Multiple Sklerose Pflege zu Hause: Tipps für Betroffene und Angehörige

Multiple Sklerose (MS), oft als "Krankheit mit den 1000 Gesichtern" bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die Gehirn und Rückenmark betrifft. Sie nimmt eine Sonderrolle unter den Erkrankungen ein, die einen Pflegegrad hervorrufen, da sie ein vielfältiges Beschwerdebild aufweist und Patienten oft vergleichsweise jung erkranken. Der Verlauf von MS ist individuell und der Pflegebedarf kann schub- und tagesformabhängig sein. Dieser Artikel bietet umfassende Informationen und praktische Tipps zur Pflege bei MS im häuslichen Umfeld, um Betroffenen und ihren Angehörigen den Alltag zu erleichtern.

Was ist Multiple Sklerose (MS)?

Multiple Sklerose, abgekürzt MS, ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem das schützende Gewebe um die Nervenzellen angreift und zerstört. Je nachdem, welche Nervenbahnen betroffen sind, können verschiedene Symptome auftreten. Der Prozess kann schleichend vorangehen oder in Schüben verlaufen, wobei die Symptome teilweise wieder verschwinden können. Häufige Beschwerden sind Taubheitsgefühle der Haut, plötzliche Sehstörungen, Müdigkeit, Mattheit, Nervenschmerzen und Schmerzen im Auge. Nur in unter 5 % der Fälle löst die Erkrankung innerhalb weniger Jahre eine schwere Behinderung aus. Beobachtungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für einen weiterhin vergleichsweise gutartigen Verlauf höher ist, wenn das Krankheitsbild nach fünf oder zehn Jahren stabil ist.

Verlaufsformen der MS

Zu Beginn der Erkrankung äußert sich mit etwa 90 % überwiegend der schubförmige Verlaufstyp. Bei diesem Verlaufstyp reduziert sich die Anzahl der Schübe, es kommt zu einer langsamen Verschlechterung des Beschwerdebildes. Etwa 10 % der Patienten zeigen eine fortwährende, langsame Verschlechterung des Gesundheitszustandes, ohne klare Anzeichen von Schüben.

Pflegebedarf bei MS

Der Pflegebedarf bei MS ist nicht vorhersehbar und erfordert viel Flexibilität im Alltag. Es ist ratsam, regelmäßig eine Neubewertung der Pflegesituation durchzuführen und zu prüfen, ob der Angehörige mit den ihm zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln noch gut zurechtkommt oder ob der Pflegebedarf zugenommen hat.

Häusliche Pflege bei Multiple Sklerose

Erhält ein Mensch die Diagnose Multiple Sklerose, beginnt in Bezug auf die Pflege eine Reise ins Unbekannte. Gemeinsam mit dem Angehörigen wird ein Pflegealltag erarbeitet, der sich stets an den vorliegenden Bedürfnissen orientiert. Ein Pflegetagebuch kann helfen, eine Routine zu entwickeln. Durch die möglichen Beschwerden und Folgen der Erkrankung ist ein breiter Ansatz gefragt.

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Grundpflege

Die Grundpflege bezieht sich auf die Mobilisierung, Ernährung und Körperpflege. Sie ist vor allem dann nötig, wenn die Erkrankung die körperliche Leistungsfähigkeit einschränkt.

Psychische Unterstützung

Bei Erkrankten ist auch unbedingt ein Blick auf das psychische Wohlbefinden ratsam. Es kann erforderlich sein, dass Sie Ihrem Familienmitglied bei der Organisation des Alltags und bei der Pflege sozialer Kontakte helfen.

Weitere Unterstützungsleistungen

  • Unterstützung bei der Grundpflege, zum Beispiel beim Duschen, Ankleiden, der Nahrungszubereitung, beim Essen oder Treppensteigen.
  • Sturzprävention, wenn der Angehörige Gangunsicherheiten oder Koordinationsschwierigkeiten zeigt.
  • Übernahme von Haushaltstätigkeiten wie Wäschewaschen oder Einkaufserledigungen.
  • Behördengänge, Unterstützung bei Anträgen.
  • Hilfe bei dem Zurechtlegen und der Einnahme von Arzneimitteln.
  • Unterstützung bei der Wahrnehmung von Arztterminen oder Therapieangeboten.
  • Begleitung bei Freizeitaktivitäten und Unterstützung bei der Alltagsplanung.
  • Hilfe bei der Koordinierung und Pflege sozialer Kontakte.

Dauerhafte Pflege zu Hause

Grundsätzlich ist es möglich, auch Menschen mit Pflegegrad 5, also der höchsten Ausprägung der Pflegebedürftigkeit, zu Hause zu pflegen. Dafür ist jedoch ein eng geknüpftes Netz an Unterstützungsleistungen notwendig. Ob eine Pflege zu Hause bei Multiple Sklerose gelingt, hängt also in erster Linie davon ab, welcher Pflegebedarf besteht und ob Sie als pflegender Angehöriger die nötigen Ressourcen besitzen. Daneben gibt es andere Unterbringungsmöglichkeiten - ein Pflegeheim oder spezielle Wohngruppen bieten sich an, wenn eine häusliche Pflege nicht möglich ist. Egal, welche Versorgungsform für Sie infrage kommt, tauschen Sie sich unbedingt eng mit Ihrem Familienmitglied aus.

Pflegebereiche bei Multiple Sklerose

Körperpflege

Die Körperpflege unterstützt die Hygiene im Pflegeumfeld und trägt entscheidend zum Wohlbefinden bei. Hier kommt es darauf an, wie weit die Krankheit schon fortgeschritten ist und wie stark die damit verbundenen körperlichen Einschränkungen sind. In der Regel können Betroffene die Körperpflege aus körperlicher Sicht noch lange selbst leisten und pflegende Angehörige müssen oft nur unterstützen. Dabei sollten Sie Ihr Familienmitglied möglichst aktiv am Pflegegeschehen beteiligen. Bei der Körperpflege spielt auch die psychische Verfassung des Betroffenen eine Rolle. Depressionen können dazu führen, dass die Körperpflege vernachlässigt wird.

Ernährung

Viele Menschen, die von MS betroffen sind, leiden unter Verstopfung. Diese Begleiterscheinung verstärkt sich oft während Schüben - die damit einhergehenden Schmerzen können nämlich einen Bewegungsmangel hervorrufen. Ballaststoffe schaffen dann Abhilfe. Achten Sie darauf, Ihrem Angehörigen grundsätzlich ausreichend ballaststoffreiche Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät allgemein zu 30 g Ballaststoffen pro Tag. Zu den ballaststoffreichen Lebensmitteln zählen Vollkornbrot, Linsen, Brokkoli und Äpfel. Einige Diätologen empfehlen deshalb, gute Öle und Lebensmittel mit Antioxidantien aufzunehmen, um Entzündungen entgegenzuwirken. Besonders reich an Antioxidantien ist sogenanntes „Ampel-Gemüse“, also Gemüse, dass rot, gelb oder grün ist.

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Bewegung

Bewegung sollte bei Multiple Sklerose über die nötige Mobilisierung im Alltag, beispielsweise zur Bewältigung der Treppenstufen, hinausgehen. Wer sich regelmäßig bewegt, trainiert sein Herz-Kreislaufsystem und beugt somit weiteren Erkrankungen vor. Außerdem wirkt Bewegung dem Verlust von Muskelkraft entgegen, unterstützt die Beweglichkeit und das Wohlbefinden. Körperlich eingeschränkte Menschen können womöglich keinem Sport mehr nachgehen, einem täglichen Spaziergang mit oder ohne Gehhilfe steht aber oft nichts im Weg.

Übung zur Kräftigung der Muskulatur

Mit dieser Übung kann Ihr Angehöriger die Rumpf- und Beinmuskulatur kräftigen, und etwas für sein Gleichgewicht tun.

  1. Bitten Sie Ihren Angehörigen, einen festen Stand einzunehmen, die Füße stehen schulterbreit auseinander.
  2. Nun geben Sie Ihrem Familienmitglied einen weichen Ball in die Hände.
  3. Ihr Angehöriger hält den Ball mit beiden Händen und führt die Arme nun über den Kopf weit nach oben.
  4. Danach löst Ihr Familienmitglied ein Bein langsam vom Boden und hebt es an - mit den Armen über dem Kopf und etwas zur Seite gelehnt, bildet der Körper Ihres Angehörigen nun eine Diagonale.
  5. Bitten Sie Ihren Angehörigen, in die Ausgangsposition zurückzukehren und nun die Seite zu wechseln - fünf Wiederholungen pro Seite sind optimal.

Psychisches Wohlbefinden

Betroffene erhalten oft zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr die Diagnose Multiple Sklerose. Das bedeutet, dass sie mit einer einschneidenden Erkrankung und einer entsprechenden Pflege in einem vergleichsweise jungen Alter konfrontiert sind. Das geht an den meisten Menschen nicht spurlos vorbei. Es können sich Zukunftsängste, Depressionen aber auch Persönlichkeitsveränderungen ergeben. Sie können maßgeblich zum psychischen Wohlbefinden beitragen, indem Sie Ihrem Angehörigen Gespräche anbieten und ein wohlwollendes Pflegeumfeld schaffen. Nehmen Sie Ihrem Familienmitglied nicht alle Erledigungen im Alltag ab - Eigenverantwortung stärkt das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit. Beobachten Sie bei Ihrem Angehörigen wiederholt Anzeichen tiefer Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit oder ausgeprägter Wut, kann das darauf hindeuten, dass ein Problem mit der Krankheitsbewältigung vorliegt. Auch als pflegender Angehöriger können Sie an Ihre Grenzen geraten. Es gibt eine Reihe von Beratungsstellen und Sorgen-Hotlines, die Sie unterstützen können.

Umgang mit schwankendem Pflegebedarf

Eine große Herausforderung in der Pflege bei MS ist die geringe Planbarkeit beim Verlauf der Krankheit. Ohne Vorwarnung können sehr schlechte Tage mit starken Schmerzen auftreten, andererseits können an einem anderen Tag auch wieder einige Symptome verschwinden. Nutzen Sie die guten Tage für spontane Unternehmungen und Ausflüge, wenn dies möglich ist. So sammeln Sie auch Kraft für die schwierigen Tage und fühlen sich weniger hilflos. Finden Sie außerdem heraus, was an den schlechten Tagen psychisch und physisch aufbaut. Das können zum Beispiel Wärmebehandlungen sein, wenn die Spastik bei MS sich verschlimmert oder ruhige Momente, in denen Sie etwa gemeinsam einen schönen Film schauen oder andere Dinge tun, die seelisch stabilisierend wirken.

Tipps zum Umgang mit MS

Für Betroffene:

  • Versuchen Sie sich auch mit Mobilitätseinschränkungen, viel zu bewegen. Damit dies gelingt, ist eine gute Versorgung mit Gehhilfen wichtig.
  • Körperliche Aktivität kann Müdigkeit und Spastiken reduzieren und die Denkleistung fördern.
  • Machen Sie zwei- bis dreimal die Woche Ausdauertraining von jeweils 40 Minuten.
  • Einige MS-Betroffene profitieren von Entspannungstechniken, wie zum Beispiel Bio-Feedback.
  • Isolieren Sie sich nicht. Suchen Sie den sozialen Kontakt. Bleiben Sie so lange wie möglich berufstätig. Verschiedene Reha-Träger können Ihnen den Berufsalltag erleichtern.

Für Angehörige:

  • Informieren Sie sich ausführlich über die Krankheit.
  • Nehmen Sie Pflegekurse von der Pflegekasse in Anspruch.
  • Bleiben Sie positiv. Auch mit MS haben Sie und Ihr Angehöriger noch viele schöne Momente im Leben.

Pflegegrad bei Multiple Sklerose

Der Pflegegrad richtet sich nach den verbliebenen Fähigkeiten sowie dem Unterstützungsbedarf im Alltag. Demnach ist von Pflegegrad 1 bis 5 alles möglich. Der Pflegegutachter wird Ihre Situation prüfen und eine entsprechende Empfehlung an die Pflegekasse schicken. Der Pflegegrad bei Multiple Sklerose ist nicht auf Dauer festgelegt. Sie sollten unbedingt eine neue Begutachtung anstoßen, wenn sich der Pflegebedarf erhöht. Mit den Notizen aus dem Pflegetagebuch können Sie feststellen, ob Sie nun mehr Zeit für die Pflege benötigen.

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Leistungen für Menschen mit Multiple Sklerose

Nehmen die körperlichen Einschränkungen oder psychischen Belastungen durch die Multiple Sklerose zu, werden Unterstützungsangebote zunehmend wichtiger. Die Pflegekasse stellt für Personen mit einem Pflegegrad ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Verfügung.

Mögliche Leistungen:

  • Pflegegeld (ab Pflegegrad 2)
  • Pflegesachleistungen (ab Pflegegrad 2)
  • Verhinderungspflege ab (Pflegegrad 2)
  • Kurzzeitpflege ab (Pflegegrad 2)
  • Entlastungsbetrag ab (Pflegegrad 1)

Wohnraumanpassung und Hilfsmittel

Bei Multiple Sklerose kann die Sturzprophylaxe mit fortschreitender Erkrankung eine immer größere Relevanz besitzen. Schließlich entwickeln viele Patienten Koordinationsschwierigkeiten und Gangunsicherheiten. In dem Fall ist es ratsam, die Wohnung an die Pflegebedürfnisse anzupassen. Menschen mit MS, die einen Pflegegrad zwischen 1 und 5 haben, können von der Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen erhalten. Für die Angehörigenpflege stehen Pflegehilfsmittel wie Desinfektionsmittel oder Mundschutzmasken bereit. Die Kosten für diese Pflegehilfsmittel übernimmt die Pflegekasse.

Schwerbehindertenausweis

Bei einer zunehmend eingeschränkten Mobilität kann es sinnvoll sein, einen Grad der Behinderung zu beantragen, und zwar unabhängig von der vorliegenden Erkrankung. Besitzer haben dadurch unter anderem Anspruch auf steuerliche Nachteilsausgleiche. Der richtige Ansprechpartner ist das zuständige Versorgungsamt.

Finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige

Für die MS-Pflege zu Hause gewährt der Staat Angehörigen Leistungen zur sozialen Absicherung. Die pflegebedürftige Person kann frei entscheiden, ob sie Sie mit dem Pflegegeld für Ihre Unterstützung belohnt. Wenn Sie einen Angehörigen pflegen, zahlt die Pflegekasse für Sie Beiträge in die Rentenversicherung. Wenn Sie eine berufliche Pause einlegen, um einen Angehörigen zu pflegen, übernimmt die Pflegeversicherung die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Als Pflegeperson sind Sie außerdem beitragsfrei gesetzlich unfallversichert. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für eine notwendige Ersatzpflege für bis zu sechs Wochen pro Jahr, wenn Sie wegen Urlaub oder Krankheit ausfallen. Berechtigt sind Angehörige von Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 bis 5. Nutzen Sie das Angebot „Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen“ der Pflegekassen. Hat Ihr Angehöriger Pflegegrad 2 oder höher und wird zu Hause von Ihnen versorgt, müssen Sie einmal im Jahr eine individuelle pflegefachliche Beratung wahrnehmen.

Symptome der Multiplen Sklerose

Das Verständnis dieser Symptome ist entscheidend für die Pflege bei MS zuhause. Die Symptome können sich von Person zu Person unterscheiden und im Laufe der Zeit variieren.

Körperliche Symptome

  • Bewegungseinschränkungen: Lähmungen, Spastiken oder Kraftlosigkeit.
  • Taubheitsgefühle: Ein „pelziges“ Gefühl in Armen oder Beinen.
  • Sehstörungen: Verschwommenes Sehen, Nebelsehen oder Doppelbilder.
  • Blasen- und Darmstörungen
  • Schmerzen: Muskel- oder Gelenkschmerzen, Nervenschmerzen oder Kopfschmerzen.

Kognitive Symptome

  • Beeinträchtigungen der exekutiven Funktionen.
  • Veränderungen der Arbeitsfähigkeit und des täglichen Lebens.

Psychische Symptome

  • Depressionen: Häufiger als in der Allgemeinbevölkerung.
  • Ängste und Panikgefühle
  • Fatigue: Eine extreme Erschöpfung.

Anpassung des Wohnraums

Die Anpassung des häuslichen Umfelds ist ein wichtiger Aspekt bei der MS Pflege zuhause, um Betroffenen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Barrierefreie Gestaltung

  • Entfernung von Türschwellen und die Verbreiterung von Türen auf mindestens 90 cm.
  • Anordnung der Möbel.
  • Bodengleiche, rutschfeste Duschen mit Haltegriffen und einem Duschsitz.
  • Höhenverstellbarer Waschtisch und ein WC mit einer Mindesthöhe von 46 bis 48 cm.
  • Arbeitsflächen, Spüle und Kochfeld in der Küche mit dem Rollstuhl unterfahrbar.

Hilfsmittel

  • Gehhilfen wie Stöcke, Rollatoren oder Rollstühle.
  • Elektromobile oder Handbikes für die Fortbewegung außerhalb der Wohnung.
  • Sockenanzieher, rutschfeste Unterlagen oder spezielles Besteck mit ergonomischen Griffen.

Sicherheit

  • Lose Kabel sichern und hochstehende Teppichkanten fixieren.
  • Einbau eines Treppenlifts oder einer Rampe.

Pflegerische Maßnahmen im Alltag

Die Pflege bei Multiple Sklerose zuhause erfordert eine individuelle Anpassung an den Krankheitsverlauf und die aktuelle Symptomatik des Betroffenen.

Körperpflege und Hygiene

Besondere Aufmerksamkeit ist bei der Körperpflege und Hygiene von MS-Patienten erforderlich. Ein gezieltes Blasen- und Darmtraining kann helfen, die Kontrolle über diese Funktionen zu verbessern.

Unterstützung der Mobilität

Je nach Krankheitsstadium können verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Pflegende sollten in der richtigen Transfertechnik geschult sein. Es ist wichtig, die vorhandenen motorischen Fähigkeiten des Patienten zu nutzen und zu fördern.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Pflege von MS-Patienten. Eine antientzündliche Kost kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls von großer Bedeutung.

Motivation und Einbeziehung

Es ist entscheidend, den Patienten zu motivieren und in die täglichen Aktivitäten einzubeziehen. Dies fördert nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern hat auch positive Auswirkungen auf die Psyche des Betroffenen.

Unterstützung für pflegende Angehörige

Es ist wichtig, dass pflegende Angehörige nicht nur die Bedürfnisse der Betroffenen, sondern auch ihre eigenen im Blick behalten.

Eigene Gesundheit

Für pflegende Angehörige ist es entscheidend, auf die eigene Gesundheit zu achten, Überlastungen zu vermeiden und Grenzen zu setzen. Der Kontakt zu Menschen außerhalb der Familie ist ebenfalls wichtig.

Professionelle Hilfe

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung durch die Pflegeversicherung. Dazu gehören Pflegegeld, Pflegesachleistungen und Entlastungsleistungen.

Austausch mit anderen Betroffenen

Der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen kann eine wertvolle Unterstützung sein. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und emotionalen Rückhalt zu finden.

Anlaufstellen

Es gibt verschiedene Anlaufstellen wie Beratungsdienste, Pflegestützpunkte und Sorgen-Hotlines, die Informationen und Unterstützung bei Fragen zur Pflege und zu Pflegeleistungen bieten.

Tipps für ein stressfreieres Leben mit MS

  • Umfassende Information: Eignen Sie sich umfassendes Wissen über MS an.
  • Tages- und Wochenplan: Schreiben Sie detailliert anstehende Termine und Aufgaben auf.
  • Austausch mit anderen Betroffenen: Tauschen Sie sich mit anderen MS-Erkrankten aus und holen Sie Rat ein.
  • Stress-Management: Lernen Sie Prioritäten zu setzen, Pausen einzuplanen und Aufgaben zu delegieren.
  • Hilfe in Anspruch nehmen: Bitten Sie Ihren Partner, Ihre Familie und Freunde um Unterstützung.
  • Kognitive Verhaltenstherapie: Finden Sie persönliche Strategien zur Stressbewältigung.
  • Informationsflut stoppen: Nehmen Sie sich eine Auszeit von Telefon, Radio, Fernsehen und Internet.
  • Zeit für schöne Dinge nehmen: Räumen Sie sich regelmäßig Zeit für Erholung und Dinge ein, auf die Sie sich freuen.
  • Tagebuch führen: Schreiben Sie Ihre Gedanken auf, um Ängste und belastende Erlebnisse zu bewältigen.
  • Stress-Anzeichen beachten: Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden und steuern Sie schon bei den ersten Stress-Anzeichen aktiv dagegen.

Umgang mit Fatigue

  • Professionellen Rat einholen: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt, Physiotherapeuten und MS-Fachberater beraten.
  • Tagesablauf planen: Koordinieren Sie Ihre Aufgaben und legen Sie regelmäßig Pausen ein.
  • Regelmäßig bewegen: Sport und Bewegung verbessern Ihr Wohlbefinden, Ihre Stimmung und Leistungsfähigkeit.
  • Hitze vermeiden: Halten Sie sich bei hohen Temperaturen in kühlen Räumen auf.
  • Ruhepausen einplanen: Integrieren Sie gezielt Pausen in den Alltag.
  • Soziales Umfeld einweihen: Reden Sie offen über Ihre Erschöpfbarkeit.
  • Wohn- und Arbeitsumfeld anpassen: Richten Sie Ihre Wohnung nach Ihren Bedürfnissen ein.
  • Ausgewogen ernähren: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung.

Sport und Bewegung

  • Vermeiden Sie Überanstrengung.
  • Achten Sie darauf, dass Sie sich während des Trainings wohlfühlen.
  • Verzichten Sie bei Hitze auf Sport oder trainieren Sie in einem kühlen Raum.
  • Duschen Sie nach dem Training eher mit kühlem Wasser.
  • Bevorzugen Sie beim Schwimmen Wassertemperaturen zwischen 22 und 26 Grad.
  • Entspannen Sie sich nach dem Training.

Ideal für MS-Erkrankte ist ein moderates Ausdauertraining. Besonders geeignet sind zum Beispiel Nordic Walking, Radfahren und Schwimmen.

Kognitives Training

  • Nutzen Sie einfache Memo-Spiele.
  • Spielen Sie Klassiker wie „Ich packe meinen Koffer und nehme … mit“.
  • Nutzen Sie die Aktiv mit MS-App.
  • Entwickeln Sie eigene Übungen im Alltag.
  • Schlafen Sie ausreichend.
  • Bewegen Sie sich ausreichend.

Blasenstörungen

  • Trainieren Sie Ihre Beckenboden-Muskulatur.
  • Trinken Sie ausreichend (mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich).
  • Verzichten Sie auf Kaffee, schwarzen Tee oder Cola.
  • Gehen Sie noch einmal auf die Toilette, bevor Sie das Haus verlassen.
  • Vermeiden Sie einen verstärkten Druck bei der Entleerung des Darms.

Ernährung bei MS

  • Nehmen Sie Omega-3-Fettsäuren zu sich.
  • Nehmen Sie möglichst wenige tierische Fette zu sich.
  • Essen Sie Lebensmittel mit Antioxidantien.
  • Überprüfen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel.

Wohnraumanpassung

  • Halten Sie im Kauf- oder Mietvertrag genau fest, welche Punkte der DIN 18040-2 umgesetzt sind.
  • Entdecken und beseitigen Sie Stolperfallen, scharfe Kanten und Problemzonen.

Tipps für pflegende Angehörige mit MS

  1. Berücksichtigen Sie Ihre MS-Symptome bei Ihrem Pflegealltag.
  2. Sorgen Sie dafür, dass Sie jemanden haben, dem es nichts ausmacht, wenn Sie sich bei ihm ausheulen.
  3. Stellen Sie Erinnerungen auf unterschiedlichen Geräten ein, damit weder Sie noch Ihr Vater Ihre verschiedenen Medikamente vergessen.
  4. Planen Sie Aufgaben nicht vor oder nach einer Lebensmittellieferung ein.
  5. Suchen Sie nach spezifischen Ratschlägen für die Pflege von Krebserkrankten.
  6. Kommunizieren Sie offen mit Ihrer Familie.

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