Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, von der in Deutschland schätzungsweise 130.000 Menschen betroffen sind. Diese Krankheit manifestiert sich oft in Schüben und kann zu Nervenschmerzen, Sehstörungen, Fatigue und Lähmungen führen. Trotz intensiver Forschung ist MS bis heute nicht heilbar. Betroffene und ihre Familien sind daher auf die Unterstützung von Spendenorganisationen angewiesen, um nicht nur die Forschung voranzutreiben, sondern auch die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern.
Die Realität von MS-Erkrankten
Die Diagnose MS trifft viele Menschen im jungen Erwachsenenalter, einer Zeit, in der Familienplanung und berufliche Karriere im Vordergrund stehen. Die unvorhersehbaren Symptome, die von Blasenschwäche und Sehstörungen bis hin zu schweren Lähmungen reichen können, stürzen die Betroffenen oft in ein tiefes Loch. Viele MS-Kranke leiden nicht nur an ihrer Krankheit selbst, sondern auch an den finanziellen Belastungen, die damit einhergehen. Bescheidene staatliche Zuschüsse reichen oft nicht aus, um die Wohnung behindertengerecht umzubauen oder einen dringend benötigten Urlaub zu finanzieren. In manchen Fällen müssen Kinder die Rolle der Mutter und Hausfrau übernehmen, wenn die Mutter an MS erkrankt ist.
Die Rolle der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)
Die "Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft" (DMSG) ist eine der wichtigsten Anlaufstellen für MS-Erkrankte in Deutschland. Sie bietet umfassende Hilfe und Unterstützung in medizinischen, psychologischen und sozialrechtlichen Belangen. Die DMSG fördert die Selbsthilfe in mehr als 850 Kontaktgruppen und investiert in die Erforschung der MS, um die Behandlung zu verbessern und die Krankheit eines Tages zu besiegen.
Die DMSG finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse der öffentlichen Hand, Erbschaften, Vermächtnisse und Spenden. Der DMSG-Bundesverband ist als gemeinnützig anerkannt und legt die Verwendung seiner Mittel offen. Ehrenamtliche Mitarbeiter sind ein wertvoller und unverzichtbarer Bestandteil der DMSG. Sie übernehmen Verantwortung und setzen sich für Menschen mit MS ein, sei es bei der Organisation von Projekten, bei Veranstaltungen, in Form von Besuchsdiensten, bei Freizeiten und Ausflügen, bei Fahrdiensten, in der Beratung, Pflege und Betreuung der schwerer Erkrankten oder der Gestaltung von Gruppennachmittagen, Bastel-, Tanz- und Therapiekreisen.
Die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung
Die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung, gegründet von der Familie Todenhöfer, arbeitet partnerschaftlich mit der DMSG zusammen, um denjenigen zu helfen, denen es besonders schlecht geht und denen weder der Staat noch andere karitative Organisationen helfen können. Das Grundkapital der Stiftung wurde von der Familie finanziert, und alle Personal- und Verwaltungskosten sowie einige Projekte können direkt durch die Stiftung finanziert werden.
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Weitere wichtige Organisationen und Initiativen
Neben der DMSG und der Nathalie-Todenhöfer-Stiftung gibt es eine Vielzahl weiterer Organisationen und Initiativen, die sich der Unterstützung von MS-Erkrankten und der Erforschung der Krankheit widmen:
- AMSEL (Aktion Multiple Sklerose Erkrankter Landesverband Baden-Württemberg e.V.): AMSEL bietet fachkundige Beratungen, Informationen und vielfältige Angebote für MS-Erkrankte und ihre Familien in Baden-Württemberg. Die Organisation unterhält ein breites Netzwerk an ehrenamtlich arbeitenden Kontaktgruppen und unterstützt MS-Erkrankte in allen Lebenslagen.
- KKNMS e.V. (Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose): Der KKNMS ist ein spendenfinanzierter Verein, der sich für eine qualitativ hochwertige und sichere Behandlung von MS-Patienten einsetzt. Der Verein erstellt Therapieempfehlungen, Patientenaufklärungsbögen und führt Fortbildungen für Ärzte durch.
- Die Deutsche Multiple Sklerose Stiftung Nordrhein-Westfalen (DMSS): Die DMSS unterstützt die Forschung und die Verbesserung der Lebensqualität von MS-Erkrankten in Nordrhein-Westfalen. Sie fördert wissenschaftliche Vorhaben zur Verbesserung der Betreuung, Behandlung und Rehabilitation der Personen, die an Multipler Sklerose leiden.
- Hertie-Stiftung: Die Hertie-Stiftung engagiert sich in den Bereichen Neurowissenschaften, Bildung und gesellschaftliche Innovationen. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Caritasverband bietet die Stiftung MS-Erkrankten in finanzieller Not Hilfe an.
Wie Spenden helfen
Spenden an MS-Forschungsorganisationen bewirken eine Vielzahl positiver Veränderungen im Leben der Betroffenen:
- Förderung der Forschung: Spenden ermöglichen es, die Ursachen der MS besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Die Erforschung der MS ist zentral für die Lebensqualität MS-Erkrankter.
- Verbesserung der Lebensqualität: Spenden helfen, die Lebensqualität von MS-Erkrankten und ihren Familien zu verbessern, indem sie beispielsweise behindertengerechte Umbauten, dringend benötigte Therapien oder Erholungsurlaube finanzieren.
- Unterstützung von Selbsthilfegruppen: Spenden ermöglichen es, die Arbeit von Selbsthilfegruppen zu unterstützen, die für viele MS-Erkrankte eine wichtige Anlaufstelle für Austausch, Information und gegenseitige Hilfe sind.
- Bereitstellung von Informationen und Beratungen: Spenden tragen dazu bei, dass MS-Erkrankte und ihre Familien Zugang zu umfassenden Informationen und Beratungen erhalten, die ihnen helfen, mit der Krankheit umzugehen und ihren Alltag besser zu bewältigen.
Möglichkeiten zu Spenden
Es gibt viele Möglichkeiten, MS-Forschungsorganisationen zu unterstützen:
- Geldspenden: Geldspenden sind die häufigste und direkteste Form der Unterstützung. Sie können online, per Überweisung oder per Lastschrift getätigt werden.
- Anlassspenden: Verbinden Sie Ihre persönlichen und betrieblichen Feste mit einem Spendenaufruf für den DMSG-Bundesverband. An Geburtstagen, Jubiläen, Hochzeiten oder im Trauerfall können Sie anstelle von Geschenken oder Blumen um Spenden bitten.
- Erbschaften und Vermächtnisse: Sie können MS-Forschungsorganisationen in Ihrem Testament berücksichtigen und ihnen einen Teil Ihres Nachlasses zukommen lassen.
- Ehrenamtliche Mitarbeit: Engagieren Sie sich ehrenamtlich in einer MS-Selbsthilfegruppe oder einer anderen Organisation, die sich der Unterstützung von MS-Erkrankten widmet.
- Bußgeldzuweisungen: Sie können die DMSG mit einer Bußgeldzuweisung bedenken. Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. ist als gemeinnützig anerkannt und berechtigt Bußgelder zu empfangen.
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