"Mama, ich hab’ Bauchweh" - ein Satz, der in vielen Familien zum Alltag gehört. Bauchschmerzen bei Kindern können vielfältige Ursachen haben, von harmlosen Magenverstimmungen bis hin zu ernsthafteren Erkrankungen oder Unverträglichkeiten. Muskelkrämpfe, insbesondere im Magen- und Darmbereich, sind ein häufiges Symptom, das Eltern beunruhigt. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen von Muskelkrämpfen bei Kindern, insbesondere im Zusammenhang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, und gibt Hinweise zur Diagnose und Behandlung.
Was sind Muskelkrämpfe?
Jeder Muskel im menschlichen Körper kann sich ungewollt verkrampfen. Dabei verhärtet sich die betroffene Muskulatur für einen kurzen Zeitraum und schmerzt dabei stark. In der Regel tritt nach dem Krampfanfall von selbst wieder Entspannung ein. Magenkrämpfe äußern sich als plötzlich auftretende starke Bauchschmerzen, die sich wellenförmig kurz hintereinander aufbauen und danach wieder abflauen. Der intensive Schmerz führt dazu, dass sich die meisten Kinder bei Magenkrämpfen nur noch hinlegen wollen und sich in gekrümmter Körperhaltung den Bauch halten. Möglicherweise fühlt sich die Bauchdecke Ihres Kindes hart und gespannt an.
Ursachen von Muskelkrämpfen bei Kindern
Magenkrämpfe beim Kind sind für sich alleine gesehen keine Erkrankung. Sie treten als Symptom einer Krankheit oder auch aufgrund einer psychischen Belastungssituation auf. Magenkrämpfen bei Kindern liegen nur in seltenen Fällen ernsthafte Erkrankungen zugrunde. In der Regel treten die Krämpfe dann nicht nur einmalig und als isoliertes Symptom auf, sondern werden beispielsweise von Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit begleitet. Sollte das Kind zudem Blut erbrechen oder Blut im Stuhl feststellbar sein, suchen Sie zur weiteren Diagnosestellung sofort einen Arzt auf.
Die Pathogenese von Muskelschmerzen (Myalgien) ist vielfältig und hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Entzündungen, Verletzungen, Stoffwechselstörungen und Autoimmunerkrankungen gehören zu den häufigsten Auslösern. Chronische Myalgien können zu einer zentralen Sensibilisierung führen, die die Schmerzwahrnehmung verstärkt.
Hier sind einige der häufigsten Ursachen für Muskelkrämpfe bei Kindern:
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- Psychische Belastung: Fast jeder zweite Schüler leidet laut einer Studie unter Schulstress. Demnach betrifft Leistungsdruck häufiger Mädchen als Jungen. Jede zweite Schülerin fühlt sich sehr oft oder oft gestresst, bei den Schülern sind etwa 37 Prozent betroffen. Infolge dessen treten häufig Schlafprobleme, aber auch körperliche Beschwerden auf. Wenn Kinder und Jugendliche eine Lebenssituation als Belastung erleben, ist es wichtig, Ihnen mit Verständnis, Ruhe und ohne Erwartungshaltung entgegenzutreten. Liegen den Magenkrämpfen psychische Faktoren wie Stress zugrunde, sollten Sie außerdem versuchen, Ihrem Kind gezielte Anti-Stress-Maßnahmen anzubieten und ihm Ruheräume zu verschaffen. Schon eine gemeinsame Auszeit in der Natur - ohne Smartphone - wirkt wohltuend und entspannend.
- Infektionen: Viren, Bakterien oder Parasiten können Myalgien verursachen. Typische virale Infektionen, die Muskelschmerzen verursachen, sind z. B. die Influenza (Grippe) oder das Epstein-Barr-Virus (Virus, das Pfeiffersches Drüsenfieber verursacht).
- Autoimmunerkrankungen: Bei Autoimmunerkrankungen (Erkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift) wie dem systemischen Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung des Bindegewebes) oder der rheumatoiden Arthritis (chronische Entzündung der Gelenke) kommt es zu einer Fehlregulation des Immunsystems, bei der körpereigenes Gewebe, darunter die Muskulatur, angegriffen wird.
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Eine weitere mögliche Ursache für häufigere Magenkrämpfe beim Kind können Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein. Sollte der Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit bestehen, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen. Als Diagnosemittel stehen verschiedene Atem- und Bluttests zur Verfügung.
- Blinddarmentzündung (Appendizitis): Auch bei einer Blinddarmentzündung (Appendizitis) werden die Schmerzen von Betroffenen als ziehend und krampfartig beschrieben. In diesem Fall sitzt der Schmerz jedoch speziell im rechten Unterbauch und verstärkt sich, wenn das rechte Bein liegend angezogen wird.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten als Ursache
Immer mehr Menschen haben das Gefühl, bestimmte Nahrungsmittel nicht zu vertragen. Allerdings bestätigt sich dieser Verdacht durch ärztliche Untersuchungen nur selten. Nur bei einem geringen Anteil dieser Fälle handelt es sich um „echte“ Allergien, die auf einer Reaktion des Immunsystems beruhen. Die übrigen sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten ganz verschiedener Art und Ausprägung. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt es eine Vielzahl von sogenannten Differenzialdiagnosen.
Schon ein Glas Milch führt zu Blähungen und Bauchschmerzen, Parmesan-Käse und ein Glas Rotwein verursachen Quaddeln auf der Haut, ein frischer Apfel löst Bauchkrämpfe aus? Man unterscheidet zwischen Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen: Bei einer Allergie reagiert die körpereigene Abwehr, das Immunsystem, auf einen eigentlich harmlosen Fremdstoff und bildet spezielle Antikörper. Dafür reichen schon kleinste Mengen des Allergens. Die immunologisch bedingten Beschwerden können bis zu 72 Stunden nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel wie zum Beispiel Nüssen auftreten und von einem leichten Juckreiz und Schwellungen der Haut und der Schleimhäute über Niesattacken und Atemnot bis hin zu Erbrechen und Durchfall reichen. Immunologische Reaktionen können sich als Herzrasen, Benommenheit und Schwindel äußern oder sogar als lebensbedrohliches Kreislaufversagen, dem sogenannten anaphylaktischen Schock. Bei einer Intoleranz dagegen ist das körpereigene Abwehrsystem nicht beteiligt; es kommt zu keiner immunologischen Reaktion. Stattdessen können bestimmte Inhaltsstoffe bei den Betroffenen nicht richtig verdaut oder abgebaut werden. Sie werden dann beispielsweise von den körpereigenen Bakterien im Darm zu Abbauprodukten zersetzt, die Beschwerden hervorrufen.
Manche Menschen reagieren besonders empfindlich auf den in Milchprodukten und Obst enthaltenen Milch- oder Fruchtzucker, andere auf Histamin, das in bestimmten Käse-Sorten oder etwa Rotwein vorkommt, oder auf das in Weizenprodukten enthaltene Gluten. Für fast jeden fünften Erwachsenen in Deutschland ist zum Beispiel Milchzucker (Laktose) nur in kleinen Mengen bekömmlich - Fachleute sprechen von einer Laktoseintoleranz. Milch, Quark, Sahne und Frischkäse sind Produkte, die besonders viel Laktose enthalten und Beschwerden auslösen können. Menschen mit Laktoseintoleranz fehlt das Enzym Laktase, das den Milchzucker im Darm aufspaltet, damit er verwertet werden kann. Ohne ausreichend Laktase wird der Milchzucker erst im Dickdarm von Darmbakterien abgebaut.
Ähnliche Symptome zeigen sich bei einer Fruktoseintoleranz, der Unverträglichkeit von Fruchtzucker. Fruchtzucker ist ein natürlich vorkommender Zucker, der frischem Obst seine Süße verleiht, aber auch in vielen Nahrungsmitteln vorkommt - angefangen bei Marmelade über Fruchtsäfte bis hin zu vielen Fertigprodukten. Ein Transporteiweiß befördert den Zucker aus dem Dünndarm in den Blutkreislauf, kann aber nur eine bestimmte Menge auf einmal transportieren. Überzählige Fruktose gelangt weiter in den Dickdarm und wird dort von Bakterien als Energielieferant genutzt und aufgespalten.
Weniger gut erforscht ist die Histaminintoleranz. Histamine können in Nahrungsmitteln vorkommen - zum Beispiel in bestimmten Käsesorten, in Rotwein, Wurst, Speck- und Schinkenprodukten sowie in Tomaten und allen Produkten, die aus Tomaten hergestellt werden. Vermutlich können manche Menschen Histamin nur langsam oder nicht vollständig abbauen. So kann der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel Beschwerden auslösen, die durch hohe Histaminmengen verursacht werden. Alkohol wirkt sich zusäztlich negativ aus, weshalb die beliebte Kombination von Rotwein und Käse bei Betroffenen Probleme verursachen kann.
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Ein Sonderfall unter den Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist die Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie. Hinter diesem Fachbegriff verbirgt sich eine Erkrankung des Darms, genauer: eine chronische Entzündung des Dünndarms, die mit dem in unterschiedlichen Getreidearten enthaltenen Klebereiweiß Gluten in Verbindung steht. Es kommt unter anderem in Weizen, Dinkel und Roggen vor sowie in vielen verarbeiteten Lebensmitteln. Mit der Zeit verändert sich die Darmschleimhaut und kann weniger Nährstoffe aufnehmen. Eine Zöliakie kann unterschiedlich starke und sehr individuelle Beschwerden auslösen: Gewichtsverlust, Wassereinlagerungen, aber auch Blutarmut, Gelenk- und Hautbeschwerden oder Vitaminmangel.
Histaminintoleranz im Detail
Bei einer Histaminunverträglichkeit handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Der Körper kann das Histamin aus der Nahrung nicht ausreichend abbauen. Allergieähnliche Beschwerden, wie Hautrötung, Juckreiz, Niesen und Kopfschmerz sind dann die Folge. Nach dem Konsum von Lebensmitteln mit einem hohen Histamingehalt sind die Symptome besonders ausgeprägt. Histamin kommt im Körper vor, kann aber auch durch die Nahrung aufgenommen werden. Als Botenstoff erfüllt es wichtige Funktionen beim Verdauungsprozess und der Immunabwehr. Bei einer Histaminunverträglichkeit kann das Histamin nicht ausreichend abgebaut werden. Die Symptome bei einer Histaminunverträglichkeit können einer Allergie sehr stark ähneln. Eine histaminarme Ernährung kann die Symptome der Histaminunverträglichkeit für Betroffene lindern.
Experten vermuten, dass eine erworbene oder (seltener) angeborene Störung des Histaminabbaus die Histaminintoleranz auslöst. Im Körper der Betroffenen fällt dann durch die körpereigene Produktion und/oder durch den Verzehr histaminreicher Nahrung mehr Histamin an, als vom Körper abgebaut werden kann. Sobald eine gewisse Schwelle überschritten wird, kommt es zu Beschwerden. Wie hoch dieser Histamin-Grenzwert liegt, ist individuell verschieden.
Der Histamingehalt von Lebensmitteln ist unterschiedlich hoch. Er hängt ab von Faktoren wie Reifegrad, Lagerdauer und Verarbeitung. Das erschwert die Einschätzung des Histamingehalts einzelner Mahlzeiten.Darüber hinaus vertragen Betroffene mit einer Histaminintoleranz individuell unterschiedliche Mengen an Histamin. Deshalb gibt es kein pauschale Ernährungsempfehlung, die für alle gültig ist.Was sie bei einer Histaminintoleranz essen dürfen und welche Lebensmittel sie meiden sollten, müssen Betroffene daher ausprobieren.
Es gibt zwei verschiedene Enzyme, die Histamin abbauen:
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- Das Enzym Histamin-N-Methyl-Transferase (HNMT) befindet sich im Zellinneren und inaktiviert daher Histamin in den Zellen.
- Die Diaminoxidase (DAO) baut Histamin ab, das sich außerhalb der Zellen - also beispielsweise im Blut - befindet. Das Enzym DAO ist maßgeblich für den Abbau von Histamin aus Lebensmitteln verantwortlich. Es spielt somit eine zentrale Rolle bei der Histaminintoleranz: Bei manchen Betroffenen ist das Enzym möglicherweise in unzureichender Menge vorhanden (Enzymmangel), bei anderen in seiner Aktivität vermindert (gestörte Enzymfunktion).
Da DAO für den Histamin-Abbau Hilfsstoffe wie Vitamin B6 und Vitamin C benötigt, kann ein Mangel dieser Vitamine die Funktion des Enzyms weiter einschränken.
Fruktoseintoleranz im Detail
Die intestinale Fructoseintoleranz (ICD-10 E74.3) ist die häufigste Form der Fruchtzuckerstoffwechselstörungen. Aufgrund einer verminderten Transportkapazität des enteralen Fructose-Transportproteins GLUT5 wird der mit der Nahrung zugeführte Fruchtzucker nur unvollständig von der Dünndarmschleimhaut ins Blut- und Lymphsystem überführt, sodass ein großer Teil in das Kolon gelangt. Dieses Aufnahmeproblem wird als Fructosemalabsorption (FM) bezeichnet. Hinweisgebende Symptome einer intestinalen Fructoseintoleranz sind Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen und Diarrhoe. Patienten mit intestinaler Fructoseintoleranz sollten eine fructosemodifizierte Ernährungsumstellung nach einem 3-Stufen-Plan erhalten.
Fructose ist ein Monosaccharid, das in freier Form vorwiegend in Obst, Obstsäften und Honig vorkommt. Darüber hinaus wird Fruchtzucker in zahlreichen industriell gefertigten Nahrungsmitteln und in diätetischen Lebensmitteln für Diabetiker zugefügt. In gebundener Form bildet Fructose zusammen mit Glukose das Disaccharid Saccharose (Haushaltszucker).
GLUT5 ist an der apikalen Membran im Bürstensaum der Dünndarmzellen lokalisiert, liegt also dem Darmlumen zugewandt. Das Protein transportiert Fructose passiv entlang eines Konzentrations- bzw. Diffusionsgradienten. Man geht davon aus, dass GLUT5 der entscheidende Faktor für die Resorptionskapazität von mit der Nahrung zugeführtem Fruchtzucker ist.GLUT2 transportiert Fructose vorwiegend über die basolaterale Membran in die Lamina propria. Von dort gelangen Fructose und andere Hexosen aus den Enterozyten in den Blut- und Lymphkreislauf. Zudem finden sich GLUT2-Transportproteine bei einer hohen Aktivität von SGLT1 (aktives Transportsystem, speziell für Glukose und Galaktose) an der apikalen Enterozytenmembran.
Der Bürstensaumtransporter GLUT5 kann physiologisch nur eine begrenzte Menge an Fructose transportieren. Sehr wahrscheinlich ist die enterale Aufnahmekapazität bei etwa 35 bis 50 g Fruchtzucker erreicht. Ursache der FM ist eine verminderte Transportkapazität des enteralen Fructose-Transportproteins GLUT5. Infolge der ineffizienten Resorption gelangt unverdauter Fruchtzucker in den Dickdarm und führt zu Beschwerden - die Fructose wird also schlecht vertragen bzw. ist unverträglich.
Pseudoallergien
Pseudoallergien oder Intoleranzreaktionen sind nicht-allergische Überempfindlichkeitsreaktionen. Ursachen und Entstehungsmechanismen für Pseudoallergien beziehungsweise Intoleranzreaktionen können unterschiedlich sein. In vielen Fällen sind sie bislang noch nicht eindeutig geklärt. Dementsprechend sind sich selbst Fachleute nicht immer darüber einig, was die Definition und Abgrenzung betrifft. Deshalb werden auch die Bezeichnungen in der Medizin nicht immer einheitlich verwendet. Anders als bei einer „echten“ Allergie beruhen Überempfindlichkeitsreaktionen nicht auf einer vorherigen Sensibilisierung und spezifischen immunologischen Reaktion mit Bildung von IgE-Antikörpern.
Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Insbesondere wenn Magen- und Darmkrämpfe bei Kindern häufiger vorkommen, gilt es, mit ärztlicher Hilfe den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Die Diagnostik einer Histaminunverträglichkeit ist kompliziert. Viele Menschen suchen oft lange nach der Ursache ihrer Beschwerden, weil die Symptome unspezifisch sind. Das bedeutet: Sie können auch viele andere Ursachen haben. Es gibt keinen verlässlichen Labortest, der eine Histaminunverträglichkeit feststellen kann. Ihre Antworten auf diese Fragen können bereits erste Anzeichen für eine Histaminunverträglichkeit sein. Eine gute Möglichkeit ist ein Symptom- oder Ernährungstagebuch. Gleichzeitig sollte der Arzt andere Ursachen für die Beschwerden ausschließen. Die Histaminunverträglichkeit lässt sich auch über die Messung der Aktivität von DAO im Blut erkennen - allerdings nicht unbedingt verlässlich.
Bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz ist es sinnvoll, zunächst die hausärztliche Praxis aufzusuchen. Dort erhalten Betroffene eine erste Einschätzung der Symptome. Falls eine weiterführende Diagnostik erforderlich ist, können Hausärztin oder Hausarzt Betroffene an eine Facharztpraxis überweisen, die auf Hauterkrankungen, Allergien oder gastroenterologische Erkrankungen spezialisiert ist. Auch Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin sind geeignete Ansprechpartner.
Zuerst wird sich der Arzt oder die Ärztin mit Ihrer Krankengeschichte (Anamnese) beschäftigen. Dazu gehören zum Beispiel Fragen zu Ihren aktuellen Beschwerden und eventuellen Vorerkrankungen. Mögliche Fragen sind:
- Leiden Sie unter allergischen Erkrankungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten?
- Haben Sie einen Zusammenhang zwischen Ihren Symptomen und dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel entdeckt oder führen Sie ein Ernährungstagebuch?
- Bessern sich die Symptome, wenn Sie auf diese Nahrungsmittel verzichten?
- Nehmen Sie regelmäßig oder bedarfsweise Medikamente ein?
- Bei Frauen: Stehen Ihre Beschwerden mit Ihrem Zyklus in Zusammenhang?
Die Symptome, die bei einer Histaminintoleranz auftreten, können auch andere Ursachen (Differenzialdiagnosen) haben. Wer beispielsweise nach dem Essen oft Bauchschmerzen und vielleicht auch Durchfall hat, leidet möglicherweise an einer anderen Nahrungsmittelunverträglichkeit (etwa Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz) oder einer Autoimmunerkrankung (wie Zöliakie).
Auch eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa äußert sich mit ähnlichen Symptomen wie die Histaminintoleranz. Übelkeit und Erbrechen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Mahlzeit treten auch bei einem Geschwür der Magenschleimhaut (Magengeschwür) auf. Eine Gesichtsrötung mit Hitzegefühl (Flush) ist möglicherweise das Anzeichen eines neuroendokrinen Tumors.
Bei Verdacht auf eine Histaminintoleranz schließt der Arzt solche Differenzialdiagnosen aus. Welche Untersuchungen dazu nötig sind, hängt von den Beschwerden ab. Ein Magengeschwür beispielsweise lässt sich mit einer Magenspiegelung sicher nachweisen beziehungsweise ausschließen.
Ernährungsumstellung als Test
Zunächst können Betroffene mithilfe eines Ernährungs- und Symptomtagebuchs beobachten, welche Lebensmittel und/oder Medikamente bei ihnen Beschwerden hervorrufen. So lassen sich außerdem Umstände erkennen, die eine Unverträglichkeitsreaktion begünstigen, beispielsweise ein zeitlicher Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus.
Mithilfe eines testweisen Ernährungsumstellung lässt sich der Verdacht auf Histaminintoleranz bestätigen oder entkräften. Gleichzeitig können Arzt oder Ärztin dadurch die individuell verträgliche Histamindosis für jeden Betroffenen abschätzen.
Eine Ernährungsumstellung zur Ermittlung der persönlichen Toleranzschwelle für Histamin besteht aus drei Phasen: Karenzphase, Testphase und Dauerernährung. In allen Phasen berücksichtigt man neben der Ernährung individuelle Einflussfaktoren auf den Histaminspiegel wie Stress, Einnahme bestimmter Medikamente und Hormonstatus (Menstruation).
- Karenzphase: Ziel dieser ersten Phase der Ernährungsumstellung ist es, die Beschwerden weitestgehend zu reduzieren. Dazu ist es notwendig, dass die Patientin oder der Patient über zehn bis 14 Tage möglichst kein Histamin mit der Nahrung aufnimmt. Man spricht auch von Eliminationsphase.
- Testphase: Diese zweite Phase dauert bis zu sechs Wochen. In dieser Zeit baut man gezielt „verdächtige“ Lebensmittel langsam wieder in den Speiseplan ein. Parallel dazu notiert man in einem Ernährungstagebuch, welche Nahrungsmittel an den einzelnen Tagen gegessen wurden und ob Beschwerden aufgetreten sind. So kann man abschätzen, welche histaminhaltigen Lebensmittel verträglich sind oder Symptome auslösen.
- Dauerphase: Aus den Erkenntnissen des Provokationstests leiten Arzt oder Ärztin individuelle Ernährungsempfehlungen ab. Diese eignen sich für eine dauerhafte Ernährungsweise. Die Fachleute berücksichtigen bei ihren Empfehlungen auch den Energiebedarf und Einflussfaktoren wie Hormonspiegel, Medikamenteneinnahme oder Stress.
Behandlung von Muskelkrämpfen
Wie Magen- und Darmkrämpfe behandelt werden, ist immer abhängig von der Ursache. Ein bewährtes Mittel ist Wärme. Legen Sie Ihr Kind ins Bett und legen Sie ihm eine Wärmflasche oder ein erwärmtes Kirschkernkissen auf den Oberbauch.Auch ein wärmender Heilerde-Wickel wirkt krampflösend. Rühren Sie dazu Heilerde mit warmem Wasser oder Kamillentee zu einem Brei an und streichen diesen auf ein Tuch. Der Wickel verbleibt auf dem Bauch bis er getrocknet ist.Geben Sie Ihrem Kind Kamillentee, Fencheltee oder Pfefferminztee zu trinken. Der Arzt kann zur Behandlung von Magenkrämpfen ihrem Kind ein sogenanntes Spasmolytikum verschreiben. Das Medikament löst bei einem Krampf die Muskulatur des Magen-Darm-Trakts.
Essentiell in der Therapie der Histaminintoleranz ist die Vermeidung von histaminreichen Nahrungsmitteln und Speisen. Der Kosum histaminarmer bzw. histaminfreier Kost gilt als führende Therapieempfehlung (Histaminfreie Diät). Leider bietet unser Umfeld zahlreiche Verlockungen, die es uns teils schwer machen, diese Ernährungsweise strikt einzuhalten. Daher ist die Einnahme von Anthistaminika als ergänzende Therapiemaßnahme genau dann von Vorteil, wenn die histaminfreie Diät einmal nicht eingehalten wurde und mit einer allergischen Reaktion des Körpers zu rechnen ist.
Neue Therapieansätze bei Fruktoseintoleranz
Zu den ernährungstherapeutischen Empfehlungen gab es in den letzten Jahren einen weiteren Behandlungsansatz: die Aufnahme des Enzyms Xylose-Isomerase. Xylose-Isomerase hilft dabei, Fructose im Dünndarm zur Absorption in Glukose umzuwandeln. Infolge gelangt weniger Fructose in den Dickdarm und löst so weniger Beschwerden aus.
Ein zukünftiger Behandlungsansatz von intestinaler Fructoseintoleranz könnte die Einnahme von probiotischen Milchsäurebakterien darstellen. Die probiotischen Stämme sollen die Fructose im Dünndarm aufnehmen und verstoffwechseln. So gelangt das Monosaccharid nicht in den Dickdarm und Beschwerden werden vermieden.
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