Multiple Sklerose: Wechselwirkungen von CBD mit Ramipril und anderen Medikamenten

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark betrifft. Sie führt zu einer Störung der Nervenleitfähigkeit, was sich in vielfältigen Symptomen äußern kann. Die Behandlung der MS umfasst sowohl die Akuttherapie von Schüben als auch die langfristige Immunmodulation, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Einführung in Multiple Sklerose

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Myelinscheiden angreift, die die Nervenfasern im Gehirn und Rückenmark umhüllen. Diese Schädigung führt zu Entzündungen und Narbenbildung (Sklerose), was die Übertragung von Nervenimpulsen beeinträchtigt. Die Symptome der MS sind vielfältig und können Sensibilitätsstörungen, Missempfindungen, Taubheitsgefühle, Gangstörungen, Gangunsicherheit, Sehstörungen, Blasenstörungen und Sexualfunktionsstörungen umfassen.

Die Erkrankung tritt häufiger bei jüngeren Erwachsenen auf, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind als Männer. Der Verlauf der MS ist in den meisten Fällen schubförmig, d.h. es treten Symptome auf, die einige Wochen bis Monate anhalten und sich anfänglich vollständig zurückbilden.

Medikamentöse Behandlung der Multiplen Sklerose

Akuttherapie des MS-Schubs

Der akute Schub einer Multiplen Sklerose wird in der Regel mit hochdosierten Kortikosteroiden behandelt. Diese Medikamente wirken entzündungshemmend und beschleunigen die Rückbildung der Symptome. Als therapeutischer Standard gilt die intravenöse (i.v.) Glukokortikosteroid (GKS)-Hochdosistherapie über drei bis fünf Tage. Vorzugsweise wird Methylprednisolon (MP) i.v. in einer täglichen Dosierung von 1.000 mg/Tag gegeben; auch eine reduzierte Dosis von 500 mg/Tag ist möglich. Wenn eine intravenöse GKS-Applikation nicht möglich ist, kommt eine orale MP-Hochdosistherapie in Betracht.

Es bestehen zahlreiche Wechselwirkungen mit gängigen Medikamenten, z.B. Ovulationshemmer (GKS-Wirkung verstärkt), Cumarine (Cumarin-Wirkung abgeschwächt), CYP3A4-Induktoren.

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Eine sorgfältige Anamnese und Untersuchung ist obligat, um Ausprägung und Schwere des Erkrankungsschubs zu dokumentieren sowie mögliche andere Ursachen für eine Verschlechterung der neurologischen Funktionen auszuschließen. Vor Beginn der Therapie müssen akute Entzündungen ausgeschlossen werden. Eine dokumentierte mündliche Aufklärung über die Durchführung und möglichen Risiken einer hochdosierten GKS-Therapie ist obligat.

Häufige Nebenwirkungen sind: diabetogene Stoffwechsellage; Hypokaliämie; Veränderung der Stimmung (euphorisch oder depressiv); Schlafstörungen; Hitzewallungen; „Schwellungsgefühl“, v.a. im Gesicht.

Bleiben die Symptome des Schubs auch zwei Wochen nach Beendigung der ersten intravenösen GKS-Pulstherapie funktionell relevant beeinträchtigend, ist eine Eskalation der Schubtherapie zu initiieren. Als „First line“ gilt die erneute hochdosierte GKS-Therapie - bei schweren Schüben in ultrahoher Dosierung. Bei anhaltendem und funktionell relevantem neurologischem Defizit zwei Wochen nach Beendigung auch der zweiten intravenösen GKS-Pulstherapie oder bei einem unter GKS-Therapie progressiven besonders schweren Schub muss eine Apherese-Therapie erwogen werden („second line“ der Eskalationstherapie).

Langzeittherapie der MS

Für die Langzeittherapie der MS stehen verschiedene immunmodulierende Substanzen zur Verfügung, die fehlgeleitete Immunreaktionen in ihrem Ausmaß eingrenzen. Dazu gehören beispielsweise die sogenannten ß-Interferone oder das Glatirameracetat. Aktuell gibt es seit ein paar Jahren neue Medikamente, die zum einen das Einströmen von schädlichen Zellen des Immunsystems in das Gehirn unterdrücken und zum anderen Medikamente, die bestimmte Untergruppen von Zellen zurückhalten.

Paroxysmale Symptome bei MS

Paroxysmale Symptome sind Beschwerden, die überfallartig, kurz (maximal wenige Minuten), aber wiederkehrend auftreten. Das häufigste paroxysmale Symptom ist die MS-bedingte Trigeminusneuralgie, die im Gegensatz zur „normalen Trigeminusneuralgie“ oft beidseitig auftritt. Außerdem werden das Lhermitte-Zeichen und das Uhthoff-Phänomen zu den paroxysmalen Symptomen gerechnet.

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Paroxysmale Symptome werden durch verschiedene Reize ausgelöst: plötzliche Bewegungs- oder Haltungsänderungen, Sprechen, Lachen, Schlucken, heißes oder kaltes Essen und andere, können aber auch spontan entstehen.

Die meisten paroxsymalen Symptome lassen sich gut mit Medikamenten behandeln. Eingesetzt werden Antiepileptika wie Carbamazepin, Gabapentin, Lamotrigin, bei ausgeprägter Wärmeempfindlichkeit (Uhthoff-Phänomen) auch 4-Aminopyridin.

Ataxie bei MS

Die MS-bedingte Ataxie - auch ataktische Bewegungsstörung genannt - bezeichnet Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen: Das Zusammenspiel verschiedener Muskeln - vor allem der Arme und Beine, seltener des Rumpfes - ist beeinträchtigt. Feinmotorische, zielgerichtete Bewegungen, wie sie in vielen Alltagssituationen gebraucht werden, sind eingeschränkt. Betrifft die Ataxie die Beine, wird der Gang unsicher und breitbeinig. Sturz- und Stolpergefahr sind erhöht.

Medikamente sind wenig hilfreich und mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Zudem könnnen sie ausschließlich den Tremor lindern. Deshalb werden Clonazepam (Rivotril®), Propranolol (Dociton®), Primidon (Liskantin®) oder Ondansetron (Zofran®) erst versucht, wenn nicht-medikamentöse Therapien bei Tremor versagen. Neueste Ergebnisse zeigen sehr gute Erfolge von Topiramat, sonst bei Migräne oder Epilepsie eingesetzt.

Blasenstörungen bei MS

Neurogene, d. h. auf der fehlerhaften Funktion wichtiger Nervenbahnen beruhende, Blasenstörungen gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen der MS. Im Verlauf der Erkrankung sind 50 bis 80 Prozent der Patienten davon betroffen.

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Bei MS auftretende Blasenfunktionsstörungen lassen sich in 3 Gruppen unterteilen: Am Häufigsten ist die sogenannte Detrusor-Hyperreflexie („überaktive Blase“), bei der die Speicherfunktion der Blase eingeschränkt ist. Sie äußert sich zum Beispiel in häufigem Harndrang, Inkontinenz und Einnässen. Es kann aber auch das Gegenteil auftreten: eine Blasen-Hyporeflexie mit verzögerter Blasenentleerung, Entleerung kleiner Urinportionen, Nachträufeln und Restharnbildung. Daneben kommt auch eine Kombination beider Symptome vor. 6 bis 30 Prozent der Patienten betrifft die sogenannte Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie, also eine unkoordinierte Aktivität von Austreibermuskulatur und Blasenschließmuskel. Sie ist gekennzeichnet durch Harndrang, Inkontinenz, verzögerter und nicht vollständiger Blasenentleerung.

Die medikamentöse Behandlung umfasst - je nach Art der Funktionsstörung - verschiedene Substanzen: Anticholinergika zur Dämpfung eines überaktiven Blasenmuskels unterdrücken das übermäßige Zusammenziehen der Blase. Bei Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung werden in der Regel Alphablocker eingesetzt, die zur Entspannung des Blasenschließmuskels beitragen.

Wechselwirkungen zwischen CBD und Medikamenten, insbesondere Ramipril

Die Wechselwirkungen zwischen CBD und Medikamenten, insbesondere ACE-Hemmern wie Ramipril, sind von großer Bedeutung, da sie das Potenzial haben, sowohl die Wirkung des Medikaments als auch die des CBD zu verändern oder zu beeinflussen. Dies kann zu unerwünschten Nebenwirkungen oder zu einer reduzierten Wirksamkeit des Medikaments führen.

Mögliche Wechselwirkungen zwischen CBD und Ramipril

CBD und Ramipril können miteinander interagieren, da beide Substanzen durch dasselbe Enzymsystem im Körper metabolisiert werden, das Cytochrom P450-System. Dies könnte dazu führen, dass der Körper Schwierigkeiten hat, beide Substanzen gleichzeitig abzubauen, was das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann.

Bekannte Wechselwirkungen

Bisher gibt es nur begrenzte wissenschaftliche Studien zur möglichen Wechselwirkung zwischen CBD und Ramipril. Allerdings haben einige Fallberichte gezeigt, dass die Kombination dieser beiden Substanzen das Risiko für niedrigen Blutdruck, Benommenheit und Schwindel erhöhen kann.

Das Medikament: Ramipril

Ramipril ist ein ACE-Hemmer, der typischerweise zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzinsuffizienz eingesetzt wird. Der Wirkstoff blockiert das Angiotensin-konvertierende Enzym (ACE), das eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks spielt. Gängige Nebenwirkungen von Ramipril können unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen und Husten sein.

Was ist CBD?

Cannabidiol, besser bekannt als CBD, ist eine von über 100 chemischen Verbindungen, die in der Cannabispflanze vorkommen. Im Gegensatz zu THC wirkt CBD nicht psychoaktiv und wird häufig für seine potenziellen gesundheitlichen Vorteile verwendet, einschließlich Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.

Medizinische Eigenschaften von CBD

CBD hat eine Vielzahl von medizinischen Eigenschaften. Es ist bekannt, dass es entzündungshemmende, antioxidative, anti-epileptische, anti-psychotische und anxiolytische Wirkungen hat. Darüber hinaus ist es auch bei der Behandlung von chronischen Schmerzen, Epilepsie, Parkinson, Multiple Sklerose und vielen anderen Krankheiten nützlich.

RAAS-Inhibitoren und COVID-19

ACE-Hemmer gehören weltweit zu den häufig eingenommenen Herzmedikamenten (Ramipril, Enalapril, Lisinopril & Co.). Genau deshalb fordern Forscher eine Leitlinie zur Verwendung dieser Arzneimittel bei Patienten mit Covid-19. Die bisher erhobenen Daten beim Menschen reichen laut aktuell wissenschaftlichem Stand kaum aus, um eine valide Aussage zu treffen.

Das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System ist komplex. Es besteht aus verschiedenen regulatorischen und gegenregulatorischen Peptiden, so ist beispielsweise ACE2 ist ein wichtiges gegenregulierendes Enzym, das Angiotensin II zu Angiotensin abbaut und dadurch seine Auswirkungen auf die Vasokonstriktion, die Natriumretention und die Fibrose abschwächt.

Die theoretischen Unsicherheiten hinsichtlich der Frage, ob die pharmakologische Regulation von ACE2 die Infektiosität von SARS-CoV-2 beeinflussen kann, sollten nach Meinung der Wissenschaftler nicht zum Absetzen der Medikation führen. Sie verweisen darauf, dass es zu schweren Symptomen kommen kann, wenn Patienten ihre ACE-Hemmer oder andere Inhibitoren absetzen.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen im Allgemeinen

Eine Gegenanzeige (Kontraindikation) ist ein Umstand, bei dem man ein bestimmtes Medikament nicht anwenden darf, da es sonst zu gefährlichen gesundheitlichen Schäden kommen kann. Ein solcher Umstand könnte eine akute Erkältung oder eine chronische Krankheit wie Rheuma sein. Aber auch Schwangerschaft und Stillzeit, ein bestimmtes Alter (Kinder, über 65-Jährige) oder die regelmäßige Einnahme anderer Medikamente können eine Gegenanzeige darstellen.

Bei der zeitnahen/gleichzeitigen Einnahme von zwei oder mehreren Medikamenten können Arzneimittelwechselwirkungen (sog. "Interaktionen") auftreten. Die Wirkstoffe können sich hinsichtlich ihrer Aufnahme oder ihrer Verteilung im Körper gegenseitig beeinflussen. Interaktionen sind meistens unerwünscht und können zu einem Wirkungsverlust oder einer Überdosierung und damit zu gefährlichen Nebenwirkungen führen. Wechselwirkungen treten nicht nur mit verschreibungspflichtigen und freiverkäuflichen Medikamenten, sondern auch mit Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln, Getränken (Kaffee, Tee, Alkohol) und pflanzlichen Heilmitteln auf.

Beispiele für Gegenanzeigen und Wechselwirkungen bei Nahrungsergänzungsmitteln

  • Aloe Vera: Schwangere Frauen sollten keine Aloe Vera nehmen, da ihre Sicherheit nicht bekannt ist. Aloe Vera kann bei Operationen zu übermäßigen Blutungen führen. Aloe-Saft hemmte CYP3A4 und CYP2D6 und kann die intrazelluläre Konzentration von Medikamenten beeinflussen, die durch diese Enzyme verstoffwechselt werden.
  • Alpha-Liponsäure: Nicht in der Schwangerschaft und beim Stillen nehmen. Diabetes-Patienten müssen besonders vorsichtig sein, da Alpha-Liponsäure zu Unterzuckerungen führen kann. Blutzuckersenkende Medikamente (Insulin, orale Antidiabetika) können in ihrer Wirkung verstärkt werden. Calcium-, Eisen- oder magnesiumhaltige Produkte können Alpha-Liponsäure binden.
  • Beta-Carotin: Raucher:innen sollten keine Beta-Carotin-haltigen NEM einnehmen. Während der Einnahme sehr hoher Dosen Betacarotin sollten keine Vitamin-A-Präparate zusätzlich angewendet werden. Antioxidantien wie Vitamin C, E oder Beta-Carotin machen genau den Effekt zunichte, den man mit Chemo- oder Strahlentherapie erreichen möchte.
  • Biotin: Die Einnahme von Biotin kann zu falsch positiven oder falsch negativen Labortests führen. Betroffen sind Tests, bei denen biotinylierte Reagenzien verwendet werden, beispielsweise zum Nachweis von Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin, TSH), Sexualhormonen (PSA, Estradiol) oder Herzinfarkt-Markern wie Troponin T.
  • Bockshornklee: Schwangerschaft, Stillen (Risiko für Geburtsfehler steigt). Es besteht eine nicht unerhebliche Möglichkeit von Wechselwirkungen mit relevanten Medikamenten wie Warfarin (möglicherweise erhöhtes Blutungsrisiko), SSRI-Antidepressiva (möglicherweise erhöhtes Risiko für Serotonin-Syndrom), Cyclophosphamid (Wirkungsbeeinträchtigung möglich). Außerdem können Insulin und orale Antidiabetika in ihrer Wirkung verstärkt werden.
  • Calcium: Calcium vermindert die Aufnahme vieler Arzneistoffe in den Körper, z.B. Levothyroxin, Tetracycline, Chinolone, einige Cefalosporine, Ketoconazol, Eisen-, Zink- und Natriumfluorid-Präparate, Antipilzmittel Estramustin. Calcium vermindert die Wirkung von Bisphosphonaten (gegen Osteoporose).

Empfehlungen für Patienten

Es ist sehr wichtig, vor der Einnahme von CBD in Kombination mit Ramipril einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren. Eine Anpassung der Dosierung könnte erforderlich sein, um mögliche Wechselwirkungen zu minimieren. Darüber hinaus ist es wichtig, auf mögliche Nebenwirkungen zu achten und im Falle von Unwohlsein medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Um das Risiko von Wechselwirkungen abschätzen zu können, ist es wichtig, dass Sie das behandelnde ärztliche Personal informieren, wenn Sie neben Arzneimitteln auch Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchten. Das ist ganz besonders wichtig in der Behandlung von Krebserkrankungen (Chemotherapie, Bestrahlung).

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