Muskelkrämpfe, insbesondere Wadenkrämpfe, sind ein häufiges Problem nach einem Kaiserschnitt. Sie können sehr schmerzhaft sein und die Erholung der frischgebackenen Mutter erheblich beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Muskelkrämpfen nach einem Kaiserschnitt und gibt Empfehlungen zur Behandlung und Vorbeugung.
Einführung
Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft und Stillzeit an Wadenkrämpfen. Besonders in der zweiten Schwangerschaftshälfte reißen die stark ziehenden Schmerzen werdende Mütter oft unsanft aus dem Schlaf. Denn die Verkrampfungen, die nicht nur die Beine, sondern auch die Füße und das Gesäß betreffen können, treten meist nachts auf, und meist wirken sie durch Verhärtungen der Muskulatur noch bis in den Tag hinein nach. Leider ist auch während der Stillzeit oft noch nicht Schluss mit den Krämpfen in der Wadenmuskulatur. Denn jetzt kommen weitere Faktoren hinzu, die die Neigung zu Wadenkrämpfen begünstigen können.
Ursachen von Muskelkrämpfen nach Kaiserschnitt
Es gibt verschiedene Faktoren, die Muskelkrämpfe nach einem Kaiserschnitt begünstigen können:
Magnesiummangel
In der Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf an Magnesium erheblich. Zum einen übernimmt der Mineralstoff zusätzliche Aufgaben, um das gesunde Heranwachsen des Kindes zu unterstützen, zum anderen wird Magnesium aufgrund der hormonellen Veränderungen vermehrt über den Urin ausgeschieden. Ein Mangel an Magnesium wirkt sich wiederum negativ auf die Balance zwischen Anspannung und Entspannung der Muskulatur aus und kann somit zu Wadenkrämpfen führen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt schwangeren Frauen die Einnahme von 310 Milligramm Magnesium am Tag. Für nichtschwangere Frauen zwischen 25 und 51 Jahren liegt die empfohlene Tagesmenge bei 300 Milligramm. Auch in der Stillzeit steigt der tägliche Magnesiumbedarf (von 310 Milligramm in der Schwangerschaft) um 30 % auf 390 Milligramm. In 100 ml Muttermilch sind durchschnittlich 3 Milligramm Magnesium enthalten. Auch stillende Frauen sollten daher auf die ersten Signale eines Magnesiummangels, wie z. B. Muskelkrämpfe, achten, um die eigene und die Magnesiumversorgung ihres Kindes sicherzustellen.
Andere Mineralstoffmängel
Neben Magnesium können auch Mängel an Calcium, Kalium und Natrium Muskelkrämpfe verursachen.
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Flüssigkeitsmangel
Ein Mangel an Flüssigkeit, verstärktes Schwitzen und zunehmender Harndrang können ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen.
Körperliche Überanstrengung oder Bewegungsmangel
Körperliche Überanstrengung ebenso wie Bewegungsmangel können sich ungünstig auf die Neigung zu nächtlichen Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft auswirken.
Gewichtszunahme und Überbelastung der Muskeln
Die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und die damit verbundene Überbelastung der Muskeln können ebenfalls Krämpfe verursachen.
Eingeklemmter Nerv oder Durchblutungsstörungen
Auch ein eingeklemmter Nerv oder Durchblutungsstörungen können Muskelkrämpfe auslösen.
Venenentzündung oder Krampfadern
Venenentzündungen oder geschwollene Krampfadern (Achtung Thrombosegefahr!; hier ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen) können ebenfalls eine Ursache sein.
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Ungünstige Schlafposition
Eine ungünstige Schlafposition kann ebenfalls Muskelkrämpfe begünstigen. Schlaf- und Sitzpositionen, in denen die Muskulatur überstreckt oder eingeklemmt wird, wie zum Beispiel beim Beineübereinanderschlagen, sollten vermieden werden.
Ruhelose Beine Syndrom (RLS)
Das RLS betrifft ca. 10 - 34 % der schwangeren Frauen und ist somit um ein Zwei- bis Dreifaches häufiger als in der Allgemeinbevölkerung. In der Regel beginnen die Symptome im zweiten Schwangerschaftsdrittel (Trimester/ Trimenon) und gipfeln im dritten. Erfreulicherweise bilden sich die Beschwerden in den meisten Fällen direkt und bis vier Wochen nach der Entbindung spontan zurück. Allerdings ist das Risiko für eine Chronifizierung des RLS nach erstmaligem Auftreten fast um ein Vierfaches erhöht. Auch die Wahrscheinlichkeit, ein RLS in der nächsten Schwangerschaft zu entwickeln, ist um ca. 30 % erhöht. Die genauen Mechanismen der Krankheitsentstehung während der Schwangerschaft sind noch unklar, doch es wird ein Zusammenspiel aus genetischer Prädisposition, tageszeitlichen Schwankungen des Dopaminspiegels sowie einem Eisenmangel im zentralen Nervensystem diskutiert. Mit der Anzahl der Geburten steigt das Risiko für ein RLS in der Schwangerschaft. Währenddessen steigt nämlich der Bedarf an Eisen und Folsäure zur Blutbildung und Sauerstoffversorgung des Fötus, sodass die Eisenspeicher im Körper, einschließlich des Gehirns, vermehrt beansprucht werden. Bei mehreren Geburten hintereinander sind die Eisenspeicher dann ausgeschöpft und nicht schnell genug wieder aufgefüllt. Und auch hormonelle Veränderungen werden als Trigger für ein RLS diskutiert, denn korrelierend mit der Dynamik der RLS-Beschwerden steigen die Prolaktin-, Östrogen- und Progesteronwerte im Laufe der Schwangerschaft an, erreichen einen Höhepunkt im dritten Trimenon und fallen mit der Entbindung wieder ab. Möglicherweise beeinflussen diese Hormone den Dopamin-Stoffwechsel und provozieren dadurch ein RLS.
Vorbeugung von Muskelkrämpfen
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Schwangere und Mütter nach einem Kaiserschnitt ergreifen können, um Muskelkrämpfen vorzubeugen:
Magnesiumreiche Ernährung
Setzen Sie vermehrt magnesiumreiche Lebensmittel auf den Speiseplan. Dazu gehören beispielsweise Vollkornprodukte, Nüsse, Haferflocken, Erbsen und Bananen. So unterstützen Sie nicht nur den Stoffwechsel Ihrer Muskulatur, sondern auch die Entwicklung Ihres Kindes.
Regelmäßige Bewegung
Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und tut den Muskeln gut. Spazieren gehen, schwimmen oder mit den Beinen durchs Wasser stapfen, aber auch kleinere Radtouren reichen aus, um die Wadenmuskulatur zu stärken und Wadenkrämpfen vorzubeugen. Im Sommer kann es für die Füße entspannend sein, auch mal die engen Schuhe wegzulassen und barfuß zu gehen.
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Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um den Körper hydriert zu halten.
Vermeidung ungünstiger Positionen
Schlaf- und Sitzpositionen, in denen die Muskulatur überstreckt oder eingeklemmt wird, wie zum Beispiel beim Beineübereinanderschlagen, sollten vermieden werden.
Magnesiumpräparate
Reicht die Magnesiumzufuhr über die Nahrung nicht aus, kann unterstützend auf ein Nahrungsergänzungsmittel zurückgegriffen werden. Hier ist es ratsam, den Hausarzt aufzusuchen, um mit ihm ein geeignetes Magnesiumpräparat abzustimmen.
Eisenmangel beheben
Eisenmangel spielt eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung des RLS, daher gehört die Bestimmung des Eisenhaushalts im Blut zur Routineuntersuchung. Ferritin und Transferrinsättigung sind dabei Marker zur Einschätzung des Eisenspeichers. Der Ferritin-Wert sinkt zur Mitte der Schwangerschaft durch den Verbrauch des Fötus um 50 %. Eine Eisensubstitution bei Schwangeren mit RLS sollte bereits bei Ferritin-Werten von unter 75 µg/l angestrebt werden - somit ist dieser Richtwert strenger als bei Schwangeren ohne RLS. Da Ferritin im Rahmen von Entzündungsprozessen falsch-positiv erhöht sein kann, wird auch die Transferrinsättigung hinzugezogen, die bei unter 45 % auf einen relativen Eisenmangel hinweist. Die bevorzugte Behandlung sind Eisentabletten alle ein bis zwei Tage, was in der Schwangerschaft und Stillzeit als sicher eingestuft wird. Unklar ist der Nutzen einer Vitamin-C-Ergänzung zur Steigerung der Eisenresorption bei Schwangeren. Nach sechs bis acht Wochen sollte der Ferritin-Wert kontrolliert werden - falls die Behandlung mit Eisentabletten versagt und der Ferritin-Spiegel weiter unter 30 µg/l bleibt, kann ab dem zweiten Trimester eine intravenöse, nachweislich gut verträgliche Eisentherapie durchgeführt werden.
Behandlung von Muskelkrämpfen
Ist der Krampf erstmal da ist, heißt es Gegenmaßnahmen ergreifen, um die ziehenden Schmerzen so schnell wie möglich wieder loszuwerden.
Dehnungsübungen
Die Dehnung der Wadenmuskulatur ist eine erste hilfreiche Maßnahme. Auch aufstehen und hin und her laufen kann Entspannung bringen.
Massagen
Mit sanften Massagen kann die Muskulatur gelockert werden.
Wärme
Wärme in Form einer Wärmflasche kann ebenfalls zur Entspannung beitragen.
Entspannungsübungen
Ganzheitliche Entspannungsübungen können die Muskulatur lockern.
Medikamente
In seltenen Fällen können Medikamente erforderlich sein, um die Muskelkrämpfe zu lindern. Hier ist eine Absprache mit dem Arzt notwendig. In der Gruppe der Dopaminergika liegen die meisten Sicherheitsdaten für Levodopa/Carbidopa vor. Es gibt bei diesem Medikament keine Hinweise auf eine erhöhte Rate an Missbildungen oder relevante Schwangerschaftskomplikationen, sodass es vorzugsweise in retardierter Formulierung und niedriger Dosis (100/25 mg bis 200/50 mg) zur Nacht erwogen werden kann. Levodopa in Kombination mit dem alternativen Dopamin-Abbauhemmer Benserazid sollte in der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden, da eine Beeinträchtigung des fetalen Knochenwachstums im Tierexperiment beobachtet wurde. Benzodiazepine sind in der Schwangerschaft kritisch zu sehen, stellen aber in schweren RLS-Fällen mit ausgeprägter Schlafstörung eine Alternative ab dem zweiten Trimenon und in der Stillzeit dar. Im ersten Trimenon wird davon abgeraten, da gehäuft orofaziale Spaltbildung (z. B. Gaumenspalte) beobachtet wurde. Am besten untersucht ist Clonazepam, das niedrigdosiert mit 0,25 mg bis zu 1 mg gegeben werden kann, weniger als 5 % findet sich davon in der Muttermilch wieder. Opioide sind den schwersten RLS-Fällen vorbehalten, wenn man also die Beschwerden trotz nicht-medikamentöser Maßnahmen, ausreichendem Eisenstatus und mindestens einer nicht-opioiden Medikation nicht genug kontrollieren kann. Im zweiten und dritten Trimester kann nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung Oxycodon in niedriger Dosis (5 - 20 mg) zur Nacht eingesetzt werden. In der Stillzeit wird eher Tramadol bevorzugt, auch wenn dies in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht.
Wann zum Arzt?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
- Die Muskelkrämpfe häufig auftreten oder oft minutenlang anhalten.
- Sich diese auch mit den angewandten Maßnahmen nicht lösen lassen.
- Sie Mineralien ergänzen möchten und eine Behandlung mit Magnesiumpräparaten oder eine andere Therapie in Betracht ziehen.
- Um Thrombose und Venenentzündungen auszuschließen.
- Bei Lähmungserscheinungen im Bein, Kribbeln und Taubheitsgefühlen (Notfall!).
Was vermieden werden sollte
Chinin
Medikamente, die Chinin enthalten, können die Entwicklung des Ungeborenen beeinträchtigen und frühzeitig Wehen auslösen. Sie sind in der Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden. Da Chinin auch in die Muttermilch übergeht, dürfen Medikamente mit diesem Wirkstoff auch in der Stillzeit nicht eingenommen werden.
Ätherische Öle
Ätherische Öle werden zwar auch gerne als Hausmittel gegen Wadenkrämpfe eingesetzt, in der Schwangerschaft sind viele von ihnen aber absolut tabu. Sie können stark anregende oder durchblutungsfördernde Verbindungen enthalten oder wirken sogar wie Hormone und können frühzeitig Wehen auslösen. Auch in der Stillzeit sollten Sie zwei Stunden vor dem Stillen auf hohe Dosierungen jeglicher Essenzen in Massageölen, Bädern und Inhalationen verzichten. Informieren Sie sich auf jeden Fall bei Ihrem Arzt, welche Präparate und Anwendungen gegen Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft und Stillzeit geeignet sind und welche Sie gänzlich vermeiden sollten.
Zusätzliche Belastungen nach der Geburt
Rückenschmerzen
Viele Frauen klagen nach der Geburt über einen schmerzenden Rücken. Das kann zum einen auf Nachwirkungen der Schwangerschaft zurückzuführen sein, zum anderen ist das Tragen und Heben des Babys mitunter eine harte Bewährungsprobe für die Wirbelsäule der Mutter. Als Ursache kommen neben körperlichen Veränderungen ebenso psychische Belastungen infrage. Halten die Schmerzen sehr lange an, sollte zur Sicherheit ein Arzt aufgesucht werden. Während der Schwangerschaft und Geburt musste der Körper einiges leisten. Die Zeit danach (Postpartalphase) ist daher zunächst eine Phase der Erholung und Wiederherstellung: Die Gebärmutter bildet sich zurück, Geburtsverletzungen verheilen und die Pfunde purzeln langsam wieder. Durch die Verlagerung des Gewichts zum Bauch hin, werden Frauen in der Schwangerschaft in ein unnatürliches Hohlkreuz gezwungen. Dies belastet Wirbelsäule sowie Bandscheiben und verursacht Verspannungen. Des Weiteren hat sich während der Schwangerschaft der Beckenboden (zwischen Schambein, Kreuzbein und Hüftknochen) gelockert und während der Geburt selbst gedehnt. Da die Beckenbodenmuskulatur direkt mit der des Rückens zusammenarbeitet, führt dies dazu, dass die Wirbelsäule nicht mehr so gut entlastet wird und Rückenschmerzen entstehen. In der Schwangerschaft nimmt bei einigen Frauen die Knochendichte stark ab (Osteoporose). Körperkontakt zwischen Mutter und Kind ist sehr wichtig - er vermittelt Ruhe und Wärme. Aber auch wenn das Gewicht des Neugeborenen anfangs noch gering ist, kann das ständige Heben und Herumtragen des Kindes den Rücken stark belasten. Denn vor allem beim längeren Tragen wird automatisch eine Ausgleichshaltung (Schiefhaltung oder Hohlkreuz) eingenommen. Das Gleiche gilt für das Stillen. Hier führt das Verharren in einer ungünstigen Position unter Umständen zu schmerzhaften Verspannungen. Ihre Hebamme zeigt Ihnen sicher gerne, wie Sie Ihr Kind am besten in den Arm nehmen. Achten Sie darauf, mit geradem Rücken in die Knie zu gehen, um das Kind vom Boden hochzuheben. Verwenden Sie spezielle Tücher oder Tragehilfen - mit ihnen lässt sich das Gewicht gleichmäßiger auf den Körper verteilen. Passen Sie den Wickeltisch Ihrer Körpergröße an. Die erste Zeit nach der Geburt ist für viele Frauen sehr stressig: Die junge Familie muss sich erst einfinden, hinzu kommen Unsicherheiten und Sorgen. Das Zusammenspiel zwischen der Psyche und Rückenschmerzen ist komplex. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass psychische Belastungen muskuläre Anspannung verursachen können.
Was kann man gegen Rückenschmerzen tun?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um gegen Rückenschmerzen nach der Geburt vorzugehen. Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie nach der Geburt keine zu hohen Erwartungen an sich selbst stellen, sondern Ihrem Körper die Ruhe und Erholung gönnen, die er braucht. Entspannungsmethoden wie Yoga oder Pilates unterstützen den Stressabbau und stärken verschiedenste Muskelpartien. So können Sie Schmerzen lindern beziehungsweise vorbeugen. Warme Bäder spenden zudem Kraft und fördern die Durchblutung verkrampfter Muskeln. Verspannungen oder Blockaden lassen sich mithilfe von Massagen lösen. Viele Rückengeplagte haben zudem mit Akupunktur gute Erfahrungen gemacht. Genauso zählt auch die Akupressur zu den Säulen der chinesischen Medizin. Im Vergleich zur Akupunktur erfolgt die Reizsetzung von bestimmten Körperpunkten jedoch durch stumpfen Druck. Mittlerweile bieten beispielsweise Heilpraktiker und Physiotherapeuten diese Behandlungsmethode an. Wer seine Druckpunkte jedoch selbst stimulieren möchte, kann beispielsweise auch auf spezielle Akupressurmatten oder -kissen zurückgreifen. Verschreibungsfreie Schmerzmittel können beim Lindern akuter Schmerzen unterstützen. Während der Stillzeit sind vor allem Paracetamol und Ibuprofen in niedrigen Dosierungen geeignet. Die Wirkstoffe können zwar in die Muttermilch übergehen, kommen aber nur in so geringer Konzentration beim Säugling an, dass sie als stillverträglich gelten. Bedenken Sie jedoch, dass Medikamente zwar gegen die Symptome, aber nicht gegen die Ursache der Beschwerden wirken. Der wichtigste Punkt zur Verminderung von Rückenschmerzen ist regelmäßige Bewegung. Zudem bieten viele Krankenkassen eine kostenlose Rückbildungsgymnastik nach der Schwangerschaft an. Neben Bauch und Becken zielen die dort durchgeführten Übungen darauf ab, die Rückenmuskeln zu dehnen und zu stärken. Alternativ (oder zusätzlich) können Sie jedoch zu Hause einige Trainingseinheiten durchführen - und Ihrem Rücken dabei etwas Gutes tun. Dehnen im Liegen: Dadurch trainieren Sie Ihre gesamte Rückenmuskulatur vom Lendenwirbelbereich bis zu den Halswirbeln. Legen Sie sich dafür auf den Bauch (am besten auf eine Sportmatte), die Beine sind ausgestreckt und die Oberschenkel haben keinen Kontakt zum Boden. Gleichzeitig strecken Sie Ihre Arme nach vorne aus und heben den Oberkörper an, sodass die Brust die Matte nicht mehr berührt. Verbleiben Sie für einige Sekunden in dieser Position. Senken Sie den Oberkörper wieder und wiederholen Sie die Bewegung - je nach Ihrem Fitnesszustand - einige Male hintereinander. Katzenbuckel: Diese Übung eignet sich zur Mobilisierung und Entspannung des unteren Rückens. Begeben Sie sich dafür in den Vierfüßlerstand: Die Handgelenke befinden sich unter den Schultern, die Knie unter den Hüften. Nun atmen Sie tief ein und lassen Sie den Rücken dabei nach unten hängen (Pferderücken). Beim Ausatmen ziehen Sie Ihren Bauch nach oben, sodass der Rücken rund wie ein Katzenbuckel wird. Wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals. Um Verletzungen zu vermeiden, sollten Sie keine zu ruckartigen Bewegungen durchführen und nur langsam wieder ins Training einsteigen. Leiden Sie unter besonders heftigen, langanhaltenden Schmerzen im Rücken, die nach wenigen Tagen nicht von selbst abklingen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der Mediziner kann ernsthafte, spezifische Erkrankungen feststellen und eine geeignete Therapie einleiten. Zu behandlungsbedürftigen Ursachen gehören beispielsweise Blockierungen in der Lendenwirbelsäule oder gereizte Zwischenwirbelgelenke, die durch das Hohlkreuz in der Schwangerschaft auftreten können. Ausgeschlossen werden muss zudem ein Bandscheibenvorfall, für welchen Schwangere ein erhöhtes Risiko haben. Durch die starke Belastung der Wirbelsäule verschiebt sich der äußere Faserring einer Bandscheibe oder reist ein und der innere Gallertkern tritt aus. In den meisten Fällen ist keine Operation notwendig, denn in der Regel kann ein Bandscheibenvorfall mit konservativen Maßnahmen (Wärme, Bettruhe und kontrollierte Bewegung) behandelt werden.
Schmerzen nach Kaiserschnitt
Schmerzen nach der Geburt sind völlig normal, da sich der weibliche Körper in der Schwangerschaft verändert und auch während der Entbindung viel aushalten muss. Dabei können Verletzungen unterschiedlichster Art passieren, die im Wochenbett zu Schmerzen führen. Doch welche Schmerzen können nach der Geburt auftreten, wie lange halten beispielsweise Schambeinschmerzen an und inwiefern beeinflusst die Gebärmutter und ihre Rückbildung die Schmerzen nach der Geburt? Nicht nur die Geburt, sondern auch die Schwangerschaft ist ein echter Kraftakt für den weiblichen Körper. Doch jeder Körper ist anders und reagiert auf die Entbindung ebenfalls unterschiedlich. So können etwa verschiedene Schmerzen nach der Geburt auftreten wie Nachwehen bzw. Schmerzen im Wochenbett sind völlig normal. Im Laufe der Schwangerschaft vergrößert sich die Gebärmutter zur Größe eines Kürbisses. Nach der Entbindung muss sie sich auf die Größe eines Apfels wieder verkleinern. Die Rückbildung der Gebärmutter erfolgt durch ein sich Zusammenziehen ebendieser in Form von Nachwehen. In den ersten Tagen nach der Geburt äußern sie sich durch krampfartige Schmerzen. Beim Stillen verstärken sich diese Gebärmutterkontraktionen, da das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, was die Gebärmutter stimuliert. Zudem ist eine Wunde an der Gebärmutterschleimhaut entstanden, wo vorher die Plazenta war. Bei der Entbindung kann es zu Dammverletzungen etwa durch einen Dammriss oder einen Dammschnitt kommen. Nach der Geburt haben Frauen daher häufig Schmerzen im Intimbereich an der Naht oder dem Riss. Dass Schmerzen im Dammbereich auftreten, liegt daran, dass das Gewebe stark gedehnt wurde. Frauen merken nach der Geburt im Stehen oder Sitzen ziehenden Schmerz. Dass Schmerzen beim Wasserlassen nach der Geburt auftreten, liegt an den Verletzungen im Intimbereich. Denn bei der Entbindung entstehen nicht nur leichte Schleimhautverletzungen, sondern auch Dammrisse. Auch durch einen Dammschnitt wird eine Verletzung zugefügt. Damit es nach der Geburt beim Wasserlassen nicht zu Schmerzen kommt, können Frauen während des Urinierens mit einer Abspülflasche den Intimbereich abspülen und so die Beschwerden lindern. Zudem hilft es, viel zu trinken, damit der Urin verdünnt wird und es weniger beim Wasserlassen brennt. Auch wenn viele Frauen in ihrem Leben noch nie oder ganz selten mit Hämorrhoiden zu tun hatten, kann es durchaus vorkommen, dass sie nach der Geburt entstehen. Damit Frauen nach der Entbindung nicht pressen müssen, sollten sie die Sitzposition während des Stuhlgangs ändern. Eine aufrechte Sitzposition ist dabei nicht das Richtige. Stattdessen kann in einer Hockposition der Darm leichter entleert werden. Durch Bewegung oder Schwangerschaftssport wird die Verdauung angeregt, sodass der Stuhlgang nicht mehr so hart ist. Entzündungshemmende Sitzbäder aus der Apotheke können mehrmals täglich angewandt werden, um Schmerzen und Beschwerden zu lindern. Gegen Hämorrhoiden helfen insbesondere unmittelbar nach der Geburt kalte Umschläge. Diese können durch das Einfrieren von mit Calendula-Essenz beträufelten Damenbinden angefertigt werden. Zur Linderung der Beschwerden gibt es viele unterschiedliche Salben, die zur äußeren Anwendung gedacht sind. Lange Wehen bauen starken Druck auf den unteren Rücken auf, der so überlastet werden und zu Schmerzen führen kann. Zudem können Rückenschmerzen dann entstehen, wenn frisch gebackene Mütter ihr Baby häufig heben und ablegen. Viele Frauen leiden nach der Geburt unter sogenannten Spannungskopfschmerzen. Diese entstehen durch die Anspannung der gesamten Körpermuskulatur während der Geburt und äußern sich durch leicht bis mäßig schmerzhaften Druck auf beiden Seiten des Kopfes. Zudem kann eine Licht- und Geräuschempfindlichkeit hinzukommen. Schmerzen im Wochenbett sind ganz normal, insbesondere nach einem Kaiserschnitt. An der Naht kann es schmerzen, jucken, brennen, zu Spannungsgefühl oder Ziehen kommen. Die Wunde eines Kaiserschnitts ist sehr tief, sodass sie nach der Geburt große Schmerzen bereiten kann. Daher erhalten Frauen nach einer Entbindung per Kaiserschnitt Schmerzmittel, die sie zu Hause einnehmen können. Neben Ibuprofen und Paracetamol kann laut einiger Studien der Wirkstoff Diclofenac die Schmerzen nach einem Kaiserschnitt lindern. In den ersten Tagen nach der Geburt eines Kindes können unterschiedlichste Schmerzen auftreten. Auch beim Stillen begegnen Mütter vielen Problemen, die zu schmerzhaften Beschwerden führen können. Neben den Nachwehen, die durch das Stillen verstärkt werden, kommt es einige Tage nach der Geburt zum Milcheinschuss. Dabei fangen die Brüste an zu spannen und fühlen sich heiß sowie hart an. Weitere Gründe für Schmerzen beim Stillen können wunde Brustwarzen sein. Diese sind in den ersten Tagen noch sehr sensibel und nicht an das wiederkehrende und starke Saugen des Babys nicht gewöhnt. Daher sollten frisch gewordene Mütter in den ersten Tagen nicht länger als zehn bis 20 Minuten auf jeder Seite stillen und darauf achten, dass das Baby richtig angelegt ist. Da jeder Körper anders ist, ist es unterschiedlich, wie lange die Schmerzen nach der Geburt anhalten. Zudem hängt die Heilungszeit von den Ursachen der Schmerzen ab. Die Nachwehen etwa werden von den meisten Müttern zwei Wochen nach der Geburt kaum mehr wahrgenommen. Kleinere Schwellungen, ein Druckgefühl und leichte Schmerzen nach der Geburt an der Naht im Intimbereich wie durch einen Dammriss benötigen etwa vier bis sechs Wochen für einen Rückgang. Bei einem Kaiserschnitt treten in den ersten drei bis vier Tagen nach der Geburt starke Schmerzen an der Wunde auf.
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