmerz auf beiden Seiten des Kopfes. Mudras können eine einfache, aber gezielte Möglichkeit sein, Spannungskopfschmerzen zu bekämpfen.
Shaakini-Mudra
Die Shaakini-Mudra löst Verspannungen des Nackens und der Kiefergelenke, die oft zu Spannungskopfschmerzen beitragen.
- Vorbereitung: Legen Sie die Hände in den Nacken, drücken Sie die Finger etwas in die Muskulatur und streichen Sie mindestens zehn Mal vom Haaransatz in Richtung Schultern. Gleichzeitig ziehen Sie mit jedem Abwärtsstreifen das Kinn zur Brust.
- Ausführung: Halten Sie die Mudra für 7 bis 21 Atemzüge.
Trommel-Mudra
Die Trommel-Mudra beruhigt und macht den Kopf frei, indem sie Verkrampfungen und Anspannungen löst.
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- Vorbereitung: Trommeln Sie eine Minute lang locker mit den Fingern auf eine harte Unterlage. Pressen Sie Ihre Hände fest auf die Unterlage und lassen Sie alle Spannungen mit einer langen und tiefen Ausatmung durch Arme, Hände und Fingerspitzen in die Unterlage hineingleiten.
- Ausführung: Legen Sie die ersten Glieder der Daumen- und Mittelfingerinnenseiten aneinander. Zeigefinger, Ringfinger und kleinen Finger beugen Sie nach innen. Legen Sie Ihre Hände auf die Oberschenkel ab. Halten Sie die Mudra für 7 bis 21 Atemzüge.
Weitere Mudras gegen Spannungskopfschmerzen
- Legen Sie beide Daumenspitzen und beide Mittelfingerspitzen zusammen. Alle anderen Finger klappen Sie nach unten und legen die Fingerrücken zusammen. Halten Sie die Mudra vor Ihrem Kopf. Atmen Sie 3x kräftig aus, um alles Belastende loszulassen. Halten Sie die Mudra für mindestens 5 Minuten.
- Strecken Sie die Zeige- und Mittelfinger aus und legen Sie die Fingerspitzen der ausgestreckten Finger an die Augenbrauen. Die Mittelfinger liegen über der Nasenwurzel und berühren sich leicht. Die Zeigefinger liegen am äußeren Ende der Augenbrauen. Halten Sie die Mudra mit geschlossenen Augen mindestens 5 Minuten.
- Legen Sie die Ringfinger auf die Handballen unter den Daumen. Die Daumenspitzen berühren die Spitzen von Zeige- und Mittelfinger. Die kleinen Finger werden gestreckt. Atmen Sie gleichmäßig ein und aus. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie Ihr Kopf befreit und ganz leer wird von allen Gedanken, um sich erholen zu können. Halten Sie die Mudra für mindestens 5 Minuten.
- Legen Sie die Fingerspitzen von Daumen, kleinem Finger und Ringfinger zusammen. Die Mittel- und Zeigefinger werden ausgestreckt. Halten Sie die Mudra mindestens 5 Minuten. Atmen Sie gleichmäßig ein und aus, lassen Sie die Schultern ganz locker hängen. Die Hände sollten auf Ihren Oberschenkeln liegen. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich vor, wie Sie den Rausch aus Ihrem Kopf herunterziehen und mit dem Ausatmen loswerden.
- Legen Sie beide Hände an die Schläfen, fahren Sie mit den Fingerspitzen nach oben über die Seiten des Kopfes. Die Finger fahren so weit, dass sich die Fingerspitzen seitlich berühren. Lassen Sie die Hände nun auf dem Kopf liegen, atmen Sie ein und aus, wobei Sie die Ausatmung betonen und die Position mindestens 2 Minuten lang halten.
- Legen Sie die Fingerspitzen auf die Stirn; die kleinen Finger berühren sich an der Nasenwurzel. Die Ringfinger berühren sich in der Mitte der Stirn (Stirnchakra). Die Mittelfinger liegen rechts und links am Haaransatz, die Zeigefinger im Bereich der Schläfen. Halten Sie die Position mindestens 5 Minuten und atmen Sie gleichmäßig.
Mudras gegen Migräne
Migräne ist eine spezielle Form von Kopfschmerzen, die oft von neurologischen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet wird. Mudras können helfen, die Symptome von Migräne zu lindern und die Häufigkeit von Anfällen zu reduzieren.
Mahashiris Mudra
Die Mahashiris Mudra ist speziell für den Kopf entwickelt und kann bei Kopfschmerzen und Migräne helfen.
- Ausführung: Verbinden Sie Zeigefinger, Mittelfinger und Daumen miteinander. Die Ringfinger gehen an den Beginn des Daumens und die kleinen Finger sind abgespreizt. Sie können die Hand entweder in der Meditation auf die Knie oder Oberschenkel legen oder die Mudra am Schreibtisch ausführen.
- Wirkung: Diese Mudra verbindet das Element Feuer (Daumen) mit Luft (Zeigefinger) und Äther (Mittelfinger). Dies kann bei Kopfschmerzen helfen, die mit Kälte oder Überreizung verbunden sind. Der Ringfinger (Erdelement) erdet das Feuer und beruhigt. Die kleinen Finger (Wasserelement) sorgen für den Fluss.
Mahasirs-Mudra
- Ausführung: Der Ringfinger wird gegen den Daumenballen gedrückt. Die Fingerspitzen von Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger berühren sich derweil und der kleine Finger wird ausgestreckt.
- Wirkung: Die Mudra hilft, Spannungen zu lösen und uns damit von Kopfschmerzen zu befreien.
Weitere Yoga-Übungen gegen Kopfschmerzen und Migräne
Neben Mudras gibt es auch andere Yoga-Übungen, die bei Kopfschmerzen und Migräne helfen können.
- Dehnübungen im Halsbereich: Bewusste Kopfdrehungen, eine Bewegung des Kinns auf die Brust oder eine Überstreckung in die entgegengesetzte Richtung sorgen für die Lockerung der verspannten Muskulatur.
- Vorwärtsbeuge: Legen Sie sich auf Ihre Yoga-Matte. Verschränken Sie die Hände im Venusschloss im Nacken und heben Sie einatmend den Kopf leicht an. Atmen Sie hier für eine bis drei Minuten lang und tief. Mit einer Ausatmung legen Sie den Kopf wieder sanft ab.
- Drehungen im Sitzen: Setzen Sie sich auf die Fersen. Wenn nötig, platzieren Sie ein Handtuch oder eine gerollte Decke zwischen Ober- und Unterschenkel oder verwenden Sie ein Meditationskissen. Legen Sie die Hände mit den Handflächen nach unten auf die Oberschenkel und strecken Sie die Wirbelsäule sehr gerade. Drehen Sie mit geschlossenen Augen langsam den Kopf nach links und sagen Sie innerlich SAT. Mit dem Ausatmen bewegen Sie den Kopf nach rechts, NAM denkend. Tun Sie dies ganz bewusst für ein bis drei Minuten, so als ob Sie mit dem Kinn eine Tortenplatte abwischen würden.
- Gyan Mudra mit Armhebung: Setzen Sie sich in die Einfache Haltung. Bringen Sie Daumen und Zeigefinger in Gyan Mudra zusammen. Strecken Sie die Arme in einem 70-Grad-Winkel nach oben aus. Schließen Sie die Augen und schauen Sie von innen auf Ihren Haaransatz. Halten Sie die Position mit normalem Atem bis zu elf Minuten.
- Arme in den Achselhöhlen: Setzen Sie sich in die Einfache Haltung. Kreuzen Sie die Arme über der Brust und klemmen Sie die Hände in die Achselhöhlen, die Handflächen liegen am Körper, Daumen außen. Heben Sie die Schultern hoch, ohne den Nacken zu verkrampfen. Die Augen sind geschlossen. Der Atem verlangsamt sich allmählich und automatisch.
Weitere Tipps zur Vorbeugung von Kopfschmerzen und Migräne
- Mäßigung: Üben Sie Mäßigung in allen Bereichen Ihres Lebens. Vermeiden Sie Übertreibungen und finden Sie das richtige Maß in Bezug auf Arbeit, Ernährung, Schlaf und Entspannung.
- Regelmäßiger Schlaf: Achten Sie auf ausreichend und regelmäßigen Schlaf.
- Entspannung: Integrieren Sie Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen in Ihren Alltag.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, Stress abzubauen und Kopfschmerzen vorzubeugen.
- Auslöser vermeiden: Identifizieren Sie Ihre individuellen Auslöser für Kopfschmerzen und Migräne und vermeiden Sie diese. Häufige Auslöser sind Stress, bestimmte Nahrungsmittel, Schlafmangel und Dehydration.
- Ausreichend Wasser trinken: Trinken Sie ausreichend stilles Wasser, um Dehydration vorzubeugen.
- Ernährung: Nehmen Sie essenzielle Fette zu sich, zum Beispiel Leinöl oder Hanföl.
- Entgiftung: Entgiften Sie den Körper.
- Heilkräuter: Als Heilkräuter sind Pestwurz, Mutterkraut und Weidenrinde hilfreich - sowie Pfefferminzöl, auf die Schläfen aufgetragen.
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